Frage von Chrisauf, 106

Wie überbrücke ich die finanzielle Lücke [Frage weiter unten]?

Hallo liebe Community, ich habe folgendes Problem: ich bin aufgrund einer Krankheit (psychisch) nicht ganz mit meinem Studium hinterher gekommen und liege derzeitig im Clinch mit dem Bafög Amt.

Meine Sachbearbeiterin hat für alle anderen außenstehenden Parteien, sowohl für meinen Psychologen, als auch für mein zuständiges Prüfungsamt meiner Fakultät, als auch für mich selbst, eine sehr "sonderbare Einschätzung".

Um die Sachlage kurz zusammen zu fassen, ich bin seit einem Jahr in Behandlung und mein Psychologe hat mir auch ein Attest extra geschrieben, welches erläutert, wieso anzunehmen ist, dass ich auch vor Therapiebeginn schon erkrankt war ( was ja verständlich für mich ist, da man ja nicht gesund einen Psychologen aufsucht). Sprich das ist etwas chronisches, welches meinen Lernprozess behindert.

Dennoch heißt es seitens meiner Sachbearbeiterin das ich für jede Klausur ein Attest hätte besorgen müssen. Wie bereits durch meinen Psychologen für sie erläutert, war mir aber ja nicht bewusst, dass ich wegen etwas, von dem ich selbst zu dem Zeitpunkt nichts wusste, beeinträchtigt war .

Long story short, meine urpsrünglichen Frage ist zweigeteilt: (1)Wie schätzt ihr solch einen Umgang der Sachberaterin ein, für mich klingt das so als würde sie nicht verstehen, dass das kein Beinbruch oder Ähnliches war. und (2) muss ich jetzt einen bis vll. 2 Monate finanziell überbrücken, was bei Miete und Co etwa 1200 Euro sind ( wir zahlen noch ne Küche etc. ab), kennt ihr Alternativen zu dem Kfw-Studienkredit ?

Als Randinfo, Familie und Freunde habe ich nicht, die über solche Finanziellen Mittel verfügen oder Bürgen können/wollen.

Antwort
von JTKitzel, 47

Kann mich da der Antwort von "grubenschmalz" nur anschließen.

Ohne dir - lieber Fragesteller - irgendwie zu nahe treten zu wollen, aber die Prüfungsordnungen der meisten Unis/FH sind da ziemlich eindeutig: Ohne Attest vor(!) der Prüfung keine Chance. Die Sachbearbeiterin macht also schlicht ihren Job: Sie schaut sich die entsprechende Prüfungordnung an und guckt dann, ob dein Verhalten im Einklang steht. Letztlich ist Bafög eine staatliche Unterstützungsleistung, entstammt also dem Geld aller Steuerzahler. Die Sachbearbeiterin kann sich daher nicht einfach darüber hinweg setzen, was in der Prüfungsordnung deiner Uni/FH steht.

Zu deiner zweiten Frage: Da du als Student kein festes Einkommen (außer eben dem Bafög) haben wirst, wird ein Kredit nicht in Frage kommen und wäre aufgrund der Erkrankungssituation eh keine gute Idee. Letztlich kommen also nur die Klassiker in Frage: Familie um Hilfe bitten, Auto/Fernseher/Konsole/... verkaufen oder Nebenjob ausüben (Reinigungsarbeiten, Haushaltshilfe, Werbung verteilen, ...). Ob dir letzteres mit deiner Erkrankung möglich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ansonsten frag bei der Bank, die euch damals die Küche finanziert hat, nach einer Stundungsmöglichkeit. Ist nicht schön und wird zumindest bei dieser einen Bank dein Scoring ziemlich runterziehen, aber für genau solche Notfälle ist das Instrument Stundung nunmal gedacht.

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 27

Hi,

zu 1) Schätze ich wie die anderen ein. Es wird verlangt vor der Prüfung ein Attest vorzulegen. Auch wenn da noch nicht klar war, was die Diagnose sein wird, hättest du zum Arzt gehen müssen, wenn du nicht prüfungsfähig warst. Eine "Allround" Attest, in dem angenommen wird, dass du bestimmt auch vorher schon an XY erkrankt warst gilt nicht. Du hättest vorher wissen müssen, ob du mitschreiben kannst oder nicht. Wenn nicht, dann geht man zum Arzt und lässt sich krank schreiben.

2) Du bist aktuell studierunfähig und hast dafür ein Attest, oder? Wenn ja, wäre es eh nicht mehr Bafög (wenn das mehr als 3 Monate andauert). Du könntest dann Hartz4 beantragen, da du nachweislich nicht studierfähig bist. Nicht-studierfähige Menschen werden eh nicht mit Bafög gefördert.. Oder hast du Hartz4 schon probiert?

Warum musst du nur 2 Monate überbrücken? Welches Geld soll denn in 2 Monaten kommen?

Kommentar von Chrisauf ,

Es ist nicht so, dass ich komplett studienunfähig bin, es war einfach eine recht kritische Zeit in meinem Leben, welches man als depressive Phase bezeichnen könnte, ich brauchte einfach einige Zeit, um mein Leben wieder in gesunde Bahnen zu lenken und über diesen Zeitraum waren meine Studienleistungen halt unterirdisch, aber eigentlich hat sich erstmal alles bisher wieder normalisiert, das haben wir auch so dem Bafög antrag mitgeteilt und es klingt auch so, dass ich weiterhin bafög beziehen kann, aber weil gerade so viele Anträge vorliegen, dauert die Bearbeitungszeit nun mal länger und deswegen kann ich erst ende oktober, mitte november mit dem Bafög rechnen.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Du hättest dich vorab krank melden müssen. Und jetzt verstehe ich gar nicht, was dein "Streitgrund" mit Bafög ist.

Du hast die Klausuren also mitgeschrieben, warst schlecht oder bist durchgefallen oder hast unentschuldigt gefehlt. Geht es um den Leistungsnachweis ab dem 5. Semester? Wolltest du die letzten Prüfungen nicht anerkennen lassen, weil dein Psychologe annimmt dass du bereits vorher nicht klausurfähig warst? Um was geht es denn überhaupt?

Antwort
von grubenschmalz, 41

In der Prüfungsordnung der Universitäten steht das recht deutlich drin, jede Klausur ein Attest. Du kannst nicht schon ausgehen, dass dein Psychologe (welcher KEIN Arzt ist) dir eine Generalvollmacht (rückwirkend) für alle Klausuren ausstellt und das Bafög dann ungehindert weiter fließt.

Ich sehe das so wie die Sachbearbeiterin, auch wenn das für dich persönlich natürlich bitter ist.

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