Frage von MuttiSagt, 58

Wie soll man mit den Konflikt umgehen " Sozialleistungen ist höher als zukünftiges Gehalt"?

Ich denke, einige von euch waren schon in dieser Situation: Ihr bezieht Sozialleistungen und kommt da mit aus. Auf der anderen Seite steht ein Job, den ihr nur halb mögt und das Gehalt ist Tick weniger. Manchmal hat man ja nicht die Wahl, dann macht Krankenkasse oder Arge viel Druck. Aber manchmal macht halt niemand Druck. Als Beispiel: ich hatte mal einen Arbeitsunfall. Zusätzlich zu den schon recht ordentlichen Leistungen der BG bekam ich Geld aus einer privaten Versicherung. Irgendwann war ich wieder genesen. Aber niemand erteilte mir quasi den Auftrag, wieder arbeiten zu gehen. Erst rund 10 Monate bekam ich einen Brief, das nun davon ausgegangen wird, das ich wieder ok bin.  Allerdings meldete sich zwischendurch immer mal wieder das Gewissen. Ausschlaggebender Grund war, das mein Gehalt sogar niedriger war als das Verletzten Geld und der Job auch doof war. Nun bin ich wieder in der gleichen Situation. Ich könnte vielleicht wieder arbeiten, aber ich muss nicht. Trotzdem fühl ich mich die ganze Zeit so, als wenn ich trotzdem einfach wieder zur Arbeit gehen sollte. Bin ja halbwegs fit. Die Aussteuerung steht aber erst im März 17 an und Alg 1 hab ich auch noch alles. Wie würdet ihr mit solchen Situationen umgehen?

Antwort
von michi57319, 21

Ich war ganze zwei Mal im Leben arbeitslos. Fürchterliche Zeit! Ich hatte kein Geld, kam nicht vom Fleck, mußte mich nach anderen richten.

Wenn dir das Geld reicht, was du bekommst, dann ist es doch egal, ob du arbeitest, oder auch nicht.

Wirst du aufgrund des Unfalls ausgesteuert? Oder schon aus Altersgründen?

Antwort
von adianthum, 7

Nutze die Zeit und such dir was, das dir richtig Spaß macht.

Wenn eine Zusatzausbildung dafür benötigt wird, hast du jetzt die Muße, diese zu machen.

Andere Möglichkeit- vereinbare eine Stundenzahl, sodass du noch in Leistung bleibst. Dann kannst du in Ruhe schauen, ob es dort passt.

Ich wurde auf meiner letzten Arbeit relativ gut bezahlt, aber die betrieblichen Umstände waren der absoluter Horror. Selbst wenn die mir den Lohn verfünffacht hätten, ich hätte dort nicht bleiben wollen.

Meine Gesundheit ist nämlich unbezahlbar!

Antwort
von DinoSauriA1984, 21

Was soll man da raten? Mach Dir auf jeden Fall bewusst, dass Andere für Dein Auskommen zahlen. Es ist nicht der "Staat" oder eine "Versicherung", die für Dich aufkommt, so als anonyme Instanz, die über den Dingen schwebt und Geld aus dem Nichts schafft!

Ich bin es, der für jemanden wie Dich Beiträge zahlen muss. Und Deine Nachbarn, Freunde und Verwandten, die im Arbeitsleben stehen auch. Und wenn viele dass System missbrauchen - darüber denkst Du ja im Augenblick nach - müssen die Beiträge, die wir zahlen angehoben werden. Was ich davon halte (und die anderen genannten Arbeitnehmer auch), kannst Du Dir denken. Du kennst mich nicht, also kann Dir mein Ärger egal sein. Aber viele Andere kennen Dich und kennen vielleicht Deine gesundheitliche Situation/Arbeitsunwilligkeit. Ist Dir auch egal, was Die von Dir Denken?

Versteh mich nicht falsch! Dass Du in Deinem Beruf so wenig verdienst finde ich auch nicht gut. Aber es steht Dir auch frei, Dir was anderes zu suchen, um Deine Situation zu verbessern. Ich selbst bin eng mit einem Bezieher von Sozialleistungen aus gesundheitlichen Gründen befreundet. Ich habe keine Vorurteile gegen Menschen, die von Sozialleistungen leben müssen - wenn ich davon ausgehen kann, dass sie diese zu Recht beziehen. Das scheint auch bei Dir bis jetzt der Fall gewesen zu sein. Wenn sich Deine gesundheitliche Situation wieder gebessert hat, geh wieder zur Arbeit! Auch wenns schwerfällt!

Antwort
von Gerneso, 23

Ich würde mich aktiv nach angemessenen Jobs umschauen und darauf bewerben. In der Zwischenzeit lieber nochmal Weiterbildungskurse besuchen, die mir bei der Suche nach einem neuen Job helfen und den Lebenslauf aufpeppen.

Antwort
von Gl00MY, 21

Bilde dich in der Zeit die du noch hast weiter und such dir nen Job der dir Spaß macht.
Was machst du denn den ganzen Tag wenn du nicht arbeitest? Irgendwann kommste gar nicht mehr hoch weil dein Körper abbaut wenn du nur rumsitzt. Rausgehen und was machen ist immer besser als herumzusitzen.

Ich denke dein Leben würde erfüllter sein wenn du was zutun hättest. Viel Geld ist das sicher nicht dass du von deiner Versicherung bekommst, damit lässt sich bestimmt keine ordentliche Freizeitgestaltung betreiben. 

Antwort
von boneclinks, 36

Ich sag nur so viel: Lass dich vom Staat nicht verarschen. Ich selbst bin derzeit nicht arbeitslos, aber wenn ich es wäre und so mehr Geld bekommen würde als durch (harte) Arbeit, würde ich auch diesen Weg wählen.

Ich freue mich schon auf alle Möchtegern-Moralapostel, die dich oder mich fertig machen werden.... kann man nicht ernst nehmen.

Wenn Deutschland es dir ermöglicht, dass du dir auf diese Weise ein "gutes" Leben machen kannst, dann tu das - meinen Segen hast du - obwohl ich für dich mitbezahle. Wünschte ich wäre in einer vergleichbaren Position... good job politics

Kommentar von DinoSauriA1984 ,

Ich bin einer dieser Moralapostel, die Dich fertig machen werden ;-).

Nicht der Staat zahlt das Gehalt, sondern ein (vermutlich) privater Arbeitgeber. Der Staat soll dafür sorgen, dass Menschen, die in Not geraten sind, die Mittel zum bestreiten des Lebensunterhaltes haben. Das ist gut und Richtig so. Menschen mit Deiner Einstellung sind bereit, das System kaputt zu machen. Was hat Dir der "Staat" getan, dass Du bereit bist ihn und Deine Freunde und Nachbarn und Verwandten zu bescheißen? Würdest Du auch so denken, wenn Deine Familie, Eltern und Geschwister, in einer Notlage für Dich bezahlen müssten und nicht der Staat?

Kommentar von boneclinks ,

Ich verstehe das Attraktivmachen der Arbeitslosigkeit (so wie es hier vorliegt) auch unter "Verarschen".

Kommentar von adianthum ,

In deiner Aussage steckt ein "kleiner" Denkfehler. Denn vom Anteil der Sozialleistungen geht nur ein kleiner Teil dorthin wo du es denkst!

Der größte Anteil verschwindet im Krankenstand!

http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelde...

Antwort
von Mignon4, 16

Ich finde es prima, dass du dich mit der Frage auseinandersetzt. :-)

Geld ist nicht immer alles. Deine Selbstachtung und dein Stolz steigen ganz erheblich und zudem hast du kein schlechtes Gewissen, wenn du arbeiten gehst.

Außerdem kann dir die Arbeit im Laufe der Zeit noch Spaß bringen und vielleicht lernst du nette Kollegen/innen kennen.

Fazit: Nimm den Job an!

Viel Erfolg! :-)

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