Frage von Gina20002, 57

Wie vertrauen zum Pferd aufbauen?

Wenn man sich ein eigenes Pferd kauft kennt man ja einander noch nicht so und kann sich noch nicht so richtig vertrauen und die frage wäre wie kann man das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter verbessern oder aufbauen. Und was würdet ihr in den ersten paar tagen oder Wochen alles mit eurem neu gekauften pferd machen ?

Expertenantwort
von WinniePou23, Community-Experte für reiten, 49

Huhu,

ein sicherer, konsequenter Umgang mit dem Pferd mit gesundem Pferdeverstand. Das ist das, was Vertrauen bringt. 

Um Vertrauen zu stärken, müssen Pferd und Mensch sich vollkommen kennen lernen in allen Situationen. Das Pferd muss neben sich einzuschätzen, genauso wie du das Pferd kennen und lesen lernen musst. Dafür ist anfangs neben dem Basisumgang die Arbeit vom Boden genauso wichtig, wie zu späteren Zeiten. 

In den ersten Wochen und auch in den weiten Jahren, sollte man als Mensch immer bemüht sein, sein Pferd so gut wie möglich kennen zu lernen und sich kennen lernen zu lassen. Kennt das Pferd einen als sicher Führungsperson kennen, wird es Vertrauen.

Leckerlies oder putzen sichern einem zwar die Aufmerksamkeit in dem Moment und können für das Pferd ein positives Feedback sein, aber Vertrauen bringt das nicht. 

Vertrauen ergibt sich aus gegenseitigem Respekt, Konsequenz, Einschätzbarkeit, Sicherheit, genauen Kennen und Zeit.

Liebe Grüße

Antwort
von travel1bams, 32

Hallo :)
Vertrauen verdient man sich. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist dir wohl klar. Durch richtigen Umgang, sprich: immer fair, konsequent, gewaltfrei, legst du eine gute Basis. Wichtig dabei ist, dass das IMMER der Fall ist. Das Pferd nimmt dich jederzeit wahr und achtet auf dich, bzw. deine Handlungen. Das beginnt schon beim Hallo sagen und geht weiter beim Führen. Manche vergessen das leider immer wieder gerne, aber deinem Pferd ist nicht klar, ob du Signale bewusst (also beim Reiten bewusst eingesetze Hilfen,etc.) oder unbewusst beim Führen, etc. durch falsche Körpersprache gibst.

Meiner Meinung nach beginnt man am Boden. Also nachdem du deinem Pferd ein, zwei, drei Tage Zeit gegeben hast, sich einzuleben und ihm eventuell auch schon mal seine neue Umgebung gezeigt hast, würde ich mit den grundlegenden Dingen anfangen: richtiges Führen - du läufst zwischen Kopf und Schulter des Pferdes, Pferd drängelt nicht, schubst dich nicht und kommt nicht "in deinen Bereich", Pferd hält an, wenn du anhälst, Pferd läuft weiter, wenn du weiterläufst, und und und. Das muss nicht immer langweilig geradeaus laufen sein, Bahnfiguren sind auch super.
Danach einfach versuchen, das Pferd besser kennenzulernen. Also wie verhält es sich beim Putzen, hat es Stellen, an denen es gerne gekrault wird oder ist er irgendwo empfindlich?

Auf meinen Dicken hab ich mich erst etwa drei Monate, nachdem ich ihn gekauft habe, draufgesetzt. (Lag aber auch daran, dass er kurzzeitig Schulpferd war und das absolut nicht sein Ding war, sondern eben ein "Ein-Frau-Pferd" ist.) Davor ausschließlich Bodenarbeit. Meine Trainerin sagt immer, wenn das Pferd dich nicht vom Boden aus nicht respektiert, macht es das im Sattel erst recht nicht. Meiner Meinung nach hat sie damit vollkommen recht.
Nach ner Zeit kann man sich dann auch mal an einen Spaziergang wagen - am Anfang würde ich das nie ohne sicheres Begleitpferd, das dein Pferd auch kennt, machen.

Ansonsten einfach Zeit mit ihm verbringen. Je nachdem wie er gehalten wird, einfach mal mit ein bisschen Abstand dazustellen und ihn beobachten. Mal so, dass er dich sieht, mal so, dass er dich nicht sieht. So kannst du beobachten, wie er sich verhält, wie er zu Artgenossen ist, wie ranghoch er in der Herde ist, wie er frisst, ob er gerne auf der Weide rennt oder sich hinlegt und wälzt. Während du so stehst, dass er dich sieht, kann er sich auch an dich gewöhnen, bzw. an deine Anwesenheit.

Alles andere bringt die Zeit und der richtige Umgang. Gemeinsame Erfolge (dabei rede ich nicht von Tuniersiegen, ich bezweifel, dass es dem Pferd bewusst ist, wenn es gewinnt) schweißen auch zusammen. Dabei immer klein anfangen, niemals zu viel vom Pferd erwarten und wenn das Pferd dir zeigt, dass es etwas nicht versteht, überdenke DEINE Hilfen und suche nach passenden Lösungen für DEIN Pferd.

Kommentar von Gina20002 ,

Danke für deine ausführliche Antwort das hat mir sehr geholfen

Antwort
von FelixFoxx, 32

Vertrauen entsteht durch Dein Verhalten rund um den Umgang mit dem Pferd. Sei immer liebevoll konsequent und ein guter Herdenführer. Unterstützen kannst Du das mit viel Bodenarbeit.

Als ich meinen Felix im Dezember 1999 dreieinhalbjährig roh bekam, habe ich die ersten Tage nur ein wenig geputzt und ihm den Stall gezeigt, er musste ja erst einmal seine neue Umgebung und die anderen Pferde kennen lernen. Dann kamen die ersten Spaziergänge und ein wenig Erziehung. Da der Platz an diesem Stall im Winter kaum zum Longieren geeignet war, habe ich mit der Ausbildung erst im Frühjahr angefangen, im August war er dann fertig eingefahren. 

Antwort
von hupsipu, 53

Die beste Art, Vertrauen aufzubauen, ist immernoch normaler, verlässlicher, fairer Umgang. Ich finde dieses momentan verbreitete "erstmal 3 Monate Vertrauen aufbauen und dann läuft alles wie geschmiert" ziemlich schräg, "Vertrauen" ist doch keine isolierte Fähigkeit...

Lass das Pferd am neuen Stall und in der neuen Herde ankommen und dann sei einfach sein Partner. In allem was Du tust, egal ob im Sattel oder am Boden. Klar wechselt man ab zwischen Bodenarbeit, Arbeit im Sattel, Geländebummeln, Longieren usw., aber alles davon bringt euch gegenseitiges Vertrauen und verbessert eure Beziehung.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 28

Vertrauen bringt nur die Zeit..... Korrektes und konsequentes Verhalten im Umgang mit dem Pferd, stellt einen großen Teil im Punkt Vertrauen dar.

Was du mit dem Pferd machen sollstest. Lass es sich in ruhe eingewöhnen und beschäftige dich mit dem Tier. Zeige ihm seine neue Umgebung und lerne es langsam kennen.

Antwort
von Michel2015, 27

Ihr unterliegt alle und immer wieder dem gleichen Irrtum. Vertrauen verdient man sich. Vertrauen ist ein Nebenproduckt der täglichen, konsequenten und stabilen Arbeit mit Pferden. Nur wer das vermag, bekommt auch Vertrauen geschenkt (bei Menschen ist das allerdings auch so). Pferde sind extrem ehrlich, was sie von sich geben ist was sie fühlen. Alles andere wie das ewige vertüddeln mit Leckerlies und das ständige Spazierengehen ist Pferde vermenschlichen und das ist wiederum extrem unpferdisch und vor allem nicht Artgerecht und fällt somit unter das Thema artgerechte Haltung. Viele der immer wieder zitierten Vertrauensübungen führen zu neuen Folgefragen: „Mein Pferd hat kein Respekt vor mir“. Also arbeite mit dem Pferd, egal was, aber arbeite mit ihm. Ich betone bewusst das Verb Arbeiten, denn das bedeutet Mühe und ohne Mühe keinen Ertrag!

Antwort
von Dreamgirl90, 57

Putzen, spazieren gehen, Leckerli geben, Bodenarbeit etc..

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