Frage von Insyder, 36

Wie stressig ist der Arbeitsalltag für GrundschullehrerInnen?

Ich habe mal überlegt Grundschullehramt zu studieren, jedoch stellt sich mir immer wieder die Frage wie viel Belastung es doch im Endeffekt ist. Zudem würde ich gerne wissen, was nach dem Unterricht alles an Vorbereitung getan werden muss. Und wann man letztendlich nach getaner Arbeit nach Hause fahren kann. Vielleicht können ja einige hier aus Erfahrung sprechen :).

Antwort
von Flammifera, 25

Hey :)

Ich bin selbst keine Grundschullehrerin, aber kenne eine.

Grundsätzlich geht dein Arbeitstag so lange, wie der Unterricht, den du gibst. Bei Konferenzen, Elternsprechtagen, Schulfesten, etc. variiert das natürlich.

Vorbereitung auf die nächsten Unterrichtsstunden inklusive das Korrigieren von Tests und Klassenarbeiten wird zuhause gemacht und da arbeitet natürlich jeder unterschiedlich schnell. Die Zeit kann man sich frei einteilen. Zur Vorbereitung gehört evtl. Aussuchen von passenden Aufgaben für die ganze Klasse, individuelle Förderaufgaben für manche Kinder, wenn du KlassenlehrerInn bist, dann natürlich dort auch organisatorische Dinge.

Ein großer Teil der Arbeit besteht auch daraus, mit den Eltern der Kinder zu kommunizieren. Als GrundschullehrerInn hast du auch einen Erziehungsauftrag und leider ist es so, dass man immer ein paar komplizierte Eltern und/oder Kinder dabei hat. Dementsprechend muss man viele Gespräche führen. Hier liegt laut meiner Bekannten auch die hauptsächliche Belastung, da immer wieder Probleme dabei auftreten.

LG

Antwort
von Ela33333, 24

hallo 😊


1. Wie lange ist man als Grundschullehrer in der Schule? - Das hängt stark von der Schule selber ab. Grundsätzlich hat jeder Grundschullehrer (Bayern) bei Vollzeit 28 Unterrichtsstunden (45 Min) + eine Sprechstunde zu leisten. Lehrer an Ganztagsschulen haben z.B. regelmäßig Nachmittagsunterricht, dafür aber Lücken im Stundenplan am Vormittag. Wer ein ruhiges Zimmer findet (und das ist definitiv nicht das Lehrerzimmer, Klassenzimmer geht auch nicht, da anderer Unterricht stattfindet) kann diese Lücken ggf. zur Vor- und Nachbereitung nutzen. Wenn nicht, muss das dann erledigt werden, wenn der Unterricht beendet ist. Das kann dann gut und gerne halb fünf werden. Aber nicht nur an Ganztagsschulen kann man als Lehrer zum Nachmittagsunterricht herangezogen werden, auch reguläre Grundschulen haben z.B. Ethik, Religion oder Sport bzw. Wahlfächer am Nachmittag.

2.   Wie groß ist der Arbeitsaufwand bzgl. Vor- und Nachbereitung? - Das wiederum ist abhängig von a) Klassenstufe b) Unterrichtsfächer c) Klassleitertätigkeit - Das bedeutet: a)In Klassenstufe 3 und 4 habe ich wesentlich mehr Korrekturaufwand (Klassenarbeiten, Aufsätze, Leporellos, Berichtshefte, etc...), in Klasse 1 und 2 hingegen einen sehr anstrengenden Unterricht und mehr Aufwand bei der Erstellung von Unterrichtsmaterial. Natürlich hängt auch viel davon ab, wie perfektionistisch der einzelne Lehrer ist. Man kann ein inhaltlich identisches Arbeitsblatt in 10 Minuten, aber auch in einer Stunde erstellen, je nachdem wie "schön" man es haben will. b)Sportunterricht erfordert wesentlich weniger Vor- und Nachbereitung als Deutschunterricht, ist aber ggf. sehr viel anstrengender zu halten. c) Klassleitertätigkeit (bei Vollzeitkräften üblich) bedeutet zweimal im Jahr zeitraubende Zeugnisse erstellen, viele, viele, viele Termine mit Eltern am Nachmittag und Abend - die wöchentliche Sprechstunde reicht keinesfalls aus, zumal in dieser Zeit häufig kranke Kollegen vertreten werden müssen- Früh- und Nachmittagskonferenzen, Schülerbeobachtungen verfassen, Lernstandsdiagnosen erstellen, Arbeitsbesprechungen mit Kollegen... => das findet alles nach dem Unterricht statt.

An vielen Schulen ist  zudem die Mitarbeit an Schulentwicklungsprojekten verpflichtend, somit kommen nochmals zusätzliche Nachmittags- Arbeitsgruppen Termine hinzu. Des Weiteren gilt es noch zu erwähnen, dass weitere Termine für Pflichtfortbildungen und Konferenzen anfallen können.

Nacht- und Wochenendschichten sind keine Seltenheit, vor allem zur "Zeugniszeit".

Ich weiß aber aus Erfahrung, dass es auch stark typabhängig ist, wie groß der Arbeitsaufwand (nach dem Unterricht) von der einzelnen Lehrkraft empfunden wird.

Fazit: Grundschullehrer ist ein (sehr schöner!!!) 😊 Vollzeitjob wie jeder andere, in vielen Fällen mit flexibler Arbeitszeiteinteilung am Nachmittag und Wochenende.

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen 😊  

Antwort
von Havenari, 22

Der Lehrerberuf beinhaltet ganz allgemein ein gewisses Maß an Belastung, die man aushalten muss - das ist bei Grundschullehrern nicht wesentlich anders als an anderen Schulformen.

Was Vorbereitungen angeht: die macht man sinnvollerweise vor dem Unterricht, nicht danach :-). Auffällig ist allerdings, dass viele Grundschullehrerinnen dabei komplett ineffizient vorgehen - ich als Ingenieur bekomme Zustände, wenn ich mitbekomme, wie da gearbeitet wird.

Nach dem Unterricht kann man im Prinzip gleich nach Hause fahren, wenn nicht irgendwelche speziellen Termine anstehen. Die Unterrichtsvorbereitung erledigen die meisten Lehrer zuhause. Die freie Zeiteinteilung dafür gehört zu den großen Pluspunkten des Berufs.

Kommentar von Ela33333 ,

😉 das mit der Ineffizienz tritt häufiger auf, konnte ich schon oft beobachten 😈

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