Frage von melisaily, 61

Wie sollte ich das Hängertraining für Pferde am besten einführen?

Hallo, ich wurde gebeten jemandem zu helfem, dessen Pferd nicht in den hänger einsteigen mag, zu helfen. Es handelt sich um eine fünf jährige welsh cob Stute,die noch nie so wirklich eine konsequente hand in ihrem Leben hatte. Ihre besitzerin ist nämlich ein 11 Jahre altes Mädchen... Die Stute soll wohl schon einmal ohne probleme in den Hänger gestiegen sein, blockt aber jetzt nur noch ab. Als ich sie mir mal angeschaut habe und etwas Bodenarbeit gemacht habe, ist mir sofort aufgefallen, dass die Stute überhaupt kein Interesse oder Respekt vor dem Menschen hat. Warum, habe ich dann schnell gesehen, als ich den umgang von dem Mädchen und ihrem Pony gesehen habe. Sie lässt ihr so gut wie alles durchgehen und bricht einfach ab, wenn es ihr zu viel wird... Nun gut, ich wurde gebeten ihr zu helfen das Pferd zu verladen. Mein Plan hierzu ist, dass ich ersteinmal mit Bodenarbeit (Positionsarbeit) nach be strict von Michael Geitner anfange, indem ich mit ihr übe auf Druck nachzugeben, Kopf senken, weichen etc... Wenn das alles sitzt, möchte ich sie an den hänger heranführen, kurz davor stehen bleiben und selber raufgehen, wegen der geräusche. Danach fordere ich sie auf mir hinterherzukommen, auch, wenn es erst einmal nur ein huf ist. Wenn sie dies macht ist das training beendet für den Tag und es gibt großes Lob. Dies führe ich immer weiter fort bis kopf und Hals drin sind. Dann nehme ich einen Futtereimer mit und fordere sie auf mir ganz auf den hänger zu folgen, wenn sie das macht wieder großes lob und feierabend. Danach kommt die stange und die Rampe nach und nach dazu.

So weit so gut... Das wäre meine vorgehensweise. Ich habe es alles so ausführlich geschrieben, weil ich immer gerne andere sichtweisen und Meinungen höre darüber. Wie findet ihr meine Vorgehensweise? Was würdet ihr anders machen? Habe ich evtl etwas nicht beachtet?

Zu der Bodenarbeit, hat da jemand noch Tipps für mich um diese besser zu gestalten? Ich arbeite sehr viel mit körpersprache, doch da die Stute leider so "abgestumpft" ist, habe ich das letzte mal das gefühl gehabt, sie reagiert auf fast gar nichts mehr. Sie würde nicht einmal rückwärts gehen, wenn man sich mit dem vollen Gewicht gegen sie lehnt, wovon ich kein fan bin.

Nun gut, sorry für den langen Text! ;-)

Ich hoffe ihr könnt mir evtl helfen. Danke schon einmal im Vorraus,

mfg melisaily

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 34

mein traumatisierter Wallach hat ein Training in Miniportionen absolviert:

zuerst mußte er natürlich absolut zuverlässig das Komando "ein Schritt" lernen - mit dickem Lob (manchmal sind Leckerlies auch gut, ich bin nicht so der Fan davon, aber das ist Ansichtssache, vor allem wenn man Hengst hält).

mit "ein Schritt" sind wir dann z.B. an einem Anhänger vorbei und später zwischen 2 Änhängern durch gegangen, haben dann ein groooßes Brett dazwischen gelegt ( als Simulation der Rampe - es macht ja auch schon Krach, wenn's Pferd drauf tritt)

Auch die Plane kam dran, (auslappen nund ausleinen hatten wir schon früher gemacht) und so haben wir alles zusammen gesetzt und in etwa so gemacht, wie vorgeschlagen,  bis der Hänger kein Problem mehr war.

Meine Freundin hat einfach den Hänger in den Auslauf gestellt und das tägliche Futter reingegeben - das war alles.  Ihre Jungstute hat's schnaell begriffen.

Wichtig: der Hänger muß richtig fest stehen, darf NICHT wackeln oder kibbeln!

Ich hoffe sehr,
Du wirst für all die vielen Gedanken und die Mühe sinnvoll entschädigt...
verdient hättest Du's!

Antwort
von sukueh, 24

Warum willst du das auf den Hänger gehen in so kleinen Schritten üben ? Soweit ich deiner Frage entnehme, ist das Pferd ja nicht traumatisiert, sondern einfach nur "verwöhnt", weil es gelernt hat, dass es sich durch Verweigerung der Arbeit entziehen kann, wenn die junge Besitzerin dann einfach abgebrochen hat. 

Ich würde ggf. vorher etwas Bodenarbeit machen, um das Interesse des Pferdes an der Arbeit mit dem Menschen machen und dann ab in den Hänger. 

Die muss ja eigentlich nicht lernen, dass der Hänger nicht schlimm ist, weil sie ja wohl kein direktes Problem mit dem Hänger hat, sondern einfach nicht rein will. Das ist meiner Meinung nach ein Unterschied. Statt jetzt eine lange Prozedur aus der Sache zu machen, würde ich einfach mit dem Pferd in den Hänger gehen. 

So wie du das machst, finde ich es gerechtfertigt, wenn ein Pferd durch einen Unfall oder so ein Problem mit dem Hänger hat. Aber hier liegt ja das Problem ganz anders. 

Das Pferd wird vielleicht nach einigen Bodenarbeitseinheiten ganz froh sein, wenn es einen Menschen an der Seite hat, der klare Ansagen macht....

Antwort
von WesternCalimero, 26

Hallo melisaily,

Das Vorgehen ist erfolgversprechend, aber eben nicht garantiert (weil Pferde nun mal sehr unterschiedlich sind). Dazu solltest Du einen Plan-B haben.

Wenn Du sie mit Futter locken willst, musst Du sicherstellen können, daß sie so gierig ist, daß sie den Hänger dafür ignoriert.

Zum Rückwärtsrichten noch ein Hinweis: Der Rückwärtsgang ist direkt oberhalb der beiden Brustmuskeln in der Mitte, dort wo die Brustmuskel ein "V" bilden. Dort mit dem Finger (Daumen) hineindrücken, dann sollte jedes Pferd rückwärts gehen.

Rückwärts aus dem Hänger: Achte darauf, daß Du sie immer rechtzeitig rückwärts hinunterschickst, damit sie nicht die Entscheidung fällt, sondern Du.

Plan-B: Aussitzen. Nimm Dir ein gutes Buch mit, das Pferd an die lange Leine oder Longe und setze Dich auf die Futterkrippe im Hänger. Vorzugsweise eine Schüssel mit Futter auf die Futterkrippe stellen. Das Pferd darf hinaufgehen und auch selbst entscheiden wenn es wieder hinuntergehen will. Die Longe wird nur so weit angenommen, daß sie noch durchhängt.

Das Pferd darf nicht mehr als einen Meter von der Rampe weggehen - mehr wird nicht reglementiert. Nach spätestens drei Stunden sollte das Pferd auf dem Hänger sein (deshalb das Buch...). Für Pferde sind drei Stunden nur ein Augenblick, für uns Menschen aber eine Ewigkeit. Durch das lesen überbrückst Du die Zeit am besten, ohne nervös oder ungeduldig zu werden.

Vorteil des Aussitzens ist, daß das Pferd selbst entschieden hat, das es auf den Hänger hinaufgeht. In der Folge dann das Futter mehrere Tage lang nur im Hänger geben und das Thema ist gegessen.

LG Calimero

Kommentar von melisaily ,

Hallo,
Danke erstmal für dein feedback. :-) also, da das Pferd schon einmal in den Hänger gegangen ist und ich nun doch erfahren habe, dass sie sich wohl im Hänger erschrocken haben soll und nun Angst davor hat, weiß ich nicht, wie sie darauf reagieren würde, wenn ich sie nicht mehr rausgehen lasse. Nicht, dass sie im Hänger dann komplett ausflippt und es alles nur noch schlimmer macht. Sie soll wohl ziemlich verängstigt vom Hänger sein, laut der Besitzer...

Kommentar von WesternCalimero ,

Von "nicht mehr rausgehen lassen" habe ich nicht gesprochen. Im Gegenteil, das Pferd soll lernen, daß der Hänger nichts schlimmes ist und man ja auch wieder herunter kann, wenn es zu gruselig wird

Antwort
von Htiduj1105, 61

Wie du schon geschrieben hast erstmal Bodenarbeit damit sie die vertraut.. Dann würde ich es so machen: immer wieder am Hänger vorbei laufen dann immer ein Stück mit ihr rein laufen dann aber wieder rausschieben das wird sich sicher bis zu einer Stunde ziehen bei meinem hat es aber geholfen auch wenn sie ganz drin ist wieder rückwärts raus schieben.. Zeig ihr das da nichts dabei ist in den Hänger zu gehen ... Wiederhol das immer wieder irgendwann wird es ihr zu doof oder sie merkt das da nichts schlimmes dran ist und sie wird allein in den hangert gehen :-)

Viel Erfolg !
Lg

Antwort
von DepravedGirl, 45

Pferde lieben leckeres Fressen.

1.) Stute an den Hänger gewöhnen.

2.) Der Stute im Hänger leckeres Fressen geben und nur dort.

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