Frage von TomWinchester, 44

Wie testet man den Klang eines Klaviers am besten?

Hi zusammen,
ich habe momentan ein ziemlich altes Klavier das trotz Stimmung nicht mehr so ganz einwandfrei klingt.. Bin mit dem Lernen noch ziemlich in den Anfangsschuhen, liebe es aber jetzt schon und werde mir daher kommende Woche einige Pianos bei Steinway & Sons anschauen und anspielen (auch die günstigeren Modelle von Boston und Essex designed by Steinway).
Da ich aber leider wie gesagt noch nicht der top Spieler bin wollte ich fragen wie ich am besten den ganzen Klang aus einem Klavier rausholen kann..? Gibt es da einen allgemeinen Tipp? Evtl. bestimmte Akkorde? Oder doch einfach den Verkäufer jedes Klavier anspielen lassen? Bin ein Bisschen hilflos und würde bei den Summen um die es da geht natürlich schon gerne die richtige Wahl treffen :-)
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

Antwort
von Bluemilk, 32

Sei kritisch gegenüber der sehr aggressiven - typisch amerikanischen - Werbung von Steinway. Steinway ist vor allem eines: extrem teuer. Du zahlst in erster Linie für den Namen. Es gibt zahlreiche Marken, die sind mindestens gleich gut oder sogar besser und teilweise viel billiger. Boston wird bei Kawai gebaut und ist so gut, wie eben ein Kawai ist. Nur ist ein Kawai deutlich billiger. Essex ist chinesisch, diese Instrumente sind immer noch von sehr zweifelhafter Qualität und um den Preis eines Essex kriegst Du auch ein Yamaha und das ist um vieles besser. Nebenbei: Yamaha und Kawai sind schon lange Steinway-Kopien (Patente sind schon längst abgelaufen). Die Spitzenmodelle von Yamaha und Kawai sind so gut, wie Steinway sein sollte (einmal war und heute nicht mehr ist) und billiger.

Wie testest Du den Klang eines Klaviers? Erst einmal sollte der Klang weder zu hart noch zu weich sein. Du solltest eine möglichst große Dynamik herausbekommen, also den leise / laut Unterschied. Am kritischsten sind immer die extremen Lagen, also die hohen und tiefen Töne, wobei die höchsten Töne auch bei sehr guten Instrumenten oft nicht mehr so berauschend sind. Zum Trost: Man braucht sie so gut wie nie. Die tiefsten dagegen sind ein guter Gradmesser: Je besser das Klavier, desto schöner klingen sie, grundtöniger, satter. Dumpfe, nicht tragende, kurze Töne sind da ein Zeichen, dass es an Qualität fehlt. Wichtig ist auch ein guter Übergang zwischen der Basspartie (den noch umsponnenen Saiten) und der Mittellage (den glatten Saiten): Den Übergang sollte man nicht hören.

Oft sind alte Klaviere noch gut zu reparieren, und gute alte klingen oft besser als neue. Kann man Hammerfilze nicht mehr abziehen, dann kann man die Hämmer neu befilzen lassen (das ist so, wie neue Reifen bei einem Auto, wenn die Reifen abgefahren sind, dann braucht man noch lange kein neues Auto). Wenn Dein Klavier von einer guten Firma ist, der Resonanzboden noch keine (oder nur feine) Risse hat, die Stimmwirbel noch halten, dann ist eine Überholung eines alten Klaviers oft eine sehr lohnende Sache. Du musst unterscheiden zwischen einer Mechaniküberholung und einer Überholung des Klangkörpers (vor allem neue Saiten, aber auch Risse im Resonanzboden ausspanen etc.). 

Gute und preiswerte Marken sind neben Yamaha und Kawai z.B. Schimmel, Förster, Sauter, Rönisch... Sehr gut aber auch sehr teuer: Steingräber, Bösendorfer.

Antwort
von Allexandra0809, 44

Wenn das Klavier, das Du hast, schon so alt ist, würde es sich wohl lohnen, dies mal richtig stimmen zu lassen. Vermutlich hat es einen wundervollen Klang.

Willst Du Dir ein neues kaufen, so sieh zu, dass Du jemanden mitnehmen kannst, der Dich gut beraten kann. Sonst musst Du einfach Deinem eigenen Gehör und dem Verkäufer vertrauen.

Kommentar von TomWinchester ,

Habe es ja erst stimmen lassen.. Und der Stimmer hat aber auch gesagt dass er mehr als er gemacht hat nicht tun kann da der Filz auf den Hämmern schon ziemlich in die Jahre gekommen wäre etc. es sich aber nicht rentieren würde die abzuziehen..

Kommentar von Allexandra0809 ,

Das wundert mich. Altle Klaviere sind normalerweise recht gut und haben einen super Klang.  Ist ja klar, dass auch mal zwischendurch eine Generalüberholung fällig ist und hier muss dann auch der Filz erneuert werden. Geh mal davon aus, dass der Stimmer wusste, wovon er sprach.

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