Frage von Zarate70, 30

Wie verhält es sich wenn man bei Kündigung seinen Urlaub und Überstunden nicht mehr nehmen kann?

Wenn man bei einer Kündigung bis zum Laufzeitende krankgeschrieben ist und seinen Urlaub und Überstunden nicht mehr nehmen kann, wie wird das verrechnet? Wir dies ausbezahlt? Darf der Arbeitgeber dies mit den Krankheitstagen verrechnen? Sollte man danach arbeitslos sein, wird dies vom Arbeitslosengeld abgezogen? Wenn man gleich danach eine neue Stelle hat, wird dies dann ausbezahlt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, 12

Urlaub, der wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann, muss nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4 ausgezahlt werden. Ob Du anschließend arbeitslos bist oder eine neue Stelle hast, spielt dafür keine Rolle.

Das gilt entsprechend auch für Überstunden.

Das ausgezahlte Urlaubsgeld wird nicht - so wenig wie das Geld für die Überstunden - mindernd auf das Arbeitslosengeld 1 angerechnet (wohl auf das Arbeitslosengeld 2).

Allerdings führt die Auszahlung des Urlaubs dazu, dass der Beginn der Zahlung von Arbeitslosengeld 1 sich um die Dauer des ausgezahlten Urlaubs "nach hinten" verschiebt (die Dauer der Leistungszahlung wird also nicht verkürzt); Du nimmst Deinen bezahlten Urlaub dann also sozusagen nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses.

Die Verschiebung des Beginns der Zahlung von Arbeitslosengeld 1 in diesem Fall wird zwar oft als "ungerecht" angesehen, sie ist dabei logisch und konsequent, da ansonsten Arbeitslose, die ihren Urlaub noch in der Kündigungszeit nehmen konnten, benachteiligt wären.

Du hast übrigens, wenn das Arbeitsverhältnis bei der Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat, Anspruch auf den gesamten vereinbarten Jahresurlaub, bei Vereinbarung einer anteiligen Urlaubsberechnung aber mindestens auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub.

Wenn Du diesen Anspruch wahrnimmst, hast Du in diesem Kalenderjahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber - es sei denn, der Urlaub bei ihm wäre länger als beim jetzigen.

Antwort
von 5432112345, 13

Muss ausgezahlt werden. Wird nicht verrechnet. Wird nicht vom Arbeitslosengeld I abgezogen, vom Arbeitslosengeld II schon. Eine neue Stelle hat keinen Einfluss auf die Ansprüche aus dem letzten Arbeitsverhältnis.

Antwort
von DerHans, 13

In erster Linie ist Urlaub und Mehrstunden durch Freizeit auszugleichen.

Wenn dies aus betrieblichen oder zeitlichen Gründen nicht möglich ist, muss der Arbeitgeber in Geld abgelten.

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