Frage von Flimmervielfalt, 164

Wie spielt man "World of Warcraft" so, dass keinerlei Abhängigkeit entsteht?

Ich habe das Spiel vor vielen Jahren mal angetestet und für uninteressant befunden, aber mittlerweile ist Es ja wieder zig mal überarbeitet worden. Und seitdem würde ich sagen habe ich aber unzählige Berichte gesehen und gelesen über Menschen, die völlig in Abhängigkeit zu diesem Spiel verfielen und ihr soziales und berufliches oder schulisches Gefüge dem Spiel unterordneten. Von meiner Seite aus, ist ein großer Respekt dem Spiel gegenüber dadurch erwachsen. Ich spiele ja zum Beispiel am liebsten Offline-Spiele auf meinen Konsolen. Ich kann jederzeit wieder dort einsteigen wo ich aufgehört habe zu spielen. Bei MMORPGs oder sonstigen Onlinespielen geht das so nicht. Es ist aber selten von anderen MMORPGs als World of Warcraft die Rede, wenn um Abhängigkeit von Videospielen.

Durchschnittlich müssten die Spieler doch medienkompetent und verantwortungsbewusst und abgegrenzt mit dem Spiel umgehen können. Wie spielt man "World of Warcraft" also ohne in Abhängigkeit zu verfallen? Wenn ich mir jetzt beispielsweise vornehmen würde:"Ja,mich versuche mal World of Warcraft als eventuelles neues Hobby für mich zu entdecken." würde ich da überhaupt Land sehen, wenn ich Wie bei Offline-Spielen nach Feierabend 30 bis 90 Minuten investiere? Oder ist das Spiel tatsächlich so konzipiert, dass man nur Erfolge im Spiel erarbeitet, wenn man sein wirkliches Leben durch das virtuelle tauscht? "Diablo 3" zum Beispiel von Blizzard hat mich kalt gelassen. Ein Offline Spieldurchlauf und die Sache war für mich gegessen. Besonders gut fand ichs nicht.

Ich muss dazu sagen, dass ich kein Herdentier und auch kein Alphawolf bin. Privat erwarte ich wenig von anderen, sondern nur von mir selbst das meiste. Und ich lasse mir privat auch nichts von anderen vorschreiben. Wenn mir jetzt also ein anderer Spieler sagen würde:"Hier! Deine Gilde verlässt sich auf Dich. Morgen um 14.00 Uhr ist ein Raid" würde ich mir sagen "Ist mir doch egal". Die Frage ist aber auch, ob das kontraproduktiv gegenüber der Spielmechanik und dem Spielerfolg ist, oder nur dem einen Heini gegenüber von dem ich mir nichts vorschreiben lassen würde.

Ihr sehr schon viele Gedanken und Hypothesen sowie theoretische Fragen auf die ich gerne Antworten finden würde. :)

Antwort
von Chazsmyr, 35

Das geht mit anderen Online-Spielen genauso, jedoch hört man da weniger von, weil WoW nun mal das Spiel mit den meisten aktiven Spielern ist. Dadurch wird fast immer WoW genannt.

Nicht zuviel spielen ist so eine Sache, die nur funktioniert, wenn man sich einen Plan macht und auch daran hält.

Wichtig ist vor allem, das man 1 bis 2 komplett WoW-freie Tage hat, wo man auch was anderes unternimmt (was möglichst nicht am PC statt findet).

Desweiteren sollte man sich einen Gaming-Plan machen und wenn man bemerkt, das eine Aufgabe länger dauert (z.B. 30 Minuten) als man Restzeit hat, dann sollte man diese auf ein ander Mal verschieben. Auch sollte man 5 Minuten vor Ablauf keine Instanzen- oder Raideinladung mehr annehmen, auch wenn man uuuuuunbedingt in diese rein wollte.

Gerade bei Raids und Instanzen kann man schlecht abschätzen, wie lange sie dauern werden, da es darauf ankommt, ob man die Instanz gut kennt, ob alle wissen, was sie zu tun haben, wie das Gear der Gruppe ist, etc. Bei einer sehr gut ausgerüsteten Gruppe, die die Ini im Schlaf kennt, kann so ein Run 15-30 Minten dauern, bei Leuten, die kein gutes Gear haben und zum ersten Mal drin sind durchaus 3-4 Stunden. Nutzt man LFG und LFR weiß man ja nie, was man bekommt.

Wenn man in einer Gilde ist, sollte man zudem auch etwas Zeit einplanen, in der man mit der Gilde etwas unternimmt. Sollte man wissen, das man für bestimmte Dinge wenig Zeit hat, sollte man nicht unbedingt einer Gilde beitreten, die sehr viel PvP macht oder den aktuellen Max-Lev-Content aktiv raidet. Weil da geht dann durchaus viel Zeit für drauf, wenn man wirklich gut sein will.

Solange man ein gesundes soziales Umfeld und genug Aktivitäten außerhalb von WoW hat, die einem Spaß machen, gerät man selten in eine Sucht.

Schwierig wird es dann, wenn man versucht ein High-End-Ziel zu erreichen (sehr gut im PvP, alle High-End-Inis/Raids so früh wie möglich durchhaben, bestmögliche Ausrüstung, alle Erfolge, etc.), kaum oder gar keine Freunde/Familie hat und auch sonst mit sich nichts anzufangen weiß, dann kann sich WoW zum echten Zeitfresser auswachsen.

Dies funktioniert auch durch das Belohnungssystem sehr schön:

Hier ein Level-up. Dort ein Titel. Dann ein Erfolg. Das heiß ersehnte Item droppt endlich. Man gewinnt im PvP, man schafft den Raid in Rekordzeit und und und.

Dafür wurde WoW für die Massen immer einfacher ausgelegt, damit sie ihr "Belohnungsfutter" schneller und leichter bekommen (gab genug Geheule, das xyz viiiiiiiel zu schwer wäre und das man viiiiiiiiiel zu lange bräuchte). Die meisten Leute von heutzutage sind ungeduldig, da muss alles schnell, schnell gehen. Alle Gebiete wurden so umdesigned, das man sie auch alleine durchquesten kann. Es ist nicht mehr nötig wie früher z.B. für Stranglethorn (Schlingendorntal) eine Gruppe zu finden, um dort questen zu können.

Ansteigen tut die Spielzeit auch dann meist deutlich, wenn es neuen Content in Form eines großen Updates oder gar eines Addons gibt.

Aber sie nimmt selbst bei alten Hasen ab, wenn längere Zeit mal nichts neues kommt, man schon alles x-mal durch hat oder man erreicht hat, was man erreichen wollte. Dann jammern die Leute nach Neuem oder gucken sich gleich nach einem anderen MMO um, das sie bespaßt und ablenkt.

Ebenso wichtig ist es natürlich, auch die anderen Aspekte von WoW (und generell MMORPG und Spielen) zu betrachten:

  • Man kann es (außer zu Wartungszeiten) jederzeit spielen, egal ob um12 Uhr mittags, 20 Uhr abends oder nachts um 3 Uhr.
  • Es ist wetterunabhängig.
  • Man braucht keine RL-Freunde dafür.
  • Man braucht kein Geld wenn es F2P ist, ansonsten nur den Gamekauf und eventuell ein Abo.
  • Es ist unnötig, hinaus zu gehen.
  • Das Spiel bespaßt einen und lenkt ab.

Ob man von WoW (oder einem anderen Online-Spiel) abhängig wird hängt also von einer Menge Faktoren ab. Zudem gibt es Menschen, die eher süchtig werden als andere, was aber ganz generell gilt.

Ich selbst habe früher sehr viel gespielt und spiele im Moment noch so 3-6 Stunden die Woche, wobei ich Instanzen und Raids komplett links liegen lasse.

Viele Grüße!

Chazsmyr

Antwort
von Sabsilabim, 67

WoW ist so konzipiert das durch das Belohnungssystem eben provoziert wird immer mehr Zeit zu investieren. Dazu zählt auch die abhängigkeit zu einer Gilde, möchtest Du die exklusiven Sachen so früh wie möglich haben dann brauchst Du eine Gilde bzw. genügend verlässliche Mitspieler und dabei ist es recht schwierig ein gemeisames Zeitfenster zu finden.

Die Raidzeiten sind eben darauf ausgelegt das sich alle Mitspieler darauf einrichten können , mit einer Antwort wie "Ist mir egal" wirst Du in diesem Spiel keinesfalls genuegend gute Mitspieler finden um erfolgreich zu sein und wie Du schon vermutest steht es der Spielmechanik entgegen.

Wer erfolgreich Fußball spielen möchte muss auch zum Training und kann nicht sagen "ist mir egal" - dadurch unterscheidet es sich nicht von allen anderen  Beschäftigungen die im Wettbewerb mit anderen Mitspielern stehen. Hier entsteht durchaus eine Art Gruppenzwang.

Dazu kommen bei WoW noch viele andere Beschäftigungsmöglichkeiten die teils sehr Zeitintensiv sein können und an deren Ende besondere Belohnungen wir Flugtiere erhalten werden können.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Der Vergleich mit Vereinen ist mir bisschen schwammig. Ich bin zum Beispiel auch in einer Theatergruppe, man hat immer ein festgesetzte Zeitfenster, was auch nicht überschritten wird. Ich habe aber bei "World of Warcraft" nur vom Hörensagen den Eindruck, dass diese Aktionen für die man sich verabreden kann zeitlich vorab nicht einschätzbar sind. Ich finde es ist durchaus ein Problem, ob ich nun glaube, dass es nur 60 Minuten dauern wird und am Ende walzt sich das auf 2 1/2 Stunden aus. Verstehst du was ich meine?

Kommentar von Sabsilabim ,

Dieses Zeitfenster hast Du bei WoW auch, das legen die Gilden auch im Vorfeld fest - z.B. 2 mal die Woche für 3 Stunden. Dieser Zeitrahmen wird oft sehr genau eingehalten und nur nach Zustimmung aller Beteiligten verlängert. Ausserhalb der Raids kann sich jeder Beschäftigen wie er möchte oder eben solange er möchte.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

3 Stunden am Stück ohne Pause? Das klingt aber schon heftig. Also man kann nicht mal eben pausieren um zur Toilette zu gehen oder sich das Abendbrot zu schmieren. 6 Stunden die Woche finde ich bisschen krass. Kann man auch weniger Zeit veranschlagen?

Kommentar von Sabsilabim ,

Natürlich gibt es auch Pipipausen; aber 6 Stunden die Woche sind keine Seltenheit und ist eher eine Untergrenze. Viele ambitionierte Gilden raiden sogar 3 oder 4 mal die Woche.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Aber man kann auch unabhängig von Gilden selbstbestimmter in Richtung Zeit agieren? Würdest zustimmen?

Kommentar von Sabsilabim ,

Ja das kann man natürlich auch.

Antwort
von LnusDoge, 70

Also in Berichten im Fernsehen und so Word meist alles ein wenig übertrieben dargestellt und meist auch nur die extrem Fälle. Und es gibt ja doch sehr viel Leute die WoW zocken und die nicht abhängig sind. Selbst Spiel ichs nicht aber ich denk wenn man sich ne Gilde  raus sucht die ähnlich denkt und ein wenig locker mit dem Game umgeht sollte dies kein Problem sein. Und sonst muss man standfest sein oder wenn man doch eher dazu neigt Dann noch ma zusagen noch 5 Minuten kann man ja ma googlen was es so für Methoden gibt das man sich dran hält. Hoffe ich konnte dir helfen ;)

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Das sind schon mal ganz gute Ansätze von Gedankengängen. Ich persönlich finde es ja wichtig, sich vor dem Eintauchen in ein Videospiel sowohl drüber informiert wie nachgedacht zu haben. Einfach um von vornherein bisschen Abstand zu haben. Aber würdest du sagen, dass die Leute, die in Sucht nach dem Spiel verfallen das schon in sich getragen haben, nicht diszipliniert genug sind oder dass es am Spiel liegt, dass seine Spieler zu manipulieren versucht?

Kommentar von nintendoluk ,

(...) , dass die Leute, die in Sucht nach dem Spiel verfallen das schon in sich getragen haben, (...)

Genau das denke ich auch.
Ich glaube niemand hat durch WoW sein Privatleben zerstört, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein paar ihr bereits zerstörtes Privatleben durch WoW noch weiter in den Mist geritten haben.

Kommentar von LnusDoge ,

Also ich denke es liegt nicht nur an WoW denn ich persönlich werde durch ähnliche Spiele nicht direkt süchtig. Ich hab vielleicht ne Woche oder so wo ich mal richtig dahinter Sitz und sehr viel spiele. Aber meistens wird dann irgendwann langweilig. Bei WoW und co. ist es eher der Gruppen bzw. Gildenzwang.

Antwort
von Leonider, 10

du spielst es einfach ^^ WoW macht nicht mehr oder weniger abhängig als jedes andere Online-Game

Antwort
von nintendoluk, 31

Ich kenne einige WoW Spieler und ich selbst spiele auch das sehr ähnliche FFXIV und keiner von uns wirkt als wäre er süchtig und wir alle haben auch ein intaktes Privatleben.

Das sind einfach Übertreibungen der Medien. Viele der Nachrichtenverfolger sind Eltern, dessen Kinder Videospiele spielen, für die ist es natürlich super interessant, wenn sie über etwas Lesen, was ihren kindern schaden könnte.

Früher war das Rock'n'Roll, in den 90ern Counter-Strike, vor ein paar Jahren  MMORPGs (WoW) und heute sind es Smartphone-Spiele, bzw. Handys allgemein (War erst gestern wieder ein Bericht in unserem Tagesblatt...).

Was ich damit sagen will: Wenn du nicht vorher schon etwas blöd im Kopf warst, dann wirst du es auch nach dem Spiel nicht sein.

Viel Spaß beim Spielen ;-)

LG
Lukas

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Danke Lukas, aber wie zeitlich berechenbar ist eine einzelne Spielsession vorher? Was würdest du sagen?

Kommentar von nintendoluk ,

Wenn ich zum spielen beginne, dann nehme ich mir ein paar feste Sachen vor, ich plane mehr oder weniger eine "Tour" (auch um im Spiel Reisekosten zu sparen ^^). Dadurch hab ich meistens auch schon vorher ein festes Ende, der Zeitpunkt kann variieren, gerade bei Dungeons und Raids gibt es zwar eine maximale Zeitgrenze, aber man kann es trotzdem früher schaffen. Wenn ich mit meiner "Tour" durch bin habe ich auch meistens schon keine Lust mehr.

Wenn man jedoch mit Freunden (oder mit der Gilde, ich selbst bin [noch] kein Gildenspieler) spielt kommt es manchmal zu Irregularitäten. Die Freunde schlagen was vor und man selbst stimmt in der Regel zu. Trotzdem hatte ich es eig. immer noch geschafft regulär aufzuhören, dabei habe ich einfach ein paar ursprünglich geplante Sachen gestrichen.

Wenn ich also was anderes am Abend geplant hatte, habe ich es noch nie verpasst.

Antwort
von rednblack, 47

Mit deiner "Ist mir egal"-Einstellung bist du praktisch die Idealbesetzung eines nicht abhängigen WoW-Spielers. Du wirst aber auch nicht viel Spaß dran haben. Hast du schon mal an was Spaß gehabt?

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Ja tatsächlich. Ich spiele zum Beispiel jetzt seit 2 Monaten "Ni no Kuni". Das macht mir sehr viel Freude.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Würdest Du sagen, dass das Spiel also doch etwas anderes erwartet, als die "Ist mir egal"-Haltung?

Kommentar von rednblack ,

Nein, das Spiel erwartet nur, dass du den monatlichen Beitrag entrichtest. Die Frage ist, was du erwartest. Wie viel bist du bereit, in Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse, Herausforderung, Unterhaltung und Spaß über diese Monatsbeiträge hinaus zu investieren. Und da ist "ist mir egal" eben ... eher kontraproduktiv.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Naja, was ich erwarten würde, wäre für mich mal paar Questchen zu machen oder abzubrechen wenns sein muss und das Gefühl zu haben mich durch eine große Spielwelt zu bewegen wo viele Leute parallel oder optional miteinander agieren. Ich würde wahrscheinlich auch gerne auf einem Rollenspiel Server spielen, der eine Geschichte erzählt oder wo jeder in seiner Rolle als Spielcharakter und nicht als Spieler verweilt.

Antwort
von Owntown, 39

Man kann sich auch zuviele gedanken machen ... man man man wenn es dir spaß macht dan spiele es einfach und gut is.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Nee Nee, darum geht es nicht. Es geht um die bewusste vorherige gedankliche Auseinandersetzung mit dem Spiel, bevor man es anfängt. Man muss ja wissen, was das Spiel erwartet und ob man realistisch einschätzt, diese Mindesterwartungen erfüllen zu können.

Kommentar von Owntown ,

Du solltest erstmal "spielen lernen" du hast den sinn nicht so richtig verstanden ....Es geht darum sich überraschen zu lassen, nicht zu wissen was oder wie es kommt und vor allem auch mal zu verlieren.

Wenn man weiß man schaft das ja eh alles locker ... kann man es auch lassen. ( 30-90 min/tag) ist keine Zeit, die Zeit braucht man schon ab einem bestimten lvl um sich anständig vorzubereiten und erstmal warm zu werden.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Deswegen stelle ich ja die Frage um es zu verstehen.

Antwort
von Rubin92, 15

World of Warcraft ist nicht das einzige Spiel bei dem Suchtgefahr besteht, das besteht so gut wie bei jedem anderen Spiel auch.

World of Warcraft ist nur deshalb so oft in den Medien, weil es eben jeder kennt, und es viele Menschen spielen. Man kann auch genauso süchtig bei unbekannte Rollen spiele werden.

Wenn du allgemein mit Games kein problem hast, wird dir World of Warcraft auch keine Probleme bereiten.

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