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Wie unterstütze ich meinen schüchternen Sohn?

gefragt von salome am 14.05.2008 um 18:02 Uhr

Unser Sohn ist jetzt 8 und schrecklich schüchtern. Am Samstag steht wieder eine größeres Familienfest an, da erwartet die Verwandtschaft natürlich, daß er brav die Hand gibt und ein bißchen was erzählt. Für ihn ein Horror. Bislang habe ich ihn oft außen vor gelassen, bin mir aber nicht sicher, ob ich ihm damit auf Dauer einen Gefallen tue.


Reply


MiAnTo
beantwortet von MiAnTo am 14. Mai 2008 18:22
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In unserer Familie werden die Kinder gefragt, ob man sie knuddeln, küssen oder auf den Arm nehmen darf. Sagt ein Kind nein, dann wird das mit einem Lächeln und einem "Na gut, schade. Aber vielleicht nachher? Ich frag Dich einfach..." respektiert.
Einfach aus der Gewißheit heraus, dass ein Kind manchmal einen guten Grund hat, etwas nicht tun zu wollen, es aber noch nicht richtig ausdrücken kann. Diesen Respekt hat es aber schon verdient, finden wir.
(Umgekehrt muss ein Kind ja auch akzeptieren, wenn ein Erwachsener grad nicht kuscheln will.
Und das Gleiche gilt auch für Begrüßungen und Abschiede.

Außerdem muss ein Kind ja nicht zwangsläufig Zuneigung zu jemandem empfinden, nur weil es sich um den Onkel, die Tante oder sonst einen Verwandten handelt. Kindern steht die Zuneigung zu weil sie Kinder sind. Aber die Erwachsenen müssen sich diese Zuneigung der Kinder erst einmal verdienen!

Die Folge: unsere schüchternen Kinder haben Zeit, aus sich heraus zu gehen - wenn es in ihren Kram passt.
Und die sofortige Akzeptanz der Abweisung mit dem ausgesprochenen (nicht vorwurfsvollen!) Bedauern darüber bewirkt in der Regel, dass -allein durch die freie Entscheidung- das Kind schnell das Bedürfnis entwickelt, sich genau wie die zutraulichen Kinder die kleinen Aufmerksamkeiten von Onkeln, Tanten und allen anderen abzuholen.
Zweite Folge: ein Nein wird in der Familie erlernt. Wenn die Familie ein Nein nicht akzeptiert, wie soll kind daraus folgern, dass es draußen etwas bewirkt?
Also werden sie "draußen" selbstsicherer, denn ja sagen ist leicht. Nein muss erlernt werden, es erfordern Mut zum Widerstand - jedes Mal!
Gib ihm die Gewissheit, dass Du auf seiner Seite stehst. Verteidige ihn, sorge dafür, dass ein "Nein" von Deinem Sohn von den anderen hingenommen wird - ohne Vorwürfe oder Erziehungsversuche. Am Besten klärst Du das schon vorher mit Deiner Familie ab und sag ihnen, dass Du jede Abweisung und Zurückhaltung mit einem "Ok, Spatz (oder wie auch immer), Du musst nicht!" kommentieren wirst, um genau diese Mama-steht-hinter-mir-Haltung zu festigen.
Mit Dir im Rücken wird er sicherer werden. Und vielleicht, wenn die anderen dies akzeptieren, wird er bald fröhlich mit Dir auf ein Fest gehen, weil es dann spaßig sein wird und nicht erschreckend.
Denn stell Dir mal vor, da sind Leute, die Du nicht so genau kennst, weil Du sie nicht so oft siehst und die dürfen Dir plötzlich Befehle geben, deren Ausführung Dir unangenehm ist - Du würdest auch verschreckt und schüchtern reagieren.

Kommentar von Naschie am 14. Mai 2008 21:40

Super Antwort. Es ist doch zum heulen mit den "lieben" Verwanten. Ein guten Tag ist völlig ausreichend. Wer möchte auch bei den 3 Pflichtveranstaltungen im Jahr selber jedem Verwanten um den Hals fallen. Mein Sohn ist auch schweigsam und die Kom. der Fam. jdesmal zum heulen DH für Dich.


anonym
beantwortet von Brianna am 14. Mai 2008 18:09
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Lass ihn. Familienfeiern mit Kindervorführung ist für jedes Kind ein Horror. Kinder sollten auch auf Familienfesten freundlich guten Tag sagen müssen und das war es auch schon. Danach sollten sie sich zum Spielen nach draußen "verziehen" dürfen. Nur wenn sie es selber wollen, sollten sie den Kontakt zu einer Gruppe Erwachsener suchen.

Kommentar von F4a3034a2625b30d6857a5e93c1c8892smallandreas48 am 14. Mai 2008 18:13

eine Top-antwort..ich hasse und hasste auch diese Vorstellung von dressierten Hündchen..mach einen Diener, mach einen Knicks und gib Küßchen und der ganzen Schmarren, nur qweil Onkel und Tante und Omi und Opi das erwarten..

ich möchte doch als erwachsener auch alleine entscheiden, wem ich näher komme

Kommentar von miralira am 14. Mai 2008 18:16

Seh ich ganz genau so ! Meine Kinder müssen niemanden die Hand geben, wenn sie es nicht wollen. Ich erwarte, dass sie grüßen, mehr nicht !!Auch Küsschen für Omas und Opas nur wenn sie es wollen, ich knutsch doch auch nicht jeden !!

Kommentar von Simple_avatar1smallpegolina am 14. Mai 2008 18:40

Brianna, du hast recht. DH

Kommentar von 598eed67da44e7409542520085e84ed6smallTaifun Hoang am 15. Mai 2008 15:10

find ich auch, nur leider haben wir in Asian nicht so viele verständnisvolle Eltern, DH

Kommentar von Brianna am 16. Mai 2008 10:01

@Taifun Hoang: Bei uns hier auch nicht, aber es reicht doch, wenn ich Verständnis für mein Kind aufbringe und meinen breiten Rücken davor schiebe. Wenn einer was zu meckern hat, muss er erst an mir vorbei.


moon73
beantwortet von moon73 am 14. Mai 2008 18:06
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Unterstütze deinen Sohn und steh im bei. Das wäre für mich genauso ein Horror , wenn ich auf einer großen Feier jedem die Hand geben müßte und auch noch jedem was erzählen müßte. Machen das denn die Erwachsenen auch so? Bringt sich da auch jeder in einer Vorstellungsrunde ein? Ich glaube wohl eher nicht. Laß deinen Jungen soviel machen , sagen wie er will und damit ist auch gut. Deine Verwandtschaft sollte für einen schüchternen 8-jährigen Verständnis aufbringen. Irgendwann wird er schon lockerer werden, das kommt dann mit der Zeit .


mia68
beantwortet von mia68 am 14. Mai 2008 18:10
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Ich würde sein Verhalten auf jeden Fall nicht noch problematisieren, es als "falsch" oder "schlecht" ansehen; lass´ihn so sein, wie er eben ist. Vielleicht kannst du ein bisschen "moderieren", wenn du bei dem aufdringlichen (!?) "Frage-Antwort-Spiel" dabei bist, so dass er nicht ganz alleine vor der "Familien-Meute" steht. (nicht bös´gemeint, aber ich mochte diese Ausfragerei und das Geknutsche meiner Tante auch nie sonderlich... und er ist ja noch recht klein, das muss man auch sagen). Ansonsten wird er sicher ganz natürlich lernen, sich damit zu arrangieren, dass Menschen hin und wieder auf ihn zukommen. Geh´du ebenso selbstverständlich damit um, er schaut auf dich... ;-)


anonym
beantwortet von annamarc am 14. Mai 2008 18:04
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Hmm - schwierig. Ich würde ihn in keinem Fall zwingen wenn er sich dabei nicht wohl fühlt.

Kommt denn da gar keine Initiative von ihm? ...oder braucht er nur länger bis er auftaut.

Grad bei der Verwandtschaft sollte das doch kein Problem sein.





anonym
beantwortet von jason am 14. Mai 2008 18:04
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Da würde ich aktiv gar nicht eingreifen. Wenn Du etwas gegen sein Willen tust wird eher noch ruhiger. Gib ihm etwas Zeit, Kinder in diesem Alter sind häufig noch schüchtern was sie mit zunehmenden Alter ablegen.


Qetan
beantwortet von Qetan am 14. Mai 2008 18:05
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Wenn er mit der Verwandtschaft nicht so recht klarkommt, finde ich das nicht so schlimm. Wenn er ansonsten mit anderen Kindern und seinem Umfeld kein Problem hat, dann laß ihn so wie er ist.


skyseeker
beantwortet von skyseeker am 14. Mai 2008 18:09
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Rede mit der Verwandschaft! Mach ihnen klar, dass dein Sohn das Recht auf eine eigene Meinung hat und du in diesem Punkt voll hinter ihm stehst. Er selbst entscheidet, wann er mit wem worüber reden möchte. Machen wir doch so, oder? Die Hand geben ja. Unfreiwillig die überhöhten Erwartungen der Verwandten befriedigen? Definitiv nein!


milkalila
beantwortet von milkalila am 14. Mai 2008 18:21
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Ja, lass ihn so, wie er ist und mach der Sippe klar, das er nun mal schüchtern ist. Wenn Du ihn zwingst, dann hat keiner was davon. Er wird nur noch unsicherer und steigert sich rein und damit erreicht man das genaue Gegenteil.Stärke ihn in seiner Entscheidung und lass ihn das "Kind sein" genießen, man muss sich nicht immer anpassen und funktionieren wie die anderen es gern hätten.Wer mochte schon als Kind das feuchte Tanten-Küßchen mit der Duftnote von 4711 und verwelkten Blumen... Sonst bekommst du so einen Tipp wie ich mit meiner damals 3 jährigen Tochter, die immer heulte, wenn sie bei Opa ankam und gerade im Auto gepennt hatte: "Das Kind ist verhaltensgestört, die muss Du mal zu einem Therapeuten bringen". Wir sind dann nicht mehr zu Opa gefahren, sondern haben uns besuchen lassen und siehe da, das Kind war doch völlig normal.....


gigik
beantwortet von gigik am 14. Mai 2008 21:20
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Mein Sohn ist auch 8 ein halb und sehr schüchtern, braucht lange bis er auftaut. Er sollte Guten Tag sagen, und versprich ihm, wenn er das tut, dan darf er auch gleich spielen gehen, wenn er will. Je mehr Du ihn dazu zwingst, desto ärger wird es. War zu meiner Zeit auch anders, habe es tun müsse, aber es gehasst und nicht verstanden. Bin in Win aufgewachsen und musste sogar "Küss die Hand sagen"!!!! Du kannst es aber auch mal bei einem GUTEN Homeopathen versuchen, damit sich die Schüchternheit etwas löst, deshalb wirst Du ihn aber auch nicht dressieren können, sondern nur selbstbewusster!!


Mia1de
beantwortet von Mia1de am 15. Mai 2008 22:17
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Generell finde ich auch, dass die Verwandschaft darauf Rücksicht nehmen soll. Und das liegt in Deiner Hand. Mein Sohn war auch sehr, sehr zurückhaltend. Ich hatte Angst, dass er, wenn er in die Schule kommt, total untergebuttert wird und habe ihn daher bei einem Karatekurs angemeldet. Dort ist er jetzt seit ca. eineinhalb Jahren. Und er hat sich total verändert. Er geht mehr aus sich heraus, ist mutiger, selbstbewusster und allen anderen mehr aufgeschlossen. Er geht nun in die Schule, hat jede Menge Freunde und lässt sich nichts mehr gefallen. Ich kann das nur empfehlen!!!


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