Frage von Ellicat17, 107

Wie überwinde ich einen Kindheitstrauma der vor 9 jahren immernoch da ist?

Als ich in der Grundschule war konnte ich freiwillig entscheiden ob ich die 4 Klasse wiederholen soll oder zur Hauptschule gehen sollte. Ich habe mich für Wiederholung entschieden und kam in eine Klasse, wo der Lehrer mich fertig gemacht hat. Er hat immer zu mir gesagt das ich sehr schlecht bin, das ich nichts kann, das ich nichts aus meinem Leben erreichen werde. Er hat mir mit Absicht schlechtere Noten gegeben und hat dafür gesorgt das ich immer kein Ton raus brachte. Ich musste danach immer mit meinem Entscheidungen klein anfangen. Immer habe ich den Anderen Recht gegeben. Immer habe ich mich nicht getraut was zu sagen. Ich kann viele Nächte nicht schlafen obwohl es vor 9 Jahren war, höre ich seine Stimme immernoch und ich fang an zu weinen. Es passiert immer und immer wieder. Und wenn ich mal schaffe mich wieder aufzubauen, kommt es wieder und ich fühle mich als würde das alles von vorne beginnen. Ich weiß nicht was ich machen soll. Er hat mich als ich noch ein kleines Kind war so seelisch demoliert, das ich mit 19 Jahren immer noch darunter leide.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Globusdreherin, 39

Er scheint dich sehr verletzt und erniedrigt zu haben. Ich denke, dass er dich sehr verunsichert hat, sodass du selbst heutzutage nicht richtig an dich selbst glauben kannst, aber das musst du nicht, da du eine junge und unabhängige Frau (du bist doch weiblich oder? haha) bist, die ihren Weg selbst geht und ganz genau weiß, was richtig für sie ist und was nicht. Du hattest ihn ein Jahr lang als Lehrer oder? Ich weiß, dass es leichter gesagt als getan ist, aber du musst versuchen darüber hinweg zu sehen und dieses Ereignis zu verarbeiten. Er hat dich damit sicherlich sehr belastet, gestresst, nieder gemacht und verunsichert, aber glaub mir, es gibt noch schlimmeres .. vielleicht hilft es dir, wenn du daran denkst, also dass es hätte schlimmer sein können.

 Du darfst dir nicht vorwerfen, die falsche Entscheidung getroffen zu haben und du darfst auch nicht denken, dass es deine Schuld ist und nie dazu gekommen wäre, wenn du dich für die Hauptschule entschieden hättest, da alles aus einem gewissen Grund passiert, den wir leider nicht kennen. Hättest du dich für die Hauptschule entschieden, dann wäre vielleicht etwas schlimmeres passiert und dein Schicksal wollte dich somit davor bewahren. Ich möchte dich auch nicht lange volltexten, sondern dir einfach Mut und Kraft mit auf den Weg geben .. du schaffst das schon. Ich denke du kommst da alleine raus, aber falls du nicht klar kommst kannst du dir ja jederzeit professionelle Hilfe suchen (Psychologe/Therapeut)

 Noch ein Tipp: wenn du seine Stimme in deinen Gedanken hörst, dann sag ihm das nächste mal einfach direkt deine Meinung und wie du das findest, was er getan hat. Das klingt etwas verrückt, aber ich denke, dass es dir helfen könnte, da du ja sagst, dass du anfängst zu weinen, wenn du seine Stimme hörst und so würdest du dich nicht davon runtermachen lassen, sondern stark bleiben und dich wehren.

Ich wünsche dir ganz viel Glück für deine Zukunft und dass diese Last hoffentlich schon bald von dir fällt :)

Kommentar von Ellicat17 ,

Ja ich bin weiblich haha. ich werde es mit der Stimmer versuchen. ich hoffe es auch so sehr das es endlich weg geht.

Danke dir :)

Antwort
von MindFlower, 33

Ist dir schonmal aufgefallen, dass wir Menschen Geschichten erfinden. So scheint mir deine Geschichte eine besonders gute zu sein. Und hin und wieder ist ein guter Thriller auch etwas ganz schönes.

Dazu erstmal ein ganz großes Lob. Denn eins muss man zugeben, deine Geschichte hat es mächtig in sich. So fesselnde Story erlebt man nicht aller Tage.

Nun bisst du sicherlich im schreiben von Thrillern und Horrorstorys wahnsinnig geübt. Du hast deine Herzblut reingesteckt, dich voll aufs Geschehen geworfen und deine Geschichte immer weiter geschrieben. Das ist wirklich beeindruckend. Nein, das ist das Großartigkeit in ihrer Formgebung. 

Jedoch hast du vielleicht vor lauter Begeisterung vergessen, dass du diese Geschichte schreibst. So werden großartige Bücher geschrieben, indem sich Autoren in ihren Werken hineinversetzen, ihnen einen Seele geben und ihnen Leben einhauchen. Und zugleich vergisst man sich, verliert sich und merkt ab einen gewissen Punkt nicht mehr, dass man all das selber schreibt. 

So möchte ich dich erinnern, du wunderbarer Schöpfer der die Form definiert, dass du ein wunderbarer Schöpfer bist der die Form definiert. So ist diese Geschichte die dich auf so eine wunderbar tiefen art verletzt dein Werk, deine Entscheidung dich auf so einer Weise zu erfahren. 

Ich weis nicht welche Absichten dahinter stehen, und weder weis ich ob du dir dieser bewusst bist, aber erlaube mir eines zu schreiben. Du bist nicht deine Gefühle, du bist nicht deine Gedanken. Du lässt deine Gedanken entstehen und lässt deine Gefühle erblühen. Du bist das Leben selbst.

Und obgleich du diese Geschichten erschaffst, so musst du diese nicht weiter Schreiben. Du musst dich nicht an ihren Gesetzen, an ihren Charackterbeschreibungen oder an eine bestimmten Reihenfolge halten. Du musst nicht einmal das Buch einer Geschichte weiterschreiben, die sich um Angst handelt. Und weder musst du beim Genre bleiben, auf was du dich spezialisiert hast.

Natürlich wird es Anfangs schwer werden können. Schließlich beendest du eine Geschichte, die du schon Jahre schreibst und beginnst mit einer neuen. Du weist vielleicht nicht auf Anhieb in welcher Bühne es abspielen soll, wie die Charaktere sind oder mit welchen Themen sich diese befinden. Vielleicht wird es dir ebenfalls Schwer fallen deine vorherige Geschichte nicht mehr anzurühren, sie beiseite zu legen. Ganz besonders, wenn du dich für diese Geschichte hältst und in ihr einen Wiedererkennungswert siehst

Darum Lautet mein Tipp, denk anders. Denke nicht mehr in der Rolle, in der du dich sieht. Handel nicht mehr wie in der Rolle, in der du dich siehst. Und erkenne deine Gefühle an, wie sie sind. 

Damit meine ich deine Gefühle nicht mehr als Gegner zu sehen, sondern sie einfach so sein zu lassen wie sie sind. Ohne einen Plan zu entwickeln, wie man ihnen entkommt und ohne sie als Welle zu interpretieren, die deine Existenz bedroht. Lass deine Gefühle auf dich zu kommen und wenn nötig, sterbe in ihnen. Aber lasse kein Wort, kein Gedanke über sie fallen. Somit verlieren sie ihre Bedeutung wie ein Regisseur der keinen Schauspieler finden, für seine Filme :)


Kommentar von Ellicat17 ,

Schön zu wissen das ich gut schreiben kann. Aber in den Moment habe ich einfach meine Finger tippen lassen und versucht mich fest zu halten, nicht zu weinen.

Wenn ich eine Geschichte schreiben würde, was ich eigentlich noch nie gemacht habe, würde ich nicht was nehmen was mich immernoch kaputt macht.

Aber ich verstehe ja was du meinst und ich kann dir sagen ich habe tausende Gedanken daran verschwendet, ob es vielleicht eine Lektion ist oder einfach das Leben mir damit zeigen will das ich zu schwach bin. Und weitere..

Ich hoffe selber das ich den Happyend von dieser Geschichte finden kann. Nur ist es nun mal ein schwieriger, verletzender Weg für mich. Mit niedrigen Selbstvertrauen und großer Hoffnung.

Ich danke dir das du mir diesen Tipp gegeben hast und ich hoffe es wird endlich bald aufhören.

Kommentar von MindFlower ,

Oh, du missverstehst obgleich du es genauso verstehst, wie du es deiner Story nach verstehen solltest. Das sind sehr logische Prozesse, sehr genaue Anhänge die in einander greifen und somit eine vernünftiger Simulation bilden an der dein Bewusstsein sich richten kann.

Dabei ist es dein Bewusstsein eigentlich egal ob es dir schadet oder gut tut, denn es hat nur die Aufgabe dir Zusammenhänge zusammenzuketten die dir die Umwelt verständlicher macht. 

Und da liegt der Hacken. Solange du deinen Verstand machen lässt, was er möchte, wird er dich immer wieder verständlich machen, was du zu verstehen hast. 

So können deine Gedanken (dein Stift, mit dem du dein Leben schreibst) sich selbstständig machen und Quasi wie ein zweites Ich in deinen Kopf rumspuken. 

Und solange du dieses Ich als Feind siehst, als Gegner, als Hauptprotagonist deines Dramas, wird es steht unkontrolliert bleiben weil diese Angst zu etwas gemacht wird, was sich dir widersetzen kann.

Darum Lass sie dich begleiten, lass sie sein wie ein Teil deines Körpers. So wäre Beispielsweise irrsinnig sich gegen seine Hände oder Ohren zu wehren, weil sie Teile von dir sind. Und so wäre es irrsinnig sich vor deinen Klamotten zu fürchten, die du am Leibe trägst. 

Also übernehme die Verantwortung dafür und lass es du sein. Kein Plan wie du dich bekämpfst, kein Gegner der du bist. Nur ein Gefühl was ein Teil von dir ist. Und wie alle Gefühle wachsen sie auch mit der Zeit, wenn du sie neu erfindest.

Und falls du wirklich nicht weiter weist. Handel bevor du denkst und denke nach dem handeln erfolgreich. Ist zwar wie kalt duschen, aber man gewöhnt sich dran.

Ansonsten Frag einfach wenn du mehr wissen wilst :)

Antwort
von Taaly, 38

Ein solches Trauma kann tatsächlich lange wirken. Wichtig ist es, das Selbstvertrauen wieder zu finden und sich nicht runter ziehen zu lassen. Hierfür gibt es Übungen, die unter dem Suchwort Achtsamkeit leicht zu finden sind.

Nehmen Sie sich fest vor, sich zu Beweisen. Versuchen Sie sich darüber klar zu werden, was für ein schwacher und schlechter Mensch ein Lehrer sein muss, um ein Kind so runter zu putzen. Sollte man den Aussagen eines solchen Totalversagers in seinem Job wirklich solch ein Gewicht zumessen? Nein! Nicht Sie sind der Versager, sondern er! Sagen Sie sich das immer wieder.

Es kann hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und einen Psychologen aufzusuchen. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke...

Kommentar von Ellicat17 ,

Ich verstehe was du meinst. Natürlich habe ich es versucht aber wie ich gesagt habe als ich dachte es wäre alles vorbei kam es dann immer und immer wieder

Kommentar von Taaly ,

So ein Erlebnis kann sich immer wieder einmal ins Bewusstsein drängen. Wichtig dabei ist es zu lernen, damit umzugehen - statt zu versuchen es zu vergessen. 

Versuchen Sie ihre Hilflosigkeit in Trotz umzuwandeln, üben Sie sich darin, ihm lauthals zu widersprechen, wenn seine Stimme Sie quält. Am Anfang kommen Sie sich vielleicht ein wenig "lächerlich" dabei vor, aber eine solche Technik kann auf Dauer tatsächlich helfen.

Prüfen Sie ihre Möglichkeiten. Sammeln Sie Kraft und melden Sie sich zu einem Volkshochschulkurs oder Fernstudium an - nicht um es ihm, sondern um es sich selbst zu beweisen...

Der schlimmste Part einer solchen Angst ist die Passivität, die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein. Dagegen hilft nur, die Initiative zu ergreifen und zu handeln. Positiv! Aus der Krise führend...

Antwort
von Nimijole, 32

Das ist echt furchtbar, dass solche Menschen Lehrer werden dürfen. 

Tut mir leid, was dir passiert ist. Wie haben deine Eltern denn in der ganzen Zeit reagiert?

Wie war denn deine restliche Schullaufbahn? Und was machst du zur Zeit? Ausbildung oder arbeitest du schon?

Kommentar von Ellicat17 ,

Meine Eltern haben mir das am Anfang nicht geglaubt erst nach hinein dann war es schon zu spät.

Meine restliche Schullaufbahn war schwierig. Musste die Hauptschule besuchen, jedes mal Prüfungsängste und schwer sich mit jemanden anzufreunden.

Ich beende zurzeit meine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegeassistentin. Ist aber mit den Ängsten noch gleich

Ich habe mich nie getraut weiter zu Schule zu gehen damit meine ich jetzt Abitur.

Kommentar von Nimijole ,

Erstmal finde ich es gut, dass du eine Ausbildung machst! Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele gibt, die sich an deiner Stelle zu Hause verkrochen hätten und nichts vernünftiges nach der Schule mehr gemacht hätten.

Und das ist auch etwas, da kannst du stolz auf dich sein und das solltest du dir auch immer wieder selbst zu dir sagen!

Dass deine Schulzeit durch die negativen Erlebnisse nicht schön war, ist sehr traurig. Aber ändern kann man das natürlich leider nicht mehr.

Du kannst aber auch jetzt noch weiter kommen. Das Abitur kann man z.B. in einer Abendschule nachholen. 

Ich bin keine Psychologin. Aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht von heute auf morgen weg gehen wird, wenn es schon so viele Jahre dein Leben bestimmt. Denke es ist wichtig, dass du versuchst etwas zu ändern. Vielleicht sogar in Betracht ziehen solltest zu einem Therapeuten zu gehen. 

Zunächst aber konzentriere dich auf den Abschluss deiner Ausbildung, das ist ja ein ganz wichtiger Meilenstein! Dabei wünsche ich dir viel Erfolg, glaube an dich! Wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!

Antwort
von detlefhonsi, 44

Das hört sich aber ziemlich hart an, gehe lieber einen Termin bei einem Therapeuten machen ich glaube hier kann dir keiner so wirklich weiterhelfen.

Antwort
von BlauerSitzsack, 41

Gehe zu einem Therapeuten.

Antwort
von imaawesomee, 40

Glaube sowas kann man nur mit professioneller Hilfe aufarbeiten. Hör dich mal um.

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