Frage von wdschnucke, 107

Wie stellt man die sexuelle Selbstbestimmungsfähigkeit einer 14jährigen fest?

So wie ich das verstanden habe, liegt das Schutzalter in der BRD bei 14 Jahren und wenn die andere Person über 21 ist, darf sie nur die evtl. noch fehlende sexuelle Selbstbestimmungsfähigkeit des/der 14-15jährigen nicht ausnutzen. Dessen/deren Eltern könnten den über 21jährigen anzeigen und das Gericht würde entscheiden, ob die o. g. Fähigkeit bei dem/der Jugendlichen vorhanden war oder nicht. Ist die seelische Reife bei dem/der 14jährigen vorhanden, steht einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr nichts im Wege... (habe ich das richtig verstanden?)

Wie wäre also das richtige Verhalten des über 21jährigen?

• Soll er sie direkt fragen "bist du schon seelisch reif für xxx?" und - nehmen wir an - sie wird spontan bejahen. Aber wie soll er beurteilen, ob ihre Zustimmung die einer tatsächlich seelisch reifen 14jährigen ist? Außerdem, wenn der 21jährige den großen Wunsch danach verspürt, würde ihn deren Zustimmung erfreuen und er würde einen Teufel tun und ihr solange raten "na ja, überlege es dir noch mal sehr gut", bis sie schließlich ablehnt. Und was soll sie überlegen, wenn sie für solche Überlegungen ohnehin noch nicht reif ist... . Reicht ein "ja" der 14jährigen? • Soll er ihre Eltern fragen, ob deren 14jährige Tochter soweit ist? (so ein Quatsch) • Soll er sich zuvor rechtlich mit einem Anwalt und einem psychiatrischen Gutachten absichern, welches die nötige Reife der 14jährigen bestätigt? (auch Unsinn, oder?)

Wenn also das Gesetz Sex ab 14 unter der Voraussetzung seelischer Reife erlaubt, ist - bei aller Seltsamkeit des Unterfangens - nichts Pädophiles oder Kriminelles dabei. Deshalb: wie klärt man die Reife der 14jährigen, ohne dass es zu bösen strafrechtlichen Konsequenzen kommt?

Ich danke für seriöse Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von karinili, 107

Bin nicht vom Fach und kenne auch den genauen Wortlaut des Gesetztes nicht, alles was ich hier schreibe ist also mein persönliches Empfinden und Auffassen der Sache.

Gutachten, Eltern usw halte ich für Quatsch. Das klingt ja schon mehr nach Geschäft als nach dem, was Sex – zumindest in meinem Auffassen eigentlich sein sollte.

Ich denke man sollte, der Anzeige der Eltern schon von vorne herein entgegenwirken, indem man sie kennen lernt und ihnen zeigt, dass man nichts Böses/Widerrechtliches im Sinne führt – auch wenn das auf Barrieren stoßen dürfte, da die Eltern soetwas nur selten gut heißen dürften.

Was die Reife betrifft, glaube ich dass es eine Mischung aus wie weit die 14-Jährige in ihrer körperlichen Entwicklung ist und ein gewisses Maß an, ob die 14-Jährige das auch von sich aus wollte ist. Klar, liegt hier viel Ermessensspielraum. Aber ich denke ein Psychologe/Psychologin würde da im gesetzten Fall, ein längeres Gespräch mit dem oder der Betroffenen führen, ohne direkt zu fragen, ob er oder sie bereits dafür war. Das würden – so denke ich – die meisten mit "Ja" beantworten, da man in dem Alter ja oftmals das Bedürfnis hat erwachsen zu wirken und da gehört Sex laut landläufiger Meinung eben dazu. Vielmehr geht es da für mich darum, ob die betroffene Person von sich aus Sex wollte oder eben nur vom entsprechenden Partner dazu überredet wurde.

Hoffe das ist verständlich.

Liebe Grüße

Antwort
von voayager, 42

Ich weiss es nicht, wie es dsbzgl. in unserem absurden Rechtsdickicht ausschaut, dass fast kein Mensch durchschaut, so überladen und hochgezüchtet und verschwurbelt, wie es ist.

der 21-jährige kann wohl aschwerlich so fragen, wie du es skizziertest. Er käme sich dann ja wie der Xrsch persönlich vor. Ich jedenfalls würde an dessen Stelle natürlich auch nie so fragen, denn schließlich möcht auch ich kein Xrschkeks sein.

Ich würd daher ganz was anderes tun. Ich würde sondieren, inwieweit das Mädchen von seinen Eltern abhängig ist, ob es eine Plaudertasche denen gegenüber ist und ob die eltern libweral sind. Ist all dies nicht gegeben, dann würd ich einfach abspringen.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 77

Das hat schon den BGH beschäftigt (BGH 1 StR 481/95  v. 23.1.1996)

Es gibt bei 14 oder 15-jährigen keine grundsätzliche "sexuelle Nichtselbstbestimmungsfähigkeit". Man geht von einer grundsätzlichen Selbstbestimmungsfähigkeit aus.

Zitat:

"Bei einem Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren genügt die Vornahme sexueller Handlungen nicht. Strafbar sind diese nur, wenn der Täter den Reifemangel des Opfers für seine sexuellen Zwecke ausnutzt"

Quelle: 

http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/1/95/1-481-95.php3

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psychologie, 41

Die grundsätzliche Rechtslage hast Du perfekt verstanden. :-)

Der Kläger bzw. das Gericht muss im Einzelfall nachweisen, dass die 14/15jährige Person die erforderliche Reife noch nicht hatte. Dazu kommt es idR nur, wenn die Eltern klagen; dann wird es eine psychologische Begutachtung geben, die das dann feststellt. Ob hierbei die "Wahrheit" festgestellt werden kann, bleibt natürlich fragwürdig.

Will der 21+ auf Nummer sicher gehen, wartet er, bis 14/15 irgendwann 16 ist. Ansonsten kann er nichts tun, dass 100%ig wasserdicht ist. Von Vorteil wäre natürlich, er würde im Elternhaus ein- und ausgehen, wäre dort voll akzeptiert und hätte im Idealfall einen elterlichen "Freischein". :-)

Antwort
von pbheu, 66

das ist eine schwierige frage, weil es keine einheitlichen 14jährigen gibt.

ich kenne mädchen, denen sieht man es nicht an, dass sie 14 sind, sie würden auhc als 19jährig durchgehen, und andere hält man für jünger. körperlich bestehen da unterschiede, und ich glaube, dass es tatsächlich möglich ist, dass sie, wenn alle voraussetzungen da sind, um "es" zu tun, "es" auch tun wollen.

dass sie sich dazu keine 15jährigen suchen, sondern lieber einen 21jährigen, liegt auf der hand.

ob das dann hinterher zur straftat wird, weil es ein umfeld, die ja erziehungberechtigten eltern und ggf. andere beteiligte (zb die freundin des 21jährigen) gibt, ist nicht auszuschliessen. vor gericht würde tatsächlich über gutachten geprüft, in welcher weise eine solche beziehung zustandegekommen ist, ob ein ausnutzen vorliegt etc..

klären aber wird man das nicht vorher (wie du geschrieben hast ist ein gutachten vorher unrealistisch), sondern nur nachher, und auch nur dann, wenn es zu einem problem geworden ist, wegen einer anzeige oder eines kindes etc.

wenn man das vermeiden will (vor gericht, wie auf hoher see ist man in gottes hand), weil man nie weiss wie sowas ausgeht (auch richter sind menschen), sollte einem, bzw dem 21jährigen das risiko bewusst sein.

ich bezweifele, dass eine 14jährige nicht einfach nur spaß am sex haben kann, aber ich bezweifele auch, dass sie sich über tragweite und mögliche folgen (zb ein kind) wirklich im klaren ist.

als 21jähriger hat man, so blöd das jetzt klingt, da einen grösseren teil der verantwortung (sonst sieht es mit der reife des 21jährigen auch nicht gerade rosig aus),, ich würde jedem empfehlen, da zu warten.

wenn es wirklich eine selten aer durchaus vorkommende anz grosse liebe ist, verträgt sie eine gewisse wartezeit. die chancen, dass es die laune einer 14jährigen ist, die auf einer kiste feuerwerkskörper sitzt, die sie unbedingt ausprobieren will, halte ich für grösser.

und davor hätte ich mich absolut ferngehalten

das übrigens auch, weil einem klar sein müsste, dass ein mensch mit 14 für ganz andere dinge schwärm als mit 17 - und der arme 24jährige dann damit klarkommen muss...

Antwort
von MuellerMona, 62

Wenn ich das so lese, denke ich... "Wie kompliziert!" - Wenn ich darüber nachdenkte glaube ich, dass man als erwachsener wohl nie 100% sicher sein kann, dass man schlussendlich nicht mit einer "bösen Überraschung" aufwacht und man zu recht oder unrecht plötzlich an den Kopf geschmissen bekommt, dass man alles überstürzt hat.

Wie will man schlussendlich beweisen, dass die oder der minderjährige Mensch zu dem Zeitpunkt wirklich "ja" gesagt hat?

Ich bin überzeugt, dass es dieses Risiko nicht wert ist. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich nicht verstehen kann, warum man als erwachsener eine minderjährige Person haben möchte. - Es geht mir primär nicht um den Altersunterschied... weil dieser in den späteren Jahren durchaus verkraftbar ist. Aber die Interessen wechseln in den Teenager-Jahren einfach zu sehr... Schule, Ausbildung, Festanstellung... dieses Leben ist einfach noch "zu verschieden", "zu lebhaft", "zu wenig gefestigt" im Vergleich zum Leben einer über 20 Jahre alten Person, welche in ihrer eigenen Wohnung lebt und einem festen Job nach geht.

Antwort
von vierfarbeimer, 54

Wenn du dir die nachfolgende Grafik anschaust, wird schnell deutlich, dass es eine Pufferzone im Alter zwischen 14 und 17 Jahren gibt, wo die Jugendlichen, die diesem Alter entsprechen, sexuell untereinander alles machen dürfen. In dieser Pufferzone muss sich niemand darüber Gedanken machen,ob der Partner sexuell selbstbestimmt ist oder nicht. Jeder zwischen 14 und 17 Jahren, darf mit jedem wann und wie er will, Sex haben.

Da es aber auf der Hand liegt, dass Menschen jenseits des 18-ten Lebensjahres einen reiferen Charakter haben, hat der Gesetzgeber die Verantwortung für das gemeinsame Handeln den älteren Personen auferlegt. Das ist eigentlich nicht schwer zu verstehen, denn je jünger ein Mensch ist, desto suggestibler ist er auch. Je leichtgläubiger die Jugendlichen sind, desto leichter sind sie auch verführbar und manipulierbar.

Von hier an musst du dir deine Frage selbst beantworten, wenn du älter als 18 Jahre bist. Wenn du das nicht kannst, bist du jünger als 18 Jahre oder charakterlich noch nicht reif genug und müsstest dir im Zweifelsfall einen anderen Sexualpartner suchen.

Kommentar von DottorePsycho ,

Diese von Dir "Pufferzone" genannte Altersgrenzen liegen zwischen 14 und 20. Erst wenn einer der beiden 21+ ist, kann es kompliziert werden, wenn der andere 14 oder 15 ist. Das hatte der Fragesteller schon richtig dargestellt.

Antwort
von Schlauerfuchs, 20

Wenn es zum Strafprozess kommt mach es das Gericht mit Hilfe eines Phychologin Chen Gutachten.

schon in der Anzeige muss ein Strafantrag gestellt werden und der Verdacht nahegelegt werde.

Ohne Anzeige ,wird sich ggf. Jemand vom Jugendamt mit euch unterhalten. 

Antwort
von Papabaer29, 46

So wie ich das verstanden habe, liegt das Schutzalter in der BRD bei 14 Jahren

Eben! Wo ist das Problem?

14 = kein Sex!

15 = Sex unter bestimmten Vorausetzungen

Da hat der Gesetzgeber eine ganz klare Grenze gezogen, die am Alter festgemacht wird und nicht an der "Reife".

Kommentar von clemensw ,

Leider falsch.

13 = kein S*x

14 = vögelfrei (unter gewissen Bedingungen)

Kommentar von AalFred2 ,

Das Problem ist, dass dein Antwort falsch ist.

14 = Sex nur unter bestimmten Vorrausetzungen nicht

15 ebenso

Zudem wird bei 21 - 14, 15 tatsächlich auf die fehlende Fähigekit zu sexuellen Selbstbestimmung abgezielt.

Antwort
von Libertinaer, 10

wie klärt man die Reife der 14jährigen, ohne dass es zu bösen strafrechtlichen Konsequenzen kommt?

Gar nicht!

Man gilt mit 14 als sexualmündig. Punkt.

Der Absatz, den Du meinst, bezieht sich gar nicht auf die allgemeine Selbstbestimmung, sondern nur auf Selbstbestimmung bestimmten Personen gegenüber (bei denen man diese Fähigkeit noch nicht hat, obwohl man sie allgemein schon besitzt)! Kann man auch sehen, wenn man GENAU liest.

Häh? ;-)

Der Absatz entstand aufgrund der Wiedervereinigung, und zielt insbesondere auf homosexuelle Kontakte (getreu dem Motto: heterosexuell selbstbestimmt, aber homosexuell vielleicht ja "überfordert"). Vorher war Sex von Männern mit Jungs in der BRD strafbar (Frauen/Mädchen war erlaubt), in der DDR jedoch nicht.

Er ist der Kompromiss auf Drängen homophober Unionspolitiker (O-Ton: "Homosexualität ist eine Krankheit."), der wg. seiner Weltfremdheit nie eine relevante Praxisbedeutung erlangt hat ...

... jedenfalls was 14/15-Jährige angeht.

Beim Sex mit U14 wird er aber regelmäßig ebenfalls angewendet (heißt zwar "Sexueller Missbrauch von Jugendlichen", aber "unter 16" schließt halt auch die U14 mit ein).

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