Frage von Jules394, 140

Wie soll ich mit mir klar kommen?

Ich hasse mich manchmal dafür wie ich bin oder was ich getan habe. Manche Dinge kann ich nicht (mehr) ändern, aber auch nicht richtig akzeptieren. Ich bin seit Jahren in Therapie und habe schon viele Fortschritte gemacht, aber in anderen Bereichen dafür heftige Rückschritte. Ich wäre so gerne tot, aber das kann ich vor allem meiner Mutter und meinen Geschwistern nicht antun. Wäre ich ohne Freunde und Familie, könnte mich nichts mehr vom Suizid abhalten. Ich habe große Probleme, die mich ständig belasten und jeden Tag sehr erschweren. Ich werde nie da ankommen können, wo ich eigentlich hin möchte, nie so sein wie ich will. Das Leben ist an sich schon unglaublich anstrengend und durch die psychischen Erkrankungen, weiß ich einfach nicht, was ich machen soll. Hauptsächlich stören mich die Essstörung (Bulimie), die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (borderline) und die Folgen/Symptome der Depression. Hat jemand Ideen, Tipps oder Erfahrungen?

Antwort
von triunitas3in1, 39

Manche Dinge kann ich nicht (mehr) ändern, aber auch nicht richtig akzeptieren.

Die Dinge, die du nicht (mehr) ändern kannst, kannst du nur noch akzeptieren. Da bleibt dir nichts anderes übrig. Es ist eine Art Demut gegenüber dein Schicksal. Lerne es anzunehmen, wie es ist bzw. bisher war, anstatt dagegen anzukämpfen.

Ich werde nie da ankommen können, wo ich eigentlich hin möchte, nie so sein wie ich will.

Das sind nur deine Überzeugungen. Du weißt nicht, was die Zukunft noch bringen kann. Alles ist möglich. Andererseits sind es oft auch zu hoch gesteckte Ideale und perfektionistische Anforderungen an sich selbst, die man natürlich nie erreichen kann. Auch hier geht es um Selbstakzeptanz und Demut zum eigenen So-Sein. Das heißt nicht, dass du deine Ziele aufgeben sollst. Du kannst schon darauf hinarbeiten, Schritt um Schritt. Aber sei dir dabei bewusst, dass du kein Ziel jemals genauso erreichen kannst wie du es dir (tlw. idelaisiert) vorstellst. Es kommt letztlich immer anders als man denkt... Alles Gute.

Antwort
von WelleErdball, 21


Ich wäre so gerne tot,

Ich habe große Probleme, die mich ständig belasten und jeden Tag sehr erschweren.

Bei solchen Sätzen frage ich mich was wohl die positiven Fortschritte nach Jahren der Therapie sind von denen zu schreibst?!


Hat jemand Ideen, Tipps oder Erfahrungen?

Was könnte ein Laie mehr an Ideen und Tipps einbringen als der Fachmann und Gruppentherapien, denn du wirst ja sicher auch stationär in Behandlung gewesen sein?! Eventuell schaust du dich zusätzlich um nach einer Selbsthilfegruppe in der Nähe und kümmerst dich um einen geregelten Tagesablauf, auch das ist wichtig.

Antwort
von skilla2346, 57

Du musst einfach dran bleiben. Klar kannst du Dinge aus der Vergangenheit nicht mehr ändern. Solltest aber nicht zu sehr zurückblicken. Und wenn dann musst du dich daran erfreuen was sich verändert hat und was für einen Fortschritt du schon gemacht hast. Ja suzidgedanken tauchen auf weils einfach einfacher wird. Trotzdem ist es kein Weg.  Auch wenn es jetzt vielleicht aussichtslos scheint. Wirst du in Zukunft wieder neue Wege bekommen die deine Situation verbessern.

Antwort
von 20Jackie00, 2

Ich verstehe, was du meinst, auch wenn es bei mir längst nicht so extrem ist wie bei dir! Bei mir ist es eher so, dass sich über alles Schöne, was ich erlebe, im Nachhinein immer ein Schatten legt und ich dadurch dann das Gefühl bekomme, dass mein Leben eigentlich dämlich und unsinnig ist, und ich selbst die kleinsten Dinge bereue (eine falsche Geste, ein falscher Satz etc.).

Nun habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, nichts mehr zu bereuen. Ich will so leben, dass ich keinen Grund habe, mich für irgendetwas zu schämen. Alles was ich tue, tu ich aus eigener Überzeugung und stehe mit meinem gesamten Wesen dahinter. Das bringt mich auch dazu, über die Dinge erst nachzudenken, bevor ich sie mache. 

Auch Bücher helfen mir, mich selbst zu finden. Und natürlich Musik! Wenn die Künstler ihre Wut und ihre Frustration herausschreien, dann ist es manchmal sehr leicht, einfach mitzuschreien und alles herausfließen zu lassen. Danach fühlt man sich besser, glaub mir. 

Versuche, Gründe zu finden, die dich an das Leben binden, Dinge, die dich auf diesem Planeten halten. Und dann versuche mit allen Mitteln, Frustration zu überwinden. Suche dir ein Hobbies und gehe darin auf, vielleicht wird es ja irgendwann dein Lebensinhalt.

Noch ein Tipp, den ich dieses Jahr für mich entdeckt habe und der dir vielleicht auch nützen kann: Wenn du Musik magst, versuche mal, für jeden Tag ein Lied zu finden, dass diesen Tag beschreibt oder dass du an diesem Tag besonders toll fandest, neu entdeckt hast etc. Es bringt einen dazu, jeden Tag bewusster wahrzunehmen und sich mit den Tagen auseinander zu setzen, ob es gute Tage sind oder schlechte.

Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich hoffe das Beste und wünsche dir alles Gute.

Antwort
von ThePotatoQueen, 57

Ich schreibe. Ich schreibe nicht gut aber es muss ja auch niemand lesen. Ich habe als Hauptcharakter jemanden genommen der die selben Probleme hat wie ich und auch damit klarkommen muss, aber unter anderen Umständen. Bis jetzt hilft es mir sehr...es hat mich auch dazu gebracht meiner Mutter von meinen Problemen zu erzählen.

Kommentar von Jules394 ,

Ich wünsche dir, dass dir das Schreiben weiterhin viel bringt und Spaß macht :) Ich schreibe auch :) Das macht mit auch Spaß. Aber meine Probleme holen mich immer wieder ein. Meine Eltern wissen von den meisten meiner Probleme. Mein Vater möchte deshalb keinen Kontakt mehr zu mir.

Kommentar von ThePotatoQueen ,

Oh das tut mir Leid... Meine Eltern wissen nur einen kleinen Teil...weil meine Mutter fast geweint hat und das wollte ich ihr nicht antun.

Antwort
von rgamst, 56

Du hhast recht, suizit bringt nichts, einer meiner Söhne hat das gemacht. Du schreibst Du wirst nie da ankommen wo Du hin willst. wo oder was ist das? Das Leben ist tatsächlich anstrengend, aber es hat auch schöne Seiten, die wirst Du erleben in Laufe Deines Lebens. Bitte bleib stark und mach das durch, Du wirst sehen das leben kann so schön sein

Kommentar von Jules394 ,

Ich würde gerne psychisch und körperlich so belastbar sein, dass ich normal arbeiten gehen kann und das tun kann, das mir Spaß macht oder mich interessiert. Da würde ich gerne hin. Aber von meinen 20 Jahren habe ich 13 mit Therapie verbracht und weiß jetzt, dass das leider nie so sein wird :(

Kommentar von rgamst ,

Du bist 20, also noch sehr jung, welche Therapie hast Du denn gemacht. Warte ab, Dein Leben kann noch so schön werden.

Kommentar von Jules394 ,

Ich habe schon so ziemlich alle Therapieformen durch und War schon in vier verschiedenen Kliniken, insgesamt 14 Monate lang. Wie gesagt, ich habe sehr viel geschafft, aber ich habe immer mehr Rückschläge und die Probleme werden nicht weniger. Ich habe eigentlich keinen Grund zu jammern und trotzdem bin ich einfach so furchtbar lebensmüde.

Kommentar von rgamst ,

Ja es scheint dass Dich etwas sehr belastet. Du schreibts Du hast schon sehr viel geschafft, Man das ist doch schon was. Ja leider gibt es immer wieder irgendwelche Rückschläge aber Du bist ein junger Mensch der noch so viel erleben kann. Schmeiss das nicht hin. Du bist lebensmüde, bedeutet Du siehst keinen Sinn zu leben. Das ist aber falsch. Es gibt bestimmt Menschen die zu Dir stehen die Dich mögen wie Du bist. Gib nicht auf, Du wirst sehen es kommen bald Zeiten in denen Du Dich plötzlich freust dass Du da bist.

Antwort
von alarm67, 43

Ich mag Dich, so wie Du bist!

Ich wünsche Dir auf Deinen weiteren Lebensweg viel Erfolg, alles wird gut!

Kommentar von Jules394 ,

Danke :) Wie kannst du wissen ob du mich magst, wenn du mich gar nicht kennst? ^^

Antwort
von comhb3mpqy, 15

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich und will, dass Du lebst. Vielen Menschen geht es mit Gott besser. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen.

Alles Gute

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