Wie soll ich weiterleben ?

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6 Antworten

Es gibt schon sehr viele gute Therapeuten die z.B. auf Angststörungen oder auf die "Störung des Sozialverhaltens" spezialisiert sind.

Wenn du die Therapie aber nicht nochmal beginnen oder fortsetzen möchtest, versuch es doch mit kleinen Schritten. Rom wurde auch nicht an einen Tag erbaut. Das wichtigste ist in dem Fall, dass du versuchst deine Angst Schritt für Schritt zu überwinden. Wenn du dich z.B. in der Anwesenheit oder Nähe von deinem Vater wohl oder wohler fühlst, dann geh doch mit ihm zusammen raus. Muss ja nicht direkt ein paar Stunden sein oder etliche Kilometer entfernt sein, einfach nur ein kleiner Gang um den Block, etc. Und das vielleicht mit der Zeit weiter steigern.

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:23

Danke für den Ratschlag. Das ist eine gute Idee, werde ich mal so versuchen :)

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Wenn man den gängigen pharmazeutischen Antworten auf diese Fragen zu Recht großes Misstrauen entgegenbringt erkennt man, dass sich solche Probleme manchmal nur durch langwierige, aufwändige und kostenintensive Therapiemethoden in den Griff kriegen lassen. Brauchen so viele Menschen vergleichsweise billige "den einen Reich-/ den anderen Krankmacher"?

Halte dich jetzt an deinen Vater, der hilft dir auf seine Weise immer wieder ein kleines Stück aus deinem Loch heraus. Glückliche Momente sind viel Wert und sind ein Erfolgsrezept beim überwinden von Depressionen!

Jage diesen glücklichen Momenten also hinterher und tu das, wo du meinst, dass es dir gut tut. Versuche also, deine Erinnerung mit angenehmem und Erfolgserlebnissen zu füllen.

Auf ein Erfolgserlebnis kannst du direkt anfangen, hinarbeiten: setze dich mit deinen Freunden in Verbindung (sei es erstmal auch nur telefonisch) und erkläre ihnen, was mit dir los ist und sage ihnen, dass du sie nicht verlieren willst. Wenn es wirklich gute Freunde sind, ist dir ein erster Erfolg in dieser Sache ziemlich sicher.

Womit sich dir gleich wieder neue Hilfen erschlossen hätten: Bitte deine Freunde, dich "in den Arsch zu treten", etwas zu tun und wieder - zumindest unter kleinere Gruppen - von Leuten zu gehen. Alleine schafft man es da irgendwann nicht mehr raus. Versuch dich zu überwinden, dich auch regelmäßig in unangenehme Situationen zu begeben, halte dir aber stets einen Fluchtweg offen/ einen Begleiter an deiner Seite, falls die Angstzustände doch zu stark werden. Nur wenn du das immer wieder durchlebst, kannst du irgendwann erkennen, wie unbegründet Ängste doch teilweise sind und du trotzdem mit heiler Haut davonkommst. Die Auswirkungen, die das auf deine Seele hat, kannst du mit einem Psychotherapeuten in einer Langzeittherapie kompensieren.

Da du bei so starker Beeinträchtigung mit Sicherheit krankgeschrieben wirst, wird es zu weniger unvermeidbaren Gefahrensituationen kommen. Ein gewisser Egoismus ist jetzt angebracht. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und wenn es ein Jahr dauert. Denk an dich und das, was dir gut tut, statt irgendwelchen möglciherweise an dich gestellten Leistungsansprüchen gerecht werden zu wollen. Ein schlechtes Gewissen solltest du v.A. gegenüber einem Arbeitgeber und den Kollegen nicht haben. Du bist krank. (Will dir nichts einreden, denke aber mal du siehst das selber so.)

___Folgender Abschnitt der Notwendigkeit halber, ohne dir den Teufel an die Wand malen zu wollen!____

Wenn du zu schweren Panikattacken neigst, sei wirklich, wirklich vorsichtig mit dem gut funktionierenden N.o.t.f.a.l.l.werkzeug "Benzodiazepin"... Überleg dir lieber 5-mal, wie du im Ernstfall womöglich auch ohne diese Hilfe wieder da raus kommst. Beziehungsweise wie du dann wieder aus der Sucht heraus willst, die sich bei jemandem wie dir mit höherer Wahrscheinlichkeit schneller entwickeln wird -> vorausgesetzt du bist unvorsichtig genug und unterschätzt das ganze.

Nimm nur etwas, wenn es so grausam wird, dass du womöglich nur noch durch das Mittel ein weiteres Trauma verhindern kannst.

Bei "schiefen Gedanken" bzw. wenn sich bemerkbar macht, dass du dir oder anderen in nächster Zeit gefährlich werden könntest, lass es bleiben. Ein Mittel, das dir die Angst davor nimmt, möglicherweise dummes zu tun, ist dann wohl am wenigsten angebracht.

Bei so krassen Abstürzen ist es ratsam, notfallmäßig für ein paar Tage zur Krisenintervention in eine Klinik zu gehen. Im Vorgespräch setzt du am besten Voraus, dass die Medikamente aus deinem Körper draußen bleiben und du dich auf den Heimweg machst, wenn man dich dazu nötigen will. (Selber wirst du auf einer Akutstation keine zur Hand haben, es sei denn du schmuggelst was rein.) Natürlich darfst du den Ärzten vorher keine Horrorstory erzählt haben, wie gefährlich du möglicherweise bist, sonst wirst du keine Forderungen mehr stellen können sondern erhälst eher die Garantie, dass sie dich auch wirklich 6 Wochen (oder länger) dabehalten.

Das Thema Eigen-/Fremdgefährdung am besten niemals ansprechen und dahingehende Fragen verneinen, wenn du dir nicht absolut sicher bist, dass bald etwas passiert, wenn dich da keiner rausholt.

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Ansonsten kann ich dir noch die typischen Ratschläge ans Herz legen: Aktivität/Sport/Bewegung, Frischluft, Beschäftigung/Ablenkung, Gesellschaft/Gespräche, Tagesstruktur, normaler Schlaf-/Wachrhythmus, regelmäßiges und gutes Essen...

Ich wünsch dir alles Gute.

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Kommentar von NeedaMedic
30.11.2015, 04:37

Das ließ mich irgendwie nicht los...

Wenn dich dein Weg zum Psychiater führt, sei gewarnt. Nochmal zu Medikamenten:

Antidepressiva sind m.E. eine perfide Geschäftsidee und trotz des milde ausgedrückt: geringen Nutzens - zumindest für die Betroffenen - leider ziemlich erfolgreich <--- dieses Wort bezieht sich nur auf die oben erwähnte Geschäftsidee...

Neuroleptika sind auch sehr gefährlich aber haben die Daseinsberechtigung andere brutale Zwangsmaßnahmen bei Menschen zu vermeiden, die man aufgrund ihres Verhaltens/ ihrem Leiden ruhigstellen MUSS um schlimme Folgen abzuwenden. Also psychisch schwerst beeinträchtigte und/oder völlig unzurechnungsfähige Personen, die eine Gefahr darstellen.

Beide Medikamentengruppen könnten dir beim Psychiater begegnen.

Gründe für die Einnahme irgendeines Neuroleptikums findet der häufig. (z.B. Schlafprobleme, Unruhezustände, die Art wie der Patient die Welt wahrnimmt ist 'nicht normal' etc..) Solltest du aufgrund der depressionsverstärkenden Wirkungen ablehnen. Lieber mal ein paar Nächte nicht schlafen...

Antidepressiva werden gerne und häufig bei genau deinen Problemen verschrieben: Depressionen, Angstzustände. Ersteres wird sich durch AD auf Dauer verschlimmern/chronifizieren. Zweitere sollte man nicht dauerhaft unterdrücken, die kommen bei fehlender Psychotherapie beim Absetzen des AD wieder - wie nie zuvor!

Beides kann in eine Dauerhafte Abhängigkeit mit nötiger Dosissteigerung und zusätzlich "unterstützenden" Wirkstoffen führen. Das lässt sich mit den Veränderungen im Gehirn erklären, die bei der Einnahme ausgelöst werden. Ganz zu schweigen von der Veränderung der Persönlichkeit und sonstigen unerforschten Spätfolgen.

Wenn ich mir gegen Depressionen Amphetamine reinbrettere und die Angstzustände mit Heroin wegdrücke, weiß ich mehr darüber wozu das führen kann. AD's, Amphetamine, Heroin. Das ist ja mal eine Assoziationskette... Wundert mich aber irgendwie auch nicht, sie ist ja nicht völlig unlogisch, wenn man AD's treffend als "kurzes, künstlich herbeigeführtes Glück" bezeichnen würde.

Ein Unterschied gäbe es aber noch: Amphetamine und Heroin sind gegenüber Placebo ohne jeglichen Zweifel wirksam. Die ADs hingegen liefern sich mit letzteren gerne mal ein Kopf- an Kopf- Rennen... und weil Placebo viel attraktiver sind, bleiben sie die wahren Gewinner, auch wenn das AD die Nase leicht vorn hatte...

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 20:15

Danke für deine sehr ausführliche Antwort.Ich habe leider schon sehr viel Erfahrungen mit Medikamenten sowohl Antidepressiva (Ssri) als auch benzodiazepine und auch neuroleptika. Habe in den Jahren schon viele verschiedene Medikamente ausprobieren mussen. seroquel,Truxal,diazepam,Tavor,sertralin,abilify.Auser tavor hat nichts richtig angeschlagen.Tavor konnte ich allerdings nicht lange nehmen da es abhängig macht. ._.

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Also erstmal ist es NICHT dein Schuld das du deine Freunde verloren hast. Ich habe einen guten Freund der Emetophobie hat und ihm passiert momentan das gleiche wie dir. Das du nicht mehr raus kannst ist nicht deine Schuld. Ein Tipp, baue dir übers Internet Kontakte auf, es gibt so viele Möglichkeiten (Skype Social Network) Videochats oder genrell Kontakt zu Menschen (am besten welche mit ähnlichen Problemen, die dich verstehen können) tut in jeder Form gut. Jetzt wäre es sonst noch gut zu wissen welche Angststörung du hast. Eine Therapie solltest du auf keinen Fall aufgeben, es wird seine Zeit dauern, aber es wird helfen. Und geb die Hoffnung nicht auf, Angststörungen sind schlimm, aber vielen Menschen geht es irgendwann wieder gut, bzw. sie lernen damit auszukommen. Man muss nur rechtzeitig ansetzten und was tun.

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:13

Vielen Dank für deine Ideen. Ich habe eine ängstlich vermeidende Angststörung.

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:25

Vielen Dank, an Menschen wie dir sehe ich das es sich tatsächlich noch lohnt sich Hilfe zu suchen. Alles Gute

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Hey es geht mit zurzeit ganz genauso und kann dir nur anbieten mit mir zu reden wenn du magst und jetzt zu deinem Problem. Ich kann es gut nachvollziehen, dass du aufgrund deiner Angststörung überlegst, wie du überhaupt eine Ausbildung anfangen sollst, wenn die Probleme schon damit anfangen, das Haus verlassen zu müssen. Aber ich bin fest überzeugt dass du das schaffen kannst wenn du willst, denn wenn du vermeidest und dich immer weiter isolierst, wird alles immer schlimmer werden, das merkst du ja selber. Und deine Freunde hast du verloren aufgrund deinem Anliegen? Dann sind das keine wahren Freunde gewesen, denn wahre Freunde gehen nicht, wenn es einmal anfängt schwierig zu werden. Es tut mir aber sehr leid für dich, ich weiß wie sich das anfühlt dann alleine auf sich angewiesen zu sein, man rutscht weiter ab. Und hast du schonmal dran gedacht, vielleicht einen Verein beizutreten, dort lernst du Menschen kennen, auf sie zuzugehen, du kannst es dir ja in Ruhe überlegen und es nicht sofort ausschließen, weil die Angst dir sagt, dass es unmöglich ist das umzusetzen. Und wie gesagt melde dich wenn du magst und alles liebe dir weiterhin!

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Kommentar von Plumpsbirne
01.12.2015, 23:15

dankeschön,ich wäre gerne in einem Verein für mich erscheint es mir aber leider als unmöglich mich da hinzutrauen :/ da ich mich im Moment leider nichtmal traue zu meinem therapeuten zu gehen..Hast du auch eine Angststörung? Wie kann man sich denn nachrichten schreiben? ich bin immer mit dem Handy hier online und habe die Nachrichtenfunktion noch garnicht gesehen bzw bekomme es nicht hin. Ich finde es total lieb das du mir mir schreiben möchtest .Vielen Dank :-)

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Kommentar von milkaninchen
02.12.2015, 08:48

Ich bin in Therapie und habe unter anderem auch eine Angststörung, ja. Und klar ich möchte gerne mit dir schreiben, wenn du die App von gutefrage.net benutzt, da gibt es die Nachrichtenfunktion nicht, aber wenn du am PC online wärst, könntest du Nachrichten und Freundschaftsanfragen sehen, um dir schreiben zu können muss ich dir eine Freundschaftsanfrage schicken, ich mach das mal eben, hoffe du siehst sie am PC vielleicht, oder du versuchst es dich mal so mit dem Handy auf die Gute Frage einzuloggen, da würde es auch gehen glaube ich, aber über die App eher nicht.

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eine bekannte von mir hat ähnliche probleme. sie hat sich irgendwann einen hund gekauft, mit dem es ihr deutlich leichter fällt rauszugehen. vielleicht wäre das eine idee?

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:16

Ja ich hatte auch bis vor kurzem einen Hund den habe ich allerdings nicht mehr weil ich im Krankenhaus war für ein paar Wochen und meine letzte Freundin dich bis dahin hatte meinte zu mir das ich keinen Hund haben kann in meinem Zustand, weil ich angeblich eh erst nach sehr langer Zeit nachhause kommen würde, dann habe ich ihr den Hund leider gegeben, weil ich ihr geglaubt habe..Ich wusste zu den Zeitpunkt allerdings noch nicht dass sie nur auf den Hund auswar. Aber vielen Dank für den Tipp :)

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Man weiß einfach zu wenig über dich. Was ist dass denn für eine Angsstörung und was für ein Trauma ? 

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:21

Ich habe eine ängstlich vermeidende Angststörung. Über mein Trauma kann ich nicht so gut sprechen, es hat was mit Gewalt zutun mehr mag ich dazu nicht sagen..

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Kommentar von Plumpsbirne
30.11.2015, 02:27

Mach ich, danke

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