Frage von Rosenblad, 60

Wie versucht ein Buddhist das geistige Prinzip und den geistigen "Innenzustand" des paññā zu erreichen und wie erlebt und erfährt er diesen Zustand?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 37

Ich bin Buddhist und werde versuchen, meine Sichtweise zu erläutern.

Aus meiner Sicht ist "Weisheit" (panna/prajna/hannya) eine universelle Eigenschaft und nichts intellektuelles, das auf den Geist eines einzelnen Individuums reduziert werden kann. Es ist also keine "Bücherweisheit" die man sich zusammenliest, oder ähnliches.

Weisheit verwirklicht man durch die Praxis der Meditation. Es ist die Erfahrung der Leerheit, dass kein Ding ein festes Wesen hat.

Wir sagen "Die Frau ist schön, das Essen ist lecker und das Auto phantastisch", ganz so, als wären das unumstößliche Fakten.

Ein anderer Mensch findet allerdings die gleiche Frau unattraktiv, das Essen ungenießbar und Autos allgemein belanglos. Wer hat nun Recht?

Erfahrung der Weisheit

Die "Weisheit" liegt in der Erfahrung des Erkennens: Die Frau ist weder "schön" noch "hässlich" und das Essen weder "wohlschmeckend" noch "ungenießbar" - diese Eigenschaften sind leer, sie existieren nur aufgrund unserer Bewertungen.

Mein Lehrer sagte, wir "verdinglichen" in der Sprache immer sehr stark - wir schaffen "Fakten", wo eigentlich gar keine sind, sondern nur Wahrnehmungen, die wir dann durch Begriffe verdichten.

Wir sagen "Geist" und "Buddha"....doch in Wirklichkeit sind das leere Begriffe, die wir mit unseren eigenen Denkmustern füllen.

Die "Erfahrung der Weisheit" ist es, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sind  - unbewertet, leer, eine Projektionsfläche unseres Geistes. Diese Erfahrung macht man am ehesten in der Meditation

Weisheit und Mitgefühl

Wer nur auf Weisheit aus ist und die Leerheit der Dinge erfährt, kann in Gefahr geraten, gleichgültig gegenüber dem Leiden zu werden.

Deshalb ist die Entwicklung von Mitgefühl ebenfalls notwendig.

Anhängern des Zen-Buddhismus wird gelegentlich vorgeworfen, ihre Meditationspraxis sei nur auf das Erlangen von Weisheit ausgerichtet, das Mitgefühl komme dabei zu kurz.

Doch Mitgefühl ohne Weisheit ist seinerseits gefährlich...man versucht die ganze Welt zu retten, verfällt in hektischen Aktionismus - und verzettelt sich letztlich in seinen geistigen Vorstellungen von "Hilfe", "Barmherzigkeit" und "Mitgefühl".

Wichtig ist deshalb nicht nur "tätiges Mitgefühl", sondern vor allem eine "mitfühlende Geisteshaltung" bei der eigenen Praxis.

Wenn ich Sitzmeditation mit dem Vorsatz übe "ich will erleuchtet werden" - dann mangelt es mir nicht nur an Weisheit, da ich mich an einem Begriff wie "erleuchtet" festklammere, sondern auch an Mitgefühl für das Leiden Anderer.

Übe ich Sitzmeditation ohne Zielsetzung, jedoch mit dem tief empfundenen Wunsch, alle möglicherweise entstehenden Verdienste und positiven Entwicklungen mögen das Leiden anderer Wesen lindern - dann sieht die äußere Haltung der Meditation gleich aus - die geistige Haltung ist jedoch eine völlig andere.

Weg zu Weisheit und Mitgefühl

Der Weg führt über die Praxis der vier edlen Wahrheiten und des edlen achtfachen Pfads - also die Praxis der Meditation, verbunden mit Achtsamkeit im Denken und Handeln.

Ich hoffe, diese Erklärungen waren ein wenig hilfreich für dich.

Kommentar von Rosenblad ,

Die Fragestellung war wohl falsch gewählt - mir ging es darum wie es der einzelne von Euch erfährt und beschreiben kann - auch die Koans z.B. verwenden ja eine semantische "Optik" zur Beschreibung von etwas das nicht leicht zu beschreiben ist - der Mathematiker und der Physiker haben es da leichter, sie haben die Welt der Zahlen und Differentiale (aber brauchen - z.B. zur Beschreibung von Quantenzuständen ebenfalls - "seltsame" - Begriffe).

Kommentar von Rosenblad ,

Eine Frage noch nachgereich " Enzylexikon" - was ist für Dich Achtsamkeit ganz konkret im Alltag resp. wie handhabst Du das, denn das erfordert Gleichmut, Gelassenheit und innere Ruhe in das das "psychische Treiben" zu bringen - eine Attentivität außerhalb einer Meditation im Lärm des Lebens ist ja die Schwierigkeit.

Kommentar von Enzylexikon ,

mir ging es darum wie es der einzelne von Euch erfährt und beschreiben kann

Buddhistische Praxis ist einfach, sich ganz und gar der Tätigkeit zu widmen, so dass keine Trennung zwischen Handelndem und Handlung besteht. Keine Bewertung, keine Anstrengung.

was ist für Dich Achtsamkeit ganz konkret im Alltag

Achtsamkeit bedeutet für mich, nicht in Automatismen zu verfallen, oder ein Opfer von Alltagstrance zu werden. Beides sind Zeichen für einen Mangel an Achtsamkeit.

Mir wird bewusst, dass ich unachtsam bin, wenn ich zB zur Computermaus greifen will und daneben greife, oder einen Schluck Tee nehmen will und feststelle, dass die Tasse schon leer ist.

Dann wird mir bewusst, das meine Handlung unbewusst erfolgte.

Andere Gelegenheiten, an denen mir meine mangelnde Achtsamkeit bewusst wird ist, wenn ich zB anfange Notizen nicht mehr zu finden, obwohl ich immer alles sortiert habe.

Es gibt Situationen im Alltag, gerade wenn viele Dinge gleichzeitig geschehen, da droht nun alles chaotisch und unübersichtlich zu werden....dann klingelt auch noch das Telefon...

STOP!

Augen schließen, Schultern fallen lassen....Einatmen....Ausatmen.... wahrnehmen...atmen...wahrnehmen...

ich bin hier...sitze hier...spüre das Gefühl, am Leben zu sein...im Leben zu sein...einatmen...ausatmen.....

Dann kann es weitergehen. :-)

Das sind aber keine Affirmationen die ich spreche, sondern lediglich Empfindungen, die ich habe - Ich sitze, atme - und spüre dadurch, dass ich Hier und Jetzt am Leben bin.

Ich bin nicht im Geschmack des Kuchenstücks von gestern und auch nicht im Termin für morgen. Ich bin hier und spüre, dass ich am Leben bin. Hier und Jetzt.

Einfach dadurch, dass man die Achtsamkeit wieder auf den Atem lenkt, kann man Aussteigen aus dem Hamsterrad der Gedanken und wieder achtsam in den Moment zurückkehren.

Zoketsu Norman Fischer, ein amerikanischer Zen-Lehrer beschrieb den Zustand des Zazen, der Meditation auf eine Weise, die sich im Deutschen nicht so schön wiedergeben lässt.

"We are just sitting...with the feeling of being alive. Feeling the feeling of being alive...."

Die bewusste Rückkehr zur aufrechten, entspannten Haltung, zum bewussten Atmen, bringt einen wieder in den Moment.

Es gibt sogar so genannte "Achtsamkeits-Timer" oder "Mindfulness clocks", die entweder willkürlich, oder in bestimmten Zeitabständen, einen leisen Glockenton von sich geben, der einen an dieses "Innehalten" erinnern soll.

Ich persönlich mag das nicht, da es mich zu sehr an pawlowsche Konditionierung erinnert und die scheinbare Achtsamkeit auch zu einer Art antrainiertem Reflex werden könnte.

Manchmal geht das natürlich nicht...in der Stoßzeit im Büro kann man vielleicht nicht einmal auf die Toilette gehen, geschweige denn, mal eben die Augen zu schließen......dann stürzt man sich eben in den Trubel...die hektische Aktivität....man geht völlig in der Handlung auf.

Anschließend wird man schon einen Moment finden - zum einatmen und ausatmen.

Wichtig ist, dabei nichts erzwingen zu wollen.

Unser ganzes Leben ist auf Leistung ausgerichtet und sei es auch nur die Leistung, pünktlich zum Essen zu Hause zu sein.

Wenn wir jetzt versuchen würden, mit dieser kleinen Achtsamkeitsübung etwas "abstellen" zu wollen, würde das nur zu noch mehr Anspannung und Druck führen.

Man merkt es zB wenn man die bewussten Atemzüge machen will,. um sich wieder zu zentrieren und feststellt "uh, ziemlich flache, gepresste Atmung, muss ja ordentlich gestresst sein..."

und...das ist okay!

Ein kurzer Atemzug ist so gut wie ein langer und ein langer ist so gut wie ein kurzer. Keine Anstrengung, keine Bewertung.

Wer jetzt meint, in dem ganzen Stress jetzt noch großes Pranayama-Atem-Yoga abziehen zu können...Respekt, aber für mich ist das nichts.

Ich folge dann doch eher der Zen-Empfehlung "Lasse lange Atemzüge lang und kurze kurz sein" anstatt Körper und Geist zu etwas zu zwingen.

Ich hoffe, das war wenigstens etwas hilfreich.

Kommentar von Rosenblad ,

Vielen Dank für die Einblicke. Meine Versuche vor fast 20 Jahren über die Meditation einen „Zugang“ zu bekommen funktionierten nicht – erst Jahre später, als ich dieses Rendering aufgegeben hatte gelang es mir plötzlich einen gänzlich neuen Zugang zu bekommen: Die Kōans wurden gleichsam in meine Gefühle getaucht und am Ausgang stand das „Lassen“. Dieses "Lassen wurden gleichsam zu einem Brennglas das mir nicht nur, wie es Rilke einmal beschrieb, mich vor dem Abschied stehen lässt, sondern dieses Leben in einen solchen Satz beschreibbar macht: „Es weht ein lauer Wind am Abend und am Himmel leuchten die Sterne“ - genauso gut könnte ich eine solche Intrinsitätsverfassung in einem Klavierstück von Federico Mompou erkennen oder in einem Laubblatt das vom Ahorn fällt und sich zum letzten Tanz wie wild in der Luft dreht.

Die Korridore die wir betreten und die Türen durch die wir eintreten sind aber mit Sicherheit verschieden – präsumtiv dürfte eine Amodalität der Schlüssel sein um diese Türen zu öffnen.

Genau betrachtet müsste meine Transkription eigentlich statt ZEN wohl eher sā heißen - aber um das Chinesische fehlt mir das Wissen in Gänze.

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache, diese Achtsamkeit-Übungen durch das Atmen finde ich persönlich sehr angenehm, so etwas wie ein Mini-Zazen.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von Dukkhanirodha, 7

Lieber Rosenblad,

vielen Dank für deine Frage. Ich würde mich freuen mit folgender Antwort behilflich sein zu können, selbst wenn nur ein wenig. Meine Antwort beruht dabei auf Lehrinhalten der frühbuddhistischen Tradition des Theravada-Buddhismus. Dazu zur Begriffserläuterung von "panya" zu Beginn ein Auszug aus dem buddhistischen Wörterbuch vom ehrenwerten Nyanatiloka. Darauf folgt ein kleiner Auszug aus dem Satipatthana-Sutta aus dem Palikanon um die Methode für das Hervorbringen von Panya in Relief zu werfen. In diesem wird auch der Zustand des Panya bzw. der Frucht des Panya, der Befreiung kurz angerissen. Vor diesem Auszug erst meine Zusammenfassung, als Verdeutlichung dann die Passage. Zum Schluss reiße ich noch kurz die Problematik der korrekten Einschätzung von der Tiefe des für Befreiung nötigen Verständnisses (Panya auf atomare Ebene?). Ich garantiere dabei keine Fehlerfreiheit in meiner Interpretation und bitte um Entschuldigung, wenn dies der Fall sein sollte. Ich hoffe auch, dass der Text gut leserlich und nicht zu lang angesetzt ist. Die zitierten Textpassagen sind in Kursivschrift.




Begriffserklärung des Panya:


"Erkennen, Einsicht, Wissen, Weisheit', umfaßt ein außerordentlich weites Gebiet.


Das zum achtfachen Erlösungspfade (siehe magga) gehörende spezifisch buddhistische Wissen aber ist, kurz gesagt, das Hellblickwissen (vipassanā-paññā), d.i. die den Eintritt in die vier Stufen der Heiligkeit (siehe ariya-puggala) vorbereitende und bewirkende Durchschauung aller Daseinsgebilde als vergänglich, elend und unpersönlich (über diese 3 Merkmale siehe tilakkhana).

Hinsichtlich seiner Entstehung werden drei Arten des Wissens unterschieden:

1.Auf Nachdenken beruhendes Wissen (cintā-mayā paññā),

2. auf Lernen beruhendes Wissen (suta-mayā paññā),
3.auf Geistesentfaltung beruhendes Wissen (bhāvanā-mayā paññā)« (D 33).

1.Auf Nachdenken beruhend' (cintā-mayā) ist dasjenige Wissen, das man, ohne es von Anderen gehört zu haben, durch eigenes Nachdenken zustande gebracht hat.
2. Auf Lernen beruhend' (suta-mayā) ist dasjenige Wissen, das durch Hören von Anderen erlangt wurde, dadurch also daß es durch Erlernung zustande gekommen ist
3. Auf Geistesentfaltung beruhend' (bhāvanā-mayā) ist dasjenige Wissen, das auf diese oder jene Weise durch Geistesentfaltung zustande gekommen istund den Grad der vollen Sammlung erreicht hat.
(Vis.XIV).

Das mit den 4 edlen Pfad- und Fruchtmomenten verbundene Wissen bezeichnet man als überweltlich' (siehe lokuttara), alles übrige gilt als ‘weltlich' (siehe lokiya). Alles Weitere siehe bala, sikkhā, vipassanā; visuddhi VI."



Methode zur verwirklichung des überweltlichen Panya

Die Möglichkeit um die überweltlichen Stufen der Heiligkeit zu erreichen, besteht darin, die Erinnerung (1), welche auf das Hervorbringen oben bereits angedeuteter Sichtweise oder eines Bewusstsein (2) der vergänglichen Natur (3) existierender Phänomene gerichtet werden muss, hervorzubringen (untere Textpassage verdeutlicht dies anhad der Körperbetrachtung). Dies muss in einer ununterbrochenen Weise (eifrig) und einem Geisteszustand, der frei von Verlangen und Abneigung hinsichtlich der Welt ist passieren. An vielen Stellen aus dem Palikanon geht eindeutig hervor, dass so ein Geisteszustand der Übung, in erwähnter eifriger Weise, erlangt werden kann durch das Hören entsprechender Lehren (e.g. die Lehre des Buddha) und die dadurch erzeugten geistigen Prozesse (4) und durch ein rechtes Verweilen an abgelegenen Orten (wenn man dafür reif ist). Rechter Umgang und korrekte und ausgeglichene energische Praxis also vereinfacht als Grundpfeiler.

(1) ("sati" in Pali und vorzustellen als eine Form des Willens, siehe dazu die Eingliederung von "sati" unter den Willensformationen des Abhidhamma
(2) Panya wurde an anderer Stelle in Verbindung mit einem wissenden, die Bedingungen der Existenz kennendem (sehendem) Bewusstsein gebracht,
daher die Wiedergabe mit "Sichtweise und Bewusstsein".
(3) vergänglich und daher auch im letzten Sinne unbefriedigend und nicht zu einem Selbst gehörend oder ein Selbst seiend)
(4) Geräusche, Wörter, die einen sich erinnern lassen, in korrekter Weise
versuchen zu sehen, seinen Willen auf das Erzeugen eines bestimmten
Bewusstseins zu lenken

Im Folgenden eine Textpassage aus dem "Satipatthana-Sutta" an die oben gegebene Erklärung teilweise angelehnt ist:

"Ihr Bhikkhus, da verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen
Körper betrachtet, eifrig, wissensklar (u.a. als Erkennen der Vergänglichkeit etc. vom Kommentar erklärt) und mit sati, nachdem er Habgier und Trauer gegenüber der Welt beseitigt hat."

"Auf diese Weise verweilt er, indem er den Körper innerlich...äußerlich... sowohl innerlich als auch äußerlich als einen Körper betrachtet. Er betrachtet
die Natur des Entstehens... des Vergehens... von beidem, des Entstehens
und Vergehens. Sati das dort ein Körper ist, ist in ihm etabliert,
in einem Maße, das für bares Wissen und beständiges Sati aureichend ist. Und er verweilt unabhängig, nicht an irgendetwas in der Welt anhaftend"

Wie tief ein solches Erkennen gehen muss (in oberem Beispiel der Körperlichkeit; auch ein Erkennen anhand unserer Gefühle, unserer Geistes und von Dhammas (z.B. der fünf Hemmungen oder der vier edlen Wahrheiten) ist möglich), um für befreiendes Wissen auszureichen ist eine Kontroverse, die nicht wenig komplex ist. Der Abhidhamma der Theravada-Tradition scheint ein Erkennen auf extrem subtiler Ebene (atomarer) zu lehren, wie sich dies auch in modernen Lehrmeinungen (wie z.B. in der des Pa Auk Sayadaw, der sich strikt am Abhidhamma und den antiken Kommentaren orientiert), widerspiegelt. Andere, weniger Traditionstreue Lehrer sind der Ansicht, es sei für die Befreiung ausreichend, ein weniger tiefgehendes Erkennen, ein weniger tiefgehendes Panya zu erzeugen.

Es gibt Gelehrte, die meinen, der Abhidhamma könne auf den Buddha oder einen seiner direkten Schüler (dies ist auch die traditionelle Meinung) zurückverfolgt werden (z.B. B. C. Law "The Life and Work of Buddhaghosa"), aber die Masse jener scheint der Meinung, dass es lediglich alte, eventuell direkt auf den Buddha zurückzuführende Elemente beinhaltet. Frühe, eventuell kurz nach seinem Tode und vielleicht noch von direkten Schülern (teilweise vom Buddha hochgelobt in ihrer Auslegung der Lehre) herausgearbeitete Teile seien bis zu einem gewissen Gad zu erkennen. Ein Prozess der Herausarbeitung und Interpretation der sich wohl über die Zeit einiger Jahrhunderte (eventuell um die 2,5 - 3,0 Jahrhunderte) ausstreckte. Wenn diese Texte wahre Gegebenheiten widersspiegeln, dann muss wohl ein Erkennen auf atomarer Ebene stattfinden um Befreiung zu erlangen, falls diese Texte falsche Interpretationen sind (wenn überhaupt, dann sicherlich nicht auf allen Ebenen), dann eventuell auf einer weniger tiefen Stufe.

Um diese Frage zufriedenstellend beantworten zu können (eventuell),
bleibt wohl nur die Praxis bis zur eigenen Erkenntnis mit einhergehender
historischer Überprüfung der Quellentexte.


Herzlichst
Dukhanirodha
















Kommentar von Rosenblad ,

Vielen Dank Ehrwürdiger!

Antwort
von eleteroj, 31

hallo Rosenblad, ich denke, paññā, Gnosis, als Einheit von Information und wahrnehmendem Subjekt, kann nicht mit sprachlichen Konzepten erfasst werden.

Die praxis-orientierten Buddha-Schulen vermeiden es daher, ÜBER derlei Dinge zu räsonieren, sie halten sich an das Schweigen des Buddha, und beschreiben 'nur' die methodischen Übungsschritte, im Theravada zb Satipatthana, im Chan (Zen) Shikantaza - das Nur Sitzen, in Tibet Maha-Mudra oder Dzogchen.

paññā - das ist die Dimension jenseits des Tractatus Logico-Philosophicus:

7. Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen.

Kommentar von Rosenblad ,

Nein aber man kann es fühlen und über Gefühle kann man sprechen oder man kan sie beschreiben - Tschan oder Chan kann ich z.B. in einem solchen Satz zu beschreiben: "Der Wunderbaum hat seine Blätter verloren" und in den gefallen Blätter sehe ich, fühle ich etwas von diesem Leben, von diesem Dasein, das die Immanenz, Transzendenz, Dependenz von Religion für Momente bei Seite schiebt hin zu einer Koinzidenz. Das sind Worte, aber mit zu Grunde liegenden Erleben. Letztlich aber bleiben das nur Momente, das Leben ist doch wieder da - die "nahtlose Pagode" bleibt eine Pagode - einen Ort der wirklichen Stille gibt es nie, wie ein Koan es formuliert - nur ein hin-gehen.

Antwort
von Ottavio, 31

Über den 8-fachen Pfad. Googlen !

Kommentar von Rosenblad ,

Der Stein des Weisen hat den Lauf des Wassers verändert - geht so etwas überhaupt?

Kommentar von Ottavio ,

Ich denke, die, die nach mir geantwortet haben, haben mehr Ahnung als ich. So ist das dann wohl.

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