Frage von janmrt, 21

Wie verhielt sich Octavian im Bürgerkrieg nach dem Tod Caesers gegen über seiner Konkurrenten?

Antwort
von MarkusKapunkt, 7

Zunächst einmal sehr nachgiebig. Da er eine Eskalation und einen weiteren blutigen Bürgerkrieg nicht eingehen wollte (vielleicht auch, weil er das politische Lager um Cassius und Brutus damals für stärker hielt), setzte er eine Generalamnestie durch. Dies war ein cleverer Schachzug: Er ließ es so aussehen, als kämen die Cäsarmörder mit dem Mord davon, ließ es aber so formell nicht zu, dass sie als Tyrannenmörder anerkannt wurden. Cäsar wurde also nicht zum Tyrannen erklärt und alle seine Beschlüsse und Ernennungen als Konsul blieben bestehen. So war es, als sei er einfach tot umgefallen und Oktavian konnte ihn somit auch ohne Repressalien befürchten zu müssen beerben.
Warum die Cäsargegner auf dieses Angebot eingingen, kann nur spekuliert werden, aber sie sahen in Oktavian wohl keine Bedrohung, wohl aber in Marcus Antonius, der die Nachfolge als Anführer der Cäsarianer antrat (und nicht Oktavian). Antonius schaffte es nicht viel später, Cassius und Brutus zu ächten und sie aus Rom zu vertreiben (sie flohen nach Griechenland).

Doch bald schon wurde Antonius ebenfalls zum geächteten. Einflussreiche Politiker wie Cicero stezen es im Senat durch, dass er zum Staatsfeind erklärt wurde (wie seinerzeit Cäsar). Cicero setzte seine Hoffnungen vor allem auf den jungen Oktavian, den er als politischen Gegengewicht zu Antonius aufbauen wollte und der den Feldzug gegen Antonius aus eigener Tasche finanzierte. Bei der Entscheidungsschlacht bei Mutina kamen die beiden amtierenden Konsuln, Hirtius und Pansa, ums Leben, Oktavian blieb der einzige überlebende Heerführer der Senatspartei. Im Triumph kehrte er nach Rom zurück und forderte einen der freigewordenen Konsulplötze für sich (obwohl er rechtich noch sehr viel zu jung dazu war).

Cicero hatte Oktavian unterschätzt. Mit seinen Truppen als Druckmittel und einem überraschenden Zweckbündnis mit dem besiegten Antonius zwang er den Senat dazu, Cassius und Brutus als Staatsfeinde zu erklären und ging militärisch gegen sie vor. Nach dem Sieg in der Schlacht bei Philippi in Griechenland, bei dem beide Cäsermörder getötet wurden, wandte er sich zusammen mit Antonius gegen alle verbliebenen Gegner im Senat: Mit einer Liste von Proskriptionen (politischen Morden) löschte er jeden Widerstand im Senat aus und ließ alle Widersacher ermorden. Cicero stand ganz oben auf dieser Liste.

Zusammen mit Antonius und (dem eher unbedeutenden) Marcus Lepidus bildete Oktavian nun ein Triumvirat, um Rom nach dieser langen Zeit der Bürgerkriege, Straßenschlachten und Morden wieder zu stabilisieren. Zur Bekräftigung heiratete Antonius die Schwester Oktavians, Oktavia. Außerdem teilten sie sich das Reich nach Zuständigkeitsbereichen auf. Lepidus verschwand schon bald in der Bedeutungslosigkeit, doch Antonius versuchte, mit Hilfe der Ptolemäerkönigin Kleopatra Oktavian herauszufordern, um selbst der mächtigste Mann (und Alleinherrscher) in Rom zu werden. Indem Oktavian ein Sakrileg brach und das Testament des Antonius, das bei den vestalischen Priesterinnen hinterlegt war veröffentlichte, brachte er den Senat auf seine Seite. Möglicherweise war das Testament sogar gefälscht, doch der Inhalt war so brisant, dass man Oktavian mit der Kriegsführung gegen Antonius betraute. Nach der Schlacht von Actium und der Belagerung von Alexandria triumphierte Oktavian über seinen letzten Gegner. Antonius und Kleopatra begingen Selbstmord, und Oktavian kehrte als mächtigster Mann Roms in die Heimat zurück. Dort schuf er das sogenannte Principat: Die Königskrone, welche den Römern traditionell unlieb war, setzte er sich nicht aufs Haupt, und bezeichnete sich stattdessen als primus inter pares (Erster von Gleichen). Ihm wurde der Ehrentitel Augustus verliehen, unter dem er als erster Kaiser Roms in die Geschichte eingehen sollte.

Antwort
von Dahika, 7

Nicht nett hat er sich verhalten. Mit Konkurrenten ging man damals eher unfreundlich um.

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