Wie überwindet man Hass?

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13 Antworten

Das Wort HASS wird inzwischen inflationär gebraucht und ist zur politischen Keule verkommen wie Rassist und andere "schlag-tot"-Begriffe. Es fehlt eine saubere Abgrenzung. Wenn hier in einem Kommentar zu lesen ist:

Ich hasse Menschen die nur auf sich und nie auf andere achten. Ich kann
schon verstehen warum sie es machen, aber ich finde das nicht gut.

dann wird ein "ich mag nicht leiden" schon mit Hass verwechselt, wohl weil diese Person außer in der Presse noch nie mit dem zerstörerischen Gefühl von Hass in Berührung gekommen ist. Da werden der eigenen Überzeugung unangenehme Äußerungen und kritische Bemerkungen inzwischen flugs als "Hassbotschaften" gebranntmarkt. Vielen ist nicht klar, dass ihnen dabei der Verstand abhanden kommt und die Emotionen durchgehen. Nur, in einer emotional aufgeputschten Welt findet Hass dann wirklich seinen Platz. Dann wird nicht mehr argumentiert sondern ausgegrenzt. Wer ihm evtl. unangenehme Argumente nicht mehr aushalten kann, gerät schnell ins Keulenschlagen.

Hass ist eine ins Zerstörerische gekehrte rein emotionale Übersteigerung eines menschlichen Abwehrmechanismus, sei es aus Angst, aus enttäuschten Erwartungen, ja auch aus enttäuschter Liebe. Hass verweist immer auf einen persönlichen Mangel, der seine Gefühle der Abwehr nicht beherrschen kann. Hass wendet sich immer auch gegen die Person selbst, weil sie diese innerlich emotional zerfrisst und eigentlich zum Opfer der eigenen Zerstörungswut macht. Hass kann eine Gesellschaft zerstören, wenn man seine Identität aus einer begrenzten Ideologie bezieht und versteckt in der Gruppe auf andere einschlagen kann.

In unserer emotional aufgeputschten Medienwelt laufen wir Gefahr, dass unsere Sprache, ihre Begriffe emotional aufgeblasen werden und eine sachliche Argumentation immer schwieriger wird. Ich gebe zu bedenken, dass mit abnehmender Differenzierung der Begriffe, auch mit zunehmender Unfähigkeit, sich klar und verständlich auszudrücken, das Potential für wortlose Gewalt ausgeweitet wird. Und jemanden nicht verstehen und ihn hassen, sind immer noch zwei paar Schuhe. Wer damit beginnt, das bereits undifferenziert in einen Topf zu werfen, ist auf einem gefährlichen Weg. Nicht verstehen kann ein Grund sein, der zu Hass führt genauso wie erlittene Enttäuschung, doch hängt es immer noch von den Persönlichkeiten ab, ob sie damit umgehen können oder ob sie sich dem zerstörerischen Gefühl von Hass ergeben. Dann kehrt sich das nicht mehr verstehen in ein nicht mehr verstehen wollen. Die Enttäuschung wandelt sich in ein Zurückzahlen wollen. Hass und Vergeltung sind zwei verwandte Brüder.

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Liebe Lessuelsch !

Das Wort Hass ist ein sehr starkes Kraftwort, da hat der Experte von der Community schon Recht. Wir sollten es uns aufsparen für wirklich zerstörerische Emotionen. Und Du hast Recht, wenn man jemanden versteht, wird es beinahe (sic !) unmöglich, gegen ihn Hass zu empfinden.

Andererseits kann es sein, dass ich Motive eines Menschen verstehe und sie gerade darum auf das Schärfste verurteile. Ich denke sogar, dass man die Motive eines Menschen gar nicht beurteilen kann, solange man sie nicht versteht - oder zumindest, meint sie zu verstehen. Und wenn man Hass  als Motiv zu erkennen meint, wird man leicht ebenfalls hassen.

Doch kommen wir zum kleinen Bruder des Hasses, dem Groll. Er lässt sich nicht vermeiden und hat auch positive Funktionen. Wenn Du ausgebeutet wirst, dann brauchst Du einen Groll auf Deinen Ausbeuter, um die Ausbeutung zu beenden.

Und wenn Du den Mann fortschickst, der Dich liebt, wird er einen Groll gegen Dich hegen und pflegen, um seine Liebe zu Dir zu kompensieren und von Dir unabhängig zu werden. Denn nicht der geliebte Mensch ist ein Objekt, sondern der Liebende ist abhängig.

Du solltest ihm die Gründe sehr gut erklären, wenn Du es tun willst, und dabei auch die Gründe nicht verschweigen, die in deiner eigenen Person liegen. Trotzdem ist ein gewisses Maß an Groll unvermeidlich, denn es hat eine wichtige Funktion.

Herzlich

Ottavio

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Hass kann mehrere Ursachen haben, meiner Meinung nach löst es sich nicht mit Verständnis auf.

Hass kann durch Selbsthass entstehen, durch Verletzungen, durch Energieräuber, die Negatives verbreiten, durch Einschränkung der Freiheit, Unterdrückung, Ausbeutung,  durch Menschen, die mit dem Selbstwertgefühl anderer spielen und durch Überforderung und damit Frust und Aggression.

Meines Erachtens kann man sich vor Hass schützen, indem man sich und andere akzeptiert und ein Stück verzeiht, trotz Schuld, einfach nur um sich was gutes zu tun und sich von negativen Menschen distanziert, die nicht liebesfähig sind und an der eigenen Liebesfähigkeit arbeitet. Wenn es Neid ist, liegt die Ursache an mangelnder Liebesfähigkeit und die Angst sich selbst zu begegnen und eigene Schwächen anzunehmen. Neid ist aber nur ein Grund zu hassen.

Es gibt ein Buch, das heißt Starke Emotionen meistern von Matthew Mckey (und Co. )

Das warum liegt in der falschen Lebensführung. Irgendetwas scheint dich zu überfordern, sei es auch, dass dich Menschen emotional überfordern oder deine Vergangenheit od r du dich selbst. 

Setz dich hin und hör mal nur auf deine Gefühle und Gedanken und du wirst spüren, was dich mitnimmt. Bleibe aber fair, denn wenn man hasst, hat man eine niedrige Frustrationstoleranz, viele erscheinen nerviger als sie sind, auch wenn sie es sind und man selbst sieht sich entweder als Opfer oder als Täter.

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Also in der Emotionspsychologie ist es so, zuerst ist da Zorn (auf jemanden, manchmal durch Eifersucht etc. ausgelöst), aus dauerhaftem Zorn entsteht Abscheu ("Ekel" als Gefühl) und daraus irgendwann Hass.
Die genauen Hintergründe müssten erst geklärt werden, aber die Grundstruktur ist

Zorn(Wut) -> Abscheu -> Hass.

Zu dem anderen. Mangelnde Empathie ist eigentlich nicht der Grund, da jeder Empathie sein muss, außer man ist ein Psychopath.
Es gibt 3 Stufen der Empathie:

-congitive empathy hat jeder außer Psychopathen. (Man erkennt Gefühle anderer)

-emotional empathy hat fast jeder
(Man kann sich in andere reinversetzen, bsp. Jemand weint nach einem Beziehungsstreit, die meisten wissen wie sie selbst sich in so einer Situation gefühlt haben)

-compassionate empathy haben viele
(Man möchte anderen helfen, wenn Sie sich schlecht fühlen)

Die Chance, dass jemand also nur kognitiv empathisch ist, ist sehr gering.
Ich schätze, auch wenn sich das jetzt abgedroschen anhört, dass unter anderem Wirtschaftsform daran schuld ist.
Sobald der Profit mehr zählt als Menschen, ist es fast schon vorherbestimmt, dass man nur noch auf sich selbst schaut.

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Alles am Thema vorbei hier. Hass ist immer mir einem Minderwertigkeitskomplex verbunden. Ein grosser, starker, selbstbewusster Superman würde nie ein Kind hassen das ihm auf den Fuss getreten ist.

Fehlt es einem am Selbstwertgefühl endet jeder noch so keine Kränkung mit Hassgefühlen.

Empathie, Verständnis und Diskussionen sind der Auswuchs der Verweichlichung(der Gehirne).

Würde die Welt aus selbstbewussten, klugen, starken(geistig und körperlich) Wesen bestehen würde es keinen Hass geben. aber dafür muss man viel an sich arbeiten. Es ist natürlich viel einfacher "Verständnis" und "Empathie" zu predigen. 

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Kommentar von valentin301
27.02.2016, 12:34

Alles am Thema vorbei hier.

Ich HASSE es, wenn andere Antworten zuerst mal pauschal abqualifiziert werden. Und dann noch zu Unrecht. Dabei habe ich noch nicht mal einen Minderwertigkeitskomplex. Glaube ich. :D

Empathie, Verständnis und Diskussionen sind der Auswuchs der Verweichlichung(der Gehirne).

Oweeee, was bist denn du für einer???

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Hass liegt oft an Neid oder an Missverständnissen wie du schon sagtest, im unteren Thema kommt es eher daher (denke ich) weil so viele Vorurteile verbreitet werden und viele einfach alle über einen Kamm scheren, keiner gibt denen mit einer anderen Kultur eine Chance weil man die Kultur nicht kennt, sondern nur die eigene, was also auch an mangelnder Aufklärung liegt

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Es gibt eine Weise: Du übergibst Jesus dein Leben und Er kommt in dein Leben und seine Liebe füllt dein Herz. Seine Liebe ist so gross, dass du allen vergeben kannst.

 Er verkräftet dich dazu. Wenn du Jesus Christus kennenlernst, wenn Er in dir lebt, wird seine Liebe auch in dir tätig, du könntest getötet werden und beim Sterben "Vater, vergin ihnen", sagen. 

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  • Hass entspringt dem Zorn .Und oft ist  genug ist Zorn eine Folge von Verletzung .Wer Hass überwinden lernen möchte der sollte anfangen verzeihen zu wollen . Und Verletzungen zu verarbeiten .
  • Wenn 5 Fremde an deiner Haustür klopfen und um Gastfreundschaft bitten, dann tischt du das beste aus deinem Keller auf .Das ist wohl normal.Fallen 500 Fremde in deine Wohnung ein, dann rufst du die Polizei .ist das dann Fehlende Empatie ? Nein ,das ist ein ganz normaler Instinkt und Reflex und wer solche Instinkte  nicht mehr hat ,wird sehr schnell nicht mehr sein .
  • Das haben auch die Indianer in Amerika damals  nicht erkannt .Deshalb sind sie heute Rechtlose im eigenen Land ,Sofern es sei überhaupt noch gibt . Da muss man doch sagen: zuviel Empathie ist Selbstmord eines Volkes  .Vor allem noch dem Islam gegenüber ,der nichts gelten lässt ausser dem Islam selbst .
  • Es Zeugt also eher von nicht wissen und  fahrlässiger  Kurzichtigkeit solches zu verlangen .
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Kommentar von Ripley123
27.02.2016, 02:13

Die Antwort fand ich eigentlich gut und treffend, aber ich bin echt frustriert, dass der Islam ständig heruntergenacht wird, nur weil jetzt einige Psychopathen meinen einen islamischen Staat gründen zu müssen. Ich bin Muslimin und strebe Toleranz und Frieden an und kenne fast nur solche Muslime. Flüchtlinge und Muslime Lieblingsthemen von idiotischen Medien. 

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Kommentar von Lessuelsch
27.02.2016, 02:28

Verständnis haben bedeutet ja nicht Naive zu sein. Nur wie Effektive ist Hass als Reaktion denn tatsächlich. Hass ist lediglich eine unkontrollierbare starke Emotion, die meist lehmend ist und den klaren Verstand unbrauchbar macht.
Aber wenn man dem mit Verständnis begegnet, funktioniert der Verstand doch wesentlich klarer und man bleibt nicht bei dem "Wieso" stehen, sondern beantwortet es. Was eben unweigerlich dazu führt, dass man aufgrund der Kenntnisnahme der Hintergründe, auch die Zusammenhänge nachvollziehen kann. Erst dann kann man meiner Meinung nach wirlich effektive ein Problem behandeln und auch vorsorgen.

Ich greife mal deine erwähnte Problematik als Beispiel auf.
500 Menschen sind kurz davor dein Haus einzurennen. Du hast folgende Reaktionsmöglichkeiten.

Variante 1.
Zorn- Wut- Hass und letztendlich Wiederstand, Kampf- Konflikt
Resulat des ganzen: Einige sind dadurch womöglich verscheucht worden, andere erwiedern das ganze mit dem selben Prozess von Wut, Zorn, Hass und Wiederstand und trotzdem kommen weitere nach, eben nur mit wesentlich mehr Konflikten verbunden.

Variante 2.
Verstehen- Zusammenhänge erkennne- Ursachen finden- präventiv Handeln und gemeinsam die Ursachen statt symptome bekämpfen. Nur so können doch Problematiken wirklich effektive von der Wurzel an bekämpft werden. Sobald man aus einer Emotion wie Hass, oder Angst herraus im Affekt handelt, kann man niemals wirklich langfristige und effektive Entscheidungen treffen.

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Kommentar von Lennister
27.02.2016, 10:56

Ah ja. Wieder die alte Verschwörungstheorie vom White-Genocid. Ihr seid auch auch für nichts zu schade.

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Nop echter Hass hat nix mit nicht verstehen zu tun, hassen wirklich hassen kann man nur was man kennt.

Und die Lösung aller Probleme kann es nur geben wenn alle Menschen das selbe denken würden oder außer Basislebenserhaltung nicht viel höher greifen würden.

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Habe die interessante Frage und die vielen Antworten gelesen. Mir scheint, alle wollen das Gefühl (denn es ist ein GEFÜHL) Hass analysieren. Wer wirklich einmal Hass empfunden hat, dem wurde eine so große Kränkung zugefügt, die sehr schmerzhaft war und eine Ohnmacht, eine Machtlosigkeit, Wut, Verzweiflung und auch Trauer hinterlassen hat.

Vielleicht haben Wissenschaftler schon daran geforscht die Ursachen zu erkennen. Kann ja sein. Doch letztlich stellt sich die Frage, wie man den Hass überwindet.

Ich bin ein gläubiger Mensch und der christliche Glaube lehrt uns zu verzeihen und zu vergeben (z.B. der Spruch: Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die linke hin). Da ist krass, doch es ist ein Wegweiser. Es zeigt, dass man den Hass überwinden kann. Auch im Vaterunser heißt es ja: ... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Da tue ich mich heute noch schwer mit.

Grüße an Euch.

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Ich hasse Menschen die nur auf sich und nie auf andere achten. Ich kann schon verstehen warum sie es machen, aber ich finde das nicht gut.

Als Beispiel ;)

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Kommentar von Lessuelsch
27.02.2016, 01:29

Aber wirklich verstehen, würde doch bedeuten, dass im Grunde du in Ihrer Situation genauso handeln würdest. Und wenn du genauso handeln würdest, wie könntest du dich dann selbst dafür hassen?
Dass man quasinachvollziehen kann, welche Ereignisse und Umstände einen Menschen dazu bringen etwas bestimmtes zu tun und wie bereits gesagt würde man unter den selben Einflüssen eben genauso handeln. So gesehen kann dieser Mensch ja im Grunde nichts für sein handeln. Zumindest in Theorie funktioniert es, wenn man versucht sachlich zu bleiben und nur mit dem Kopf agiert. In der Realität übermannen einem natürlich oftmals die Emotionen und man will es manchmal auch gar nicht verstehen...

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Sport, Dead Metal (Hören oder singen), Film (Drama) schauen, zum psychologen gehen.

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wie überwindet man Hass... mit liebe .

jeder kann sich für oder gegen entscheiden .

hass ist eine krankhafte form von liebe .

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