Frage von Neoliberalist, 22

Wie stellen sich Kommunisten/Linksradikale eigentlich eine Welt ohne Geld vor (Geld ermöglicht doch den Wohlstand, den wir heute genießen)?

Antwort
von berkersheim, 3

Ich denke, dass das falsch ist, denn Sozialismus und Kommunismus sind ja die Fortsetzung der Arbeitsteilung zu einem Punkt, an dem nicht mehr die überwundenen Knappheiten die Zuordnung von Arbeit und Gütern/Dienstleistungen bestimmen, sondern die ursprünglichen Interessen der Menschen. Ob Knappheiten je derart aufgehoben werden können, sei mal dahingestellt (Marx kannte noch keine Umweltprobleme). Wenn aber von einer Fülle von Gütern/Dienstleistungen ausgegangen werden kann und nicht zu Lasten der Erde die reinste Verschwendung stattfinden soll, muss ja eine Vermittlung der unterschiedlichen Bewertungen im Austausch stattfinden. Diese vermittelnde Funktion übernimmt das Geld. Allerdings wird idealerweise angenommen, dass, wenn alle genügend haben, nur noch die Tauschfunktion des Geldes wirkt und nicht mehr die "kritisch gesehene" Wertaufbewahrungsfunktion, die ungleichen Reichtum anzuhäufen erlaubt. Damit verlöre Geld auch die Repräsentanz von Macht. China zumindest zeigt, dass wir noch lange nicht so weit sind und es ist zu vermuten, dass erst ein neuer Mensch entstehen muss, dass sich das durchsetzt.

Antwort
von NewKemroy, 3

Karl Marx hatte einfach gepennt. Er hatte vorgeschlagen die Produktionsmittel zu verstaatlichen. Das hat uns den Kommunismus/Sozialismus und mindestens einen Weltkrieg und Millionen Tote beschert.

Er hätte anstatt die Produktionsmittel zu verstaatlichen, das Geld (Liquidität) verstaatlichen müssen. Das hätte sofort das Geld auf seine Tauschmittelfunktion reduziert und die Schatzbildungsfunktion verunmöglicht. Im Übrigen gab es und gibt es auch heute noch Ökonomen, die das fordern. Bernard Maris sagte noch vor wenigen Jahren in einer Reportage: L'argent qui devrait etre un bien public, est devenu un bien prive. = Das Geld, das hätte ein öffentliches Gut sein sollen, ist ein privates Gut geworden. Bernard Maris ist leider beim Terroranschlag auf Charlie Hebdo ermordet worden.

Übrigens der Wohlstand stammt nicht vom Geld ab. Der Wohlstand, die einzelnen Güter, wie Essen, Kleidung, Elektronik, Autos usw. stammt alles von dem Planeten. Der Ursprung des Wertes der Güter ist die Natur. Selbst wenn der Hauptwert des Gutes aus der Arbeit stammt - denn die Arbeitskraft  existiert auch nur in Abhängigkeit von Nahrung Wasser, usw.. Alles kommt aus der Natur und alles fließt dahin zurück. (Also unter Natur verstehe ich in diesem Zusammenhang sowohl die belebte als auch die unbelebte Natur, im Sinne von Bodenschätzen.) Wenn die Menschheit ausgestorben ist gelangt alles wieder zurück in die "Natur" im weitesten Sinne.

Was bedeutet das Geld verstaatlichen? Es würde bedeuten, dass der Staat als "Erfinder", Einsetzer, Produzent und Überwacher des Geldes quasi als Eigentümer allen Geldes auftritt, jedoch das Geld bereitwillig allen Leuten zur Verfügung stellt - allerdings nur gegen eine kleine Nutzungsgebühr.

Man kann sich das am besten mit den Wasserstraßen und Flüssen im Lande veranschaulichen. Die Flüsse sind Hilfsmittel zum Transport und zum Austausch von Waren. So wie es auch das Geld sein sollte. Die Flüsse gehören aber dem Staat. Und für Instandhaltung und Pflege verlangt der Staat eine kleine Gebühr von den Nutzern, den Schiffern oder ihren Auftraggebern. Und genau so sollte es auch beim Geld gemacht werden.



Antwort
von konzato1, 14

Diese Vorstellung funktioniert nur im Drogenrausch. Falls der mal zu Ende sein sollte, dann kommt das große Erwachen.

Antwort
von Ranzino, 10

an sich simpel: "Jeder nach seinen Möglichkeiten; jeder nach seinen Bedürfnissen" 

der Standard-Kommunist hatte tunlichst keine Bedürfnisse nach 3 Fernsehern zu haben. :P

Antwort
von joheipo, 8

Die Vorstellung, eine Gesellschaftsordnung ohne Geld verwirklichen zu können,  haben sie mittlerweile aufgegeben.

Heutzutage lautet das Dogma "Das Geld müssen die hergeben, die welches haben".

Antwort
von noname68, 11

zitat erich honecker: "den sozialismus in seinem lauf, hält weder ochs noch esel auf"

war aber gelogen, weder funktioniert der real-sozialismus und noch viel weniger eine kommunistische planwirtschaft und schon garnicht ohne geld oder ähnliche wert-äquivalente

außerdem hast du völlig falsche vorstellungen von den zielen der kommunisten! eine welt "ohne geld" hat noch nie ein kommunist ernsthaft gefordert.


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