Diese Kollegin ist schon sechs Monate im Betrieb, und erst heute bei einem gemütlichen Feierabend-Umtrunk erzählte sie, dass sie an Epilepsie leidet. Wir waren geschockt- nicht, weil sie Epileptikerin ist, sondern weil sie nichts sagte! Offenbar hat sie ein echtes Problem damit. Wie können wir mit ihr umgehen, dass sie am Montag nicht bereut, es gesagt zu haben. Ist ein bisschen heikel, die Situation...
Behandelt die Kollegin so, wie in den vergangenen 6 Monaten.

Einfach ganz normal verhalten, wie sonst auch. Möglicherweise wird sie von sich aus auf dieses Thema nochmals zurückkommen, dann könnt Ihr reagieren. Aber sonst? Ihr solltet Euch schlau machen, wie Ihr Euch zu verhalten habt, wenn so ein Anfall in Eurem Beisein erfolgt. Das richtige Verhalten bei einem Krampf ist sehr wichtig.

Wieso geschockt? Muss man denn alle seine Krankheiten offen legen? Epilepsie ist nichts ansteckendes! Einfach weiter wie bisher. Sollte sie mal einen Anfall bekommen, einfach so lagern, daß sie sicht verletzen kann.
Um Himmelswillen, nicht so lagern, dass sie sich verletzen kann, erst mal drauf achten, daß sie sich nicht die Zunge abbeißen kann, und wenn´s schlimm, ist den Notarzt rufen!
neurodoc am 14. September 2007 22:31 ich war so schnell, daß die Wörter ineinander flossen!:-)

Ich schließe mich allen Vorrednern bedingungslos an, was ich aber noch anmerken möchte ist, daß deine Kollegin sicher kein echtes Problem damit hat, sondern eher du!
Und außerdem liebe/r laganya auch dir kann es passieren, daß du heute oder morgen an Epilepsie erkrankst..
..darüber würde ich mal an deiner Stelle nachdenken!
░critter░ am 15. September 2007 11:27 DH!
Liebe/r Eastside, leider ist es so, dass der allergrößte Teil der Epileptiker sehr wohl ein Problem mit der Krankheit hat, ganz einfach, weil sie gesellschaftlich noch immer stigmatisiert werden deswegen und es eben im Beruf sehr schwer haben- und nicht nur da. Im Dritten Reich wurden Epileptiker umgebracht, falls nicht bekannt. Mir geht es schlicht darum, wie wir am besten auf die Kollegin eingehen, ohne dass sie sich wie ein Exot behandelt, aber auch nicht stigmatisiert fühlt. Das Thema ist nun mal sehr komplex. Dass ich an Epilepsie oder allem Denkbaren erkranken kann wie jeder andere auch- schon klar. Die Sache geht aber über derartige Banalisierungen der Thematik, in denen man die Sache auf eine kleingärtnerische Ebene verlagert, weit hinaus.
Hallo, ich habe auch Epilepsie, ich müß mit meiner Krankheit leben und überall auf Arbeit habe ich es immer gesagt und ich schäme mich auch nicht deswegen und wer ein Problem damit hat der soll mir aus dem Weg gehen!!! Behandele Sie einfach wie vorher!!!! LG Viktoria.

Wenn sie in der Lage ist, ganz normal zu arbeiten, dann ist ihre Epilepsie medikamentös eingestellt, und es muss sich keiner Gedanken machen. Es gibt keinen Grund, sie anders als zuvor zu behandeln, das Anfall-Risiko ist minimal.
░critter░ am 15. September 2007 11:27 DH!

als erstes würde ich mich darüber freuen, dass eure Kollegin soviel Vertrauen zu euch hat, dass sie etwas eigentlich Privates preisgibt, was im Umkehrschluss auch für euch bedeutet, sie genau so , wie bisher zu behandeln, zu akzeptieren und mit ihr gemeinsam weiter arbeitet..genau so, wie es halt die anderen 3 Antworten schon vorgegeben haben

Ich finde es ein gutes Zeichen, daß sie Euch nach 6 Monaten in ihr Vertrauen zieht. Wer spricht schon gerne über Krankheiten. Ihr gegenüber würde ich mich nicht anders verhalten als vorher. Sollte sie einen Krampfanfall in Eurer Gegenwart kriegen, wie schon beschrieben: Schaut einfach, daß sie sich nirgends anstoßen und verletzen kann. Außerdem: Schaut auf die Uhr. Wenn sie länger als 2 Minuten krampft, solltet Ihr über 112 den Notarzt rufen. Vielleicht fragst Du sie aber vorher schon mal, was Du bei ihr im Ernstfall spezifisch beachten mußt. Bei jeder Person äußert sich ein Krampfanfall anders. Wie Minister geschrieben hat: Das "Risiko", daß sie krampft ist minimal, da sie medikamentös eingestellt sein dürfte. Was sie aus dem "Gleichgewicht" bringen könnte sind Schlafmangel und Alkohol. Habt also Verständnis, wenn sie bei der Betriebsfeier nicht säuft und früher heimgeht.