Frage von marrypopkins, 63

Wie verhält sich die Erbschaftsteuer auf Immobilie bei Teilvermietung?

Hallo,

ein Frage an die Steuerexperten (Erbschaftssteuer).

Meine Verwandtin (einziges Adoptivkind) hat eine Immobile von einem verstorbene Erblasser geerbt, mit dem sie bislang zusammen in einem Haus lebte. Ich habe gelesen das eine Wohngrösse von 200qm steuerfrei ist, solange man mind. 10 Jahre den Wohnraum des Erblassers selbst bewohnt. Der Rest wird anteilig besteuert.

Nun zur Frage:

Das Haus hat 3 Wohnparteien (insgesamt 240qm ):

  • eine wird momentan noch von meiner Verwandtin bewohnt (70qm)
  • die 2te wurde von dem verstorbene Erblasser bewohnt und wird momentan renoviert, da meine Verwandtin nach Fertigstellung in diese ziehen will (100qm)
  • die 3te wird von dem Sohn meiner Verwandtin zur Miete bewohnt (70qm)

Werden hier nun nur die überschüssigen 40qm (240qm - 200qm) besteuert oder wirkt sich die leerstehende Wohnung, welche renoviert wird, oder die Wohnung des Sohnes, welche vermietet ist, hier nun auch in einer besonderen Form auf die Erbschaftssteuer aus? So das evtl die o.g. 200qm nicht mehr komplett berücksichtigt werden?

Weiß jemand was der Gesetzgeber in diesem Fall bzgl der Besteuerung sagt?

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 15

Die Erbschaftssteuer fällt der Höhe nach oberhalb des individuellen Freibetrages des Beschenkten nach dem Wert des bebauten Grundstücks gem. BewG an und berücksichtigt dabei auch alle innerhalb der letzten 10 Jahre vom selben Schenker empfangene Zuwendungen.

Sie richtet sich der Steuerklasse nach nach dem Verwandschaftsverhältnis des Begünstigten zum Erblasser.

https://www.smart-rechner.de/erbschaftsteuer/rechner.php

G imager761



Antwort
von sergius, 9

Wenn die "Verwandtin" Ihr Adoptivkind und nicht das des Erblassers ist, hat sie über den Freibetrag von 20.000 € hinaus keine Erbschaftssteuerfreiheit zu erwarten. Der einzige Vorteil wird darin liegen, dass eine vermietete Immobilie nur zu 90% bewertet wird.

Als Adoptivkind des Erblassers hätte sie einen Freibetrag von 400.000 € sowie zusätzlich die Steuerfreiheit eines Familienheimes bis zu 200 m2 Wohnfläche. Wenn sie "nur" die Immobilie geerbt hätte und diese, was ich annehme, höchstens 400.000 € wert ist, würde sie  steuerfrei bleiben, brauchte also die komplizierte Rechnung über den steuerbaren und steuerfreien Anteil der Immobilie oder ob es sich um ein Famillienheim handelt, gar nicht erst anzustellen. 

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 46

Bei der Erbschaftssteuer geht es erst einmal um den Verwandtschaftsgrad mit dem Erblasser.

Das gesamte Vermögen wird berechnet, wobei eine selbstbewohnte Immobilie mit dem Einheitswert in das Vermögen eingeht 

Die Freibeträge werden berücksichtiugt. Der darüber liegende Betrag wird dann entsprechend des Verwandtschaftsgrades besteuert.

Kommentar von Helmuthk ,

Leider wieder völlig falsch.

Seit der Reform des Erbschaftsteuergesetzes werden alle Grundstücke mit dem gemeinen Wert erfasst und nicht mehr mit dem Einheitswert.

Antwort
von Helmuthk, 32

Bei der Erbschaftsteuer spielt die Nutzung eines Grundstücks keine Rolle.

Auch für das selbstgenutzte Einfamilienhaus wird der Gemeine Wert festgestellt, und der wird für die Ermittlung der Erbschaftsteuer zugrunde gelegt.

Und die 10 Jahre spielen keine Rolle. Das verwechselst Du wohl mit dem Veräußerungsgewinn nach § 23 EStG.

Kommentar von Dannius ,

Dann schaue mal in § 13 Absatz 1 Nr. 4c des Erbschaftsteuergesetzes; dort spielen die 10 Jahre (nach Anfall der Erbschaft) ebenso eine Rolle wie die Nutzung des Grundstücks:
http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__13.html

Kommentar von imager761 ,

Ich vermag der Fallschilderung nach "von einem verstorbene Erblasser geerbt, mit dem sie bislang zusammen in einem Haus lebte" nicht zu entnehmen, dass die Erbin Kind des Erblassers wäre.

Sondern das des Fragestellers.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community