jasmin74 am 07.07.2008 um 9:40 Uhr
hallo alle zusammen. Meine oma hat krebs im endstadion. nun weiß ich nicht so richtig wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. im moment verhalte ich mich relativ normal. aber manch mal erzählt sie einwenig so wie z.B. "es will nicht in mein kopf, was in meinem bauch vorsich geht". dann weiß ich nicht was ich antworten soll. sie nimmt auch sehr stark ab und es seht traurig anzusehen. kann meine tränen manchmal nicht verbergen.

Auch wenn es schwerfällt, du mußt dich überwinden, ganz offen mit deiner Oma zu sprechen. Sie weiß, daß sie bald sterben muß und sie stirbt nicht, weil die Zeit für sie gekommen ist, sondern weil eine Krankheit sie früher in den Himmel holt. Sie wird auch Ängste mit sich herumtragen und voller Sorgen sein - probiere auf ihre Gespräche einzugehen, versuche mit ihr über den Tod zu sprechen. Und: Man darf ruhig zusammen weinen.
Vielleicht hilft dir folgender Link weiter: http://www.krebsgesellschaft.de/lksterbensterbebegleitung,1001.html
Weiss sie selbst denn Bescheid? Meine Erfahrung ist, dass todkranke Menschen oft erleichtert sind, wenn sie darüber reden "dürfen", weil die meisten das Thema lieber vermeiden. Wenn sie nichts weiss, ist es natürlich schwer zu sagen...
jasmin74 am 7. Juli 2008 09:51 ja meine oma weiß bescheid. sie slber sagt, das sie 80 geworden ist und ihr leben schön war. sie ist bereit zu sterben. aber die familie ist dazu noch nicht bereit.
Dann kannst Du nur Deinem Herzen folgen - bei ihr sein und ihr den Abschied vielleicht nicht zu schwer machen. Weinen ist völlig normal, wenn man sich von jemandem verabschieden muss, den man liebt.

Nicht allzu viel reden.. Dasein für die Oma und sie eher bestätigen und ein bisschen halten! Gib ihr stumm das Gefühl, dass du immer da bist für sie! Solche Situationen bringen dich weiter im Leben.
Das ist sehr schwierig , denn es gibt für sowas sicher keine "Lösung".... Aber wenn Sie selber weiß wie es um sie steht, und das hört sich so an ein Stück weit durch ihre Aussage, dann denk ich ist es nicht schlimm auch mal zusammen zu weinen mit ihr sondern kann ungemein befreiend sein für Euch beide.... Wenn Du ein gutes Verhältnis zu ihr hast, und auch das hört sich so an, dann finde ich es enorm wichtig daß Du Dir gerade in dieser letzten Lebensphase soviel Zeit wie möglich nimmst einfach nur da zu sein bei Ihr. Ich denk das wichtigste ist für einen sterbenden Menschen daß jemand da ist. Auch wenn man zusammen schweigt, oder weint. Das ist völlig ok. Aber laß Dir gesagt sein. Sehr oft sterben die Leute dann letztlich doch alleine, wenn gerade mal kurz keiner da ist. Da darfst und mußt dir dann keine Vorwürfe machen. Denn Du hast dein möglichstes getan. Das Sterben gehört zum Leben dazu. Auch wenn das in unserer deutschen Gesellschaft total verdrängt wird...... leider.
jasmin74 am 7. Juli 2008 09:57 ja danke ich verbringe viel zeit mit, viel haben wir leider nicht mehr.
genau deswegen meine ich ja.... soviel Zeit wie eben noch möglich.... und wenn sie Bescheid weiß über ihre Situation - nimm sie einfach feste in den Arm und weine mit Ihr gemeinsam.... Ich wünsch Dir alle Kraft der Welt für die nächsten schweren Wochen !
Liebe Jasmin, es ist immer schwer, Abschied zu nemen. Ich arbeite in der Altenpflege und habe schon viele sterben sehen. Es ist immer gut, wenn jemand bei deiner Oma ist und ihr die Hand hält. Für deine Oma ist es auch schwer, loslassen zu müssen und das muss sie erst einmal akzeptieren. Man macht verschiedene Phasen durch, wenn man stirbt. Nach der Diagnose kommt erst mal das Aufbegehren, "nein, doch nicht ich", dann kämpft man gegen die Krankheit. Wenn der Kampf vorbei ist, dann werden viele zornig, "warum ich, warum nicht andere", viele handeln mit Gott. Ganz zum Schluss schließen viele Frieden mit sich und der Umwelt. Es trifft aber nicht auf alle zu. Man kann ihnen helfen, in dem man dabei sitzt und zeigt, dass man traurig ist, aber auch bereit, die Oma gehen zu lassen. Es gibt Hilfe vom Hospizverein, vielleicht rufst du dort mal an.
jasmin74 am 7. Juli 2008 09:54 ich bin für sie da und das weiß sie auch. ihr großer stolz ihr ihr urenkel, mein sohn. ich möchte, dass die bieden noch soviel zeit wie möglich verbringen. aber danke für deinen rat.

Sei zu ihr "normal". Es ist leider so, daß es der natürliche Lauf des Lebens ist. Man wird geboren um zu sterben.
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Nicht in eine Letargie verfallen, sondern die letzte Zeit noch so normal wie möglich leben. Unternehmungen gemeinsam machen (sofern noch möglich) und sich nicht nur um das Thema Tod unterhalten. So schwer es ist, aber so ist es m.E.n. der beste Weg.
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Ich für meinen Teil würde mich an ihrer Stelle freuen, wenn ich bis zum letzten Tag nicht in Watte eingepackt werden würde sondern wenn meine Familie mich "an die Hand nimmt" und mich dazu bringt, etwas zu unternehmen -> so hätte ich auch selbst viel weniger Zeit mich mit mir und meinem Schicksal zu befassen und daran auch noch innerlich zu zerbrechen...
jasmin74 am 7. Juli 2008 09:53 leider sind nicht mehr viele unternehmungen mehr möglich. bin aber 2 mal die woche bei ihr mit meinem kleinen sohn. sie freut sich rießig darüber.
BesserwissHoch3 am 7. Juli 2008 09:59 das ist doch schon mal was. Es müssen ja keine großen Unternehmungen sein, vielleicht ein Spaziergang, ein Besuch im Zoo, bei einer Gartenschau oder ähnliches. Richte dich dabei möglichst an ihre Hobbys oder Vorlieben, danach, was sie früher schon immer gern gemacht hat. Dazu hat sie mit Sicherheit heute noch Lust und kann noch einmal Kräfte mobilisieren, an die sie schon nicht mehr geglaubt hat -> der Wille versetzt Berge...
jasmin74 am 7. Juli 2008 10:01 leider nein, wir wollten dies alles noch machen, aber leider schafft sie kaum noch die treppe. sie hat in den letzten woch sehr strak abgebaut.
BesserwissHoch3 am 7. Juli 2008 10:25 Dann wäre evtl. ein Rollstuhl ne Möglichkeit, die gibt es zum leihen oder zum Kaufen (evt. ebay)

Es ist immer schwer, einen Menschen gehen zu sehen. Aber leider gehört das auch im Leben dazu. Sei so wie immer , lache und weine mit ihr. Sei stark!

Benimm dich so normal wie möglich. Wenn sie darüber sprechen möchte, höre zu, nimm sie in den Arm oder weine mit ihr. Gib ihr das Gefühl, daß du immer für sie da bist, und sie nie vergessen wirst.

Lass sie teilhaben an all deinen Gefühlen, den traurigen, den schönen, den sentimentalen, den glücklichen... das wird euch Kraft geben, in Liebe loszulassen
vllt ihr noch eine freunde bereiten?
jasmin74 am 7. Juli 2008 09:55 wie ist da gemeint, na klar wollen wir ihr freude bereiten
Wie Du Dich gegenüber Deiner Oma verhältst hängt davon ab, ob Du selbst an ein ewiges Leben der Seele glaubst oder nicht.
Glaubst Du,
dann kannst Du ihr erzählen, daß sie in Kürze ihren schmerzenden alten Leib ablegen kann und im Jenseits in einem gesunden geistigen Leib als Seele ewig weiter lebt.
Du kannst sie trösten und sie darauf aufmerksam machen, daß sie im Jenseits von Engeln und von ihren Lieben empfangen wird. Und daß sie dann von den Engeln zur ewigen Seligkeit geführt wird.
Ermutige sie, ihr Leiden bis zum Ende im Vertrauen auf Jesus zu ertragen.
Vielleicht würde sie sich auch freuen, wenn Du ihr aus dem Neuen Testament das Johannes Evangelium, wenigstens einige Verse, vorlesen würdest.
helmutfranz
Sternenfee am 8. Juli 2008 16:03 Ein ewiges Leben als Seele ist aber laut Bibel nicht vorgesehen - sondern mit einem verbesserten Körper auf einer neuen Erde :)
Hallo,
> Ein ewiges Leben als Seele ist aber laut Bibel nicht vorgesehen - sondern mit einem verbesserten Körper auf einer neuen Erde :)
Hast Du noch nie gelesen:
Lk 23,43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. oder
Mk 12,25 Wenn sie von den Toten auferstehen werden, so werden sie nicht freien noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.
Mt 10,28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.
1Kor 15,42 Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich.
Bitte bedenke beim lesen von Gottes Wort:
2Kor 3,6 ...Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
Herzliche Grüße Helmut

Selbst wenn Du nicht gläubig bist, bete für sie, sag Gott alles, was in Dir vorgeht - und ermutige Deine Oma auch zu beten und sage ihr, das sie nie allein ist, da Gott stetig über wacht.

Hier findest du einen Vortrag über Sterben und Sterbebegleitung. Zwar vom Standpunkt des Yoga bzw. des Hinduismus aus, aber auch für andere Glaubensrichtungen mindestens interessant: http://tinyurl.com/sterben
Liebe Jasmin. Für die, die zurückbleiben, wird es sehr schwer. besonders wenn man diesen Menschen sehr geliebt hat. Ich denke es ist wohl eine Erlösung für deine Oma. Der Tod gehört mit zum Leben dazu. Er ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen seins. Ich glaube dass es sehr wichtig ist, dass wir Menschen verstehen, dass das irdische nur ein Stadium von vielen ist, die wir durchlauffen. Trost kann ich dir letztlich nicht spenden. Ich kann dir nur wünschen dass du die Kraft hhast das durchzustehen und deine Oma so in Erinnerung behältst wie du sie gekannt hast.
danke