Frage von dummyusr911, 24

Wie verhält es sich mit dem Unterhalt, wenn die Zustimmung zur Vaterschaftsanerkennung aussteht?

Frage siehe oben.

Details unten.


Situation

  • die Vaterschaft wurde auf meinen Wunsch hin Festgestellt.
  • ich war beim Standesamt, um die Vaterschaft anzumelden ("Anerkennung der Vaterschaft"). Hier wurde mit mir das Formular ausgefüllt und mir eine Kopie mit dem Hinweis (in Wort und schriftlich auf dem Antrag), dass die Anerkennung die Zustimmung der Kindsmutter benötig, was klar ist
  • in dem Zusammenhang habe die Kindsmutter benachrichtigt (Persönliches einreiben mit Rückschein, ja klingt krass aber dafür gibt es Gründe)
  • Parallel dazu war ich beim Jugendamt, dass mich um die Anerkennung und eine Finanzielle Auskunft bat. Vom zuständigen Sachbearbeiter wurde mir freundlich mitgeteilt, dass das Jugendamt aus der Sache vollständig raus wäre, da die Kindsmutter die Beistandschaft aufgekündigt und sich in die Hände eines Anwalts gegeben habe. (Dessen war ich mir bewusst, nur dass das Jugendamt nun die komplett falsche Adresse war, war mir etwas fremd) Nach einigen fragen wie ich nun fortfahren solle, verweis mich der Herr nach kurzer Telefonischer Rücksprache an die Beistandschaft: Unterhalsvorschusskasse ein paar Stockwerke tiefer
  • bei dem Kollegen der Unterhaltsvorschusskasse wurde Einsicht in meine Dokumente(u.a. Antrag zur Vaterschaftsanerkennung und meine Gehaltsabrechnungen) genommen und festgestellt, dass ich nicht Leistungsbefähigt bin. (Erstausbildung & (3.LJ)Gehalt deutlich unter dem Selbsterhalt) Dann wurde mir gesagt, dass ich mich nach Abschluss meiner Ausbildung wieder melden solle(/muss, aber das ist ja klar)
  • nach erneuter Nachfrage beim Standesamt versicherte mir die Dame wiederholt, sich bei mir zu melden wenn sich etwas tue
  • und natürlich wurde bei der Kindsmutter bereits nachgetriggert(erneute Benachrichtigung; mir fällt leider gerade nicht das deutsche Äquivalent ein, sorry)

Nun neigt sich meine Ausbildung dem Ende (im besten Falle inklusive einer Übernahme) und abgesehen von dem psychologischen Aspekt würde ich nun gerne Wissen wie es weitergeht.

Wie ist es mit dem Unterhalt für die Beiden / den Kleinen?

Wie verhalte ich mich bezüglich dem Verhältnis zur Unterhaltsvorschusskasse?

Wie ist nach der Übernahme mit dem Kinderfreibetrag (0,5 in dem Falle)

Wie bezahlt dann die Vorschusskasse wenn ich bis dahin immer noch nicht eingetragen bin?

Kann das später auf einen Schlag zurück gefordert werden? (wenn die Eintragung später dann doch erfolgt) Das spielt für mich auch eine relativ große Rolle, da ich endlich von zuhause ausziehen möchte(/muss u.a. Firmensitzwechsel; >30tkm/Jahr Fahrt zur Arbeitsstelle) und da der Wohnraum gerade heute so extrem teuer ist, müsste ich schlicht planen bzw. Haushalten können. Da käme mir eine Rückforderung gänzlich ungelegen.

Phuu... das war ganz schön viel. Ich hoffe man kann den Inhalt nachvollziehen und es kommen ein paar gute Antworten bei rum.

(Ich bitte um Nachsicht bei Fehlern.)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo dummyusr911,

Schau mal bitte hier:
Kinder Unterhalt

Antwort
von ichweisnix, 4

Wie verhalte ich mich bezüglich dem Verhältnis zur Unterhaltsvorschusskasse?

Sie teilen der Unterhaltsvorschusskasse mit, sobald sie leistungsfähig sind bzw sich an der Situation etwas geändert hat.

Kann das später auf einen Schlag zurück gefordert werden?

Hier muß man zwei Zeiträume unterscheiden. In der Zeit in der sie nicht leistungsfähig waren, bestand keine Unterhaltspflicht und somit ist auch nichts zurückzuzahlen, es sei denn sie hätten einen Unterhaltstitel unterschrieben, was aber ohne Vaterschaftsanerkennung besonders eigenartig wäre.

Für die Zeit der Leistungsfähigkeit dürfte es davon abhängen, wie lange sich die Mutter mit der Zustimmung Zeit läßt. Letztlich ist es so, das der der den Unterhalt haben will diesen auch verlangen muß. Unterhläßt der Unterhaltsberechtigte die Geltendmachung verfällt der Unterhaltsanspruch.

Insbesondere wenn die Vaterschaftsanerkennung bislang an der Mutter krankt, dürfte es dieser Schwer fallen, den Unterhalt rückwirkend geltend zu machen.

Antwort
von Brillance, 3

moin,

Erhält ein Unterhaltsberechtigter keinen oder zu wenig Unterhalt, kann er beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen. Voraussetzung ist, dass das Kind jünger als 12 Jahre ist.
Der Vorschuss kann für maximal 72 Monate gewährt werden und ersetzt
ausbleibende Unterhaltszahlungen.
Der Unterhaltspflichtige wird durch den Unterhaltsvorschuss nicht entlastet, sondern muss den Unterhaltsvorschuss zurückzahlen. Aber nur dann, wenn er zahlungsfähig ist.       

Rückzahlung Unterhaltsvorschuss:
Der Unterhaltspflichtige muss den Unterhaltsvorschuss nur zurückzahlen, wenn er zahlungsfähig war aber nicht gezahlt hat. Wenn ein Unterhaltstitel vom Jugemdamt oder vom Gericht vorlag, nach dem er hätte zahlen müssen und sich dennoch geweigert hat. 

War er aber auf Grund von geringem Einkommen oder Arbeitslosigkeit nicht zahlungsfähig, dann muss er den gezahlten Unterhaltsvorschuss, den das Jugendamt an die Mutter gezahlt hat, nicht an das Jugendamt zurückzahlen

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