Wenn kein Arzt oder Krankenhaus in nächster Nähe vorhanden sind, wie verhalte ich mich dann im Falle einer Ansteckung mit Malaria? Wie sieht eine Selbstbehandlung gegen Malaria aus?

Therapie: Unspezifisch: Symptomatisch
Spezifisch: Chloroquin, bei Chloroquinresistenter M. tropica: Kombination von Chinin, Pyrimethamin und Sulfadoxin, Dapsone (letzteres auch durch Sulfonamide wie z.B. Sulfisoxazol ersetzbar), Halofantrin, Doxycyclin (in Kombination mit anderen Antimalaria-Mitteln), Atovaquon/Proguanil, Artemether/Lumefantrin, Artemisinin-Präparate
Als Alternative bei Chloroquinresistenter Pl. falciparum- Infektion: Einzeln oder Kombination von Mefloquin, Sulfadoxin und Pyrimethamin (Fansimef).

Ich glaube nicht, dass es eine "Selbsttherapie" gäbe... M. gibt es in veränderten Untergruppen und gehört in die Hand von Medizinern... Nicht zuletzt der Therapie in Sachen Antibiose etz... Selbst therapiert würdest Du sehr wahrscheinlich versterben...

gegen die Erkrankung und das Fieber hilft Chinin, das Du hoffentlich dabei hast...
Haaza am 21. April 2008 10:51 klar ist das eine "altmodische" Mthode, aber sicher besser als nichts...
Wenn du innerhalb von 24 Stunden keine medizinische Versorgung in einem Krankenhaus erhalten kannst, wird zur Selbstbehandlung geraten. Danach solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, auch, weil die Schnelltests mit Vorsicht zu genießen sind, denn auch bei negativen Ergebnissen kann es sein, dass du dich mit Malaria angesteckt hast!

Da kann man leider nicht viel selber machen. Die Malria-Medikamente sind allesamt Apotheken- und Verschreibungspflichtig und auch nicht 100%-ig wirksam, da bereits gegen die meisten Antibiotika Resistenzen bestehen. Früher behandelte man Malaria mit ziemlich heftigen Chinin-portionen, also mit dem Essen verabreicht. Eine definitive Heiung wurde damit allerdings nur selten erzielt. Später Setzte man auf Breitbandantibiotika wie Sulfonoide oder Doxicilin. In Europa behandelte man bis vor Kurzem Noch Malariakranke mit Lariam oder Malerone, inzwischen sind diese Medikamente trotz erheblicher Nebenwirkungen oft erfolglos. Neuste Medikamente verbinden das traditionelle Wissen um Malariabehandlung der traditionellen asiatischen Medizin. Die bekanntesten und erfolgreichsten Medikamente derzeit sind Artenam und ArteSunate, beide auf Beifußextrakbasis. Verglichen mit den Antibiotika sind sie mit ca. 10-20 Euro je Kur recht preiswert, in deutschland aber nur über Auslandsapotheken zu beziehen.
Artenam ist ein belgisches Produkt und sowohl als Tabletten oder als Spritzen erhältlich. Spritzen wirken besser. Sollte eine enmalige Behandlung nicht zur Vollständigen Heilung geführt haben, wird die Kur wiederholt. Mehr als 2 Zyklen hatte bisher niemand gebracht. Artenam ist ein Medikament, dass nur in der Akutphase wirkt, also nicht vorsorglich genommen werden kann.
Ich empfehle dir, nie in Gegenden zu reisen, wo es gar keine Krankenhäuser gibt, denn die Malaria-Schnelltests sind für Laien nicht empfehlenswert! Falsch angewandt kann der Malaria-Test ein falsches Ergebnis nach sich ziehen und der Test muss nach einem Tag wiederholt werden, um das Ergebnis zu bestätigen. In der Zeit solltest du längst in einem Krankenhaus sein! Außerdem haben die Medikamente zur Selbstbehandlung erhebliche Nebenwirkungen!