Frage von chris20010 02.04.2011

wie verläuft eigendlich eine mündliche prüfung?

  • Antwort von Gruenlilie 02.04.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Also eine mündliche Prüfung ist gar nicht so schlimm, wie du dir das vielleicht vorstellst.

    Die Dauer: das hängt von der Prüfung ab und sollte eigentlich vorher bekannt sein. Wenn nicht, würde ich  mit etwa 15 Minuten rechnen.

    Schüchtern: Kennst du die Prüfer? Dann ist das doch schon mal leichter. Wenn nicht, macht auch nichts. Die haben ständig Prüfungen, die wissen, wenn jemand schüchtern ist und können damit umgehen, dir auch ein wenig die Angst zu nehmen.

    Wenn du nichts mehr weißt, weil du einen "blackout" hast, dann kannst du das ruhig sagen: "Moment, mir fällt gerade gar nichts mehr ein!" Oder "Ich bin total nervös."  Die kennen das.

    Hast du gelernt? Dann wird das auch gut gehen. Wiederhole vorher nochmal die Kernpunkte. Dann wird das schon.

    Heute vielleicht nochmal die wichtigsten Punkte stichwortartig auf eine Karteikarte oder Blatt schreiben und vor dem Schlafen gehen nochmal lesen. Dann morgen vormittag durchlesen, die wichtigsten Punkte aus dem Gedächtnis wiederholen und dann am Nachmittag nochmal. Die Stichpunkte dann vor der Prüfung nochmal lesen.

    VIEL GLÜCK - das schaffst du!

  • Antwort von alzeheier 02.04.2011

    Hallo,ich bin selbst Prüfer für Kaufleute im EInzelhandel und habe eine Menge Erfahrung in mündlichen Prüfungen. Auch wenn du nicht schreibst, in welchem Beruf du geprüft wirst, dürften die Tipps gleichermaßen zutreffen.

    Die mündliche Prüfung findet in der Berufsschule statt. Die Prüfer sind in einem Klassenzimmer, es sind bei uns immer ein Fachlehrer, zwei oder drei Prüfer aus Firmen und eine IHK-Sekretärin, die Protokoll führt. Die Sekretärin triffst du zuerst, weil du ja auf dem Flur wartest. Sie kommt also auf dich zu. Begrüße sie recht freundlich, auch wenn sie nichts zur Bewertungd beiträgt (beitragen darf). Sie übergibt dir zwei schriftliche Aufgaben, die du durchlesen kannst und dich dann für eine entscheidest. Zur Vorbereitung schickt sie dich in einen leeren Raum. Dort kannst du dich 10 Minuten vorbereiten und darfst Notizen machen, die du später auch benutzen darfst.

    Bei der Auswahl der Aufgabe musst du bedenken, dass es einen Stapel AUfgaben gibt, die der Lehrer zu je zwei auf die Kandidaten verteilt, in dem er einschätzt, wer welche AUfgaben lösen kann. Es gibt nämlich leichte und schwere Aufgaben, so wie es Kandidaten mit schlechten oder guten Noten aus der schriftlichen Prüfung gibt. Die dir überreichten Fragen sind also schon ein wenig auf die erwartete Note zugeschnitten. Und dein Lehrer traut dir die Lösung zu. (Es spielt übrigens wirklich keine Rolle,  ob er dich gut leiden kann, weil du ein Streber bist, oder nicht so gut, weil er Zoff mit dir hatte. Er wird streng neutral sein, glaube es mir.

    Nach der Vorbereitungszeit holt dich die Sekretärin wieder ab und bittet dich ins Prüfungszimmer. Wenn du eintrittst, sage höflich Guten Tag oder wie man bei euch sagt und begrüße die Prüfer mit Handschlag. Wenn du einen kennst, den zuerst und mit Namen ansprechen, sonst einfach von links nach rechts. Gute Manieren stimmen positiv. Das gilt übrigens auch für deine Kleidung. Also nicht in zerrissenen Jeans und der aktuellen Mode, sondern halbwegs normal und sauber, Tatoos besser verdeckt und Piercings nicht übertrieben viel. Kleider machen Leute, sagt das Sprichwort.

    Nach der Begrüßung fragt der Lehrer dich nach deiner Lösung. Die Prüfer wissen genau, welche Aufgabe du hast, trotzdem ist ein wenig Rhethorik angebracht. Als Einleitung sage also: Ich habe mich für folgende Aufgabe entschieden und beschreibe die Aufgabe kurz, z.B. die Aufgabe mit dem Umtauschvorgang, die AUfgabe über Marketingmaßnahmen. Dieser Satz hat keine Bedeutung, aber er ist eine gute Einleitung, die Prüfer bewundern deine Rhetorik, stimmen dir inhaltlich zu (denn der Inhalt stimmt ja, sie können gar nicht anders) und sind so schon positiv eingestimmt. Wenn deine Aufgabe mehrere Teile zum Inhalt hat, mache eine AUfzählung. BEispiel Umtasuchvorgang: Ich soll vier Dinge klären, erstens die Rechtslage, zweitens den Anspruch des Kunden, drittens die korrekte Lösung und viertens die Handhabung in unserem AUsbildungsbetrieb. Meine Lösung zur Rechtslage ist etwa so.........

    Deine Notizen kannst du benutzen, also tu es. Schau zwischendurch aber nicht nur auf dein Blatt, sondern immer wieder auch in die Augen der Prüfer. Mache es bewußt, aber ohne etwas daraus lesen zu wollen. Es geht nur um die AUfrechterhaltung des Blickkontaktes. Dieser Prüfungsteil dauert etwa 10 Minuten. Bist du vorher fertig, weil du gut vorgetragen hast oder nichts weist, stellt dir der Lehrer Fragen oder Zusatzfragen, Gib brav Antwort. Mit Nervosität können übrigens alle Prüfer bestens umgehen, ist also gar nicht nötig.

    Der zweite Teil stellt das qualifizierte Verkaufsgespräch vor. Am bestens stellst du dir ein Rollenspiel vor. Du bist der Verkäufer,  einer der Prüfer ist der Kunde. Vielleicht hat ein Prüfer Ware mitgebracht, dann fällt es leichter. Bei einem Kühlschrank geht es nicht, also musst du dir das einfach vorstellen. Es ist zu deinem Vorteil, denn du kannst den ausdenken, den du am besten kennst. Bei echter Ware müssen die ANtworten leider alle auch dazu passen. Denke in deinem Verkaufsgespräch auch daran, dass du dem Kunden den Nutzen des Produktes aufzeigst, Kaufabschlusssignale erkennst und zum Abshluss übergehst, W-Fragen stellst, Zahlungsmöglichkeiten, Finanzierung, Lieferservice usw. erwähnst und erklärst. Dann ist dir der Erfolg sicher. Denke auch daran, dass man sich beim Kunden bedankt, im Auf Wiedersehen sagt.

    Die Sekretärin hat die Stoppuhr und sagt Bescheid , wenn die Zeit um ist.

    Dann darfst du wieder raus auf den Flur, weil die Prüfer über die Note beraten. Dann wirst du wieder hereingerufen und erhälts Bescheid: Bestanden oder nicht bestanden. Die exakte Note gibt man dir sicher nicht, die erhältst du und dein Betrieb später schriftlich, weil die Punktzahl nochmal nachgerechnet wird. Aber dir reicht ja erst mal bestanden. Bedanke dich, verabschiede dich und vergiß auch nicht dein BErichtsheft und deine Jacke wieder mitzunehmen.

    Ein letzter Tipp: am letzten tag vor der Prüfung nichts mehr lernen, sondern ausschlafen.

    Viel Erfolg

     

  • Antwort von stitsch 02.04.2011

    Die Prüfer sind eigentlich immer recht nett und das macht einiges leichter. Ich hatte vor meiner mündlichen prüfung auch angst, owbohl ich alles konnte dachete ich das wird bestimmt total schlimm. Aber irgendwie hat alles gut geklappt und die prüfer haben nie komisch geschaut oder andeutungen gemacht.

    Du musst einfach deinen stoff können.

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