Frage von schweizerr, 101

Wie und wann fastet man als Christ?

Antwort
von Eselspur, 43

Jeden Freitag und in der Fastenzeit - die meisten Christen fasten allerdings kaum oder gar nicht.

Antwort
von oelbart, 33

Ich erkläre das ganze mal aus der katholischen Sicht. Mit den orthodoxen Fastenzeiten kenne ich mich nicht aus, und die Protestanten haben m.W. keine "vorgeschriebenen" Fastenzeiten:

Traditionell gibt es die Fastenzeiten vor Ostern (direkt nach Fasching/Karneval: An diesen Tagen sollte man nochmal "die Sau rauslassen", um dann entsprechend Fasten zu können) und vor Weihnachten (die kennt kaum mehr jemand, aber deshalb ist es etwas paradox, dass Weihnachtsmärkte mit ihren Fress- und Saufbuden plötzlich als "christliches Kulturgut" gefeiert werden)

Dazu kommen traditionellerweise auch alle Freitage und teilweise auch die Mittwoche.

Allerdings ist das christliche Fasten ein anderes als das islamische: Traditionell verzichtet man vor allem auf Fleisch und Eier, heutzutage heißt die Losung grundsätzlich "Bring ein Opfer". Es gibt also zb auch Leute, die genauso wie sonst weiteressen (beispielsweise, weil sie sowieso schon Vegetarier sind) und stattdessen in der Fastenzeit auf Facebook o.Ä. verzichten. Dafür zieht man das Fasten allerdings auch unter der Woche durch, dh auch abends und nachts. Die Sonntage allerdings sind keine Fastentage (daher kommt man auch von Aschermittwoch bis Ostersonntag auf 40 Tage)

Es gibt noch ein paar Tage, an denen tatsächlich das Essen komplett eingeschränkt wird/werden soll (das ist dann allerdings heutzutage wirklich SEHR selten), das sind - glaube ich - Karfreitag und Aschermittwoch. (letzteren weiß ich nicht so genau)

Kommentar von RudolfFischer ,

Zitat: "Es gibt noch ein paar Tage, an denen tatsächlich das Essen komplett eingeschränkt wird/werden soll (das ist dann allerdings heutzutage wirklich SEHR selten), das sind - glaube ich - Karfreitag und Aschermittwoch. (letzteren weiß ich nicht so genau)"

Stimmt! Man soll sich dann nur 1x am Tag satt essen.

Es gab in meiner Familie dann traditionelle Fastenspeisen, z.B. die "Püfferchen" (anderswo auch "Struwen", "Plinsen", usw. genannt), runde Hefepfannkuchen mit Rosinen, die auch noch mit Zucker bestreut wurden. Ich habe nie begriffen, warum das eine Fastenspeise sein sollte :-)

Kommentar von oelbart ,

Naja...also für mich wäre das kein Mittagessen, aber ich bin auch nicht so der Zuckerfan ;)

Antwort
von aicas771, 18

Als Christ fastet man entweder an freitags zum Gedenken an Jesus Christus, der an einem Freitag für uns gestorben ist, oder an den 40 Tagen vor Ostern zum Gedenken an Jesu Fasten in der Wüste (Matthäusevangelium, Kapitel 4).

Oder man fastet, indem man bewusst auf etwas verzichtet, was einem sehr wichtig (vielleicht zu wichtig) ist, damit man nicht davon abhängig wird (Klassiker sind Süßigkeiten, Fernsehkonsum, Smartphonespielen, usw.):

Ihr sagt: »Mir ist alles erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist gut für euch. Alles ist mir erlaubt; aber das darf nicht dazu führen, dass ich meine Freiheit an irgendetwas verliere. (1.Kor. 6,12).

http://ww.bibleserver.com/text/GNB/1.Korinther6

Antwort
von kdd1945, 17

Hallo schweizerr,

in der Bibel findet man keine christlichen Fastenvorschriften oder Kalenderdaten an denen man fasten müsste.

Das Fasten ist demnach kein religiöses Erfordernis, dennoch fasteten die Christen bei bestimmten Gelegenheiten. Als Barnabas und Paulus mit einem besonderen Auftrag nach Kleinasien gesandt wurden, tat man dies unter Fasten und Beten. Auch wurde „unter Fasten“ gebetet, wenn in einer neuen Versammlung Älteste ernannt wurden (Apg 13:2, 3; 14:23). Christen ist daher das Fasten weder geboten noch verboten worden (Rö 14:5, 6).

Empfindet jemand gottgefälligen Kummer und Reue über begangene Sünden (1Sa 7:6; Joel 2:12-15; Jon 3:5), wenn jemand in großer Gefahr war, dringend Gottes Führung benötigte, Prüfungen erduldete und Versuchungen ausgesetzt war oder wenn jemand studieren, nachsinnen oder sich auf Gottes Vorsätze konzentrieren wollte (2Ch 20:3; Esr 8:21; Est 4:3, 16; Mat 4:1, 2), dann könnte er fasten.

Grüße, kdd

Nach Daten der Wachtturm-Online-Bibliothek

Kommentar von kdd1945 ,
Antwort
von chrisbyrd, 9

Gläubige Christen können, müssen aber nicht unbedingt fasten. Wenn sie fasten, bleibt es ihnen überlassen, auf was sie in dieser Zeit verzichten wollen. Das Fasten kann sich auf Essen und/ oder Trinken beziehen, aber auch auf Fernsehen oder andere Dinge. Es gibt keine Vorschriften. Manche verzichten ganz auf Essen, andere essen nur Gemüse. Wieder andere verzichten auf Alkohol oder Süßigkeiten usw.

Wichtig ist aber, dass Christen nicht fasten sollen, um Gottes Gunst zu verdienen oder Seine Liebe zu „vergrößern“. Gottes Liebe zu uns kann nicht größer werden als sie es bereits ist.

Die Bibel sagt in Johannes 3,16-18: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat."

Antwort
von Spock1701, 40

Am besten gar nicht. Wenn man sich unter dem Jahr an gewissen Regeln hält, ist so ein sandiger Blödsinn nicht notwendig.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von JehovaChrist95, 25

Es gibt aus biblischer Sicht keinen Grund zu fasten.

Fastenzeit und Pilgerfahrt sind eher Angelegenheit der Muslime.

Als Christ sollte man lediglich eine asketische Lebensweise haben.

Antwort
von josef050153, 23

Christliches Fasten ist weder an eine bestimmte Zeit, noch an eine bestimmte Form gebunden.

Deshalb ist auch die so genannte 'Fastenzeit' vor Ostern (wie vieles andere auch) eine Erfindung der Kirche, die mit dem Christentum nichts zu tun hat.

Du kannst also fasten, wann du es für angebrach hältst und auch die Frage, worauf du denn verzichtest, ist dir allein überlassen. Im Christentum herrscht in solchen unwichtigen Dingen absolute Freiheit.

Kommentar von quopiam ,

Die große Fastenzeit vor Ostern und vor Weihnachten (ja, auch der Advent war mal eine Fastenzeit!) ist keine Erfindung einer bösen Kirche, die die Menschen ärgern will. Sie ist eine Zeit der Vorbereitung auf das Oster- und Weihnachtsfest schon in der frühen Christenheit gewesen. Sinn der Sache ist es, die Zeit zu nutzen, um unter anderem durch Fasten bei Nahrungsmitteln zu innerer Einkehr zu kommen und sich auf das Wesentliche an seiner Glaubenspraxis zu konzentrieren. In anderen Worten: Es geht um die Neu- und Wiederausrichtung des Lebens.

Genau aus diesem Grund werden bis heute durch die Kirchen - die Du ja nicht magst - Exerzitien- und Einkehrzeiten angeboten. Wer die nutzt, beschreibt oft den heilsamen und wohltuenden Effekt, den so eine Selbstbesinnung hat. q.

Kommentar von josef050153 ,

Ich habe das Neue Testament ein paar Mal durchgelesen und nirgends ein Gebot wie 'Du sollst vor Ostern fasten' gefunden, Deshalb muss es wohl eine Erfindung der Kirche sein.

Das mit der Neu-und Wiederausrichtung ist ein guter Witz, der nicht einmal im Mittelalter (als die Kirche noch was zu bestimmen hatte funktioniert hat.

Ich habe aber gar nichts von einer 'bösen Kirche' geschrieben, Ich mag die Kirche schon. Keiner anderen Organisation verdanken wir so viele arbeitsfreie Tage.

Antwort
von kotzmichnichtan, 33

40 Tage vor Ostern! Du kannst aber auch wann immer du willst!😊

Antwort
von Rroollff, 13

..wenn man ein ernstes Anliegen hat, das man vor Gott bringen will, fastet man. Es ist ein "kann", kein "muss".

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