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Wie soll man sich richtig verhalten bei Demenzkranken?

gefragt von LeoMamaLeoMama am 07.10.2008 um 12:09 Uhr

Mein Vater ist in einem betagten Alter und hin und wieder auch schon etwas wirr im Kopf. An manchen Tagen verhält er sich fast völlig "normal" und dann bringt er auch wieder alles durcheinander und kennt noch nicht einmal seine eigenen Kinder. Ich war am Wochenende bei meinen Eltern und meine Mutter hatte für meine Tochter einen grossen Bären gekauft, den sie bis Wir kamen, auf die Couch zu meinem Vater gesetzt hat. Er hat mit Ihm (den Bären gesprochen und gemeint das wäre sein neuer Freund). Meine Mutter sagte, er hätte ihm sogar schon eine Zigarette angeboten. Ich fand, man könnte ihm den Bären nicht wieder wegnehmen, meine anderen Geschwister sind der Meinung, dass würde Ihn noch mehr verwirren bzw. "verblöden" lassen. Letztendlich haben Wir den Bären nicht mitgenommen. Ich habe nämlich den Eindruck, der Bär gibt ihm keine Widerworte (meine Mutter reagiert manchmal schon genervt meinem Vater gegenüber, weil sie die Ganze Situation natürlich auch belastet). Der Bär hört ihm einfach zu und nimmt Ihn an, wie er ist. Was meint Ihr????


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anonym
beantwortet von ManfredP am 7. Oktober 2008 12:25
3x
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Guter Rat:

Schaut euch mal in Eurer Umgebung um und versucht eine Institution zu finden bei der man den richtigen Umgang mit Demenz-Kranken lernen kann. Ihr tut vor allem Euch selbst einen großen Gefallen.

Kommentar von 50b6a57e0973ea3d63d23c02a881292csmallDaSu81 am 7. Oktober 2008 12:30

Guter Rat, ManfredP! DH

:-)

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 7. Oktober 2008 12:43

Vielen Dank für Deinen Rat. Ist meinerseits schon angedacht und wird hier auch angeboten....DH

Kommentar von ManfredP am 7. Oktober 2008 12:50

@ Da Su & @ LeoMama -Danke- (Wir mußten '3x durch' habens auch erst beim letztenmal durch gute Beratung so halbwegs richtig machen können)


anonym
beantwortet von pokersveni am 7. Oktober 2008 12:12
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NUn ja, nicht umsonst sagt man ja dass man im Alter wieder ein Kind wird! Wenn ihm der Bär gut tut, dann lasst ihm die Freude! Ich denke er hat es sich verdient.Schließlich hat er euch alle groß und immer satt gebracht und dafür sein ganzes Leben lang gebuckelt!


rhondablue
beantwortet von rhondablue am 7. Oktober 2008 12:14
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Es ist gut, dass Ihr ihm den Bären gelassen habt, ihr habt instinktiv gespürt, es war die richtige Entscheidung.


DaSu81
beantwortet von DaSu81 am 7. Oktober 2008 12:28
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Wennihr ihm den Bären lasst, dann ist da nicht sschlecht oder Falsch dran! Er tut ihm gut. genau: er nimmt ihn wie er ist! Und das ist wichtig.

Wichtig ist für deinen Vater, dass du/ihr ihn nicht ins lächerliche zieht! Nehm ihn ernst, "verar..." ihn nicht und behandelt ihn, als wäre er "ganz normal" (was er ja auch ist, aber... du weißt schon was ich meine...). Ab und zu könnt ihr ihn mal auf kleine "Fehler" oder so aufmerksam machen und ihm auch - bei "Lücken" auf die sprünge helfen, aber nicht nach mehrmaligem erzählen und draufaufmerksam machen genervt eragieren. Ich weiß, dass ist schwer. Aber versucht es.

Also nochmal: ganz "normal" behandeln, nicht "verar...", nicht genervt reagieren... einfach so nehmen wie er ist.

Wenn ihr Lust und Spaß dran habt, könnt ihr auch kleine Denkspiele mit ihm machen oder ihm kleine Aufgaben geben - sofern er das auch möchte - (z.B. mit ihm einkaufen gehen und er soll an die Butter oder was anderes denken... das könnte ihm spaß machen... und er wird "gefordert".

Und dann könnt ihr noch - wie Manfred schon sagt: Institutionen aufsuchen, die den Umgang mit Demenzkranken "lehren".

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 7. Oktober 2008 12:42

Vielen Dank für Deinen Rat. Das was Du schreibst, beherzigen wir so gut es geht. Wir lieben Ihn über alles, weil er Uns ( 6 Kinder ) eine schöne Kindheit mit viel Liebe ( ganz besonders seitens unserer Mutter ) zukommen hat lassen. Wir haben jetzt eine 24-Std.-Hilfe engagiert, um auch unsere Mutter zu entlasten. Wir unterstützen Sie so gut es geht (jobmäßig). Da meine Mutter rund um die Uhr mit Ihm zusammen ist, hat sie oft Probleme mit Ihm normal umzugehen. Jetzt hat sie sicher wieder mehr Freiraum und eine Entlastung. Wir möchten nicht, dass sie daran "kaputtgeht".

Kommentar von 50b6a57e0973ea3d63d23c02a881292csmallDaSu81 am 7. Oktober 2008 13:17

@LeoMama: Toll, wie ihr euch "organisiert" und die Geschichte managed! Besonders gut finde ich auch deine Meinung und deinen Umgang mit dem Thema! Wer zahlt denn die 24 Stunden Pflege? Ihr? Aber sinnvoll ist es auf jeden Fall für deine Mutter, denn - wie du schon sagst: sie soll nicht dran kaputtgehen! Hat sie denn auch genügend Freizeitaktivitäten wo sie mit Nicht-Demenzkranken umgeht/zutunhat?!? Genügend Freunde/-innen? Seniorennachmittage oder Strick- oder Gymnastik-Termine? Für deine Mutter wird das auch sehr wichtig sein, denke ich. Aber ich find es echt - um das nochmals zu betonen - super-toll und bemerkenswert, wie du dich drum kümmerst! Aber bitte pass auf, dass du dabei nicht zu kurz kommst/zurückstecken musst.

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 7. Oktober 2008 13:32

@ Da Su/ Die Kosten für die Hilfe bezahlt meine Mutter selbst (Geld ist vorhanden). Die Hilfe ist nun erstmal für einen Monat geplant. Danach sehen Wir weiter. Ist ja auch eine riesen Umstellung für meine Mutter nun ständig Jemanden in ihrem eigenen Haushalt um sich herum zu haben. Sie geht 1 x die Woche ehrenamtlich in die Kleiderkammer des DRK und freut sich immer riesig auf den Tag. Ansonsten ist fast die ganze Familie mehr oder weniger um sie herum (wohnortmäßig) und sie kann nun wieder öfters unterwegs sein. Vorher war sie immer angespannt, wenn sie nur mal ne 1/2 Std. einkaufen war. Ist klar!! Wir müssen jetzt einfach mal schauen. Vielen Dank für Deine Anteilnahme. Durch die ganzen Kommentare habe ich einen besseren "Durchblick".

Kommentar von 5b31f0134425795d40a7e145ef7d760esmallSummbrummse am 7. Oktober 2008 12:49

wunderbar geschrieben dafür gibts DH !!

Kommentar von 50b6a57e0973ea3d63d23c02a881292csmallDaSu81 am 7. Oktober 2008 13:29

;-)


helpmedoch
beantwortet von helpmedoch am 7. Oktober 2008 12:14
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Am allerwichtigsten ist einen Menschen zu akzeptieren. Ich habe selbst meine Oma (Morbus Alzheimer) gepflegt und weiß, dass es oft schwer sein kann. Aber, wenn man dementen Menschen das Gefühl gibt, dass alles falsch ist, was sie machen, wird es sehr schwierig.
Wenn der Bär ihm ein Mittel ist, um besser in dieser Welt zurechtzukommen - dann ist dies so.
Zeig deinem Vater einfach, dass du ihn liebst / dass ihr ihn liebt.



spatzi
beantwortet von spatzi am 7. Oktober 2008 12:12
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ich finde das etwas bizarr - hätte den bären aber wohl auch sitzen lassen

Kommentar von Auskunft am 7. Oktober 2008 14:30

Das ist eine bizarre Krankheit.


Puffili
beantwortet von Puffili am 7. Oktober 2008 12:23
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ihr habt richtig reagiert. Mein Vater hat auch durch mehrere kleinere Schlaganfälle über einen Zeitraum von 12 Jahren zuletzt die Welt nicht mehr verstanden. Ich darf gar nicht daran denken. Die Situation war sehr schlimm. Meine Mutter - und so gut ich konnte - haben ihn gepflegt. Schlimm war auch, dass er durch eine Prostata-OP auch zunehmend Probleme hatte. Meine Mutter musste zuletzt rund um die Uhr nach ihm schauen. Insofern: du und deine Geschwister, versucht eure Mutter so gut es geht zu unterstützen und zu entlasten. Es sind so viele Komponenten ... aber mit Zusammenhalt in eurer Familie könnt ihr manches erleichtern. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute!


Summbrummse
beantwortet von Summbrummse am 7. Oktober 2008 12:23
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das ist " LIEBE "

...bleibt in der liebe und alles wird gut, auch wenn es anstrengt, immer wieder von vorn anzufangen mit dem selben ziel vor augen, einen menschen so zu nehmen wie er nun mal ist!


tinimini
beantwortet von tinimini am 8. Oktober 2008 14:54
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Schreibt mal auf was er ißt und wie danach sein geistiges Befinden ist. Oft liegt es am Vitaminmangel und an einer Übersäuerung das jemand an einem Tag verwirrter ist als an anderen Tagen.Kurt Tepperwein hat ein Buch über die Entsäuerung des Körpers geschrieben wäre eine Information wert. Damit könntet ihr eurem Vater vielleicht eine Hilfe sein.Vitamine auf Pflanzlicher basis sind auch sehr Nützlich .Gibts von der Firma Amway oder Omega.


anonym
beantwortet von lamarle am 8. Oktober 2008 16:28
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Dass man mit Vitaminen eine vorliegende Demenz (wenn es eine solche Diagnose gibt?) bessern kann, ist mir neu. Vor der großzügigen Gabe von Vitaminpräparaten sollte auf jeden Fall erst mal festgestellt werden, ob ein Vitaminmangel vorliegt (Blutprobe beim Hausarzt), nur dann sind zusätzliche Vitamine sinnvoll. Viel wichtiger erscheint mir, darauf zu achten, ob der Vater ausreichend trinkt, viele alte Menschen haben kein Durstgefühl. Eine ausreichende Flüssigkeitsmenge, ca. 1,5 Liter am Tag, ist u.a. wichtig für die Fließeigenschaften des Blutes - damit auch das Ghirn ausreichend durchblutet wird, damit kann man Verwirrtheitszuständen wirklich vorbeugen. Auch von mir Anerkennung für Euren liebevollen Umgang mit dem Vater. Ihr macht das toll!


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