Frage von Anvin110, 36

Wie verwendet man betonte und unbetonte indirekte objektpronomen (Dativ, Spanisch)?

Wie bildet man sie? Was hat es mit betonte und unbetonte objektpronomen auf sich, also was gibt es bei den jeweiligen zu beachten? Wann verwendet man sie ? DANKE IM VORAUS !!!

Antwort
von mambero, 17

Hallo, es gibt 2 Besonderheiten im spanischen Dativ (complemento indirecto):

1. Wie im Deutschen kommt Dativ vor, wenn es 2 Objekte gibt (Akkusativ- und Dativobjekt). Im Deutschen hängt Dativ jedoch auch vom Verb und insbesondere von der verwendeten Präposition ab. Im Spanischen nicht.

2. Im Akkusativ nennt man entweder das Akkusativobjekt oder das Akkusativpronomen als Ersatz hierfür. Gleiches gilt im Deutschen auch für das Dativ. Im Spanischen nicht. Dort ist das Dativpronomen Pflicht. Das Dativobjekt selbst kann hier als Verstärkung genannt werden oder weggelassen werden.

3. Im Deutschen ist oft anhand der Verbbeugung nicht zu erkennen, welche Personenform gemeint ist (Beispiel: spielen ist sowohl Infinitiv, als auch 1. und 3. Person Plural und Höflichkeitsform). Im Spanischen nicht. Dort gibt es in den meisten Zeiten für jede Personenform eine eigene Beugung. Das Personalpronomen ist also nicht zwingend erforderlich, wird im Gegenteil nur zur Verstärkung, bei der ersten Anrede oder bei Verwechslungsgefahr benutzt.

Beispiele Akkusativ (complemento directo): (Yo) veo a Juan. (Yo) veo a él.  (Yo) lo veo. Hier hast du entweder das Akkusativobjekt (a Juan, a él) oder das Akkusativpronomen (lo).

Beispiele Dativ (complemento indirecto): (Yo) le doy un libro (a Juan). (Yo) le doy un libro (a él). (Yo) se lo doy (a Juan; a él). Hier ist immer das Dativpronomen (le) vorhanden, während das Dativobjekt selbst (a Juan, a él) weggelassen werden kann, ebenso wie das Personalpronomen des Subjekts.

Ein Dativobjekt oder das Personalpronomen des Subjekts wirkt verstärkend:

Le doy un libro = Ich gebe ihm ein Buch. Yo le doy un libro = ICH gebe ihm ein Buch. Le doy un libro a Juan = Ich gebe JUAN ein Buch.

Das ist jetzt nichts Sonderbares, sondern ohne Personalpronomen oder Dativobjekt ist die sprachlich neutrale Form, solange feststeht wer das Subjekt bzw. das Dativobjekt ist.

Beispiel aus der Werbung:

No soy tonto = Ich bin nicht dumm/blöd. Wertfrei.

Yo no soy tonto (Media-Markt-Werbung Spanien) = Ich bin doch nicht blöd. (Media-Markt-Werbung Deutschland). Durch das Personalpronomen ist der Satz gewertet, ähnlich der Worteinschübe (hier: doch) im Deutschen.

Beispiel Verwechslungsgefahr:

Estoy con Juan y María. ¿Le doy el libro? - ¿A quién? - ¡A Juan! Hier wusste man zwar, dass "le" für die 3. Person Singular steht, aber da es 2 Personen gab, auf die dies zutraf, bestand eine Verwechslungsgefahr. Hier wäre: ¿Le doy el libro a Juan? keine Verstärkung im wertenden Sinne. Ohne diese Verwechslungsgefahr schon: ¿Le doy el libro a Juan? - Sí, ¿por qué lo dices así? ¿No te gusta Juan?

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