Frage von MisterOek, 49

Wie stehen meine Chancen für einen Mietkostenzuschuss als Azubi, bei dem BAB abgelehnt wurde wegen zu hohem Gehalt?

Ich blicke da langsam nichtmehr durch. Also nach meiner Schule hatte ich 1 Jahr lang Hartz4, hab dann eine Ausbildung gefunden und bin im 1. Lehrjahr. Ich bekomme als Ausbildungsvergütung Netto so ziemlich genau die gleiche Summe wie damals mit Hartz4. Es waren 634eur Hartz4 und nun sind es 670eur Netto vom Gehalt. Da ich jedoch auf eine Fahrkarte angewiesen bin, welche 65eur monatlich kostet und ich nun auch GEZ zahlen muss, habe ich weniger Geld in der Tasche als damals mit Hartz4. Habe deswegen BAB beantragt, was wegen zu hohem Gehalt abgelehnt wurde. Bin dann damit zum Wohngeldamt, dort bekam ich abermals eine Absage, da ich kein Recht auf Wohngeld hätte, sofern ich BAB Berechtigt sei, auch wenn ich durch etwaige Umstände kein BAB bekommen würde. Die Mitarbeiterin vom Wohngeldamt meinte dann jedoch, ich könne mit beiden Absagen zum Jobcenter und dort einen Antrag auf einen Mietzuschuss stellen. Dazu müsste ich jedoch Urlaub nehmen, da ich dort persönlich aufkreuzen muss und ehe ich Urlaub und Zeit investiere wollte ich fragen, ob jemand Erfahrung mit der Erfolgsquote hat. Find ich natürlich wirklich Käse, dass ich bei einer 40h Woche und täglich 2h Pendelei weniger Geld im Monat zur Verfügung hab, als zur Zeit in der ich nur daheim hockte. Was jetzt aber nicht heißt, dass ich kündige ;D Immerhin winkt in 2 Jahren dann gutes Gehalt.

Antwort
von TreudoofeTomate, 18

Das ist richtig, als BAB-Empfänger hast du dem Grunde nach Anspruch auf einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft nach § 27 Abs. 3 SGB II. Allerdings das Wort "ungedeckte" Kosten sagt es schon, auch dort wird dein Einkommen nicht unberücksichtigt gelassen. Es könnte also sein, dass du der Höhe nach nichts bekommst.

Was bleibt? Unterhaltsansprüche bei den Eltern geltend machen. Wenn sie nicht mindestens in Höhe des Kindergeldes Unterhalt zahlen, kannst du bei der Kindergeldkasse gemäß § 74 EStG die Abzweigung des Anspruches auf dich beantragen.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV & Jobcenter, 29

Was verdienst du Brutto ?

Was zahlst du denn an Warmmiete ?

Hast du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung ?

Bekommst du Unterhalt von deinen Eltern ?

Wie alt bist du ?

Hast du mal im Internet einen kostenlosen BAB - Rechner gesucht und verwendet ?

Würdest du nämlich noch unter 25 sein und keinen Unterhalt von deinen Eltern bekommen,dann stünde dir zumindest dein Kindergeld von min. 190 € zu.

Anspruch auf Wohngeld hast du nicht,weil du dem Grunde nach eben Anspruch auf BAB - oder - Bafög - hättest,dieses aber nur auf Grund von zu hohem Einkommen / Vermögen nicht bekommst.

Soll heißen,wenn du weniger hättest,dann würdest du es auch bekommen,Wohngeld würde es dann ggf. nur geben,wenn du dem Grunde nach keinen Anspruch auf BAB - oder - Bafög - hättest und die sonstigen Anspruchsvoraussetzungen wie z.B. das Mindesteinkommen erreichen würdest.

Kommentar von MeisterOek ,

Also, es war vorher eine weiterführende Schule, habe dort auch einen Abschluss gemacht, nur keinen Job gefunden, deswegen bin ich auch schon 26 und bekomme kein Kindergeld.

Brutto bekomme ich 850Eur. Ich lebe in einer WG, in der ich etwa 315eur Warmmiete zahl, nur bin ich der Hauptmieter. Der BAB Antrag wurde aufgrund des zu hohen Weihnachtsgeldes abgelehnt, da ich dort ein volles 13. Gehalt bekomme und das dann ja monatlich nochmal etwa 80eur sind.

Ich vermute irgendwie schon stark, dass auch das Jobcenter mir nichts dazuzahlt. Das müssten sie auch garnicht, möchte ja nur die GEZ umgehen und dafür brauch ich auch nur 1 Cent von denen.

Ansonsten gibts ja nur noch die Möglichkeit kein GEZ zu zahlen, wenn mein Gehalt die BAB-Grenze um einen Betrag überschreitet, der geringer als als die GEZ-Gebühren ist, aber das wäre wieder eine neuer Bereich.

Kommentar von isomatte ,

Wenn du dem Grunde nach Anspruch auf BAB - hast,es also nur wegen deinem zu hohen Einkommen / Vermögen nicht bekommst,dann käme für dich nur der Mietzuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB - ll in Betracht !

Ich nehme an das der andere Mitbewohner dann auch 315 € zahlen muss oder wie habt ihr das geregelt ?

Bekommst du also kein BAB - und hast etwa 850 € Brutto,dann würden dir Freibeträge auch Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll berechnet.

Das sind dann vom Brutto zunächst 100 € Grundfreibetrag,dann von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir 20 % Freibetrag zu und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Also bei 850 € dann erst mal die 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 750 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir 20 %,also noch mal 150 € zu.

Dein gesamter Freibetrag liegt dann bei 250 €,die werden dann theoretisch von deinen 670 € Netto abgezogen,es blieben dann noch ca. 420 € anrechenbares Einkommen übrig.

Der Regelsatz nach dem SGB - ll beträgt 404 €,demnach hättest du dann ca. 16 € Überschuss,die dann schon mal auf deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) angerechnet würden.

Würdest du BAB - bekommen und die Pauschale + Mietzuschuss für die Miete nicht reichen,dann könntest du auch diesen Mietzuschuss zu den ungedeckten KDU - beim Jobcenter beantragen.

Es würde hier aber so gerechnet,angenommen du bekommst 80 € BAB - dann würde mit der Pauschale + Mietzuschuss gerechnet,die es im BAB - max. geben würde,dass sind dann 224 €.

Also egal wie viel du BAB - bekommen würdest,es würde dann ab 224 € bis zu den angemessenen KDU - aufgestockt.

Dann würden von den etwa 315 € KDU - Anteil 224 € abgezogen und wenn die 315 € dann angemessene KDU - wären,dann würdest du die Differenz von 91 € als Mietzuschuss zu den ungedeckten KDU - bekommen.

So wird es dann bei dir ohne BAB - auch laufen,wenn ich mich nicht irre,solltest du dann etwas mehr bekommen,dann ist es ja nur gut für dich.

Es würden dann also nicht nur die 16 € Überschuss auf die KDU - angerechnet,sondern auch die 224 € und du würdest dann ca. 91 € als Mietzuschuss vom Jobcenter bekommen.

Hättest du Anspruch auf ALG - 2,dann würden nur die ca. 16 Überschuss von den ca. 315 € KDU - abgezogen und du würdest dann ca. 299 € Aufstockung bekommen.

Antwort
von DerHans, 23

Du wirst deine Ausgaben deinen Einkünften anpassen müssen. Umgekehrt läuft das nicht.

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