Frage von mylovearehorses, 133

Wie stellt man am besten ein Pferd, das extrem steif ist?

Situation: ich bin gestern das erste mal das pferd einer freundin geritten. Da das pferd irgendwas an den vorderbeinen hat, hat die reitlehrerin meiner freundin gemint, dass sie ihr pferd mit ausbindern reiten soll (ich persönlich bin kein fan davon aber es ist halt leider nicht mein pferd). Als ich dann geritten bin, habe ich gemerkt dass das pferd seeeeehr stark nach außen geht (sich selbst nach außen stellt). Nachdem ich mehrmals versucht habe das öfers nach innen zu stellen, hab ich es KURZ geschafft. Außerdem läuft sie mit der hinterhand nach innen. Meine fragen sind jetzt: wie kann man diese fehlhaltung der hinterhand korrigieren und das pferd so lösen, damit man es gut stellen kann (und die selbstständigene außenstellung KOMPLETT wegbekommt)?

Zum Pferd: Stute, 15 Jahre, niederländisches Warmblut, bis vor ca 2 Monaten Schulpferd

Besitzerin: reitet seit einem kappen Jahr Englisch (davor 3 western), 2 mal in der woche einzelstunde, immer mit ausbinder oder dreieckszügel geritten

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 25

Man reitet es nicht, zumindest nicht bis man herausgefunden hat warum das Pferd "steif" ist.

Da kommt erst mal ein Osteopath, dann ein Zahnarzt und dann macht man mal lockere Übungen, um dem Pferd erst mal zu zeigen, das es auch ein normales reiten nach der Reitschule geben kann.

Kommentar von mylovearehorses ,

ich wusste ja gar nicht, dass das pferd so steif ist da meine freundin nie etwas erwähnt hat. naja und dann bin ich draufgesessen und habs halt gemerkt und sie darauf angesprochen. könnte die steifheit theoretisch auch von den ausbindern kommen, denn in meinem stall ist ein pferd, dass ohne ausbinder perfekt stellbar ist und mit steif ist? (nicht so steif wie ihr pferd)

Kommentar von friesennarr ,

M.M.n. schaden Ausbinder dem Pferd nur - aber nur von den Ausbindern steif sein kann ich mir jetzt auch nicht vor stellen. Mach die Ausbinder raus und sieh es dir an, was dann ist.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 11

wenn Zahnarzt und Osteopath ihr OK gegeben haben und die bröbsten Schäden beeitgt ind dann beginne erstmal damit, da Pferd an der Hand zu löen und weich und warm zu machen: alo Intervaltrainming in Schritt und Jog immer 50 m im wechsel so ca. 10 min lang , am besten draußen auf der geraden und benem elaszischem Boden, kein Matsch, kein tiefer Sand, kein beton/Schotter/Straße dann bewege es sanft zwischen deinen händen einen/zwei/drei Schritt hiehin einen/zei /drei dahin: vor zurück, recht seitwärts, loink ewitwärts, Hinterhand seitwärts rechta und links usw usw usw - aber sanft und ruuuhig und mit immer 3 Atemzügen Pause dazwichen dann kommen die ganzen Stangen-lektionen: also hufweise über eine tange gehen - immer schön mit 2-3 Atemzügen Paue dazwichen, und danach ! Grill, Stern, Labyrinthe, H, Z, U - und alles laaangam, damit das Pferd ewndlich ein gutes Körpergefühl bekommt klappt etwas nicht, mach etwas leichteres und höre auf mit der Lektion, die es gut kann; am nächsten TAg geht es weiter, wenn due 2maL TÄGLICH !15 Min übst, hast du in einem Monat ein viel weicheres Pferd, das dann auch wieder besser geritten werden kann: große Bäögen und viele Tempowechel an immer neuen tellen, oft vpr der Ecke beschleunigen, Seitengänge sind ebenso wichtig - eigentlich macht es so, als wenn ihr eine remonte habt,die alles ganz neu nlernen soll und schööön weich werden soll Du siehst - das ist kein mal ebenso-Rezept _ ein Pferd, das lange zeit fasch gelaufenm/geritten ist, braucht 6-10mal so lange, all diesen Mist zu vergessen und durch etwas neue besseres zu ersetzen !!! trotzdem viel Erfolg aber noch viel mehr geduld

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 48

Läuft das Pferd nur in eine Richtung mit der Hinterhand nach innen? Dann ist zu vermuten, dass es nie gradegerichtet worden ist, was für Euch dann eine kaum zu leistende Aufgabe darstellen würde. Oder du sitzt schief.

Macht es das in beide Richtungen? Dann stimmt jedenfalls etwas nicht mit deiner Gewichtshilfe oder der Koordination deiner Hilfen. 

Ausbinder ( wenn schon, dann idealerweise Wiener Zügel), haben keinen Einfluss daruf, dass ein Pferd sein Gewicht nach hinten verlagert. Schlimmstenfalls drückt das Pferd sogar komplett den Rücken trotzdem durch. Meistens jedoch ( und das ist  Sinn der Sache, wenn sie nicht zu kurz verschnallt sind), kommt einem der Rücken und der Kopf des Pferdes schon mal ein Stück weit entgegen, so dass der ungeübte Reiter sich etwas leichter   tut. Ich weiß, dass hier viele dagegen protestieren, aber das nutzt dir ja nichts. Wenn du dich nicht auf die Gegebenheiten einlassen kannst, such dir ein anderes Pferd zum reiten. Denn nichts kann das Pferd weniger brauchen, als einen Reiter, der mit den Umständen ( Reitlehrer, Equipment...) hadert.

Vielleicht kann man sich darauf einigen, dem Pferd zu Beginn und am Ende, so wie zwischendurch mal eine Pause ohne Ausbinder zu geben? Das Laufen in der immer selben  Haltung ist sehr anstrengend und führt zu Verkrampfung. Wenn Wiener lang genug verschanllt sind, kann man aber auch so die Haltung etwas variiren, und sollte diese Möglichkeit dann auch unbedingt nutzen.

Konzentrier dich erst mal völlig auf deinen Sitz - das ist schon mehr als die halbe Miete! Und dabei meine ich nicht ein in Stein gemeisseltes Abbild der Richtlinien, sondern einen schmeichelden, störungsfreien Sitz in der Balance, der die  Bewegung des Pferdes angenehm begleitet und nie quetscht, schiebt oder unbeabsichtigt das Gewicht verlagert.

Wenn du aufrecht, aber unverkrampft sitzt und bei jedem Schritt unmerklich mit den Schultern nach hinten kreist, die Schenkel im Schritt und Trab etwas weiter hinten platzierst ( auch, wenn der weich federnde Absatz  etwas höher kommen sollte), und du das Pferdemaul in weicher Anlehnung begleitest, als hättest du ein kleines Kind an der Hand, wird das Pferd Dir dankbar sein, und vielleicht sogar den Rücken loslassen.

Dass ein ehemaliges Schulpferd erst mal vom Tierarzt untersucht, und von einem Osteopath oder Physiotherapeut die drangsalierten Muskeln gelockert bekommt, sollte selbstverständlich sein. Wenn man ein Schulpferd frei kauft, weil es " auch billig " ist, sollte man diese zusätzlichen Ausgaben immer mit berücksichtigen. Aber das nur am Rande - ist ja nicht dein Pferd....

Kommentar von mylovearehorses ,

ich reite normalerweise ja auch meine reitbeteiligung. bei meiner freundin läuft das pferd genauso. und das pferd meiner freundin reite ich normalerweise nicht.

Kommentar von Urlewas ,

Na dann wirst du das Pferd, wenn du es nur " mal" reitest, ja sowieso nicht richtig stellen können. Es ist ja steif, und Du könntest genau so gut fragen, wie du einer unsportlichen Oma  mal eben einen Spagat entlockst.

Das geht einfach nicht - das braucht viel langwierige Vorbereitung, und bei gewissen ( vielleicht vorzeitigen) Alterserscheinungen wird das auch gar nicht mehr so, wie man es sich wünschen würde.

Viele langgediente Schulpferde ( und nicht nur die) haben ausser in den Beinen auch   Schäden im Genick oder/ und Nackenband, so dass sie dich kaum mehr stellen lassen können.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 34

Das kann, wenn überhaupt, nur ein guter Profi korrigieren. Das Pferd ist durch jahrelanges falsches Reiten - Schulpferd - schief wie der Turm von Pisa.

Und Ausbinder helfen da überhaupt nicht. Ich weiß nicht, inwiefern Ausbinder bei Arthrose helfen sollen. Da hilft nur schonendes, geraderichtendes Reiten. Allerdings muss man, um ein Pferd geradezurichten, schon eine Ecke reiten können. All das geht nicht mit Ausbindern.

Korrekt und lang verschnallte Dreiecker können helfen, wenn eine Reiterin noch keinen vernünftigen Sitz hat. Damit das Pferd nicht zu sehr im Rücken leidet.

einen Rat habe ich also nicht. Außer vielleicht der, eine andere RL zu suchen. Denn ihr Rat mit den Ausbindern ist ziemlich daneben und spricht nicht für sie. Und vielleicht sollte sich mal ein Osteopath das Pferd angucken.

Kommentar von Urlewas ,

Für Pferd, Reiterin und Reitlehrerin hat sich, wie ich vermute, wohl einfach nichts geändert - ausser den Eigentumsrechten, und dass das Pferd nun immer den selber Anfänger auf dem Rücken herumträgt. Bei einer üblicherweise wöchentlichen Reitstunde seit einem Jahr kann man nicht vorraussetzen, dass die Freundin nun viel mehr mit dem Pferd machen kann, als wie oben beschrieben, sich um einen ordentlichen Sitz zu bemühen.

Antwort
von Weymez, 63

Hey, 

Ein osteopathen soll sich das ganze mal anschauen...  Zähne und Rücken untersuchen lassen..  

Ich würde das Pferd versuchen vorwärts abwärts zu reiten..  volten.. Achten..   Weg von der ganzen Bahn...  Und weg vom ersten hufschlag..  Zirkel vergrößern und verkleinern...  

Kommentar von Urlewas ,

Mit Volten dürften da Roß und Reiter überfordert sein. Sonst auch meine Meinung, diese Antwort.

Kommentar von Weymez ,

*Urlewas 

Da bin ich nicht so ganz deiner Meinung.. Für Reiter und Pferd wird das zu Anfang durch aus schwer werden...  Was Jahre lag falsch angeritten wurde bekommt man nicht von heut auf morgen wieder weg...  Aber überfordert nee das sehe ich da jetzt nicht...  

Kommentar von somi1407 ,

Die Schwierigkeit der Volte hängt von ihrer Größe ab ;-) Wenn ich mich recht erinner, heißt im Niederländischen der Zirkel "grote volte", also große Volte. Sollte sich zum Biegen des Pferdes super eignen

Kommentar von Weymez ,

Na das ist doch selbstverständlich das man nicht gleich mit der kleinsten volte anfängt...  

Kommentar von Urlewas ,

Ok, unter Volte verstehe ich schon etwas kleineres, 6-8 m, was für kaputte Beine recht unangenehm ist. Alles klar jetzt  👍

Kommentar von Dahika ,

Weg von der ganzen Bahn ist ok.
Volten... eher nein, da das Pferd Arthrose hat. Da darf man nur große Linien reiten. Und wenn das Pferd nicht hinreichend geradegerichtet ist, kann es sowieso keine korrekten Volten gehen und das schadet den Beinen gewaltig.

Und der Rat mit dem Vorwärts/Abwärts... ist ja ganz nett gemeint, aber ein korrektes V/A ist sauschwer zu reiten. Das muss der Reiter können und das Pferd muss weit genug ausgebildet sein. Ende A-Dressur und hinreichend geradegerichtet.
V/A hat NICHTS mit am langen Zügel dahinschlappen zu tun. Ein falsches V/A macht das Pferd noch schiefer, bringt es ordentlich auf die Vorhand, und das ist bei einem Arthrosepferd verboten.

Kommentar von Weymez ,

Also das ist Blödsinn...  Man sollte bei junge Pferde schon anfangen vorwärts abwärts zu reiten... 

In der Frage stand nix von Arthrose...  

Und bei einem Arthrose Pferd ist es Grade wichtig es gut zu Gymnastiziern und am Ball zu bleiben...  Und nicht dauerhaft Grade aus zu reiten 

Antwort
von somi1407, 79

Ich frag mich gerade, was die Vorderbeine mit den Ausbindern zu tun haben...

Ich persönlich würde da mal nen Osteopathen ranlassen. Das Pferd scheint in sich schief zu sein, das kann durch Blockaden der Wirbelsäule ausgelöst werden.

Pferde können aber auch fest sein, wenn sie schlichtweg schlecht ausgebildet, schlecht geritten sind.

Viel gymnastizieren hilft. Longieren, vorwärts-abwärts, Biegungen (Volte, Schlangenlinien etc) reiten.

Kommentar von mylovearehorses ,

ich glaub die ausbinder sind irgendwie damit das pferd tief gestellt wird und somit auf der hinterhand läuft

Kommentar von Urlewas ,

Die Ausbinder stellen zwar den Kopf tief, aber das hindertt das Pferd nicht daran, auf der Vorhand zu laufen.

Kommentar von Dahika ,

das Pferd läuft dann erst recht auf der Vorhand. tiefer Kopp ohne dass korrekt von hinten nach vorne geritten wird, bringt das Pferd auf die Vorhand. Das sieht man übrigens auch schön bei den meisten Olympiapferden.

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