Frage von fionajpk, 69

Wie verliere ich meine Angst vor dem zunehmen?

Hey c: In letzter Zeit hatte ich große Probleme mit mir selbst und meinen Körper. Anfang des Jahres habe ich meine Ernährung umgestellt um etwas abzunehmen. Anfangs war auch alles gut - ich hab genug und gesund gegessen, Sport gemacht usw. Irgendwann war ich dann aber nie zufrieden und fand ständig etwas auszusetzen etc und nahm weiter ab bis der Arzt mir sagte ich hätte Untergewicht. Nun bin ich dabei zuzunehmen, weil ich selber merke das es mir nicht gut geht, mein Körper Beschwerden zeigt und ich nicht in irgendwas reinrutschen möchte. Ich habe auch schon 2 Kilo zugenommen aber jetzt fängt die Panik an weiter zuzunehmen. Ich fühle mich nach dem Essen ständig schlecht und treibe dann Sport, schaue ständig in den Spiegel um zu sehen wie mein Bauch aussieht und wiege mich jeden Morgen. Ich will einfach mich nicht dauernd schlecht fühlen und Angst haben vor dem Essen. Ich will mich mal wieder richtig gut nach leckeren Essen fühlen und nicht die Kalorien zusammenrechnen. Gibt es da irgendwelche Tipps oder ist es sinnvoll da eine Therapie zu machen? Ich meine ich esse ja und habe etwas zugenommen aber meine Gedanken machen es einfach alles so schwer.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gschyd, 9

Hallo fjonajpk - ausgehend von Deiner Frage "muss ich wirklich zunehmen oder hab ich Normalgewicht ?" habe ich auch Deinep anderen gelesen und erlaube mir Dir hier konsolidiert zu antworten:

Sehr positiv ist, dass Du selbst von Essstörung sprichst, Du bist Dir bewusst, dass sich in Deinem Essverhalten etwas - ins ungesunde - verändert hat und v.a. möchtest Du es ändern - damit ist ein erster Schritt getan - und Du hast auch schon zugenommen, das ist bereits der zweite Schritt :)

Mit 52kg hast Du nun (gerade) ein gesundes Körpergewicht (also Normalgewicht, allerdings noch ganz an der unteren Grenze).

  • = Dein Gewicht entspricht bezogen auf Dein Alter (wird bei u18 auch berücksichtigt), Dein Geschlecht und Deine Grösse dem Durchschnitt.
  • Du bist mit 1.71 ja eher unter den Grösseren Deiner Altersgenossen und darfst nicht nur, sondern solltest entsprechend auch etwas schwerer
    sein (nimm das als Argument gegen das "schlechte Gefühl")

Was mich insbesondere "hellhörig" macht ist

  • Deine Gewichtsangabe mit Kommastelle,
  • dass Du Dein Essen abzuwiegst resp.abmisst
  • und dass Du in den letzten 6 Monaten 8kg abgenommen hast
    (also 13% von 60kg, das absolut gesundes Normalgewicht ist, genau im Durchschnitt)
    13% sind viel und Du bist noch in der Pubertät, Dein Körper noch in der Entwicklung.

Du darfst ruhig und solltest auch wieder das eine od. andere Kilo zunehmen.

Die Essstörung entwickelte sich ja auch über einige Zeit - leider wird sie auch nicht über Nacht verschwinden - versuch einfach kleine Änderungen - also Schritt für Schritt -Tag für Tag

  • Iss zum Salat oder auch mal zu einer Frucht zusätzlich eine Scheibe
    Vollkornbrot
  • Trink auch verdünnte Fruchtsäfte oder auch Getreidedrinks anstelle nur reinem Wasser, süss auch mal den Tee :)
  • Zähl (um Gottes willen :) keine Beeren mehr an - versuch die Lebensmittel generell nicht mehr zu wiegen / abzumessen.
  • Gönn Dir auch mal eine grosse Kartoffel - und sag Deinem "schlechten Gefühl" ganz selbstbewusst "ICH DARF DAS" ;)
  • Versuch Dich nicht täglich zu wiegen
  • Häng über den/die Spiegel in dem der ganzen Körper zu sehen ist ein Tuch :)

(Ich hoffe, ich habe hier jetzt nicht was total Falsches aufgezählt - denn ich bin keine Fachperson) - von daher, wenn sich was für Dich nicht richtig anfühlt nicht machen resp. mit einer Fachperson besprechen :)

Eine vegane Ernährung benötigt einiges Wissen, um alle benötigten Mineralstoffe/Spurenelemente und Vitalstoffe (zB B12) in ausreichender Menge zu sich zu nehmen - dessen bist Du Dir ja bewusst, das ist sehr gut.

  • Eine gesunde, ausgewogene & abwechslungsreiche Ernährung (egal ob omnivor, flexi-/vegetarisch oder vegan) hat ein ausgewogenes Verhältnis der drei Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiss)

Soweit ich sah, hast Du nicht erwähnt inwieweit Deine Eltern von Deinen Gefühlen und Ängsten wissen.
Falls Ihr es noch nicht tatet - sprich bitte mit Ihnen darüber - sie werden es eh bemerkt haben und Dich sicherlich unterstützen.
Wenn sie es wissen könnt Ihr allenfalls etwas gemeinsam vereinbaren, dass Dir hilft aus Deinem jetzigen Verhalten rauszukommen.
Da Du eine Therapie bereits selbst in Betracht ziehst lege ich es Dir ans Herz - Du hast noch einen guten Bezug zur Realität und das hilft sicherlich sehr :)

Sei stolz auf Dich und Deinen Körper - konzentrier Dich auf das, was Dir an ihm gefällt (auch Augen, Mund, Haare zählen dazu :)

Ich glaube an die (innere) Stärke eines jeden Menschen - glaub Du auch an Dich :)

Kommentar von gschyd ,

Sorry, Deine Frage "Kontra, Überzeugung?" vorher übersehen

M.E. ist es wichtig - wie Du auch selbst sagst - zwischen veganer (gesunder) Ernährung und Deiner Essstörung zu unterscheiden

  • also nicht über die Ernährung an sich also WAS Du isst (solange das ausgewogen & abwechslungsreich ist)
  • sondern über Dein Verhalten, WIE Du isst (abwiegen/-messen, täglich wiegen, schlechtes Gefühl nach dem Essen ...) zu sprechen

Sag Ihnen auch offen, dass Dich ihre Sprüche verletzen und Du Dir vielmehr ihre Unterstützung wünscht, auch wenn resp. obwohl sie sich anders ernähren - versuch ihre Ernährung nicht zu werten resp. Deine als besser anzusehen, sondern einfach als anders (damit hast Du schon weniger Konfliktpotential)

Wenn Du noch was wissen, fragen möchtest - ungeniert tun - Du aknnst mich jederzeit auch anschreiben.

Kommentar von gschyd ,

Herzlichen Dank für den Stern :)

Antwort
von Jersinia, 37

Das klingt nach einer Erkrankung, die nennt sich

Anorexia nervosa.

Dafür musst du dich nicht schämen. Es kann sein, dass Du für die Heilung die Hilfe von einem Fachmann brauchst. Das ist ok.

Bitte suche dir Hilfe, damit es nicht noch schlimmer wird.

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