Frage von Zelda76, 90

Wie viel Anspruch auf Urlaubsgeld habe ich?

Ich bin zum 18.04.2016 aus der Elternzeit zu meinem AG (Versicherung) zurückgekehrt. Im Mai wird bei uns ein ganzes Gehalt als Urlaubsgeld gezahlt. Die Personalabteilung informiert mich nun, dass ich nur Anspruch auf 1/3 Urlaubsgeld habe und zwar mit folgender Begründung: Beim Urlaubsgeld wird geschaut, wie lange ich bis Halbjahr (30.06.2016) in der Firma beschäftigt war. Da der April nicht zählt, da ich da nicht den ganzen Monat gearbeitet habe, zählen nur der Mai und der Juni, also 1/3 des Halbjahres. Wenn im November Weihnachtsgeld bezahlt wir, wird geschaut, ob ich im 2. Halbjahr ganz da war (wovon ich  mal ausgehe), dann gibt es keine Abzüge. So stehe es im Manteltarifvertrag

Ist diese Vorgehensweise korrekt? Dass ich nicht das ganze Urlaubsgeld bekomme, weil ich ja nur 8,5 Monate gearbeitet hab, seh ich ja ein.

LG

Zelda

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 41

Auf die Zahlung von Urlaubsgeld gibt es keinen gesetzlichen Anspruch.

Anspruch entsteht einzig aus arbeits- oder tarifvertraglicher Vereinbarung, aus einer Betriebsvereinbarung, einer Betriebsordnung oder aus einer sogenannten betrieblichen Übung. Alleine der Hinweis auf die "Freiwilligkeit" schließt eine Verpflichtung des Arbeitgebers nicht aus!

Wenn es - wie Du sagst - in Deinem Fall also um eine Regelung handelt, die in einem im Betrieb angewendeten Manteltarifvertrag getroffen wurde, dann ist gegen diese Regelung nichts einzuwenden!

Du solltest Dir den Manteltarifvertrag aber selbst anschauen: Nach dem Tarifvertragsgesetz TVG § 8 "Bekanntgabe des Tarifvertrags" muss der Arbeitgeber Tarifverträge, die er anwendet, im Betrieb bekannt machen - und das heißt auch: an geeigneter Stelle im Betrieb zur Einsicht auslegen.

Wenn es einen Betriebsrat gibt, ist der auch Ansprechpartner für Dich.

Kommentar von Zelda76 ,

Das hab ich jetzt aus dem MTV gefunden:

Für jeden Monat im 1. Kalenderhalbjahr, in dem die/der Angestellte nicht für wenigstens 15 Tage Anspruch auf Bezüge gem. § 3 Ziff. 2 oder auf Leistungen gem. § 10 Ziff. 1 bis 3 oder auf Leistungen für die Zeiten der Schutzfristen und Beschäftigungsverbote nach dem Mutterschutzgesetz hat, wird die Sonderzahlung um 1/6 gekürzt. Eine Kürzung unterbleibt, wenn die/der Angestellte nur deshalb keine Zahlungen gem. § 10 Ziff. 2 und 3 erhält, weil das Krankengeld bereits 90 % der
26 Manteltarifvertrag §§ 13, 14
Gesamtnettobezüge ausmacht. Die aufgrund der Inanspruchnahme von Elternzeit gekürzte Sonderzahlung wird der/dem Angestellten anteilig für die bis zur Vollendung der ersten vier Lebensmonate des Kindes in Anspruch genommene Elternzeit nachgezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis im Anschluss an die Elternzeit für mindestens sechs Monate fortgesetzt wird. Zeiträume, für die der/dem Angestellten weder Bezüge gem. § 3 Ziff. 2 noch Leistungen gem. § 10 Ziff. 1 zustehen, bleiben dabei außer Betracht.

Heißt das, dass ich im Oktober (1/2 Jahr nach Beginn) Anspruch auf die 4 Monate hab?

Kommentar von Familiengerd ,

Heißt das, dass ich im Oktober (1/2 Jahr nach Beginn) Anspruch auf die 4 Monate hab?

So sehe ich das auch:

Wenn Du 1/2 Jahr - also am 18.10. - nach Wiederaufnahme der Arbeit noch im Beschäftigungsverhältnis stehst, bekommst Du die Monate, für die Dir das Urlaubsgeld gekürzt wurde, jedenfalls dann ersetzt, wenn es sich bei diesen Monaten um Elternzeit für ein Kind bis zum Ende des 4. Lebensmonats handelt.

Aber:

Wenn in den letzten Monaten (für die das Geld gekürzt wurde) Dein Kind aber schon älter als 4 Monate war, bekommst Du die Kürzung nicht nachgezahlt bzw. nur für die Elternzeitmonate, in denen das Kind noch keine 4 Monate alt war.

Eine ziemlich "denkwürdige" Regelung, die mir sehr nach einem Kompromiss aussieht: die Gewerkschaft wollte mehr, die Arbeitgeber wollten gar nicht nachzahlen ...

Kommentar von Zelda76 ,

Das ist die Antwort der Personalabteilung:

Nach § 3 Ziff. 3 Satz 3 MTV besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein begrenzter Nachzahlungsanspruch. Wird das Arbeitsverhältnis nach dem Ende der Elternzeit für mindestens 6 Monate fortgesetzt, so wird der Arbeitnehmerin/ dem Arbeitnehmer die zuvor gekürzte Sonderzahlung anteilig für die ersten vier Lebensmonate des Neugeborenen nachgezahlt. Sie befinden
sich derzeit noch in Elternzeit, eine Nachzahlung erfolgt dann entsprechend zu gegebener Zeit....

Das steht jetzt, wenn ich es richtig verstanden hab, aber entgegen deiner Auffassung, oder? Zum Zeitpunkt der Sonderzahlung Urlaubsgeld für 2016 war mein Sohn ja schon 2 Jahre alt....

Kommentar von Familiengerd ,

Damit ist gesagt, dass Dir nicht die Kürzung der Sonderzahlung in diesem Jahr nachgezahlt wird, sondern bei Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses die Kürzung zu Beginn der Elternzeit für die Dauer im ersten Halbjahr, in der das Kind noch nicht den 4. Lebensmonat vollendet hat.

Beispiel: Wenn Dein Kind - sagen wir mal - im März 2014 vier Monate alt geworden ist, dann werden Dir die Kürzungen (Streichungen), die Dich 2014 betroffen haben, für die 3 Monate bis März nachgezahlt.

Das steht jetzt, wenn ich es richtig verstanden hab, aber entgegen deiner Auffassung, oder?

Damit wird der Absatz nach dem "Aber:" in meiner vorherigen Ergänzung hinfällig.

Aufgrund Deiner Frageformulierung habe ich die Erstattung auf die Kürzung in 2016 bezogen; sie betrifft aber die Kürzung oder Streichung zu Beginn der Elternzeit.

Nun weiß ich allerdings nicht, wann Dein Sohn den 4. Lebensmonat erreicht hat und welche Kürzungen es damals bei Dir gegeben hat.

Kommentar von Zelda76 ,

Mein Sohn ist am 17.04.2016 geboren. Urlaubsgeld hab ich in 2014 nicht in voller Höhe bekommen.

Kommentar von Familiengerd ,

Ich nehme an, Du meintest 2014 ...

Dann geht es wohl genau um die Monate der 1. Jahreshälfte 2014, für die Du eine Nachzahlung erwarten kannst.

Antwort
von Annabell2014, 42

Dein Gehalt/Lohn muss weiter gezahlt werden. Wenn im Arbeitsvertrag nichts steht, besteht auch kein (rechtlicher) Anspruch auf Urlaubsgeld. 

Antwort
von Morpheus89, 58

Kommt ganz auf den Tarifvertrag an und wie lange du zum unternehmen gehörst.nicht überall wird gezahlt 

Antwort
von Zakalwe, 47

Soviel Anspruch wie aus deinem Arbeitsvertrag oder dem jeweiligen Tarifvertrag hervor geht.

Antwort
von 2001Jasmin, 24

Keinen würde ich sagen..Urlaubsgeld ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers und die wird nich in jedem Betrieb gezahlt.

Antwort
von MrZurkon, 48

?? Anspruch hast du gar keinen. Urlaubsgeld ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers,ausser er hat es die letzten drei Jahre in der Firma gezahlt und hat nicht deutlich gemacht,dass es nicht für die Ewigkeit ist. Wieviel er zahlt ,liegt im eigenen ermessen,ausser es ist tariflich irgendwo festgehalten.

Ich bekomme 50% von meinem Bruttogehalt, besser als nichts. :) 

Kommentar von Familiengerd ,

Hier ist es aber tariflich geregelt!!

Kommentar von MrZurkon ,

Die ganzen informationen wurden nachträglich erst hinzugefügt,nachdem die Frage beantwortet wurde.Immer schön ruhig bleiben Gerda...

Kommentar von Familiengerd ,

Immer schön ruhig bleiben

Ich wüsste nicht, dass ich mich aufgeregt hätte!

Dass der Text nachgetragen wurde, ist nicht erkennbar - aber dann ist es ja okay, MrZebulon!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Im Übrigen ist die Antwort - ob mit oder ohne den erklärenden Text - im besten Falle "halbgar" (sagt Gerda)!  :-))

Kommentar von MrZurkon ,

In einer Körperregion von dir ,ist es im besten Falle halbgar ,Gerda. Vorher war die Antwort zu 100 % richtig, jetzt ist sie immer noch nicht falsch.

Kommentar von Familiengerd ,

Turnikuti, turnikota, der Zebulon ist wieder da!!  :-))

 Auch alleine die Frage "Wie viel Anspruch auf Urlaubsgeld habe ich?" (ohne den erläuternden Text) erlaubte nicht Deine Antwort "Anspruch hast du gar keinen.", weil Du überhaupt nicht wusstest, ob es neben möglichen vertraglichen Vereinbarungen nicht noch sonstige Umstände gibt, die einen Anspruch begründen könnten!

Du hast geantwortet, ohne lange nachzudenken (wundert mich nicht!).

In Deinen Spezialgebieten "Akne" und "Vögel" magst Du Dich ja vielleicht besser auskennen; beim Thema "Arbeitsrecht" aber bin ich Dir auch "halbgar" uneinholbar voraus - da helfen Dir auch Pöbeleien nichts!!

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