Frage von Easylein, 59

Wie verhalte ich mich als Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber meint, er könne nur noch ein mal lohn zahlen (bis er "pleite" ist)?

Hallo liebe Community,

ich habe schon einige Fragen durchforstet, allerdings finde ich nicht alle Antworten, die zu meinem Anliegen passen.

Folgende Situation:

Mein Chef besitzt neben dem Laden, in dem ich und 4 andere Kolleginnen arbeiten, noch ein anderes Geschäft, das mit unserer Branche aber nichts zu tun hat. Trotzdem stehen wir mit den Mitarbeitern dort in ständigem Kontakt. Einer dieser Mitarbeiter erzählte uns heute, dass unser (gemeinsamer) Chef zu ihm meinte, er könnte nur noch ein Mal Lohn zahlen (eh kein Geld mehr dafür da ist). Nun, das war ein ganz schöner Schock. Dass die Geschäfte nicht so gut laufen, haben wir alle gemerkt, allerdings ist dies auch auf Fehlentscheidungen unseres Chefs zurückzuführen, und nicht an unserer mangelnden Bereitschaft uns reinzuhängen. Auch ist er in unserem Geschäft kaum präsent und somit werden wichtige Sachen zu spät besprochen, und generell auf unsere Meinung, Vorschläge und Erfahrungen kaum Wert gelegt.

Der Chef ist bis Donnerstag noch im urlaub und erst freitag wieder da, wenn wir Glück haben. Natürlich werden wir ihn gleich darauf ansprechen.

Aber wie ist die Rechtslage? Sollte die Aussage so stimmen, handelt es sich ja eindeutig um Insolvenz. Die muss er ja dann eigentlich melden. Wir haben keinen Einblick in diesem Bereich, also keinen zugang zu Rechnungen und co, können also nicht beurteilen wie "ernst" die Lage wirklich ist. Wenn er dann keine Insolvenz anmeldet, ist dies verschleppte Insolvenz richtig? Auch kann es ja zu Lohnausfällen kommen. Was aber kann ich tun? Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich auf dieses geld angewiesen bin. Ich bin Mitte 20 und habe (leider) keine Rücklagen oder Ersparnisse, die mir dann über die Runden helfen. Kann ich mich dann schon beim Arbeitsamt melden? Aber die zahlen ja auch nix, so lange er keine Insolvenz angemeldet hat, oder? Ich weiß, dass, sollte er Insolvenz anmelden, der Lohn vom Insolvenzberater (oder so) übernommen wird. Aber was wenn nicht?

Vielleicht ist es nur Panikmache und überdramatisiertes Gerede, um uns mehr Druck zu machen. mehr Umsatz zu machen, dafür spricht auch, dass wir vor kurzem erst eine große Investition hatten, er ja in den urlaub gajren kann (und das schon zum dritten Mal im Jahr, und wer fährt denn in den Urlaub wenn die K eigentlich richtig am dampfen ist?), und ich an das gute im Mneschen etwas naiv glaube und hoffe, dass er uns sowas nicht erst einen Monat vorher sagen würde, weil wir ja eigentlich ein Familienbetrieb sind.

Ich hoffe, ihr habt einen guten Rat, wie ich mich am besten zu verhalten hab, und wa sich tun kann um über die Runden zu kommen und meine Miete zahlen zu können.

Und entschuldigung für den langen Text, ich bin etwas verzweifelt.

Liebe Grüße

easylein

Antwort
von Reanne, 25

Ich persönlich würde schön brav meinen Mund halten und auf Hörensagen von anderen nicht eingehen. Der Chef wird schon wissen, was zu tun ist und eine Insiolvenzverschleppung kann der Insolvenzverwalter aufdecken. Wenn Insolvenz angemeldet wird, gibt es von der ARGE Konkursausfallgeld. Also erst mal abwarten und nicht in Panik verfallen.

Kommentar von Easylein ,

Danke für deine schnelle Antwort!

Leider handelt es sich nicht um Hörensagen, wenn es der Chef ihm genauso persönlich gesagt hat. Hm.

Mir geht es eher darum, was ich tun kann, und wie ich an Geld komme, wenn er NICHT Insolvenz anmeldet. Was habe ich da für Möglichgkeiten?

Antwort
von Samika68, 26

Erstmal abwarten, ob das Gerücht stimmt.

Selbst im Fall der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens muss mit einer Frist von 3 Monaten das Arbeitsverhältnis gekündigt werden. Sofort nach Erhalt der Kündigung - am selben Tag! - musst Du dich arbeitslos melden.

Am besten, Du meldest Dich, sobald Du sicher weißt, zu welchem Datum Du gekündigt wirst.

Können keine Gehälter mehr gezahlt werden, musst Du beim Arbeitsamt Insolvenzgeld beantragen.

Kommentar von Easylein ,

Danke für deine schnelle Antwort!

Versatehe ich das richtig, dass ich beim Arbeitsamt (natürlich nur als Überbrückung!) Geld beantragen kann, auch wenn mein Chef persönlich keine Insolvenz angemeldet hat? Ich frage das deshalb, weil wir ihm auch zutrauen, diesen Schritt nicht zu gehen, und das Problem zu ignorieren bzw. sich nicht darum zu kümmern.

Kommentar von Samika68 ,

Es muss ein Insolvenzverfahren vorliegen, damit Du Insolvenzgeld erhältst.

Welche Möglichkeiten Du alternativ dazu hast, würde ich mit dem Arbeitsamt besprechen.

Antwort
von Messkreisfehler, 25

Dir bleibt jetzt erst mal nichts anderes übrig als abzuwarten.

Wenn einmal ein finanzieller Engpass vorliegt muss es sich nicht unbedingt um eine Insolvenz handeln.

Falls es zu einer Insolvenz kommt dann bekommt ihr für 3 Monate Insolvenzausfallgeld.

Da die Beantragung immer ein bisschen dauert gibt euch der Insolvenzverwalter in der Regel ein Schreiben (eine Art Kostenübernahmeerklärung) und damit könnt ihr zu eurer Bank die euch dann den Dispo dementsprechend erhöhen sodass ihr weiterhin über Geld verfügt.

Aber ich würde jetzt erst mal abwarten bis der Chef zurück ist und ihn drauf ansprechen.

Kommentar von Easylein ,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort!

Sollte er aber keine Insolvenz anmelden und uns einfach vor vollendete Tatsachen nächsten Monat stellen (Mal übel gesagt: Dies ist der letzte Lohn, nächsten Monat kann ich nicht mehr zahlen, aber vielleicht sieht es danach ja wieder besser aus) habe ich ja dann doch leider kein Schreiben von dem Insolvenzverwalter, der mir bescheinigt,dass ich ein Dispo einrichten kann und er den Lohn übernimmt. Im Moment hab ich kein Dispo, ich habe nie eins gebraucht.

Natürlich hast du Recht, dass mir nichts anderes übrig bleibt als abzuwarten, allerdings möchte ich mich lieber früher als später informieren, zumahl wir als Mitarbeiter immer nie wissen, wann er ehlrich zu uns ist und wann nicht.

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