Frage von Gustav1994, 61

Wie steht der Buddhismus zum Sexismus und der Prostitution ?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 40

Ich bin Buddhist und gebe mal meinen Senf ab.

Gemäß den fünf Sittlichkeitsregeln, soll man "die Sexualität nicht missbrauchen".

Es gibt also nach buddhistischer Ansicht also auch destruktives Verhalten im Bezug auf Sexualität, dessen Vermeidung in der Verantwortung beim Einzelnen und dem Umgang mit seiner Sexualität liegt.

Prostitution ist meiner Ansicht nach problematisch

Zum einen werden hier Menschen als Ware behandelt, was nach meinem Verständnis für einen Mangel an Respekt und Mitgefühl steht.

Insbesondere sexuelle Praktiken, die eine zusätzliche Gefahr darstellen - etwa ungeschützter Geschlechtsverkehr - halte ich für nicht akzeptabel.

Außerdem beruht Prostitution oft auf dem Leiden der Frauen, die den Beruf nicht freiwillig, sondern aufgrund finanzieller Not ausüben.

Deshalb sollte man als Buddhist meiner Meinung nach die Prostitution nicht fördern, indem man diese Dienste in Anspruch nimmt.

Andere Ansichten

Allerdings habe ich auch Buddhisten kennen gelernt, für die das kein Problem darstellt, da sie ja die Frauen wiederum finanziell unterstützt.

Man könnte ja auch argumentieren, so lange man die Frauen mit Respekt behandelt und angemessen bezahlt, werde dies schon nicht schädlich sein.

In Japan gehen teilweise Mönche in Zivilkleidung in entsprechende Etablissements, um sich dort Sex zu kaufen. Prostitution ist also immer auch eine Frage der jeweiligen Kultur, in der Buddhismus geübt wird.

Buddhismus und Sexismus

Für die meisten modernen buddhistischen Laien sind die Vorgaben der alten Schriften praktisch ohne Bedeutung - man akzeptiert, dass der Buddhismus allgemein ein verantwortungsbewusstes Handeln fordert.

Die Sexualethik des Buddhismus beruht also im Wesentlichen auf dem Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen, auch wenn ältere Schriften teilweise Vorgaben geben, die jedoch als nicht mehr zeitgemäß angesehen werden.

Der frühe Theravada-Buddhismus diskriminierte Frauen und Buddha soll sogar gesagt haben, die Dauer seiner Lehre werde dadurch verkürzt, dass Frauen zu Nonnen ordiniert werden.

Glücklicherweise gibt es aber mittlerweile auch in Asien einige Bewegungen, die den Stellenwert der Nonnen im Theravada anheben.

Im Mahayana-Buddhismus ist die Frau dem Mann nach allgemeiner Auffassung gleichgestellt und es gibt sowohl im Theravada, als auch im Mahayana bedeutende buddhistische Lehrerinnen.

Auch Gemeinschaften (Sanghas), die vornehmlich aus Homosexuellen bestehen, gibt es mittlerweile.

Kritisch gesehen wird die Rolle der Frau im Vajrayana-Buddhismus. Kritiker stellen immer wieder die Behauptung auf, dort würden Frauen im Rahmen sexualmagischer Praktiken lediglich als "Erleuchtungsgehilfin" dienen.

Allerdings gibt es auch dort buddhistische Lehrerinnen, die teilweise sogar als Wiedergeburt bedeutender Meister/innen gelten.

Kommentar von Gustav1994 ,

Vielen Dank, hat mir sehr weiter geholfen!:)

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache, gern geschehen. :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten