Frage von math3matik, 54

Wie tief graben bis zur K-P-Grenze?

Hallo,

Habe mir letztens eine Doku über Dinosaurier angeschaut. Da wurde einem die Grenze am Gestein gezeigt, man konnte schön die Linie sehen. Kann man das hier in Deutschland auch? Oder nur in Amerika? Wie tief müsste man theoretisch graben/bohren?

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von MarkusPK, 22

Die KP-Grenze ist nicht überall auf der Welt erreichbar. In vielen Gegenden ist sie bereits erodiert, das heißt von Wind und Wetter abgetragen worden. Bei uns in Deutschland waren vor allem die massiven Gletscher der Eiszeit verantwortlich, dass große Teile der jüngeren Gesteinsschichten (die sich natürlich auch bei uns gebildet haben), abgetragen wurden und für immer verloren sind. In einigen Gegenden in Mitteleuropa ist das späte Maastrichtium, wie die letzte Stufe der oberen Kreidezeit heißt, jedoch durchaus erreichbar. Schließlich war die Stadt Maastricht in den Niederlanden der Namensgeber für diese Zeit, und dort findet man viele Ablagerungen aus eben dieser. Allerdings sind diese Ablagerungen beinahe ausschließlich unterseeischen Ursprungs und keine Festlandablagerungen wie in Nordamerika.

Im Maastrichtium lagen weite Teile Deutschlands nämlich noch unter Wasser, da der Meeresspiegel noch 90m über dem heutigen Niveau lag. Die Alpen begannen sich zu dieser Zeit gerade erst herauszuheben und waren eher eine Hügel- als Gebirgskette, und dort wo sie hoch genug waren, erhoben sich einige kleine Inseln aus dem Meer der Kreidezeit. In Deutschland sah es damals aus wie auf den Bahamas.

Unter Wasser hat sich die KP-Grenze nicht so deutlich gebildet wie auf dem Festland Nordamerikas, wo sie in den Nationalparks von Montana beinahe überall, wo das Land von Klippen und Schluchten eingeschnitten wird, sehr deutlich zu erkennen ist. In Deutschland gibt es solche Klippen und Schluchten nicht: erstens, weil wir hier keine Gebirge haben, die geologisch in die Zeit passen (die Mittelgebirge sind sehr viel älter, die Alpen sehr viel Jünger), und zweitens, weil es in Deutschland am Ende der Kreidezeit nur wenig ausgedehntes Festland gab.

Trotz ihrer Seltenheit hat sich auch in Mitteleuropa eine Iridium-Schhicht an der KP-Grenze gebildet. Wo genau du diese finden kannst, kannst du folgendem Link entnehmen:

http://www.zobodat.at/pdf/GmuGeoStud_2_0029-0038.pdf 

Antwort
von SlowPhil, 30

K-T-Grenze, nicht KP-Grenze. Das T steht für Tertiär.

Man muss nicht unbedingt tief graben, da jüngere Gesteine sich schon abgetragen sein können. Aber auch Gestein, das diese Grenze enthält, kann ebenfalls abgetragen sein. Bei uns liegt z.B. Gestein aus dem Devon frei.

Kommentar von math3matik ,

Super, Dankeschön.

Wegen dem K/P, K/T, habe das von Wikipedia:

"Die Kreide-Paläogen-Grenze, auch K-P-Grenze, früher Kreide-Tertiär-Grenze, auch K/T-Grenze genannt"

Kommentar von NadarrVebb ,

Nein, du hast schon recht, es heißt K-P-Grenze.

Kommentar von SlowPhil ,

O.K., da war ich wohl noch etwas altmodisch bzw. hatte die Neubezeichnungen nicht mehr präsent. Danke für die Korrektur. Allerdings muss ein Bindestrich oder ein Slash zwischen das K und das P, sonst könnt man denken, es sei der Eiserne Vorhang damit gemeint (ab da nach Osten hin herrschten KP's).

Antwort
von Hayns, 15

In manchen Teilen Europas befindet sich die Kreide an der Oberfläche.
Die Kreidefelsen der Insel Rügen zum Beispiel. Aber das willst Du
vermutlich ga nicht wissen (?).

Willst einmal Dein Anliegen mit ein paar Worten erklären?

Wo (geografisch) willst Du denn die "K-P-Grenze, früher Kreide-Tertiär-Grenze, auch K/T-Grenze genannt" (Quelle Wikipedia), ergraben oder bohren und für was?

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