Wie unterscheiden sich die Sichtweisen des frühen und des zeitgenössischem Christentums zu Jesus?

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3 Antworten

Jede Abweichung vom ursprünglichen Christentum stellt eine Gotteslästerung dar oder auch Abfall von Gott.

Die Lehren Jesu sind ja hinlänglich bekannt. Nehme man also zum Beispiel die heutigen katholischen Lehren und vergleiche sie. Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Kirche sich unterstanden hat, Zeit und Gesetz = die 10 Gebote nach eigenen Vorstellungen zu ändern. Nicht jedes Gebot wurde geändert, aber mindestens 3. Das wird schon im Buch Daniel als künftiges Ereignis aufgeführt, was Abfall von Gott und Jesus bedeutet. Mithin sind alle Kirchen, die diese Änderung mitmachen oder beibehalten, von Gott abgefallen. Und keine menschliche Autorität wurde von Gott zu einer Veränderung autorisiert.

Warum diese Änderung nicht gottgewollt sein kann, geht aus der Offenbarung hervor, denn die ursprünglichen 10 Gebote befinden sich in der Hütte des Zeugnisses und werden zur Zeit des Endes der Welt dort in einem prophetischen Gesicht wiedergesehen. Da kann auch keiner ran, denn sie befinden sich zu dieser Zeit im himmlischen Heiligtum. Mit anderen Worten, Kirchen betrügen heute ihre Mitglieder, indem sie ihnen sagen: Diese Änderung ist doch nicht so schlimm. In der Offenbarung wird bei Öffnung der Hütte des Zeugnisses ein furchtbares Gericht geschildert, das offensichtlich alle Verräter an Gottes Wort und seinen Geboten vernichten wird.

Das heutige Verständnis des Christentums ist insbesondere auch in der Erlösungslehre erkennbar. Während Jesus und die Apostel lehren, dass man Vergebung und Erlösung nur durch die Gnade Gottes und Jesus erhalten kann, gibt es Kirchen, die "Zusatzleistungen" für notwendig erachten. Die Urchristen betrachteten zwar auch eine Veränderung des Lebens im christlichen Sinne für erforderlich, aber diese Veränderung ist eine Gnadengabe Gottes und keine heilbewirkende Eigenleistung. Auch kann die Eigenleistung nicht zur Erlösung im Sinne von Heil bewirkenden guten Werken verstanden werden.

Insbesondere bewirken keine Bußübungen, wie zum Beispiel ständiges Wiederholen von bestimmten Gebeten und das auf Knien hochkriechen von Treppen als Bußübung und Wallfahrten etc., nichts. Sie sind völlig umsonst und sinnlos. Ebenso ist der Besuch eines Gottesdienstes nur eine freiwillige Versammlung Gleichgesinnter und kein Werk, dass irgendetwas bewirken kann.

Niemand kann vom Abendmahl und andere christliche Veranstaltung mit Folgen für seine Seligkeit ausgeschlossen werden. Es sei denn, er schließt sich von den Lehren Jesus selbst aus.

Es gibt in der Bibel die Zehnten-Regelung und keine Kirchensteuer. Freiwillige Gaben sind akzeptiert, aber bewirken auch keine Erlösung von der Sünde. Diese Dinge sind bestenfalls der Ausdruck der besonderen Liebe zu Jesus und seiner Gemeinde und ggf. auch zu anderen Menschen, die Hilfe benötigen. Kirchensteuer ist in der Urchristenheit unbekannt.

Jesus kennt keine unsterbliche Seele, sondern nur die Auferstehung, die Jesus am Tage seiner Wiederkunft veranlasst. Die Toten nehmen nicht Anteil am Geschehen auf dieser Erde bis zur Auferstehung.

Die ersten Christen verehrten keine Bilder, wie sie in Kirchen oft zu sehen sind und auch Heilige im Sinne der Kirche, die man anbeten oder um Hilfe bitten kann, gab es nicht. Und die Bibel sagt auch nichts davon, dass man solchen Bilderdienst und auch die Marienverehrung einführen soll.

Maria nimmt in der ersten Christenheit nur die Stellung als die Frau ein, die Jesus geboren hat. Jesus selbst weißt darauf hin, dass für ihn nur sein Vater im Himmel die höchste Stellung einnimmt, so lange er als Mensch auf dieser Erde seinen besonderen Erlösungsdienst tut. Danach wurde er wieder in den Himmel aufgenommen und ist dort Hoher-Priester, der uns vor Gott vertritt. Er bekommt nach seiner Himmelfahrt wieder die Göttlichkeit, die er hatte, bevor er Mensch wurde. Darüber gibt es biblische Aussagen, die so klar sind, dass man sie kaum umdeuten kann.

Marien- und Heiligenverehrung sind also ein Sakrileg.

Die erste Christenheit hat nur reine Tiere gegessen (siehe 3. Mose 11) und wäre niemals auf die Idee gekommen, Tiere zu essen, die die Bibel als unrein bezeichnet. Unrein ist ein Tier nicht dadurch, dass es ungewaschen ist, sondern ob Gott es zur Nahrung zugelassen hat. Das hat nichts mit Zeremoniell zu tun und ist ein sinnvoller gesundheitlicher Aspekt, der heute kaum noch Beachtung findet.

Auch hat die erste Christenheit mindestens ein eingeschränktes Verhältnis zu Alkoholgetränken. Rauchen kannte sie überhaupt nicht.

Alles, was dem Körper schadet, ist auch gegen Gottes Gesetz. Im übertragenen Sinne wird hier das Gebot: "Du sollst nicht töten" praktisch angewendet.

Das sehen heute viele "Christen"  anders. Sie halten Genussgifte für legitim.

Die Vollmachten von Kirchendienern sind in der ersten Christenheit nur Aufträge von Christus, bestimmte Dinge zu tun und zu verkündigen. Heute nimmt sich vom Priester bis zum Papst eigene Entscheidungsvollmacht heraus, ohne das Jesus in der Bibel sein "Ja" dazu gesagt hat. Allenfalls behaupten sie das, was unüberprüfbar bleibt - und dennoch nicht wahr sein kann, weil Gott sich und seine Grundsätze nie verändert. Wie sollte da ein Mensch, diese über Gott stehende Vollmacht ausüben dürfen. Das ist ein Sakrileg.

An dieser Stelle will ich aufhören. Es würde zu lang werden, wenn man alles aufschreibt. Es gibt viel in der heutigen Christenheit zu reformieren und anhand der klaren Aussagen der Bibel zu revidieren. Keiner kommt auf billigem Weg zu Jesus und Gott, denn Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

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hey ,wisst ihr vielleicht : Wie sich die Sichtweisen des frühen und des zeitgenössischem Christentums zu Jesus unterscheiden ?

Weder "das" frühe noch "das" zeitgenössische Christentum sind eine Einheit. Im zeitgenössischen Christentum gibt es beispielsweise (im freikirchlichen Bereich) Gruppen, die sich darum bemühen, die Sichtweise des frühen Christentums zu haben.

Die Sichtweise des frühesten Christentums kann dem Neuen Testament entnommen werden. Nur wenige alte christliche Schriften (z.B. der erste Clemensbrief) sind so alt wie du zuletzt entstandenen Schriften des NTs, insbesondere die vom NT abweichenden "apokryphen" Evangelien" sind alle später entstanden und gehören schon ins 2.Jh.

Zu der Sichtweise der frühesten Christen gehört:

  • Jesus ist der Menschensohn, also derjenige, der zu Gott in den Himmel gefahren ist, dort die Herrschaft über den Kosmos bekommen hat und zurückkehren wird, um über alle Menschen Gericht zu halten (zum Ursprung des Begriffs siehe Dan 7,13-14). Jesus hat Sich selbst als Menschensohn bezeichnet und Seine Funktion als Richter der ganzen Welt oft hervorgehoben.
  • Zugleich ist Jesus der Retter, der wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben und dann auferstanden ist  - wer sich auf die dadurch bewirkte Gnade Gottes verlässt (fromm ausgedrückt: "an Gott glaubt"), der ist gerettet. Auch das geht auf Jesus zurück, der das z.B. in den berühmten ("Einsetzungs"-)Worten beim "letzten Abendmahl" gesagt hat.
  • Als Menschensohn und Retter ist Jesus auch der mschijch (griechisch transkribiert. "Messias", ins Griechischen übersetzt: christos), der dem Volk Israel versprochene Retter, der bei seiner Rückkehr alle Verheißungen Gottes an Israel erfüllen wird.
  • Jesus ist das Licht der Heiden. Die Rettung durch ihn  ist (wie schon angedeutet) nicht nur für Juden da, sondern für alle Menschen. Um gerettet zu werden, muss man also nicht erst Jude werden, sondern kann direkt zu Jesus kommen und an seine Erlösung glauben. Ein Thema, das v.a. im Römerbrief ausführlich behandelt wird.
  • Bevor Jesus als Retter auf die Welt kam, war Er bei Gott, und zwar von Ewigkeit her (Jh 1,1; Mi 5,1; vhl. Hbr 7,3). Er hatte die gleiche Herrlichkeit wie sein Vater, und hat auch den höchsten Namen (also JHWH) erhalten (Ph 2,5-11).
  • Auch aus anderen Stellen im NT geht hervor, dass das Wort "Herr" im Ausdruck "der Herr Jesus Christus" o.ä. sich im NT in der Regel auf JHWH bezieht. Oder wie es in 1.Jh 5,20 heißt: Jesus ist "der wahre Gott und das ewige Leben".

Soweit die Sichtweise des frühesten Christentums, aber wie gesagt: schon im 2.Jh. fächerte sich das auf (siehe gnostische Evangelien etc.). Was das zeitgenössische Christentum angeht, kannst du ja einfach mal zeitgenössische Christen in deinem Umfeld frage. Oder mal ne katholische, ne ev.-landeskirchliche und ne freikirchliche ev. Gemeinde besuchen ...

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Im frühen Christentum gab es vor allem den Streit um die Gottessohnschaft und die Frage, ob Jesus der Messias ist oder nicht. Diejenigen, die dies bejahten, haben sich durchgesetzt und die Lehre von der Dreifaltigkeit erfunden.

Jesus selbst sah das wohl anders, er wollte auch nur das Judentum im Sinne seiner Lehre reformieren, aber keine neue Religion gründen. Er verehrte nur den einen Gott und nannte ihn Vater, da dies zu seiner Zeit ein üblicher Begriff war und keine Gottessohnschaft implizierte. Wenn Jesus von sich als Sohn Gottes sprach, dann meinte er, dass wir alle Söhne und Töchter, also Kinder Gottes seien. Um sich selbst von einer exklusiven Gottessohnschaft zu distanzieren, spricht Jesus auch von sich als Menschensohn.

Ebenso gilt es zu bedenken, dass im gesamten Tanach Gott an keiner Stelle einen Sohn hat.

Vieles von dem, was Christen heute glauben, sind spätere Erfindungen und Vorstellungen, die mit der Lehre Jesu nichts zu tun haben.

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Kommentar von helmutwk
10.06.2016, 14:42

Im frühen Christentum gab es vor allem den Streit um die
Gottessohnschaft und die Frage, ob Jesus der Messias ist oder nicht. Diejenigen, die dies bejahten, haben sich durchgesetzt und die Lehre von der Dreifaltigkeit erfunden.

Also entweder hast du dich massiv verformuliert und meinst was Anderes, oder du schreibst Unsinn:

Das Wort "Christ" (gr. christianos) ist von "Christus" abgeleitet, und "Christus" (gr. christos) ist die Übersetzung von Hebräisch mschijch ("Messias"). Wer nicht glaubte, dass Jesus der Messias ist, der war 8und ist) kein Christ.

Die Trinitätslehre ist nicht "erfunden", sondern stellt eine Systematisierung verschiedener Aussagen in der Bibel dar.

Jesus selbst sah das wohl anders, er wollte auch nur das Judentum im Sinne seiner Lehre reformieren,

Nun, ein "Reformer" sieht anders aus. Jesus hat keine Zweifel daran gelassen, dass Er der Menschensohn ist, also derjenige, der zum Himmel fährt und dort von Gott die Herrschaft über die ganze Welt erhält. Auch hat er oft darauf hingewiesen, dass ER am Ende der zeit alle Menschen richten wird.

Und neben dieser "eschatologischen" Botschaft und der moralischen Strenge, wie er sie z.B. in der Bergrp0edigt verkündete, steht die Botschaft von der Gnade. Gerade die Pharisäer haben sich ja daran gestört, dass Jesus ein "Freund der Sünder" war.

Er verehrte nur den einen Gott und nannte ihn Vater, da dies zu seiner Zeit ein üblicher Begriff war und keine Gottessohnschaft implizierte

Das mit dem "nicht implizieren" ist Wunschdenken, so üblich war der Ausdruck von Gott als Vater nicht. Vor allem die Anrede von Gott als "Papa" (abba) hat die Zeitgenossen erstaunt. Das ist ein Verhältnis angedeutet, das über eine metaphorischen Vaterschaft (Gott als Vater Israels) hinausgeht.

Um sich selbst von einer exklusiven Gottessohnschaft zu distanzieren, spricht Jesus auch von sich als Menschensohn.

Wie schon gesagt, gehört Menschensohn in ein anderes Begriffsfeld als du denkst. Für viele Juden von damals waren "Menschensohn" und "Elija, der wiedergekommen ist" austauschbare Begriffe. Wer von dem Wort darauf schließt, dass Jesus eine besondere Gottessohnschaft für sich abgelehnt hat, der hat sich mkirt dem Thema nicht gründlich genug befasst.

Ebenso gilt es zu bedenken, dass im gesamten Tanach Gott an keiner Stelle einen Sohn hat.

Ach wirklich? In ".Ms 4,22 wird der erstgeborene Sohn Gottes erwähnt: Israel. "Söhne Gottes" in der Mehrzahl kommen auch mehrfach im Tenakh vor. Und was ist Spr 30,4 anders als die Frage, wie der Sohn Gottes (der möglicherweise mit dem Menschensohn identifiziert wird) heißt?

Vieles von dem, was Christen heute glauben, sind spätere Erfindungen und Vorstellungen

Vieles, was du für spätere Vorstellungen hältst, findet sich schon im Alten Testament.-

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