Wie verhalte ich mich, wenn mich der Arbeitgeber ausnutzt und belügt (Kündigung)?

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7 Antworten

Erstens:

Die erneute Probezeit ist rechtliche bedeutungslos, da Du bereits eine Probezeit (6 Monate am 14.12.) bei diesem Arbeitgeber hinter Dir hast.

Zweitens:

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 14 "Zulässigkeit der Befristung" Absatz 2 Satz 2 ist die Befristung Deines neuen Arbeitsvertrags nicht zulässig da es sich um eine sachgrundlose, also nur kalendermäßige Befristung handelt. Denn nach dieser Bestimmung darf ein solches befristetes Arbeitsverhältnis nicht geschlossen werden, wenn - wie bei Dir - vorher schon ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei demselben Arbeitgeber bestanden hat!

Du kannst also die arbeitsgerichtliche Feststellung treffen lassen, dass durch die Befristung das Arbeitsverhältnis nicht beendet wird - das solltest Du aber erst machen, wenn es "so weit ist", denn einen möglichen Stress mit Deinem Vorgesetzten musst Du Dir ja nicht jetzt schon antun.

Die genannte Gesetzesvorschrift lautet übrigens:

Eine Befristung nach Satz 1 [Anmerk.: gemeint ist die kalendermäßige, also sachgrundlose Befristung] ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Die Anwendung dieser Vorschrift darf weder arbeits- noch tarifvertraglich ausgeschlossen werden.

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Nein, wenn Du hier klagen würdest, hättest Du erstmal keinen Erfolg, da man in der Probezeit jederzeit gekündigt werden kann, ganz ohne Angabe von Gründen. Ich wäre an Deiner Stelle heilfroh sein, dass Du einen neuen Arbeitsvertrag bekommen hast und es ist ganz normal, dass Du jetzt wieder eine Probezeit hast. Neuer Vertrag - erneute Probezeit. Das ist völlig legal, Dich hat keiner betrogen, Dir wurde die Chance gegeben, dort weiter zu arbeiten, halt in einer anderen Abteilung. Ich würde da mal die Füße still halten und mich einfach freuen, dass ich jetzt nicht zu den Hartz4-Empfängern gehöre. lg Lilo

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Kommentar von Michael19881
07.12.2015, 12:40

Das ist nicht richtig, Provezeit beim selteb Arbeitgeber darf maximal 6 Monate betragen. lese dich ein

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Kommentar von Familiengerd
08.12.2015, 13:20

Neuer Vertrag - erneute Probezeit.

Das ist falsch! Eine erneute Probezeit ist - wie schon erwähnt - rechtlich belanglos, da sich sich auf ein Arbeitsverhältnis bezieht, das auch durch einen neuen Vertrag nicht neu entsteht, wenn es keine rechtliche Unterbrechung gegeben hat!

Außerdem darf nach einem unbefristeten Arbeitsverhältnis kein kalendermäßig befristetes Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber geschlossen werden (jedenfalls nicht vor Ablauf von 3 Jahren, so das Bundesarbeitsgericht in neuer Auslegung der Bestimmung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes).

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Auf jeden Fall darf ein Betrieb oder Teile davon nicht auf einem Azubi aufgebaut werden. Die Kündigung... nun, du wurdest zwar genötigt, aber ob dies auch in juristischem Sinne... ist fraglich. Dennoch dürfte ein guter Anwalt da was rausholen können.

Wenn du in ner Gewerkschaft bist, hast du da Anspruch auf Hilfe.

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Du hast dich leider zu sehr unter Druck setzen lassen. Geh sofort zum Personalrat, ob der das alles abgesegnet hat.

Eine erneute Probezeit von 6 Monaten ist nicht zulässig, mit Begründung (etwa einer längeren Erkrankung) kann die Probezeit auf max. 9 Monate ausgedehnt werden. Ich würde den neuen Vertrag anfechten und auf Einhaltung des alten Vertrages bestehen (Arbeitsgericht, Fristen beachten).

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Tja Michael dafür gibt's dann die Gewerkschaften. Hätte, wäre, wenn zaehlt nicht und die Verträge sind wasserdicht.

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Kommentar von Familiengerd
07.12.2015, 14:02

und die Verträge sind wasserdicht

Ganz sicher nicht!!

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Im öffentlichen Dienst gibt es IMMER einen Personalrat. Wieso hast du diesen nicht sofort aufgesucht?

Was sagt deine Gewerkschaft dazu?

Nun sag bitte nicht, dass du dir den Beitrag lieber gespart hast. Dann bist du selbst Schuld an deiner jetzigen Lage.

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Klingt nach Schildbürgerhausen...

Wo bitteschön kann in der stadischen verwaltung denn noch en Abteilungsleiter alleine solche Verträge anbieten? Ohne Personalabteilung? Ohne Personalrat?

Das alles klingt wenig glaubwürdig.

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Kommentar von Michael19881
07.12.2015, 12:40

Personalrat gibt es nicht, da nur 10 mitarbeiter

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