Frage von derdorfbengel 31.12.2011

Wie versorgt man ein Opfer des Komasaufens rettungsdienstlich und anschliessend klinisch?

  • Hilfreichste Antwort von DoktorNoth 31.12.2011
    8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Alkohol ist ein zentral wirksames Nervengift. Frag mich bitte nicht, über welche Transmitter oder Neurorezeptoren das Zeug genau wirkt, aber es dämpft die Hirnfunktionen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Genaueres zur Alkoholvergiftung weiß Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholvergiftung

    Das wichtigste bei der Behandlung der Alkoholvergiftung ist wie immer die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen. Da man sich tatsächlich totsaufen kann, ist das nicht zu unterschätzen. Bereits Bewusstlose sind ja durch die fehlenden Schliuckreflexe und damit deutlich erhöhte Aspirationsgefahr massiv lebensgefährdet, auch ohne, dass der Alkoholpegel selbst tödlich sein muss. Daher gilt: Patiuent überwachen, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, im Extramfall Intubation und Beatmung. Diese Maßnahmen kann schon der Rettungsdienst durchführen. In der Klinik wird i.d.R. so weiter gemacht, bei extrem hohen Blutalkoholspiegeln hätte man hier noch die Möglichkeit der Dialyse zur Entgiftung, aber da muss es dann schon extrem sein. Ganz wichtig ist, bei Alkoholvergifteten auf den Blutzucker zu achten, da die Leber massiv überfordert ist und die Zuckerregulation mal schnell ausfällt, Hypoglykämien sind die gefährliche Folge. Durch Fehlregulation des Gefäßtonus kann auch eine Schockbekämpfung, z.B. mit Katecholaminen, nötig sein.

    Quatsch ist ein Entgiftungsversuch durch Magen auspumpen - schließlich ist das Gift bereits in der Blutbahn und nicht mehr im Magen. Ausnahme kann sein, wenn kurz vor dem Kollaps noch große Mengen konsumiert wurden, aber eine Magenspülung hat nur innerhalb einer halben Stunde Sinn.

  • Antwort von baertl 01.01.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Der absolut korrekten Antwort von DoktorNoth sei noch hinzuzufügen, dass auch der Temperaturverlust durch das Weitstellen der Gefäße beim massiven Alkoholkonsum beschleunigt wird und durch Alkohol andere Erkrankungen/Verletzungen sowohl ausgelöst als auch kaschiert werden können (z.B. Kopfverletzungen bei Sturz).

    Rettungsdienstliche/klinische Maßnahmen beinhalten deshalb auch den Wärmeerhalt bzw. die Erwärmung und die genaue Untersuchung von zusätzlichen Ursachen bzw. Begleitverletzungen.

  • Antwort von Taddhaeus 31.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Zur Bewusstlosigkeit kommt's, weil sich die Gefässe weiten und der Blutdruck abfällt. Ausserdem fällt der Reflex weg, dass das Blut "höher" gepumpt wird, wenn man z.B. vom Sitzen aufsteht.

  • Antwort von altermann58 31.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Alkohol ist ein Gift und lähmt u. a. die Atmung... Maßnahmen: Entgiften (Magen auspumpen), Blutverdünnen (Infusion)

  • Antwort von Terrorpinguin 31.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    So wie jedes andere Opfer, das den Rettungsdienst benötigt, auch.

    Allerdings werden solche Patienten immer hintenan gestellt, wenn es darum geht, unverschuldet in Not geratene Menschen zu retten.

  • Antwort von asystolie 01.03.2012

    Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen des Opfers

  • Antwort von jakkily 31.12.2011

    Also, als Ersthelfer sollte man die Person in die stabile Seitenlage bringen, denn es kann zum Erbrechen kommen, wo man bei falscher Lagerung dran ersticken kann, deshalb die stabile Seitenlage.

    In der Klinik gibt es dann ne Infusion, ich glaube mit Kochsalz. Ferner noch wird Blut abgenommen. So war es zumindest bei mir, wo ich ne Medikamentenvergiftung hatte, aber ich kann mir vorstellen, das bei einer Alkoholvergiftung ähnlich vorgegangen wird.

    Wie es jetzt zur Bewusstlosigkeit kommt, kann ich aufgrund von Ahnungslosigkeit nicht sagen.

    So viel von mir dazu...

    lg,. jakkily

  • Antwort von blacklady188 31.12.2011

    -man sollte dem Betroffenen beruhigend zureden -dem Betroffenen Zuckerhaltiges zu trinken geben -den Betroffenen flach hinlegen (ohne Kopfkissen), möglichst in Seitenlage und den Kopf überstrecken, damit er/sie beim Erbrechen nicht daran erstickt - den Zustand – besonders wenn er/sie schläft – überwachen

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