Frage von ColeslawDE, 118

Wie und wie viel kann ich steuerlich geltend machen?

Hallo ihr Lieben,

Ich bin bei einer Versicherung im Außendienst tätig und wollte fragen, in wie weit ich meine gefahrenen Kilometer steuerlich geltend machen kann. Wichtig ist denke auch, dass ich mit meinem privatem Fahrzeug fahre. Und zwar einen Renault Twingo (Baujahr 01), falls das von Relevanz ist. Insgesammt bin ich von Oktober 2014 bis heute 10.445 Kilometer gefahren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wedsawetrtzg, 76

Du kannst dienstlich gefahrene Strecken steuerlich geltend machen. Allerdings nach Kalenderjahren. Du musst die Strecken aber belegen. Zudem musst du natürlich mögliche Erstattungen durch den Arbeitgeber gegenrechnen.

Kommentar von ColeslawDE ,

Erstmal danke für die Antwort! Ich habe sämtliche Kundentermine in meinem Outlook-Kalender gespeichert, daher habe ich auch meine oben genannten Kilometer gerechnet. Von meinem Arbeitgeber bekomme ich einen Reisekostenzuschuss von 150€ (auf mein Bruttogehalt drauf). Ist das relevant für die Steuer?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Ja, das wird gegengerechnet. Ich glaube nicht, dass das Finanzamt Outlook akzeptieren wird. Bei einer solchen Vielzahl an km wird man wahrscheinlich ein Fahrtenbuch vorlegen müssen. Aber das ist am Ende auch Verhandlungssache.

Kommentar von ColeslawDE ,

Kann ich den ein Fahrtenbuch noch quasi "nachschreiben"? Habe keine Ahnung von Steuern. Was meinst du wie ich vorgehen sollte?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Nein, ein Fahrtenbuch muss sofort geführt werden. Eine nachträglich Erstellung ist unzulässig .

Da es bei dir um einige Tausend EUR geht, würde ich dir dringend empfehlen, einen Steuerberater zu konsultieren. Das lohnt allemal.

Kommentar von ColeslawDE ,

Ist es denn auch davon abhängig, was ich an Lohnsteuer gezahlt habe? Was ich dann absetzen kann?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Klar, du kannst nicht mehr absetzen, als du gezahlt hast.

Kommentar von ColeslawDE ,

Okay, das wäre dann nämlich denke das Problem. Ich habe 2015 etwas über 1100€ Steuern gezahlt, aber 1800€ (Brutto) an Reisekosten. Da werde ich denke nix bekommen, oder?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Nee, da bist du auf dem Holzweg. Wenn du 10.000 km gefahren bist, kannst du dafür 3.000,00 EUR absetzen. Gegen diese EUR 3.000 musst du die EUR 1.800 Reisekostenerstattungen gegenrechnen. Dann bleiben noch EUR 1.200, die du absetzen kannst. Absetzen heißt aber nicht von deiner Lohnsteuer, sondern von deinem steuerplichtigen Einkommen.

Kommentar von ColeslawDE ,

Also meinst du, so ein Besuch beim Steuerberater würde sich lohnen?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Ja

Kommentar von ColeslawDE ,

Super, dann mach ich mal direkt einen Termin. Danke dir für den Rat. Das Sternchen ist dir sicher.

Kommentar von Kuestenflieger ,

als kleiner Außendienstler lohnt sich auch ein Lohnsteuer Hilfe Ring .

Kommentar von Hefti15 ,

Fahrtenbuch? Sicher?

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Entscheidet das FA, aber der der Strecke und Wechseleinsatztätigkeit mit 99,99% Wahrscheinlichkeit: Ja

Kommentar von Hefti15 ,

Lieber wedsawetrtzg, glaube ich nicht.

Bei Dienstreisen müssen doch nur die entsprechenden Dienstfahrten nachgewiesen werden (ev. vom AG bestätigt).

Ein Fahrtenbuch gibt es weder im Gesetz noch in den entsprechenden Richtlinien.

Benenne mal eine Fundstelle!

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Es geht beim Finanzamt immer ums "glaubhaft machen" die von dir ins Feld geführten Arbeitgeberbescheinigungen stehen auch nicht im Gesetz oder in den Richtlinien. Das Finanzamt ist aber berechtigt, ein Fahrtenbuch zu verlangen. Deshalb habe ich geschrieben, dass es in deren Entscheidungsspielraum liegt. Der Fragensteller wird es erleben. Wenn du nähere Infos möchtest, wende dich an die freundlich Finanzverwaltung an deinem Wohnsitz oder gib Fahrtenbuch + Werbungskosten bei Google ein.

Kommentar von Hefti15 ,

Nein, du irrst dich m.M.

Das Finanzamt kann nur Sachen verlangen, die auch im Gesetz bzw. Richtlinien bzw. in Erlassen stehen. Und da gibt es m.M. für diesen Fälle eben überhaupt kein Fahrtenbuch.

Und dein Hinweis mit dem Fahrtenbuch Werbungskosten bzw. google ist relativ sinnfrei. Weil da kommt kein einzige Quelle, die deine Aussage trägt.

Kann es sein, dass du was verwechselt? Es geht hier nicht um einen dienstlichen Pkw der auch privat genutzt wird! Es geht um einen privaten Pkw der zu dienstlichen Zwecken eingesetzt wird...

Also, wo ist die Quelle, die da aufzeigt, dass man ein Fahrtenbuch braucht.

Und ich brauche dazu keine Infos vom Finanzamt. Ich wundere mich nämlich über deine Aussage. Ich kenne unzählige Arbeitnehmer, die exakt wie von mir beschrieben, so ihre Werbungskosten geltend machen. Noch nie hat das FA widersprochen, niemals wurde ein Fahrtenbuch verlangt. Deshalb wundere ich mich über deine Aussagen.

PS: Die Arbeitgeberbescheinigung ist ja was ganz anderes. Man erklärt ja etwas (km). Da hat das FA das Recht, diese Erklärung nachzuprüfen. Das ist ja was ganz anderes als ein Fahrtenbuch!

Antwort
von NickgF, 34

Die staatliche km-Pauschale von 30 Ct. je gefahrenen Außendienst-km ist nur ein "Veinfachungs-Angebot" des Finanzamts.

Du kannst alternativ auch "tatsächliche Kilometerkosten" (diesen Begriff auch mal googeln) berechnen und absetzen.

D.h., du rechnest sämtliche PKW-Kosten eines Jahres wie Kaufpreis (hier als AfA auf die Nutzungsdauer verteilt) sowie evtl. Finanzierungskosten (Zinsen), Steuern+Versicherung, Benzin, Werkstatt usw. zusammen und teilst durch die tatsächliche Jahresfahrleistung. So kommst du mglw. zu echten Kosten von bspw. 44 statt nur 30 Ct. je Kilometer. Besonders bei teuren (Neu-)Wagen lohnt sich dieser Mehraufwand an Bürokratie.

Evtl. Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (Agentur, auch Innendienst?) sind dagegen wie bei allen Arbn (außer bei Behinderung) mit der "normalen" Entfernungspauschale abzurechnen.


http://www.steuernetz.de/aav\_steuernetz/lexikon/K-11709.xhtml?currentModule=hom...

h ttp://w ww.steuertipps.de/beruf-job/werbungskosten-fahrten-doppelte-haushaltsfuehrung/pkw-kosten-pro-kilometer-berechnen

Kommentar von Hefti15 ,

Hier schreiben ja einige was von Fahrtenbuch....

Mal eine kurze Nachfrage:

Bei einem betr. PKW der auch privat genutzt wird - klar, da gibt es u.U. ein Fahrtenbuch.

Bei einem priv. PKW der auch geschäftlich genutzt wird - da gibt es doch das Fahrtenbuch nur, wenn man nicht entsprechend der Kilometerpauschale abrechnet.

Weil bei der Kilometerpauschale (Dienstreise) reichen doch Aufzeichnungen über die dienstlichen Fahrten. Da braucht man doch kein Fahrtenbuch.

Kommentar von ColeslawDE ,

Also ich fahre zu meinem Steuerberater ohne Fahrtenbuch, da ich aus Unwissenheit keins geführt habe.

Kommentar von ColeslawDE ,

Erstmal Danke für die Informationen :)

Allerdings wird sich bei mir die Ermittlung der tatsächlichen Kosten kaum lohnen. Da ich nur einen alten Twingo fahre der kaum was an Wert hat. Aber bei einem Neuwagen lohnt sich das bestimmt richtig! Merk ich mir mal für die Zukunft :)

Antwort
von DerSchopenhauer, 37

Bei Auswärtstätigkeiten 0,30 € pro gefahrenen km (Hin- und zurück)

Die Auswärtstätigkeiten beginnen zu Hause, wenn direkt zum Kunden gefahren wird, oder an der ersten Tätigkeitsstätte wenn dort gestartet wird. Das gilt dann analog auch für die Rückfahrt.

Ggf. liegt auch keine erste Tätigkeitsstätte vor - das müsste dann geprüft werden.

Die Auswärtstätigkeiten müssen ggf. durch den Arbeitgeber bestätigt werden.

Für Fahrten zum eigenen Untermehmen kann 0,30 € pro Entfernungskm (Nur 1 Fahrt) angesetzt werden = Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.

Zudem können 12 € Verpflegungsmehraufwand angesetzt werden, wenn zwischen Antritt und Ende der Dienstreise mehr als 8 Std. liegen.

Bei derselben Auswärtstätigkeit beschränkt sich der Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen auf die ersten drei Monate.

Dieselbe Auswärtstätigkeit liegt nicht vor, wenn die auswärtige Tätigkeitsstätte nur an ein bis zwei Tagen wöchentlich aufgesucht wird; dann gibt es keine zeitliche Beschränkung.

Bei Erstattungen für Reisekosten oder Verpflegung durch den Arbeitgeber sind diese entsprechend abzuziehen bzw. sind im Steuerformular als Erstattungen einzutragen.

Antwort
von Regenfee, 59

Du bekommst doch sicherlich von Arbeitgeber eine Fahrtkostenerstattung. Du kannst nur dann eine Summe von der Steuer absetzen, wenn deine kosten höher als die Erstattung sind. Das dürfte aber nicht der Fall sein

Kommentar von ColeslawDE ,

Ich bekomme lediglich ein pauschalen Zuschuss. Aber kein Kilometergeld oder Ähnliches.

Kommentar von Regenfee ,

Fan kannst du es wirklich von der steuern absetzen - idealerweise hat Du ein Fahrtenbuch.

Kommentar von Regenfee ,

den Zuschuss musst du aber davon absetzen.

Antwort
von Hefti15, 9

Also, es werden m.M. hier Sacher durcheinander gebraucht:

1) Betrieblicher PKW der auch privat genutzt wird

Entweder die 1% Regel oder Fahrtenbuch

2) Privater PKW der dienstlich genutzt wird

Dann kann man die Pauschale für jeden gefahrenen km geltend machen und muss nur die entsprechenden Dienstfahrten dokumentieren.

Alternativ kann man anteilig die tatsächlichen Kosten geltend machen, muss dafür alle Kosten aufschreiben und anhand eines Fahrtenbuchs den privaten Anteil aufzeigen.

Ergo, kein Fahrtenbuch, wer einen privaten PKW dienstlich nutzt und die Pauschale (0,30 Euro) geltend macht.

Antwort
von smily9800, 53

Naja man berechnet ja immer den hin u Rückweg der Arbeit also musst du dir den erst mal aus rechnen 

Kommentar von ColeslawDE ,

Habe ich ja, die Kilometer stehen am Ende meiner Frage.

Kommentar von smily9800 ,

Achso ich dachte des wäre jetzt auch privat. 

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