Frage von jeniwebr, 103

Wie teilt man den Ertrag aus CD-Verkäufen unter den Band-Mitgliedern am besten auf?

Hi ihr alle!

Ich bin in einer vierköpfigen Band und wir veröffentlichen bald eine EP. Die Arbeitsteilung war wie folgt:

  • 5 von 6 Liedern sind von mir geschrieben und arrangiert,

  • ein Lied von einem unserer Gitarristen

  • alle Lieder sind von mir komplett eingespielt (2 Gitarren, Bass, Drums, Gesang) und anschließend auch von mir produziert worden.

Label o.ä. haben wir nicht, läuft erstmal alles unter Selbstvermarktung.

Wie teilt man jetzt den Erlös der CDs am besten auf, damit es auch fair ist? Ich habe da sicher mehr als 90% der Arbeit mit gehabt und die restlichen 10% unser einer Gitarrist. Nur wenn man den Erlös so aufteilt, steigen uns der Drummer und der andere Gitarrist aufs Dach... Schwieriges Thema, deshalb wollte ich zunächst Rat bei euch einholen, wie man das geschickt angeht.

Also habt hier Ideen, wie man das gut regeln kann? Vielleicht welche Kriterien sollte man beachten? Habt ihr Erfahrungen? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Vielen Dank, schon Einmal im Voraus :)

PS: Falls meine Infolage zu mau ist, gerne fragen, ich erzähl dann genaueres.

Antwort
von sr710815, 12

das scheint schon etwas komplizierter zu sein. Eine Art GbR gründen bzw. Versteuerung der Einnahmen-Ausgaben.

Es gibt hier spezialisierte Anwälte wie http://musikrecht-meyer.de/

Die kümmern sich auch um Musikerrechte ggü. Verlagen usw.

Ich warne ja immer vor irgendwelchen Gemeinschaftsanschaffungen. Siehst Du ja, selbst die Aufteilung mit 90-10-0-0 % Anteilen geht ja schon schief

Antwort
von Nckyy, 39

eine einfache Lösung wäre, das Geld auf ein "Bandkonto" zu tun und damit anfallende Kosten oder das nächste Album zu finanzieren.

Ich kann dich natürlich verstehen, dass du einen großeren Anteil willst da das meiste ja anscheinden von dir kommt. Allerdings seid ihr nun mal eine Band wo jeder seinen Beitrag leistet.

Mir stellt sich die Frage, warum du alles eingespielt hast und nicht jedes Mitglied seinen eigenen Part.

Zukünftig solltet ihr vorher regeln wer was macht und wer wie viel Geld bekommt.

Kommentar von jeniwebr ,

Die Sache ist, dass wir recht weit auseinander wohnen und lediglich am Wochenende zum Proben zusammen kommen. Unter der Woche haben wir natürlich trotzdem sehr viel Kontakt untereinander und besprechen vieles, bereiten also quasi die Probe vor. 

Aufgenommen hab ich alles bei mir in meinem kleinen selbst zusammengestellten Studio. Nichts großartiges, aber funktioniert. 
Wenn wir jetzt ständig uns für Aufnahmen getroffen hätten, wär die Zeit zum proben oftmals nicht da gewesen. Und überhaupt hätten wir dann nur am Wochenende aufnehmen können. 
Also habe ich angeboten den Kram aufzunehmen und die restlichen Bandmitglieder haben diesen Vorschlag auch begrüßt. Schlichtweg um Zeit zu sparen und voranzukommen. 

Antwort
von DonCredo, 35

Hey! Als erstes wundere ich mich über euere "Arbeitsteilung". Können die anderen nichts oder warum hat nicht jeder seinen Part selbst eingespielt? War das so abgesprochen oder Deine Entscheidung? Wenn ich euer Drummer wäre dann hätte ich auf jeden Fall selbst spielen wollen. So wie Du schreibst hat doch keiner ausser Dir (und ein bisschen der Gitarrist) am Ende mit dem Produkt was zu tun - warum veröffentlichst Du das nicht alleine auf Deinen Namen?

Ich kann mir hier kein Urteil bilden, da mir verschiedene Fakten einfach unklar sind. Wenn ich das auf meine Band übertragen würde finde ich, es müssen zu allererst mal vom Erlös geleistete Unkosten ausgeglichen werden und der Rest steht allen gemeimsam zu - es wird immer so sein, dass einer mal mehr der andere weniger macht. Oder man muss sich vorher einigen, wie man das verteilt. Nachkarten ist blöd und wird nur zu Stress führen. Gruss Don

Kommentar von jeniwebr ,

Es ist so, dass wir "relativ" weit auseinander wohnen und ich bei mir ein Homestudio aufgebaut habe. Es war mit dem Rest abgesprochen, dass ich die Sachen auch aufnehme, um Zeit zu sparen. Wir proben einmal in der Woche und haben unter der Woche lediglich Kontakt über die Sozialen Medien, allerdings sehr oft und regelmäßig. 

Es unter meinem Namen zu veröffentlichen ist natürlich eine Möglichkeit, allerdings sind wir eine gemeinsame Band und wollen auch so Musik machen. 

Bislang wurde dieses Thema, welche ich hier anspreche, auch noch nicht in der Band angesprochen. Ich wollte mich wie gesagt erst einmal informieren, um überhaupt selbst davon etwas Ahnung zu haben. 

Kommentar von DonCredo ,

Okay, kann ich dann nachvollziehen ... aber wenn es nur abgesprochen war um Zeit zu sparen und ihr mit dem Material dann auch gemeinsam starten wollt gehen alle anderen sicher davon aus, dass der Erlös geteilt wird oder in die Band investiert wird. Ich denke, ihr solltet euch auch über das liebe Geld für die Zukunft mal unterhalten damit das kein Streitpunkt wird. Wie ihr ds aufteilt ist dann völlig Euch überlassen aber einig darüber solltet ihr sein. für diesmal ist meine Meinung "sei grosszügig im Interesse der Band" und lass das in die gemeinsame Kasse laufen soweit Du keine echten Ausgaben hattest. Gruss und viel Erfolg für Euer Projekt. Don

Antwort
von OnkelSchorsch, 31

Bleib bitte realistisch.

Vielleicht macht ihr ja mit dem Verkauf genug Geld, dass ihr davon mal gemeinsam Pizza essen gehen könnt. Oder zumindest bei ner Bandprobe eine Kiste Bier von dem Erlös hinstellen könnt.

Über mehr würde ich mir da keine Gedanken machen.

Kommentar von jeniwebr ,

Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär... 
Und außerdem wird man ja noch Träumen dürfen :)

Und ich denke, es ist nicht unklug sowas im Vorfeld zu klären.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Aha. Dann macht einen Vertrag.

Habe ich aber nie benötigt. Was wohl daran liegt, dass ich in den fünfundvierzig Jahren Gitarre spielen nie einen Welthit geschrieben habe.

Antwort
von procoder42, 16

Ich geb auch mal meinen Senf dazu :)

5 von 6 Liedern sind von mir geschrieben und arrangiert,

Und ...

alle Lieder sind von mir komplett eingespielt

Warum ? Hatten die anderen kein Interesse, ihre Parts einzuspielen ? Hat das einen Grund, dass sie sich nicht beteiligen, oder lässt du niemandem die Chance sich zu beteiligen ?

Und was heißt für dich "komplett geschrieben" ? Hast du Text und Akkordabfolge geschrieben oder jede Instrumentenspur (Gitarren Riffs, Bass, Drums) ?

Wie teilt man jetzt den Erlös der CDs am besten auf, damit es auch fair ist?

Wie viele Einnahmen erwartet ihr euch ?

Wenn Drummer und Gitarrist nicht einspielen und schreiben wollten, dann würde ich mich einfach von denen trennen. Wenn du ohne Absprache einfach alles gemacht hast, hat die Band wahrscheinlich eh bald keinen Bock mehr auf dich.

Wenn das alles andere Gründe hat und die Band ein Spaßprojekt ist : Alles auf ein Konto und von den Einnahmen Bier für alle zu kaufen.

Bei den meisten Bands kommt eh niemals genug zusammen, als das man groß ein Theater drum machen müsste.

Wegen ein paar Euro (100 CDs a 5 Euro = 500 Euro abzüglich Kosten) den Band Zusammenhalt gefährden, ist keine all zu gute Idee.

Regelt es doch so, wie hier von den meisten beschrieben. Mit der Option, -falls ihr mit ganz viel Glück mal berühmt werdet- das ganze noch mal neu zu verhandeln.

Kommentar von jeniwebr ,

Ich kopier mal einen Teil, mit dem ich schonmal jemanden geantwortet hat, weil ich etwas schreibfaul bin:

"Die Sache ist, dass wir recht weit auseinander wohnen und lediglich am Wochenende zum Proben zusammen kommen. Unter der Woche haben wir natürlich trotzdem sehr viel Kontakt untereinander und besprechen vieles, bereiten also quasi die Probe vor. 

Aufgenommen hab ich alles bei mir in meinem kleinen selbst zusammengestellten Studio. Nichts großartiges, aber funktioniert. 
Wenn wir jetzt ständig uns für Aufnahmen getroffen hätten, wär die Zeit zum proben oftmals nicht da gewesen. Und überhaupt hätten wir dann nur am Wochenende aufnehmen können. 
Also habe ich angeboten den Kram aufzunehmen und die restlichen Bandmitglieder haben diesen Vorschlag auch begrüßt." 

Von daher, war alles in Ordnung, dass wir es so gemacht haben. 

Um dir weiter zu antworten, darüber hinaus: Ich habe Texte, Akkordfolgen und Instrumentenspuren geschrieben. Bis auf das eine Lied eben, wie schon beschrieben. Bei dem Lied habe ich einige Instrumentenspuren etwas verändert, damit es einfach besser passt. 

Wie viele Einnahmen uns erwarten ist seehr schwer zu sagen. Dass die "Gefahr" besteht, dass man nichts damit verdient ist mir durchaus bewusst und wäre auch nicht weiter schlimm. Nur für den Fall dass, wäre es sicherlich nicht verkehrt das geklärt zu haben, um sich den Ärger schon im Voraus zu sparen. 
Aber dein Vorschlag mit dem neu verhandeln, klingt auf jeden Fall vernünftig. 

Antwort
von casala, 38

deine maue infolage tut nix zur sache und kann auch nicht über deinen finanz. frust hinwegtäuschen.

fakt ist anscheinend:  ihr erwartet gewinn und du willst DEINEN gebührenden anteil haben.

ebenso fakt ist aber: wenn es als gemeinschaftsprodukt angepriesen wird, provitiert die GEMEINSCHAFT (und nicht der meistschaffende)

also - bei sowas regelt man im vorfeld die anteilsvergabe von erträgen.

wie?  ist sache eurer einigung.

übrigens, der schreiber ist nix, wenn keiner spielt.  :)

Kommentar von jeniwebr ,

Das hast du alles prinzipiell sehr gut zusammengefasst, jedoch würde ich von dem negativen Unterton absehen. 

Nur einmal vorweg: Wir befinden uns noch im Vorfeld, also Gespräche sollen ja erst geführt werden. Deshalb ja auch hier meine Frage, um etwas Ahnung zu bekommen. 

Und natürlich möchte, dass der Erlös fair geteilt wird. Das ist glaube ich auch nichts Verwerfliches. Nur glaube ich, dass auch in einer Gemeinschaft Fairness herrschen muss. Da kommt man ja sonst zum Kommunismus (kleiner Scherz am Rande ;) ). 

Den Aspekt, dass ein Komponist auch jemanden braucht, der seine Sachen spielt, habe ich auch nicht außer Acht gelassen. Nur da Frage ich mich eben wieder, wie man das gut aufteilen kann. 

Kommentar von casala ,

sry. - aber der tenor der fragestellung neigt dazu einen negativeindruck zu bekommen, sprich: da beschwert sich jemand, daß er evtl. etwas zu kurz kommt, obwohl er einen großteil der arbeit macht. das ist verständlich und bedarf sicherlich einer allseits verträglichen lösung.

ich könnte mir jedenfalls für die anfangszeit eine art bonussystem vorstellen. wer viel macht, bekommt viele bonuspunkte und somit leicht nachvollziehbare finanzielle vorteile. wie ihr das regelt, ist wiederum euer ding (ich kenne eure animositäten nicht).   :)

falls ihr wirklich die hürde schafft und in den bereich kommerzieller erträge kommt, ist die neuverteilung sicherlich eine wichtige option. dabei ist aber auch zu berücksichtigen, daß in einer anfangs- und findungsphase meistens einer der treibende ist und einiges mehr leistet als der rest (die ja mitbegeistert werden müssen). das sind leistungen, die gewöhnlich keiner entlohnung bedürfen, bzw. die man einfach nicht werten kann.  jedenfalls - viel glück und erfolg!   :)

Antwort
von ian101, 53

Also da ihr kein Label und so habt fallen da schon mal die Anteile weg aber wenn ihr es in einem landen verkauft weil er bestimmt auch Anteile ansonsten wäre ein Tipp für mich tut das Geld in eine gemeinsame Kasse und spart es das ihr das nächste Album profosioneller aufnehmen könnt und für beispielsweise einen Bandnudel falls ihr keinen habt 

Kommentar von ian101 ,

Sorry meinte bandbus 

Kommentar von Nckyy ,

jaja wer kennt nicht diese Bandnudel... ohne dich läuft in dem Business nichts :D

(Sorry ist nicht böse gemeinst, ich stelle mir das nur gerade bildlich vor :'D)

Kommentar von jeniwebr ,

Haben wir nicht nein, das wäre natürlich eine Idee :)

Antwort
von mnirc, 54

So wie es im Vertrag festgelegt ist

Kommentar von jeniwebr ,

Einen Vertrag gibt es nicht...

Kommentar von Nightstick ,

... dann nach Lautstärke der Instrumente ( LOL )  :))

Antwort
von sr710815, 4

sonst gibt es zur Finanzierung von Alben auch div. reward based crowd-funding Plattformen wie Pledge Music usw.

Allerdings fallen dort Provisionen an & wenn man das Ziel nicht erreicht, verfallen die Spenden

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community