Frage von Fuloli, 175

Wie steht DIE LINKE zum Islam?

Im Grundsatzprogramm der Linken, geht es hauptsächlich um die Probleme des Kapitalismus und die Unterdrückung der Frau. Die Linke sieht die Frau in Deutschland zur heutigen Zeit als stark unterdrückt an und macht Gleichstellung zu einem der größten Ziele. Gleichberechtigung sei größtenteils vollzogen aber nur ein kleiner Schritt in Richtung Gleichstellung. Sie drücken sich deutlich gegen Islamophobie aus, beziehen ihrerseits aber keine Stellung zum Islam.

Der Islam sieht unterschiedliche Aufgaben für Mann und Frau vor, Männer entscheiden in bestimmten Punkten über die Frauen, laut Koran. Frauen dürfen sich nur unter bestimmten Umständen scheiden lassen, Männer ohne Angabe von Gründen usw..

Die Ziele der Linken sind in meinen Augen nicht mit dem Islam vereinbar, da dieser Mann und Frau nicht ganz gleich berechtigt und schon gar nicht gleich stellt. Ich habe aber im Internet ( nach zugegebener Maßen nicht sehr umfangreicher Recherche) keine Stellungnahme der Linken dazu gefunden.

Ich frage nicht nach eurer persönlichen Meinung, sondern wie steht die Linke zum Islam? Wie geht sie mit dem angesprochenem "Problem" um?

Antwort
von Panazee, 86

DIE LINKE verteidigt das Recht aller Menschen auf ein Bekenntnis zu einer Weltanschauung oder Religion. Sie tritt ein für den Schutz weltanschaulicher und religiöser Minderheiten. Laizismus bedeutet für uns die notwendige institutionelle Trennung von Staat und Kirche.

Wir stellen uns unserer historischen Verantwortung und haben die Lehren aus dem in der DDR begangenen Unrecht gegenüber Gläubigen gezogen. Bereits im Jahr 1990 hat der Parteivorstand der PDS sich zur Verantwortung an einer verfehlten Politik der SED bekannt, die tragische Schicksale, Benachteiligung, Verdächtigung und ohnmächtige Betroffenheit auslöste und die Gläubigen, Kirchen und Religionsgemeinschaften um Versöhnung gebeten. Heute engagieren sich in der LINKEN Christinnen und Christen neben Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften, aber auch Atheistinnen und Atheisten für gemeinsame Ziele und Werte, die in den großen Religionen genauso ihre Wurzeln haben wie in den Ideen der Aufklärung und des Humanismus: Soziale Gerechtigkeit, Frieden, Nächstenliebe und Toleranz.

DIE LINKE achtet die Kirchen und Religionsgemeinschaften, ihre soziale Tätigkeit und ihre Unabhängigkeit. Allerdings müssen Grundrechte und Arbeitnehmerrechte auch in den Kirchen und Religionsgemeinschaften und in deren Einrichtungen Geltung haben, auch das Streikrecht und das Betriebsverfassungsgesetz.

Niemand, der sich nicht bekennt, darf in irgendeiner Weise benachteiligt werden. Wir wenden uns gegen jeglichen politischen Missbrauch von Religion. Schulen sollen Wissen über Religionen vermitteln und die wechselseitige Toleranz der Glaubensgemeinschaften fördern. Der Unterricht ist im Rahmen des Bildungsauftrags des Staates durch staatlich anerkannte Lehrkräfte zu leisten, unabhängig von kirchlicher oder religionsgemeinschaftlicher Einflussnahme.

https://www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/iv2-wie-...

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 90

Die LINKE steht auf dem Boden des Grundgesetzes. Das bedeutet: sie akzeptiert vorbehaltlos, dass jede Religion als Privatsache des einzelnen Bürgers im Rahmen des geltenden Rechts toleriert und geschützt ist.

Religiöse Ansichten allerdings, die gegen die Menschenrechte bzw. die Würde des Menschen verstoßen, etwa die Diskriminierung der Frau durch Verweigerung ihrer Gleichberechtigung und Unterdrückung, sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und durch dieses auch nicht geschützt. Daher gibt es in Deutschland keine demokratische Partei, die solche grundgesetz- und rechtswidrigen religiösen Ansichten toleriert!

Aus diesem Grund, aber auch aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland Staat und Religion getrennt sind, spielen obsolete religiöse Lehren z. B. des Islam für die Bestimmung politischer Ziele weder bei den LINKEN noch bei anderen demokratischen Parteien eine Rolle! Kein Demokrat braucht sich mit ihnen zu beschäftigen!

MfG

Arnold

Kommentar von Fuloli ,

"Aus diesem Grund, aber auch aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland Staat und Religion getrennt sind, spielen obsolete religiöse Lehren z. B. des Islam für die Bestimmung politischer Ziele weder bei den LINKEN noch bei anderen demokratischen Parteien eine Rolle! Kein Demokrat braucht sich mit ihnen zu beschäftigen!"

Wie kommt es denn z.B., dass nach Gesetz Tiere vor dem Ausbluten getötet werden müssen. Nur muslimische und jüdische Metzger haben Ausnahmeregeln, sie dürfen Tiere ohne Betäubung bei lebendigem Leib ausbluten lassen.

Wie kommt denn eine solche Sonderregelung zustande, wenn Staat und Kirche strikt getrennt sind und sich kein Demokrat damit beschäftigt?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

@Fuloli
Dein Beispiel übersieht, dass es sich in diesem Falle um eine rein rechtliche Regelung auf dem Wege der Gesetzgebung handelt, die unter Abwägung der Belange der Religionsfreiheit und des Tierschutzes vom Gesetzgeber getroffen wurde. Aber als politische Zielsetzung eines Parteiprogramms ist das Thema nicht von Relevanz!

Kommentar von Fuloli ,

hmm, was ist mit Minaretten? Wenn diese verboten werden sollen, geht mich das als Demokrat was an? Oder gehen mich nur Einschränkungen der Gesetzgebung nichts an, Einschränkungen in öffentlicher Religionsausübung aber gilt es zu verhindern?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ob Minarette erlaubt werden oder nicht, hängt von den örtlichen Bauvorschriften ab.

Kommentar von Nunuhueper ,

Das ist der große politische Fehler, zu behaupten, kein Demokrat braucht sich mit dem Islam zu beschäftigen (...weil es eine obsolete Lehre ist...).

"Unter den Teppich" kehren nennt man das. 

Doch der Dreck bleibt, nur verborgen.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

@Nunuhueper

Der Islam und die Auslegung seiner Lehrsätze ist nicht Sache und Aufgabe der Politik, geschweige denn politischer Parteien, sondern von Religionsgelehrten.

Die Politik hat sich nur darum zu kümmern, ob Menschen religiöse Praktiken ausleben, die gegen Recht und Gesetz verstoßen, und ggf. gegen Rechtsverstöße die Staatsgewalt einzusetzen!

Kommentar von Fuloli ,

"Religiöse Ansichten allerdings, die gegen die Menschenrechte bzw. die Würde des Menschen verstoßen, etwa die Diskriminierung der Frau durch Verweigerung ihrer Gleichberechtigung und Unterdrückung, sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und durch dieses auch nicht geschützt. Daher gibt es in Deutschland keine demokratische Partei, die solche grundgesetz- und rechtswidrigen religiösen Ansichten toleriert!"

Also meinst du, dass A: "der Islam/Koran Männer und Frauen als gleichberechtigt ansieht" oder B: "dass keine demokratische Partei den Islam toleriert." ?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ich meine:

A. dass vollkommen egal ist, was im Koran steht oder der sog. Islam an Vorschriften überliefert, denn es gilt im gesellschaftlichen Zusammenleben vorallem das Grundgesetz und folglich die Gleichberechtigung von Mann und Frau - die auch in der Mentalität von Teilen der deutschen Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich ist.

B. dass jede politisch-demokratische Partei den sog. Islam aufgrund der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit insoweit tolerieren muss, als seine Anhänger, die Muslime, sich Recht und Gesetz fügen.

Kommentar von Nunuhueper ,

@ArnoldBentheim

Es sollte eben nicht egal sein, was der "sog." Islam an Vorschriften überliefert. 

Der Islam als Einheit von Religion, Kultur und Politik stellt die Scharia über unser GG. Wenn das nun die bei uns praktizierenden Muslime abstreiten, ist das der Taqiyya geschuldet. Die fundamentalistischen Muslime sind im Djihad, und zur Verteidigung ihres Glaubens ist die Lüge erlaubt.

Das Verständnis der Politiker darüber, was der Islam bedeutet, ist äußerst mangelhaft.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Das Verständnis der Politiker darüber, was der Islam bedeutet, ist äußerst mangelhaft.

Unsere Politiker wissen genau Bescheid! Maßgeblich sind daher in Deutschland nur internationales Völkerrecht, Menschenrechte, Grundgesetz und die auf seiner Grundlage beschlossenen Gesetze!

Kommentar von jackthegiant ,

Der Islam untedrückt die Frau nicht.

Antwort
von catchan, 31

Die Linke hält sich bezüglich des Islams wie bei allen anderen Religionen auch. Der Islam unterliegt der Religionsfreiheit, eins der wichtigsten Güter unserer Demokratie überhaupt. Allerdings misst die Linke diesem Gut weniger Aufmerksamkeit zu als andere Güter.

Zugleich gibt es andere wichtige Güter unserer Demokratie, der von der Linken eben mehr Beachtung geschenkt wird. Dazu zählt die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Hier sieht die Linke Nachbesserungsbedarf und diesen Bedarf sehe ich auch. Aber dieser Bedarf ist vollkommen unabhängig vom Islam, dessen muss man sich mal bewusst sein.

Wenn jemand meint seine oder ihre Ansicht der Religion ist wichtiger als unser Grundgesetz, wird schnell feststellen, dass genau da die Religionsfreiheit endet.

Im Grunde kann man sagen, dass die Linke (auch ohne belegbaren Quellen) sowohl gegen islamischen Terror ist als auch gegen ein Burka-Verbot.

Antwort
von SibTiger, 44

Ebenso unterschiedlich, wie in anderen politischen Richtungen. 

Ich komme mit muslimischen Menschen fast immer sehr gut zurecht, solange sie mir nicht von der "Wahrheit" ihrer Religion vorschwärmen, oder mich gar zu überzeugen versuchen.

Ich selber mag als Linker insbesondere den fundamentalistischen Islam nicht, und lehne den Inhalt des Korans von vorn bis hinten ab.

Antwort
von DreiGegengifts, 59

Die Ziele der Linken sind in meinen Augen nicht mit dem Islam vereinbar, da dieser Mann und Frau nicht ganz gleich berechtigt und schon gar nicht gleich stellt

So ein Quatsch^^ Alle großen Religionen wurden in einer patriarchalen Gesellschaft geformt. "Das Christentum" oder "der Islam" sind aber keine 1:1 Adaption der damaligen Vorstellungen. Anderes behaupten nur Fundamentalisten - egal aus welchen Lagern sie stammen.

Religion ist menschliche Kultur. Und die unterscheidet sich ganz massiv - zeitlich so wie so, aber auch örtlich und sogar  persönlich.

Außerdem kommt noch dazu, dass Gesellschaftsmodelle, die vielleicht in alten religiöse Schriften zum Vorschein treten, nicht in die Gegenwart übertragbar sind. Also auch die Beurteilung welchen Rang Frauen zu damaligen Zeiten hatten, lässt sich nicht eben mal so dahin sagen, so wie du das hier betreibst. Um für erwähnten Rang ein "Gefühl" zu bekommen, bedarf es schon ein wenig mehr Beschäftigung.

Eine Position zu einer bestimmten Religion zu beziehen ist aus meiner Sicht in keiner Weise Aufgabe einer Partei. Religion ist keine Politik. Ich kenne keine Positionen der Linken, in der inhaltlich bestimmte weltanschauliche, religiöse Vorstellungen beurteilt würden (Gott sei dank) - genau das ist nämlich gar nicht möglich, weil sich unter religiöser Kultur unterschiedlichste Ausprägungen verbergen. Genau das hat auch die Linke kapiert:

Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden, Musliminnen und Muslime sowie anderen Religionsgemeinschaften Zugehörige sind weder eine soziale Gruppe noch eine politische Partei. Sie gehören vielmehr allen sozialen Gruppen an und können Mitglieder oder Wählerinnen und Wähler aller humanistisch orientierten politischen Parteien sein. Sie haben ein jeweils individuelles Verständnis ihres Glaubens und können nicht gemäß ihrer Konfession weltanschaulich festgelegt werden.

https://www.die-linke.de/partei/weitere-strukturen/weitere-zusammenschluesse/ag-...

Streng ideologische Atheisten, Islam-"Kritiker", nationalistische Abendlandretter, Kulturkämpfer, Fundis und andere Menschen mit fehlendem Verständnis für kulturelle, religiöse, humanistische und historische Hintergründe, können sich an der oben zitierten Haltung wohl etwas abschneiden.


Kommentar von Fuloli ,

Also die Linke ist gegen die Unterdrückung der Frau. Wenn ich aber Frauen und Homosexuelle unterdrücke, weil sie nach meiner Interpretation meiner Religion (muss ja nicht Islam sein) minderwertig sind, ist das für die Linke okay und geht die Partei und den Staat nichts an. 

So habe ich jetzt deinen Text verstanden.

Kommentar von DreiGegengifts ,

So habe ich jetzt deinen Text verstanden.

Dann bist du eben ein ganz großer Künstler  im Nichtverstehen. Lies noch mal. Es steht nämlich alles ganz unmissverständlich drin.

Kommentar von Fuloli ,

Die ersten drei Absätze haben ja gar nichts mit der Frage zu tun. 

"(... )Religion ist keine Politik. Ich kenne keine Positionen der Linken, in der inhaltlich bestimmte weltanschauliche, religiöse Vorstellungen beurteilt würden.(...)"

Das heißt doch, wenn nach meiner religiösen Vorstellung Frauen weniger wert sind als Männer, würde die Linke das nicht beurteilen. Wenn Frauen sich aufgrund ihrer religiösen Vorstellung selbst als minderwertig erachten und deshalb nicht ihre Rechte (nach deutschem Gesetz) in Anspruch nehmen, gilt das Gleiche.

Wenn ich deinen unmissverständlichen Text missverstanden habe, könnte es helfen, die entsprechende Stelle neu zu formulieren oder wenigstens zu zitieren. 

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das heißt doch, wenn nach meiner religiösen Vorstellung Frauen weniger wert sind als Männer, würde die Linke das nicht beurteilen.

Nein das heißt es nicht. Die Linke steht uneingeschränkt hinter der Gleichberechtigung. Sie möchte die Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen fördern. Wenn religiöse Ansichten anti-emanzipatorischen Charakter haben, dann steht die Linke exakt diesen   Ansichten konträr gegenüber und lehnt diese ab.

Doch das ist gar nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass die Linke sich vehement gegen Ideologisierung, Pauschalisierung und gegen Fundamentalismus ausspricht. Also eine Haltung hegt, die konträr zu dem verläuft, was auch aus deinen Worten spricht.

Um das zu untermauern, habe ich noch mal den Charakter von Religion verdeutlicht (menschliche Kultur mit unterschiedlichsten Ausprägungen) und darauf hingewiesen, dass fundamentalistische Ansichten von allen Seiten eingebracht werden (von ideologischen Atheisten, Religionskritikern, Gläubigen, Religionsanhängern, Kirchen, Terroristen, Abendlandrettern, Pegidioten, Buchgläubigen etc.).

Kommentar von Fuloli ,

Das heißt die Linke ist der Ansicht, dass im Islam Männer und Frauen gleichgestellt sind.

und wenn man da mal nachhacken möchte pauschalisiert man, ist Ideologe und Fundamentalist.

Habe ich das in etwas richtig verstanden?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das heißt die Linke ist der Ansicht, dass im Islam Männer und Frauen gleichgestellt sind.

Stellst du dich dumm? Oder ignorierst du einfach alles, was dir nicht in den Denk-Kram passt?


Das heißt die Linke ist der Ansicht, dass im Islam Männer und Frauen gleichgestellt sind.

Also noch mal von vorne: Das Gegenteil ist der Fall. Denn die Linke lehnt ausdrücklich Pauschalbeurteilungen ab, wo keine pauschalen Aussagen möglich sind. Vorhin kamen negative Pauschalisierungen von dir. Jetzt sind es positive. Meinst du damit ist es weniger eine Pauschalisierung?

Die Positionen der Linken ist in diesem Punkt sehr eindeutig. Die Linke steht uneingeschränkt hinter der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Religion betrachtet die Linke als menschliche Kultur mit unterschiedlichsten Ausprägungen. Der Religion darf man kein ideologisches Korsett umschnallen - nur damit man sie besser lieben oder hassen kann. Die Linke steht für eine Beurteilung konkreter Positionen und richtet sich damit klar gegen alle Ideologen und Fundamentalisten.

Antwort
von woflx, 66

Die Linken sehen in Religionen generell ein überkommenes Mittel der gesellschaftlichen Identifikation. Sie gestehen zwar das Recht der Religionsausübung zu, betrachten dies aber als reine Privatsache, jegliche Einflußnahme von Religion auf politische Fragen und Wertvorstellungen wird strikt abgelehnt.

Der Denkfehler, der dabei begangen wird, liegt nicht nur darin, daß die christlichen Wurzeln unseres politischen Denkens und unserer gesellschaftlichen Normen ignoriert oder geleugnet werden. Es wird auch übersehen, daß eine Trennung weltlicher und geistlicher Macht, die die europäische Geschichte geprägt hat, dem Islam wesensfremd ist. Solange es den Islam gibt, wird es auch Moslems geben, die eine staatliche, nichtislamische Verfassungsordnung niemals als "Überreligion" akzeptieren werden.

Antwort
von marylinjackson, 54

Die Linke weicht dem inhaltlichen Thema Islam unter der großen Überschrift "Religionsfreiheit" aus, obwohl wir jetzt nach den letzten Jahrzehnten mit vielen islamistischen Kriegen und Terrorakten die Flüchtlingskrise haben.

 Die ewige Unversöhnlichkeit zwischen den Sunniten und Schiiten, die um ihre rechtmäßige Nachfolge des Propheten Mohamed kämpfen, ist eine der Fluchtursachen, die die Linke doch beseitigen will. Wahrscheinlich ahnt sie, dass ihr das nicht gelingt und schweigt darüber.

Ob Scharia, Frauenrechte oder die Homosexualität, bei diesen islamischen Themen sollte es der Linken nicht schwer fallen, sich klar zu positionieren. Sie tut es nicht.

Kommentar von atzef ,

Ich finde die Linkspartei zwar kritisierbar.

Aber es ist Unsinn, ihr vorzuhalten, sie habe zu Scharia, Frauenrechten oder Homosexualität indifferente Positionen.

Die Scharia würde sie immer ablehnen, für Frauenrechte sein und ebenso für die völlige rechtliche Gleichstellung (auch im Eherecht) von Homosexuellen.

Kommentar von ArbeitsFreude ,

also ich weiß nicht, lieber azef: Mir sind keine klaren Stellungnahmen der Linken zum Islam bekannt - Lese ich einfach nicht genug oder die falschen Medien?

Kommentar von atzef ,

Zu welchem Islam? Ansonsten ist das auch nicht die vordringliche Aufgabe von Parteien sich zu Religionsanschauungen zu positionieren, sondern zunächst erstmal verfassungskonform die Glaubensfreiheit zu akzeptieren.

Kommentar von Fuloli ,

Hier sollte man zwischen Glaubensfreiheit und Religionsausübung unterscheiden. Natürlich darf jeder Mensch glauben, was er möchte. Wenn jemand denkt, er sei als Mann mehr wert als eine Frau, geht das niemanden was an. Sobald jemand aber danach handelt und Einfluss auf anderen Menschen nimmt, gilt das nicht uneingeschränkt 

Kommentar von Agentpony ,


Die Scharia würde sie immer ablehnen, für Frauenrechte sein und ebenso für die völlige rechtliche Gleichstellung (auch im Eherecht) von Homosexuellen.


Ja, das würde sie, in die Enge getrieben, sicher tun. Nur nimmt sie nicht ohne Not zum größeren Thema Stellung.

Aus einer Mischung aus Appeasement der Realos ggü. dem eigenen antiimperialistischen Flügel, und weil eine echte Analyse zum Thema "Islam gegen Islam gegen Nichtislam" leider etwas die übliche Narrative der Kriegstreiberei durch multinationalen Konzerne und US-Israel-gesteuerten Imperialismus relativiert.

Kommentar von atzef ,

Wir haben eine verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit. Die haben alle Parteien zu akzeptieren. Ausnahmslos.

Nun kann man meinetwegen Religionen dafür kritisieren, wie sie mit dem Verhältnis von Männern und Frauen umgehen. Aber solange sie nicht gegen Strafgesetze verstoßen, bleibt das ihrer freien Entscheidung überlassen. Wie z.B. der katholischen Kirche der systematische Ausschluss von Frauen für Kirchenämter, Päpstin, Kradinälin, Bischöfin, Pfarrerin.

Kommentar von marylinjackson ,

Richtig. Nur hat der Islam völlig andere Wertvorstellungen als unsere. Die beschränken sich nicht auf Frauenausschluss in Moscheen. 

Der Islam ist selbst ein "göttliches Parteiprogramm", das nicht kritisiert werden darf. Meinungsfreiheit kontra Religionsfreiheit, beides steht im Grundgesetz.

Wie kommst Du bloß immer auf das Christentum, wenn es um den Islam geht?

Antwort
von archibaldesel, 40

Nicht das Parteiprogramm der Linken steht im Gegensatz zum Islam, sondern der Islam in den von dir genannten Punkten im Gegensatz zum Grundgesetz. Und in Deutschland 🇩🇪  steht der Grundgesetz juristisch über dem Koran.

Kommentar von Fuloli ,

Aber Gesetze reichen doch den Linken nicht. Männer und Frauen sind Deutschland vor Gesetz gleich. Sie haben die gleichen Rechte. Das ist Fakt. Trotzdem sehen die Linken die Frauen als unterdrückt an und das nicht nur ein bisschen.

Und auch wenn eine muslimische Frau sich ohne Angaben von Gründen von ihrem Mann laut deutschem Gesetz trennen dürfte, wird sie es unter Umständen nicht tun, da sie unterdrückt wird.

Gegen so etwas will die Linke doch eigentlich vorgehen. Oder ist für die Linke die Unterdrückung der Frau legitim, wenn sie religiöse Gründe hat?

Kommentar von archibaldesel ,

Mir der Aussage, dass Frauen zwar vor dem Gesetz gleichgestellt sind, im täglichen Leben aber nicht, liegt die Linke ja nicht falsch. Es ist ja eine Tatsache, dass Frauen in Deutschland für gleiche Arbeit im Durchschnitt schlechter bezahlt werden, als Männer. 

Die Forderung nach einer weiteren Verbesserung der Gleichstellung ist also nicht völlig abwegig. Das hat aber nichts mit dem Islam zu tun.

Kommentar von Fuloli ,

Hast du schon mal eine Stellenausschreibungen gesehen, bei der Männer und Frauen unterscheidlich viel Geld versprochen bekommen haben? Tatsächlich ist der Lohnunterschied bei gleicher Arbeit sehr klein und hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Männer ein klein wenig öfter befördert werden als Frauen. Dies wiederum könnte damit zusammenhängen, dass es unfair wäre, wenn eine Frau, welche 5 Monate aufgrund von Schwangerschaft fehlt und dann noch 7 Monate Elternzeit beantragt eher befördert wird, als ein Mann, der stattdessen ein volles Jahr gearbeitet hat. Aber darum geht es doch jetzt überhaupt nicht.

Du hast die Frage im Titel aber ignoriert. Ich habe doch nie behauptet, dass der Islam am Lohnunterschied oder mangelnder Gleichstellung schuld ist. Ich habe festgestellt, dass die Linke Gleichstellung will, der Islam aber nicht. Die Ansichten des Islams widersprechen sich also mit den Ansichten der Linken, oder nicht?

Kommentar von woflx ,

Was von den Linken aber anscheinend konsequent ignoriert wird, ist, daß Moslems, die den Islam ernst nehmen, in genau diesem Punkt, der Stellung des Grundgesetzes über dem Koran, anderer Meinung sind.

Antwort
von brido, 41

Sie meiden das Thema sooft es geht, normalerweise sind sie anti-Religion (im Sinne von ausblenden) und sie versuchen das als neutral anzusehen. Für Mann und Frau Gleichstellung sind sie allermal. 

Antwort
von RedArmyArmy, 39

Es gibt natürlich auch in der Linken unterschiedliche Strömungen in der Frage. 
Aber die universelle Linke Antwort war und ist die universelle Religionskritik. 

Wenn man sich als Linker sehen will, dann geht man gegen jede Form von Religion vor, im Rahmen von Sekularisierung des Staates und offener Religionskritik und Debatte mit Religiösen Menschen. 

Was allerdings nicht mit Linker Politik vereinbar ist, ist die Unterdrückung der Religion also der Anspruch Menschen an ihrer Glaubensausübung hindern zu wollen, solange sie damit niemandem direkt schaden. 

Was auch nicht mit Linker Politik vereinbar ist, ist das Herausgreifen einer bestimmten Religion und der ausschließlichen Kritik an dieser. So sind im Christentum, im Judentum und so weiter genau so rückschrittliche Haltungen zum Beispiel gegenüber der Frau formuliert. 
Was allerdings ein Linker beachten muss, ist die Ungleichzeitigkeit der Entwicklung, während das fundamentalistische Christentum immer mehr im Aussterben begriffen ist, ist der fundamentalistische Islam eben präsenter in der Welt. 
Diese Präsenz löst sich auf und wird sich auflösen, unter den selben Bedingungen unter denen die Präsenz des Christentums sich auflöst, unter den Bedingungen des gesellschaftlichen Fortschritts. 

Deshalb die Kritik an gesellschaftlichen (sexistischen, rassistischen, homophoben etc.) Zuständen an einer Religion fest zu machen, ist daher absurd. Da wie gesagt alle Religionen solche Tendenzen aufweisen. 

Kommentar von Fuloli ,

"Was allerdings nicht mit Linker Politik vereinbar ist, ist die Unterdrückung der Religion also der Anspruch Menschen an ihrer Glaubensausübung hindern zu wollen, solange sie damit niemandem direkt schaden. "

Kannst du "jemandem schaden" im Sinne der Linken definieren? Schadet Sexismus und Ungleichberechtigung im Islam die Frau oder nicht? Also ist Benachteiligung ein "Schaden"? Oder ist es okay jemanden der eigenen Religion zu schaden?

Und schadet im Vergleich dazu die aktuelle deutsche Gesetzeslage die Frau?

Klar hast du Recht, wenn du sagst, man müsse alle Religionen berücksichtigen. Die Frage gilt trotzdem zunächst dem Islam.

Kommentar von RedArmyArmy ,

Hier hast du mich ertappt, weil ich tatsächlich den krassesten Widerspruch der sich auftut versucht habe zu umschiffen. 
Wie sind rückschrittliche Werte in der Religion mit demokratischen Rechten etc. vereinbar? Und wie organisiert man den Kampf, beispielsweise gegen die Unterdrückung der Frau durch die Religion ? 

Nun, ich denke Linke Politik (wobei die Linkspartei hier als reformistische Partei zwischen den Stühlen steht), muss sich vor allem mit islamischen Feministinnen und Femistinnen aus islamischen Familien zusammen tun um den Kampf ihrer Emanzipation zu organisieren. 
Wenn wir beispielsweise die Frage der Burka betrachten, so könnte man sagen, wenn man diese Verbietet, dann löst man das Problem. 
Dem ist aber nicht so, viel mehr wird ein Verbot der Burka dazu führen, dass Frauen, welche diese aus religiöser Überzeugung tragen oder tragen müssen gar nicht mehr das Haus verlassen, komplett an dieses Gefesselt werden. Was eine Emanzipation nahezu verunmöglicht. 

Dieser Widerspruch besteht in zahllosen Bereichen und linke Politik muss sich wie gesagt mit den Unterdrückten (z.B. Frauen) solidarisieren. 
Die Unterdrückung dieser Frauen zu lösen über die Köpfe dieser Frauen hinweg, ist aber glaube ich kein gangbares Mittel, man muss wie gesagt ihren eigenen Kampf um Emanzipation stärken. 

Kommentar von Nunuhueper ,

Rückschrittlich kann man zwar einzelne Haltungen gegenüber der Frau im Christentum und Judentum  bezeichnen, sie sind nicht vergleichbar mit der gesellschaftlichen Stellung der Muslima in ihrer Umma.

Außerdem:

Über Papst Johannes Paul II. schrieb  Michail Gorbatschow  in seinen Memoiren, die Geschehnisse in Osteuropa wären ohne Johannes Paul II. nicht möglich gewesen.

Und die evangelische Kirche in der DDR war  ebenfalls sehr aktiv unter "den Bedingungen des gesellschaftlichen Fortschritts" vor der Wende.

Kommentar von RedArmyArmy ,

Die religiöse Konnotation die sie hier anwenden ist schlicht falsch, sie vergleichen zwei Religionen in einer konkreten historischen Situation und nicht in ihrem historischen Verlauf. 
So ist die Reformation in Christen und Judentum begründet in der gesellschaftlichen Neuordnung, im Aufkommen des Kapitalismus und hat sich seither genau wie die Gesellschaft in der Mehrheit weiter entwickelt. 
Die arabischen kolonialisierten und halb kolonialisierten Länder hatten diese Entwicklung nicht, du willst doch nicht behaupten, dass das Christentum unter ähnlichen gesellschaftlichen Bedingungen wie derzeit in den arabischen Staaten nicht ähnlich reaktionär war. 

Einen Michail Gorbatschow, den Mörder am Sozialismus, als linken ins Feld zu führen, finde ich übrigens sehr fragwürdig und den Niedergang des Sozialismus hin zum Kapitalismus als gesellschaftlichen Fortschritt zu begreifen eben so. 

Kommentar von marylinjackson ,

Interessant, die Reformation vor 500 Jahren begründet die gesellschaftliche Neuordnung und den Kapitalismus.

Das alles ist schlicht falsch, "sie" RedArmyArmy.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Wenn man sich als Linker sehen will, dann geht man gegen jede Form von Religion vor

Nö.

Man hat dazu eine ganz andere Haltung.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 43

1. Es gibt offensichtlich "den Islam" ebensowenig wie "das Christentum". Beides zerfällt in verschiedene Glaubensrichtungen auch mit unterschiedlichen Graden von Liberalität.

2. Die Linke bekennt sich zu Glaubens- und Religionsfreiheit.

3. Politischen Parteien, also auch die Linkspartei, hat es nicht zu  interessieren, was die Menschen glauben.

Kommentar von Fuloli ,

A: Also stellt die Linke die Religionsfreiheit über die Gleichstellung von Mann und Frau?

B: Oder sieht die Linke die islamischen Bräuche nicht im Widerspruch zur Gleichstellung?

Warum interessiert es die Linke, dass kaum Frauen bei der Feuerwehr sind, aber nicht dass muslimische Frauen sich nicht/sehr schwer von muslimischen Männern trennen dürfen? Gesetzlich dürften sie, das ist mir bewusst, aber sie werden unterdrückt und tun es nicht. Und genau das ist was die Linke doch als Letztes will. Also Antwort A oder B?

Kommentar von atzef ,

A. Nein. Warum sollte sie das tun und wodurch?

B. Doch. Religiöse Riten, die die Gleichstellung von Mann und Frau beeinträchtigen, wird die Linke sicher kritisch sehen.

Du bist offensichtlich ein antidemokratischer, antifreiheitlicher und islamophober Totalitarist.

Es ist nicht die Aufgabe der Parteien in einem demokratischen, freiheitlichen Rechtsstaat, der sich zu unveräußerlichen Grundrechten des Individuums als Abwehrrechten gegenüber staatlichen Anmaßungen bekennt, jedem Menschen eine bestimmte Vorstellung von richtiger Lebensführug aufzuzwingen.

Das schließt ein, dass man strukturelle Benachteiligungen von Frauen im öffentlichen Raum (wie z.B. der Feuerwehr) systematisch beseitigt, aber jedem Individuum überlässt, nach seiner eigenen Facon selig zu werden.

Die Linke ist auch gegen Neonazis. Trotzdem hat sie z.B. das verfassungsmäßige Recht der Eltern auf elterliche Sorge zu akzeptieren und das bedeutet, dass auch Neonazi-Eltern ihre Kinder in ihrem Sinne erziehen dürfen - frei von staatlicher Bevormundung.

Kommentar von marylinjackson ,

"Das schließt ein...dass man jedem Individuum überlässt, nach seiner eigenen Facon selig zu werden."

Das kommt mir bekannt vor:

Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.

Kommentar von Fuloli ,

"Du bist offensichtlich ein antidemokratischer, antifreiheitlicher und islamophober Totalitarist."

Würdest du das bitte belegen? Da du "offensichtlich" gesagt hast, sollten die Zitate eindeutig sein und keinen Zweifel an den drei Vorwürfen lassen.

Aber zum Thema: du sagst, die Linke gehe die Unterdrückung der Frau im Islam nichts an, da es Religionsfreiheit gibt. Im nächsten Kommentar aber sagst du, die Gleichstellung von Mann und Frau ist laut der Linken wichtiger als Religionsfreiheit. Da schonmal unklar erklärt. Und ja, ich stimme zu niemanden geht es an was andere glauben. Sobald sie aber danach handeln und jemanden unterdrücken geht  es serwohl andere was an.

Kommentar von atzef ,

Das sind keine drei Vorhaltungen, sondern 4. Du hast noch den "Totalitaristen" übersehen.

Islamophob erscheinst du mir, weil du dich einseitig in "den Islam" verbeißt und ignorierst, dass auch andere Religionen dauerhaft gegen das Prinzip der Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau systematisch verstoßen. Z.B. die katholische Kirche, die keine Frauen als kirchliche Würdenträgerinnen akzeptiert und vollständig unterbindet, dass eine Frau Päpstin, Kardinälin, Bischöfin oder Pfarrerin werden dürfte. Die evangelische Kirche ist in dieser Hinsicht zwar weiter, aber andere evangelikale Religionsgemeinschaften, z.B. Mormonen, Amish, Adventisten etc. schließen ebenfalls Frauen von Amts- und Würdefunktionen aus.

Antifreiheitlich ist deine Position, weil sie stumpf ignoriert, dass die Grundrechte Abwehrrechte gegenüber dem Staat und mittelbar über die Rechtsordnung gegenüber jedem Versuch darstellen, sich in die individuellen und persönlichen Ansichten, Glaubensvorstellungen und Lebensgestaltungen einzumischen.

Wenn ich z.B. der Überzeugung bin, meine Ehefrau schulde mir als eheliche Hauptpflicht Gehorsam und ich tatsächlich eine finde, die das akzeptiert und lebt, dürfen du und die Linkspartei mich dafür zwar kritisieren, mir und meiner Frau aber nicht vorschreiben, dass wir unser Verhältnis grundgesetzkonform zu gestalten haben.

Grundgesetzkonform hat sich nur der Staat zu verhalten - nicht der einzelne Bürger! Der darf sich auch verfassungswidrig verhalten bzw. verfassungswidrige Ansichten hegen, ohne Angst haben zu müssen, dass irgendeine Partei, die Regierung oder du ihn dafür bestrafen kann.

Ein Staat, der seine Bürger für ein weltanschauliches oder religiöses "Fehlverhalten" bestrafen und von seinen Bürgern verlangen darf, dass sie bei Strafe für Normabweichungen nach bestimmten Ansichten und Vorstellungen leben müssen, ist ein totalitärer Staat und Menschen wie du, denen das offenbar vorschwebt, halt Totalitaristen.

Antidemokratisch bist du insofern, weil du weiter übersiehst, das zu einer modernen Demokratie auch Rechtsstaatlichkeit gehört. Zur Rechtsstaatlichkeit gehört aber auch der bedingungslose Schutz von politischen, weltanschaulichen oder religiösen Minderheitenpositionen.

Ich habe nirgendwo die Gleichstellung von Mann und Frau über die Religionsfreiheit gestellt. Ich habe lediglich festgestellt, dass der Staat in seinem Herrschaftsbereich die Gleichstellung der Geschlechter zu einer Handlungsmaxime erheben muss.

Das gilt aber nicht für z.B. Vereine und Religionsgemeinschaften sind eben Vereine. Vereine können nach Lust und Laune eigene Regeln erlassen, solange diese nicht gegen Strafgesetze verstoßen. Veriensmitglieder, denen diese Regeln nicht passen, können dagegen opponieren oder eben den Verein verlassen.

Eine Partei wie die Linke kann den Verein für diese Regeln kritisieren, aber gäbe man ihr das Recht, von dem Verein irgendeine Verhaltensänderung verlangen zu dürfen und den Verein bei Nichtbeachtung mit seinen Mitgliedern bestrafen zu dürfen, sind wir entweder wieder mitten im Faschismus oder Stalinsimus.

Kommentar von Fuloli ,

Keinen der Vorwürfe mit einem Zitat sondern weiteren Behauptungen belegt...

Jetzt ist man schon islamophob, wenn man Islam alleine in einem Satz ohne Christentum oder Judentum sagt? Natürlich ist der Islam nicht die einzige Religion, die nicht für Gleichstellung steht. Mir ist halt als erstes Islam eingefallen, wahrscheinlich weil Muslimas im Alltag am leichtesten zu erkennen sind und man so den Eindruck hat, es gäbe am meisten (strenge) Angehörige des Islams. Die Frage gilt prinzipiell auch für andere Religionen, nur würde ich behaupten, dass der Islam allgemein als am "frauenfeindlichsten" angesehen wird. Ja, ich weiß, für eine Vermutung, wer in so einem unmoralischem Ranking gewinnen würde, kann ich mir 3 weitere Begriffe anhören, die irgendwie aussagen, dass ich menschenfeindlich bin.

Falls ich gesagt haben sollte, der Staat solle Ansichten des Islam unterbinden, habe ich mich ungeschickt ausgedrückt. Jeder kann uneingeschränkt ~glauben~, was er möchte, danach handeln sollte aber allemal eingeschränkt sein. Prinzipiell bin ich selber gegen Gleichstellung, aber für Gleichberechtigung. Was ich z.B. schwierig finde ist, wenn eine Frau sich scheiden lassen möchte, dies aber nicht tut, weil der Koran es (nur) für Frauen verbietet. Ich habe keinen sinnvollen Lösungsvorschlag für dieses "Problem", finde dies aber nicht ganz gerecht. Wenn ich deshalb "antifreiheitlich" bin, ist der Begriff meiner Meinung nach sinnlos und ich stehe dazu. Deshalb bezieht DIE LINKE wahrscheinlich auch keine Stellung dazu, sie wäre sonst antifreiheitlich...

Jede Freiheit ist eingeschränkt. So auch die Religionsfreiheit. Wer das feststellt ist nicht antidemokratisch.

Ich verstehe anhand deiner Erklärung nicht den Unterschied zwischen einem totalitaristen und jemandem der antifreiheitlich ist.

Naja... Austreten aus dem Islam, weil einem die Regeln nicht passen, ist eher schwierig...

Ich gebe zu politisch ungebildet zu sein. Dieses ganze Geschwafel ist mir zu kompliziert. Vielleicht habe ich etwas übersehen, falsch verstanden oder nicht gewusst, deshalb frage ich ja. Aber um deine Aussagen zusammenzufassen:

- Die Linke sieht Religionen, welche die Geschlechter nicht gleichstellen, als kritisch an.

- Die Linke äußert ihre Kritik nicht, da sie sonst antifreiheitlich wäre.  (Diesen Punkt hast du nicht gesagt, aber ich wurde ja auch schon als antifreiheitlich bezeichnet, obwohl ich keine direkte Kritik geäußert habe)

- Keine Partei hat auch nur ansatzweise die Möglichkeit, das Verhalten von Religionsausübenden Menschen, welche Frauen ( im Rahmen des Gesetzes) unterdrücken zu ändern.

Unter Berücksichtigung dieser Punkte: ist es im Interesse der Linken, dass sich frauenunterdrückende Religionen in Deutschland ausbreiten?

Ignorier den ganzen Mist davor, nenne mich von mir aus Antidemokrat, aber versuche bitte diese einfache Frage mit ebenso einfachen Worten kurz und knapp zu beantworten, ohne haufenweise Gesetze und Rechte aufzuzählen.

Kommentar von atzef ,

Gut. Ich "vergesse" deine vorangehenden Ausführungen. :-)

Ich bin weder Mitglied noch Wähler geschweige denn Sprecher der Linkspartei.

Ich denke aber, dass es nicht im Interesse der Linken ist, wenn sich frauenfeindliche Ideologien, auch in Form von Religionen, ausbreiten. Das wäre auch nicht in meinem Interesse. Lieber wäre gleichermaßen der Linken wie mir, wenn solche Ansichten sich rückläufig entwickeln. Allgemein tun sie das ja auch. Es hat erst gerade im Juli eine empirische Untersuchung der Uni Münster zur Identität türkischer Migranten gegeben und die ermittelte einen signifikanten Trend zur Säkularisierung auch in der türkischen Communit in Deutschland.

Rückläufige frauenfeindliche Ansichten darf man aber in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht erzwingen und mit dem Gummiknüppel durchsetzen. Die sind vielmehr eine Frage des kritischen Diskurses und der Eröffnung positiver Alternativen.

Kommentar von Fuloli ,

Also um kurz und knapp mit einfachen Worten die Frage im Titel zu beantworten:

Die Linke hofft/wartet, dass sich Gläubige frauenfeindlicher Religionen  an die moderne Gesellschaft anpassen, ohne dass die Linke darauf Einfluss nehmen möchte.

Kommentar von atzef ,

Nein. Falsch auf- und zusammengefasst. Die Linke setzt sich für Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter ein. In diese Richtung nimmt sie auch Einfluss auf Diskussionen.

Weder sie oder sonst eine Partei oder der Staat haben aber das Recht und die Möglichkeit, z.B. der. katholischen Kriche vorzuschreiben, dass es demnächst eine Päpstin und Kardinälinnen etc. geben muss.

Antwort
von jackthegiant, 31

Der "Islam" unterdrückt die Frau nicht. Eigentlich hat Mohammed die Frau dem Mann sogar gleichgestellt, z.B. dürften die Frauen wie die Männer Kopfbedeckungen tragen, was die Frauen vorher nicht durften.

Nur weil die Frau in manchen muslimischen Familien "unterdrückt" wird, bedeutet das nicht ,dass alle Muslime ihre Frauen unterdrücken. Das würde ja dann auch auf Atheisten,Juden,CHRISTEN,Buddhisten, Hindus, usw.

Kommentar von Fuloli ,

Ach sie "dürfen" Kopfbedeckung tragen? Ich dachte sie müssen, wenn sie nicht aus der Familie verbannt werden wollen oder was weiß ich was die Strafe ist. 

Aber du behauptest jetzt, Frauen und Männer hätten laut Koran die gleichen Aufgaben und gleichen Rechte?

Aber ja, das gleiche gilt auch für streng religiöse anderer Religionen. Nur haben sich die Christen und Juden zum aller größten Teil an die moderne Gesellschaft angepasst.

Kommentar von jackthegiant ,

Die meisten Muslime haben sich auch der modernen Gesellschaft angepasst, wovon du noch weit entfernt bist.

Und da du ja offensichtlich den Koran studiert hast ,bist du ja sehr qualifiziert ein Urteil über ihn zu fällen(Ironie off).Ich schätze du hast nicht mal kapiert das was im Koran steht auch in der Bibel (im alten Testament) und in der Tora steht.

Kommentar von Fuloli ,

wenn du keine Argumente mehr hast, sind Beleidigungen keine Alternative jemanden zu überzeugen. 

Tatsächlich habe ich Einiges über den Koran gelesen. Männer und Frauen haben laut Koran unterschiedliche Aufgaben und teilweise sogar unterschiedliche Rechte. Dies wird auch so ausgelebt, teilweise sogar krasser, als vom Koran beabsichtigt. Die Frauen haben größtenteils kein Problem damit, da sie ja selber den Koran ehren. Ich hatte schon einmal gefragt, ob du dies anzweifelst.

In der Bibel gibt es auch (nicht so deutlich ausgeprägte) sexistische Andeutungen. Das will ich gar nicht anzweifeln. Ich selber denke ebenfalls, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind und für unterschiedliche Aufgaben geeignet sind (allerdings eher aus biologischen/psychischen Gründen). Insofern gehe ich mit dem Koran prinzipiell überein. Trotzdem halte ich gleiche Rechte heutzutage für selbstverständlich, aber gehen wir kurz davon aus, das sei der Fall.

Die Frage ist auch nicht ob, die Ansichten der Bibel/des Korans über Mann und Frau richtig oder falsch sind. Wenn Frauen nach der Bibel oder Koran leben wollen, sollen sie es machen, gar kein Problem.

Die Frage ist: wie geht eine Partei, deren Ziel Gleichstellung von Mann und Frau ist, mit Religionen um, bei denen es eindeutig Geschlechterrollen gibt?

Kommentar von jackthegiant ,

Welche Aufgaben haben denn die Frauen im Islam? Bitte um Link.

Außerdem kenne ich viele Muslime die keine Aufgaben zugwiesen bekommen.

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