Frage von freiesdenken, 46

Wie sollen sich Krisenregionen d.Welt entwickeln, wenn die Jungen, Intelligenten, Gebildeten, Friedfertigen fliehen u. das Land marodierenden Banden überlassen?

Antwort
von kayo1548, 30

Und wie sollen sich Krisenregionen entwickeln wenn diese Menschen dort bleiben und erschossen werden?

Generell wird es niemals auf der ganzen Welt einen Ersten Welt Status geben.

Und in vielen Ländern sind die kulturellen und gesellschaftlichen Probleme einfach so tief verwurzelt das es sehr lange dauern wird bis sich da überhaupt was ändern kann.

Eine komplett destabilisierte Region ist etwas, das man nicht von heute auf morgen stabilisieren kann, da wird es noch sehr lange Zeit Probleme und Dynamiken geben auf die man kaum gezielt Einfluss nehmen kann.

Antwort
von energiefisch, 36

Die werden sich nie entwickeln. Alleine schon wegen der hohen Geburtenrate in Nigeria etc. ist es nicht möglich für Wohlstand zu sorgen. 

Kommentar von kayo1548 ,

ist die hohe Geburtenrate aber nicht ein stückweit auch die Ursache dafür?

Die Kindersterblichkeit ist in vielen Ländern noch extrem hoch und gleichzeitig ist Nachwuchs die einzige Altersvorsorge.

Hinzu kommen eventuell gewisse kulturelle Bilder.

Was sich aber an vielen Ländern gut erkennen lässt: sobald Wohlstand kommt geht es vermehrt um Individualinteressen und auch die Geburtenzahl nimmt oft ab.

Antwort
von Volkerseitz, 15

Wir tun nichts Gutes wenn wir z.B. Afrikaner mit falschen Versprechungen zu uns locken. Ist es nur Gedankenlosigkeit, wenn deutsche Politiker und Medien offenkundige Migranten immer wieder als "Flüchtlinge" bezeichnen oder politische Absicht? Deutschland zahlt Flüchtlingen oder Migranten beinahe den Hartz IV Satz. So viel Entwicklungshilfe kann gar nicht geleistet werden, um dies für Armutszuwanderer unattraktiv zu machen. Die hohen Bargeldzahlungen und vor allem die Gesundheitskarte mit einer umfassenden kostenfreien Gesundheitsversorgung in Deutschland sind Fluchtursachen Nummer eins. Demokratische Länder wie Senegal und Ghana verlieren dadurch die Aktiven die im Lande dringend gebraucht werden. In London gibt es z.B. mehr Ärzte aus Ghana als in Ghana selbst. 

Wir sollten zu einem funktionierenden Asylsystem zurückkehren und nur wirklich Verfolgten z.B.aus Gambia und Eritrea Schutz gewähren. Sonst wird der Migrationsdruck aus Afrika auf Deutschland sehr viel grösser werden, als bisher wahrgenommen. Warum vor allem nach Deutschland? Weil ein tiefer Riss durch die EU geht. Alle anderen Mitgliedsländer sind gar nicht bereit mehr Migranten aufzunehmen. Erst als die deutsche Regierung das Dublin-Verfahren zeitweilig ausser Kraft gesetzt hat, konnten die Nachbarländer ihre Weigerung, Einwanderer aufzunehmen, moralisch rechtfertigen und alle Lasten auf Deutschland abschieben. Das ist natürlich in Afrika durch die Medien alles bekannt. 

Volker Seitz, Botschafter a.D./Buchautor

Kommentar von kayo1548 ,

"Wir tun nichts Gutes wenn wir z.B. Afrikaner mit falschen Versprechungen zu uns locken."

richtig: die Erwartungshaltung von denen wird nicht erfüllt, was zu Unzufriedenheit führt.

Und im großen Stil zur Bildung von Slums und Ghettos (wie man in manchen Ländern gut sieht) und mit sowas ist niemandem geholfen.

Mittelfristig hilft nur Hilfe zur Selbsthilfe.

"So viel Entwicklungshilfe kann gar nicht geleistet werden, um dies für Armutszuwanderer unattraktiv zu machen."

Natürlich ist das auf den ersten Blick viel attraktiver und ich mache den Leuten auch keinen Vorwurf wenn sie das annehmen würden; nur muss einem halt klar sein, dass die Ressourcen begrenzt sind und das keine langfristige Lösung sein kann

"Die hohen Bargeldzahlungen und vor allem die Gesundheitskarte mit einer
umfassenden kostenfreien Gesundheitsversorgung in Deutschland sind
Fluchtursachen Nummer eins"

richtig und das ist auch bei Kriegsflüchtlingen das Problem: die Leistungen unterscheiden sich erheblich und das dann jeder in die Gebiete möchte, die die besseren Leistungen anbieten ist da nur verständlich.

Das führt aber zu Problemen bei der Verteilung und das wiederum erschwert den einzelnen Ländern den Umgang damit und das wiederum erhöht auch das Konfliktpotential.

"Wir sollten zu einem funktionierenden Asylsystem zurückkehren"

Nur was ist funktionierend?

Man muss da immer folgende Punkte beachten denke ich:

-> das ist unsere moralische Verpflichtung

-> das können wir an Hilfe leisten

-> welche Hilfe ist wirklich vorteilhaft?

Bei der moralischen Verpflichtung muss man auch die Frage berücksichtigen, warum man einer Gruppe hilft und der anderen nicht und an welchen Kriterien man das festmacht.

Das ist gerade dann denke ich bedenklich, wenn die Grundlage dieselbe ist (z.b. alles Wirtschaftsflüchtlinge)

Aber auch bei unterschiedlichen Beweggründen wie Wirtschafts--- und Kriegsflüchtlingen muss man seine Handlungen immer wieder hinterfragen.

Diese Selbstkritik sehe ich als essenziellen Bestandteil.

Was wir an Hilfe leisten können hängt natürlich von vielen Faktoren ab:  umso besser man international zusammenarbeitet, desto einheitlich und homogener der Zufluss ist und je besser man die Problematiken berücksichtigt und vorausplant, desto mehr kann man da berücksichtigen.

Da haben wir natürlich erheblich versagt:

Die internationale Zusammenarbeit ist nicht so, wie ich mir das vorstelle und Regelungen im Umgang mit solchen Situationen hätte man auch schon viel früher treffen sollen.

Und viele Probleme die aktuell mit den Flüchtlingen auftreten oder an Präsenz gewinnen (Bildung, Gesundheitssystem usw) sind Probleme die wir auch schon lange genug haben und daran hätten arbeiten können und müssen

Wie das mit der vorteilhaften Hilfe aussieht hast du ja schon angedeutet.

Das ist wie bei Entwicklungshelfern.

Diese Erfahrung erzähle ich immer wieder, da sie ein sehr gutes Beispiel ist:

Ich kenne einige Menschen die in afrikanischen Ländern bei solchen Projekten mitgearbeitet haben;  eine vermehrte Zuwendung im Sinne von direkten Ressourcen oder finanziellen Gütern haben dazu geführt, dass die Menschen die Projekte zum Teil sogar sabotieren weil sie keine Lust gehabt haben dafür zu arbeiten.

Und zum Teil wurden auch Projekte sabotiert weil die Menschen dort einen Eingriff in ihren Lebensstil sahen.

Daraus lässt sich einiges lernen:

-> Man muss schauen das die Länder selbst in der Lage sind ihre Bedürfnisse zu decken; einfach alles umsonst geben wird (verständlicherweise) ausgenutzt und sorgt für ein Abhängigkeitsverhältnis, das ich für beide Seiten als nicht vorteilhaft sehe.

-> Man darf nicht mit "Gewalt" einen Standard oder ein System schaffen das man selbst als erstrebenswert sieht, sondern muss die kulturellen und sozialen Bedingungen berücksichtigen.

Die Menschen müssen selber für sich entscheiden; man darf ihnen nichts aufzwingen.

Insgesamt ist ein funktionierendes System bzgl "funktionierend" auch Definitionssache, daher denke ich, dass in jedem Falle die angestrebten Punkte transparent offen gelegt werden sollten.

Und natürlich muss man dieses System auch dynamisch anpassen können um den sich verändernden Bedingungen standhalten zu können.

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