Frage von General001, 54

Wie sollte man bei Gewalt der Bergpredigt nach regieren?

Z.B Wenn man geschlagen wird, mit einer Eistüte beworfen wird usw.

Antwort
von stine2412, 47

General, grundsätzlich zuerst einmal von solchen Szenarien fernhalten. Jesus gibt in der Bibel den Rat, nicht mit Gewalt auf Gewalt zu antworten. Es nützt auch wenig, eine Waffe zu tragen, wenn der andere schneller ist.

In der heutigen Zeit ist es allerdings sehr schwer, sich aus allem heraus zu halten. Ein Freund meiner Söhne, lebt in Berlin, hat eine etwas dunklere Hautfarbe, ist  Deutscher. Er kommt von der U-Bahn und wird von dort bis zu seiner Haustür von einem Glatzkopf verfolgt und provoziert. Der Freund reagiert nicht darauf, schon aus religiösen Gründen nicht. Als er den Schlüssel in die Haustür stecken will, wollte der andere ihn zu Boden werfen. Da war ihm klar "bin ich erst mal unten, habe ich keine Chance mehr", nahm seinen Rucksack und schlug damit diesen Angreifer. Als wenn der darauf gewartet hätte, verschwand er.

Dieser Freund bekam am nächsten Tag von der Polizei eine Vorladung. Allerdings brauchte er nicht viel zu erklären, denn der Angreifer war bekannt dafür, dass er ausländisch aussehende Menschen provozierte, damit diese gewalttätig werden und vom deutschen Staat ausgewiesen werden.

Man muss sich nicht zu Tode prügeln lassen, aber möglichst solchen Situationen aus dem Weg gehen;  meistens sind die anderen stärker und unberechenbar. Wir können diese Welt nicht ändern, auch die Politiker können das nicht. Aber da du die Bergpredigt erwähnst aus dem Matthäusevangelium - da steht auch das "Vater unser ": Dein Reich/Regierung komme, dein Wille geschehe hier auf Erden. Wenn diese Zeit erreicht ist, müssen wir uns nicht mehr über solche Themen unterhalten, dann herrscht Frieden. Ein Name Jesu Christi ist "Friedensfürst".

Antwort
von hertajess, 32

Bei Lebensgefahr ist sicherlich Abwehr möglich. Bei Lebensgefahr. Vorher kann allerdings durchaus eingefordert werden den eigenen Verstand zu nutzen. So lese ich in einer anderen Antwort dass da eine Person davon ausging wehrlos zu sein wenn sie am Boden liegt. Dem ist nicht so. Ich lag auf dem Boden dank eines Angriffs. Die Geschichte endete so: Er lag vier Wochen im Krankenhaus, ich zwei Tage. Seither werde ich körperlich nicht mehr angegriffen. 

Was nun die vielen anderen Angriffe angeht: Ignorieren. Wer schon mal gehört hat wie meine Angreifer vor Wut schreien weil ich sie ignoriere wird den Sinn verstehen. Denn ich lasse ihren Zerstörungsdrang einfach bei ihnen, also ihre Lebensaufgabe. Mir wurden andere mit auf den Lebensweg gegeben. 

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 54

Lies doch einfach selbst die Bergpredigt. Hier eine Passage, die in diesem Zusammenhang relevant sein dürfte:

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.  Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

(Matthäus 5, 39 nach der Einheitsübersetzung).

Kommentar von gamine ,

Nja, das dürfte ja wohl bildlich gemeint sein. Auf die rechte Wange schlagen wäre ja ein Schlag mit dem Handrücken, also eine grobe Beleidigung. Der Rat geht dahin, dass man es oft noch schlechter macht, wenn man sich gegen Leute wehrt, die einem Böse wollen. Die lassen nicht locker und die Lage wird für einen selber noch schlimmer.

Ratschläge in Bezug auf tatsächlich körperliche Gewalt, fehlen fürchte ich, in der Bergpredigt.

Kommentar von Enzylexikon ,

Das ist dann wohl die Aufgabe des Fragestellers, eine Antwort zu erarbeiten.

Kommentar von cyracus ,

Habe hierzu mal folgende Erläuterung gelesen:

Seinerzeit war es "an der Tagesordnung", dass Ranghöhere Rangniedere schlugen - und wie gamine schon schreibt, oft verächtlich mit dem Handrücken. Dazu musste der Ranghöhere den Rangniederen nicht einmal ansehen.

Rangniederen war es damals bei Strafe verboten, Ranghöheren ins Gesicht zu sehen. Bietet nun der Rangniedere dem Ranghöheren die andere Wange hin, musste der Ranghöhere den Rangniederen ansehen, um auch zu treffen. Und auch der Rangniedere schaute bei der Darbietung seiner Wange den Ranghöheren an.

Jesus war es wichtig, die Menschen Selbst-Bewusstsein zu lehren, was damals sehr rebellisch war, und womit er den Zorn der Ranghohen auf sich zog.

Antwort
von fricktorel, 9

Das mit der "Eistüte" interessiert mich. Wo steht denn das ?

Ansonsten: die andere Wange hinhalten (Lk.6,29). 

Antwort
von tinimini, 41

Wenn du jemandem auf die rechte Wange haust ,kannst du das nur als Linkshänder.Also hat das ganze einen anderen Sinn als es aussieht. Denn du kannst jemandem mit deinem Handrücken auf die rechte Wange hauen, und das ist eine Form der Beleidigung.und die sollst du hinnehmen, und da kein großes Aufsehen von machen. Damals waren noch andere Zeiten, da rollten schneller die Köpfe , als heute, und nicht nur die der Aufrührer und Unruhestifter, sondern auch der Familienmitglieder, denn zu Zeiten Jesu waren die Römer nicht Zimperlich, ob da nun einer mehr oder weniger sein Leben lassen musste,war den Römern egal. darum sagte Jesus, das die es ertragen sollen.Zum Schutz der anderen.Die selbe Aussage ist, Wenn dich einer zwingt sein Gepäck eine Maile zu tragen, dann geh zwei Mailen mit ihm ! Der selbe Sinn steckt auch dahinter.Ruhe bewahren, zum Schutz deiner Angehörigen. Nicht Sinnlos Leben gefährden.

Antwort
von Eselspur, 14

Sich für das Eis bedanken - und es sich schmecken lassen!

;)

Antwort
von Netie, 47

Das hat der Herr Jesus, der Sohn Gottes, gesagt und auch danach gehandelt. In der Bibel, im Wort Gottes, steht:

"Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut." Das war Er, mein Heiland, der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Antwort
von Viktor1, 37

Nicht "wörtlich" sondern angemessen. Jesu Intention ist hier immer Deeskalation. Man sollte sich also auch immer fragen, inwieweit man  Unrecht gegen sich zumindest zeitweise in kauf nimmt um Frieden zu schaffen oder den anderen gar zu beschämen, so daß er sich besinnt.
Sich zurücknehmen ist natürlich meist schwer - aber Erfolge sind nicht selten.
Auch die "Volksweisheit" kennt ja den Spruch. "Der Klügere gibt nach" was nicht nur in Disputen gedacht ist.
Ansonsten kannst du gegen Dummheit eh nichts machen.
Gegen Körperverletzung darf man sich wohl wehren.

Antwort
von 1988Ritter, 30

Passiv......die Lehre Jesus Christus ist frei von Aggression. 

Antwort
von fricktorel, 5

Ruhig (2.Sam.16,6.11; Mt.26,52).

Antwort
von chrisbyrd, 22

Vielleicht finden sich hier ein paar gute und interessante Hinweise: http://www.vck-web.org/christ-und-gewalt

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