Frage von turnschuh19, 183

Wie verhält man sich bei einer ''Beschuldigtenanhörung'' (trotz unschuld)?

Hallo liebe Community,

gegen meinen Vater läuft ein Ermittlungsverfahren. Was für ein Schock!!! Im Oktober 2015 stand die Polizei inkl. Beschluss vor der Tür (angeblich Computerbetrug). Die 2 Kollegen haben ein paar Fragen gestellt und nach Beweisen gesucht, sie haben nichts aber auch gar nichts gefunden. Wir haben ja auch nichts verbrochen...um Gottes Willen! Heute kam eine Beschuldigtenanhörung per Brief, dort stehen auch 2 verschiedene Zeiträume drin. Das passt hinten und vorne nicht. Mein Vater hat weder einen PC noch die geeigneten Kenntnisse. Bin kurz davor einen Anwalt einzuschalten, aber der kostet wieder Geld...wegen so einer nichtigkeit. Das ist m.M. nach eine bodenlose Frechheit. Wir sind fix und fertig

Im Anhang findet ihr ein paar Bilder.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tronje2, 71

1. Diese Art von Formularen werden immer verwendet wenn ein Beschuldigter vernommen werden soll. Das ist ein vereinfachtes Verfahren.

Euch muss ein konkreter Tatvorwurf gemacht werden, den du hier nicht genannt hast. Sonst könnt ihr nicht dazu Stellung nehmen. Bei einer Hausdurchsuchung muss der Tatvorwurf auch im Durchsuchungsbeschluss stehen.

2. Ihr müsst nicht zwingend sofort einen Anwalt beauftragen. Das wird so proklamiert, die Anwälte freut es. Vor allem in den US-Serien wird das so vorgefüht und ist in D nicht erforderlich.

Ihr müsst folgendes bedenken: Im Zeitalter des PC kann jeder überall an einem anderen PC eine Bestellung aufgeben. Dazu muss er nicht unbedingt seinen Namen angeben. Der Lieferant fertigt, wenn nicht gezahlt wird, eine Anzeige.

Ihr braucht also nur die Personalien anzugeben. Bei der Äußerung gebt ihr an, dass ihr nichts gemacht habt und euch die Anzeige nicht erklären könnt.

Datum Unterschrift und zurück zur Polizei. Ich kenne es so, dass sogar ein Freiumschlag dabei ist.

Wenn es zum prozess kommt und ihr kein Geld habt für den Anwalt, dann gibt es die Prozesskostenhilfe. Dann seid ihr aber auf Hartz IV.  MfG

Kommentar von Artus01 ,

Wenn es zum prozess kommt und ihr kein Geld habt für den Anwalt, dann gibt es die Prozesskostenhilfe.

In diesem Fall nicht, bei Strafprozessen gibt es keine PKH.

Kommentar von Tronje2 ,

Dann gibt es einen Pflichtverteidiger, den man sich auch selbst aussuchen kann.

Antwort
von Artus01, 56

Ist doch aus den beigefügten ganz einfach zu erkennen. Die persönlichen Angaben machen, auf dem anderen Bogen "Ich gebe die Tat nicht zu" ankreuzen und abschicken.

Kommentar von turnschuh19 ,

Da sagt man aber aus, dass man eine Tat begangen hat oder? Hier wurde ja nichts begangen... wir haben nichts gemacht und Polizei hat keine Beweise oder sonstiges mfg 

Also das Wochenende ist gelaufen 

Kommentar von Artus01 ,

Hast Du die Formulare die Du hier eingestellt hast selbst nicht gelesen?

Auf dem zweiten Formular die vierte Antwort von oben. Das steht: ich gebe die Tat nicht zu.  Da macht man ein Kreuzchen und schickt den Mist dann zurück.

Die persönlichen Angaben auf dem ersten Formular sollte man schon angeben, sie mussen nicht vollständig sein.

Unterschreiben sollte man dann auch noch.

Allerdings noch einen Rat. Belasse es bei der Rücksendung der Fragebögen. Einer Vorladung zur Vernehmung leiste unter keinen Umständen Folge. Das mußt Du nicht und das ist auch besser für Dich.

Kommentar von Ahnunglos ,

Das amtsdeutsch ist leider nicht immer so geschrieben, dass der Normalmensch es richtig versteht.

Wer die Tat nicht begangen hat, kann Sie auch nicht zugeben. Also ist das schon richtig so. Es klingt nur komisch.

Wenn die Beweislage ist wie du Sie schilderst, dass dein Vater nicht mal einen Computer besitzt, bezweifle ich das er etwas zu befürchten hat.

Wenns zur Vorladung kommt, hingehen. Sollte der Beamte voreingenommen an die Sache rangehen und kein Verständnis  für die Version deines Vaters haben, kann dein Vater immernoch gehen. Wenn er aber neutral bleibt, was in der Regel auch so ist, dann ist es nicht schlecht für deinen Vater.

Im Zweifel kann man die Aussage immernoch zurückziehen.

Kommentar von Artus01 ,

Sollte der Beamte voreingenommen an die Sache rangehen und kein Verständnis  für die Version deines Vaters haben,

Das sollte der Beamte, nur so ganz unvoreingenommen ist er nie. Deshalb sollte man eine solchen Einladung grundsätzlich nicht Folge leisten. Zudem ist die Sache mit Absendung des Fragebogens und mit Abstreiten des Vorwurfs erstmal erledigt.

Im Zweifel kann man die Aussage immernoch zurückziehen.

Das ist eben nicht so einfach. Wenn erstmal der Strafbefehl oder eine Anklöageschrift eintrudelt geht der Ärger los. Man wird sich vor Gericht dann die Frage gefallen lassen müssen warum man jetzt etwas ganz anderes aussagt als bei der Vernehmung. Seine Glaubwürdigkeit stärkt man so nicht. Darum raufen sich Anwälte immer die Haare wenn man dann bei ihnen mit dem ganzen Krempel auftaucht. Darum sagt der Anwalt sagt immer: "Klappe halten."

Antwort
von heide2012, 70

Füllt den Anhörungsbogen aus, schickt ihn zurück und wartet ab, ob der Staatsanwalt tatsächlich ein Verfahren einleiten wird.

Wenn ja, sollte dein Vater sich eh einen Anwalt nehmen.


Antwort
von Schaco, 71

Bei einer Beschuldigtenanhörung sagt man kein Wort außer beim Bestätigen der Personalien. Erst recht nicht ohne Anwalt

Kommentar von Schaco ,

Und wie schon ein anderer Nutzer geschrieben hat: wenn es eine Vernehmung der Polizei ist, nicht erscheinen (muss man als Beschuldigter nicht und ist auch besser so)

Kommentar von turnschuh19 ,

also nichts ausfüllen/ankreuzen und abschicken?

Kommentar von Schaco ,

Da geht es ja nur um Personalien, Beruf, Familienstand usw. Beim zweiten Bild Kreuz bei "ich mache von meinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch" und weg damit

Antwort
von Matermace, 56

Wenn das eine Vorladung von der Polizei ist muss er da gar nicht hin.

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