Frage von BadGamer1007, 87

Wie verhält es sich wenn ein Verkäufer Ware heraus gibt, und die Rechnung von Kunden nicht bezahlt wird?

Zur Story.
Kunde kommt und will, sein neues Büro ausstatten. Zudem noch sein Wohnzimmer.
Angebot wurde geschrieben und Kunde entschied sich erstmal für TV + Heimkinoanlage für Zuhause.

Er kam vorbei mit einer Überweisungsbestätigung und wollte die Geräte abholen, gutgläubig gab ich die Ware frei.

Den Rest könnt Ihr euch vorstellen: Geld kam nicht.

Kontakt zum Kunden war noch eine Weile vorhanden mit Versprechungen das die Zahlungen geleistet werden.

Nun die Frage.
Kann das Unternehmen mich die Rechnung zahlen lassen?
Ist das Rechtens?

Ich hoffe die Community hier kann mir helfen.
Wenn ihr vllt Urteile oder Gesetze die in die Richtung habt, würde ich mich über diese freuen.

LG

Antwort
von franneck1989, 34

Kann das Unternehmen mich die Rechnung zahlen lassen?
Ist das Rechtens?

Kommt drauf an, wie der Fall gelagert ist. Bei mittlerer oder gar grober Fahrlässigkeit wäre eine (Mit-)Haftung des Arbeitnehmers grundsätzlich möglich.

Dabei muss einiges beachtet werden. So werden z.B. bei einem Praktikanten andere Hürden gesetzt als beispielsweise bei einem langjährigen Mitarbeiter in leitender Position. Warst du ausreichend geschult dafür? Gab es klare Anweisungen? Ist eine Einzelfallentscheidung...

Eine vollständige Würdigung des Falles ist daher wohl eher durch einen Anwalt möglich.

Antwort
von Manioro, 31

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen von vielen Betrieben steht ganz klar, dass sie Ware bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Verkäufers bleibt. Insofern hat Deine Firma Recht, das Geld oder die Ware bei Eurem Kunden einzutreiben.   Bleiben sie auf den Kosten sitzten, stellt sich die Frage ob sie Schadensersatzforderungen gegen dich durchsetzen können weil du entgegen klaren Dienstanweisungen gehandelt hast und damit einen Schaden verursacht hast. Ob das geht?  Ich bezweifle das.   Allerdings solltenst du mit einer Abmahnung rechnen.

Schau mal hier zum Schadensersatz:  http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Haftung_Arbeitnehmer.ht...

Antwort
von kevin1905, 18

Kann das Unternehmen mich die Rechnung zahlen lassen?

Du bist Angestellter des Unternehmens? Dann haftest du bei grober Fahrlässigkeit, ggf. bei mittlerer.

Einfache Fahrlässigkeit fällt unter Betriebsrisiko des Arbeitgebers.

Hier sollte ein Arbeitsrechtler bemüht werden. Arbeits-RS vorhanden?

Bitte Strafanzeige wegen Betrugs stellen. Die Überweisung war offensichtlich gefälscht, also haben wir Täuchung, Vorsatz und Vermögensvorteil.

Antwort
von TimmyEF, 48

Die Ware gehört bis zur vollständigen Bezahlung dem Lieferanten/Hersteller. Frist zur Bezahlung dem Kunden setzen. Erfolgt keine Reaktion dann das ganze dem Anwalt übergeben.

Kommentar von RobertLiebling ,

Nur wenn ein Eigentumsvorbehalt vereinbart wurde.

Ansonsten sind die Sachen durch Einigung und Übergabe wirksam übereignet.

Kommentar von BadGamer1007 ,

Einigung erfolgte ja aufgrund der Bescheinigung der Überweisung, wobei dies ja nicht geschah.

Kommentar von TimmyEF ,

Dann kann man den gesamten Kaufvorgang als Diebstahl und damit strafbare Handlung definieren. Die Ware wurde unter Vorlage von Scheinüberweisungen herausgegeben. Somit ist der Kauf rechtlich nicht zu Stande gekommen

Kommentar von franneck1989 ,

Dann kann man den gesamten Kaufvorgang als Diebstahl und damit strafbare Handlung definieren.

Nein, kann man nicht. Es ist vielmehr Betrug

Somit ist der Kauf rechtlich nicht zu Stande gekommen

Doch, der Kauf ist offensichtlich zustande gekommen. Stichwort: Abstraktionsprinzip

Antwort
von Katzenreiniger, 44

Nein, das ist nicht rechtens. Das Unternehmen hat eine Forderung gegenüber dem Kunden, die muss es selbst durchsetzen.

Abgesehen davon hat sich der "Käufer" des Betruges strafbar gemacht. Das sollte helfen, ihn zur Zahlung zu bewegen.

Antwort
von wilees, 16

Verstehe ich Deine Frage richtig - Dein Arbeitgeber möchte von Dir als Angestellten Kostenerstattung?

Kommentar von BadGamer1007 ,

Es wurde bereits angedeutet, mit der Aussage das es bei anderen Mitarbeiter schon vorgekommen ist. :/

Kommentar von wilees ,

Steht nur nirgends - in der Fragestellung

Antwort
von Barolo88, 37

erstmal den Kunden mit einem Mahnbescheid über das Gericht  anschreiben, danach evtl ein Vollstreckungsbescheid erwirken und das Geld eintreiben lassen.

Kommentar von BadGamer1007 ,

Das wurde bereits probiert, wobei nichts bei heraus gekommen ist. Ggf falsches Name

Kommentar von franneck1989 ,

Was wurde genau probiert, und was ist dabei heraus gekommen?

Strafanzeige wurde auch gestellt?

Antwort
von GueniGuenther, 27

In der Regel werden Mahnungen verschickt und am Ende das Inkasso ;)

Kommentar von franneck1989 ,

Das eigentliche Problem ist ja, dass dem Unternehmen ein Schaden entsteht wenn der Schuldner und sein Vermögen nicht greifbar sind. Da helfen dann weder Mahnungen noch ein Inkasso

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