Frage von niiincheeen, 43

Wie stand Luther zum Bauernkrieg?

Frage steht oben.. ich möchte nicht wissen was er dami8t zu tun hatte, sondern wie er dazu stand.

Antwort
von Paguangare, 30

Ganz kurz gesagt. Negativ.

Luther distanzierte sich von den Forderungen der aufständischen Bauern.

Ich zitiere einmal aus dem Wikipedia-Artikel, den man erhält, wenn man googelt: "Luther Bauernkrieg":

"Obwohl die Standpunkte der Reformation eine wesentliche Rechtfertigung für die aufständischen Bauern waren, distanzierte sich Martin Luther
deutlich vom Bauernkrieg. Schon 1521 unterschied er genau zwischen
weltlichem und geistlichem Bereich, da er mit der Reformation die
Veränderung der Kirche und nicht – im Gegensatz zu Savonarola
– eine Verchristlichung der Welt erreichen wollte. Von der Obrigkeit
wurde er trotzdem zunehmend für die Geschehnisse im Bauernkrieg
verantwortlich gemacht, wohl auch deshalb, weil er sich nicht eindeutig
von den Forderungen der Bauern distanzierte. Noch 1525 kritisierte
Luther in seiner Ermahnung zum Frieden das „hochmütige“ Verhalten der Fürsten. Erst nach der Weinsberger Bluttat schlug er sich eindeutig auf die Seite der Fürsten und verurteilte die Aufständischen scharf:

„wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern […] mansoll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer dakann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

Seine Schrift

Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren

veröffentlichte Luther allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als die Niederlage der Bauern bereits absehbar war.

Nach 1525 verlor der Protestantismus seinen revolutionären Geist und zementierte auch von Luther unterstützt die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse mit dem Glaubenssatz „Seid untertan der Obrigkeit“.

Kommentar von niiincheeen ,

Dankeschön! ;)

Kommentar von Paguangare ,

Nächstes Mal googelst du einmal selbst.

Antwort
von Bodesurry, 14

Luther musste eine Gratwanderung vollbringen. 

Auf der einen Seite das einfache Volk (darunter auch die Bauern), das von seinen Ansichten sehr profitierte und wo er die zahlenmäßig grösste Anhängerschaft hatte.

Auf der anderen Seite die Fürsten, die viel Einfluss hatten, ihn zum Teil beschützten und  mit für die Verbreitung seiner Ansichten sorgten. 

Nachdem Luther schon die führenden Männer der Katholischen Kirche gegen sich hatte, konnte er es sich mit den ihn unterstützenden Fürsten nicht auch noch verscherzen. 

Deshalb versuchte er zuerst die Anliegen der  Bauern und Fürsten so zu vertreten, dass beide Seiten damit zufrieden sein konnten. Als sich die Niederlage der Bauern abzeichnete, schlug er sich ganz auf die Seite der Fürsten. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten