Frage von melli112233, 92

Wie stehen die Buddhisten zu Drogen?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 35

Ich bin Buddhist und äußere mich mal dazu.

Balurot hat ja freundlicherweise schon auf eine Antwort von mir verlinkt. Ich möchte deshalb nur noch meine persönliche Ansicht einbringen.

Bei der Zufluchtnahme nimmt man freiwillig die fünf Sittlichkeitsgelübde auf sich, mit denen man sich unter anderem auch verpflichtet, sich den Geist nicht mit berauschenden Mitteln zu betäuben.

Damit spricht sich der Buddhismus also gegen Drogen aus.

Allerdings fasse ich selbst diese Regel etwas weiter, da sich die Lebensumstände massiv geändert haben.

Meine bevorzugte Übertragung dieser Regel lautet daher

"Ich gelobe, den Geist nicht zu betäuben"

Zur Zeit des Buddha war die einzige Möglichkeit, sein Bewusstsein künstlich zu verändern, die Einnahme von Drogen wie Alkohol.

Heutzutage verfügt der Mensch aber über viel mehr Mittel, um sich den Geist zu betäuben. Er braucht dazu nicht mehr "berauschende Mittel".

Indem man sich ständig von Fernseher, Computer und Smartphone berieseln lässt, kann man sein Bewusstsein genau so trüben und abstumpfen, wie bei einem Alkoholexzess.

Auch unkontrollierter Konsum, der Shopping-Rausch und das Bedürfnis, immer die neusten Markenprodukte zu besitzen, können den Geist so sehr in seinen Bann ziehen, das man regelrecht süchtig danach wird.

Sowohl der Konsum von Drogen, als auch die anderen von mir genannten Faktoren, betäuben den Geist.

Die Praxis von Achtsamkeit und Konzentration wird dadurch erschwert. Deshalb erklärt der Buddhist sich dazu bereit, auf das Betäuben des Geistes zu verzichten.

Das bedeutet nun nicht, dass ich der Ansicht bin, dass jeder Buddhist jetzt sein Smartphone in den nächsten Mülleimer werfen soll.

Allerdings sollte man gerade als Buddhist darauf achten, dass ein technisches Gerät immer ein Hilfsmittel bleibt und nie zum bestimmenden Faktor im Leben wird.

Man sollte sich nicht für wichtiger halten, als man tatsächlich ist - und so wichtig, das man 24h lang per Telefon, Whatsapp, oder SMS erreichbar sein muss, ist praktisch niemand.

Man verpasst schon nicht den Weltuntergang, wenn das Mobiltelefon mal aus und man nicht erreichbar ist.

Tatsächlich hat man mit der modernen Technologie nicht nur das Risiko, sich den Geist zu betäuben, sondern auch das zusätzliche Problem, eine emotionale Anhaftung an äußere Dinge zu entwickeln.

Weder den Geist zu betäuben, noch die Anhaftung an äußere Dinge ist der Achtsamkeit zuträglich und begünstigt weiteres Leiden.

Deshalb sollte ein Buddhist meiner Meinung nach nicht nur im Bezug auf Drogen "clean" sein, sondern auch auf seinen Medienkonsum und seine Technologie-Abhängigkeit acht geben.

Antwort
von atze3011, 34

Das ist ganz unterschiedlich, je nach dem welcher Richtugn man angehört. Einige lehnen jede Art von Drogen ab, andere lassen das nutzen von Drogen zum meditieren etc zu.

Antwort
von Wissensdurst84, 59

Im Gegensatz zu anderen Religionen soll der Mensch im Buddhismus weniger an übergeordnete Instanzen und starre Dogmen glauben, sondern die angebotene Lehre anhand eigener Erfahrungen überprüfen. Um dies zu tun, sollte er vor allem eines tun: Kräftig meditieren. Dann würde er erkennen, was Buddha erkannt hatte, nämlich die „vier edlen Wahrheiten“. Nummer 1: Solange der Geist seine Natur nicht erkannt hat, gehört zum Leben zwar Freude, aber auch Leid. 2. Es gibt bestimmte Ursachen, warum der Geist seine wahre Natur nicht sieht. 3. Buddha sei Dank kann aber jeder die Funktion seines Geistes erkennen, also erleuchtet werden. Und schließlich 4.: Es gibt praktische Mittel, um dies zu erreichen. Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene Strömungen im Buddhismus, die unterschiedliche Schwerpunkte legten.

Antwort
von Balurot, 30

Ich möchte auf eine gute Antwort von Enzylexikon hier bei GuteFrage.net verweisen. Er schreibt sinngemäß, dass "Einnahme von Substanzen, die den Geist betäuben, gegen eine der Sittlichkeitsregeln verstößt."

http://www.gutefrage.net/frage/ist-es-im-buddhismus-verboten-seinen-koerper-zu-s...

Antwort
von peterobm, 45

leider ist da niemand vor gefeit. Auch dort wird der Dreck verkonsumiert. Die Strafen sind aber wesentlich härter. Bis hin zum Tod. 

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