Frage von Lookiii, 76

Wie soll ich mit meiner Lebenssituation umgehen?

Teil1:

Hallo liebe gutefrage-Community,

Ich (m,19) bin nun an der Schwelle zum Erwachsenwerden, doch schaffe ich es irgendwie nicht mein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Vorab einmal ein bisschen Basis-Information:
Schon als kleines Kind machte ich meinen Eltern, Kindergartenbetreuern und Lehrern das Leben zur Hölle weil ich sehr Hyperaktiv war. Ich leide nämlich unter ADHS. Im Laufe meiner Pubertät verlor ich jedoch meine Hyperaktivität. Ich war in meiner Kindheit auch manchmal ein bisschen schizophren und hatte leichte Zwangsgedanken (aber nicht im beunruhigendem Ausmaß).

Mein Umgang mit anderen ist sehr seltsam. Ich kenne zwar viele Leute, kann aber nur wenige als Freunde bezeichnen. Manchmal habe ich einfach kein Interesse mit anderen etwas zu unternehmen, andererseits fühle ich mich aber wieder einsam, was mich sehr traurig stimmt. Sozial gesehen bin ich sehr unterentwickelt. Ich bin extrem introvertiert und schüchtern, habe auch leichte soziale Ängste. Probleme habe ich unter Anderem mit dem Augenkontakt während ich mit anderen rede und meine Körperhaltung ist sehr verkrampft. Über meine Gefühle rede ich mit keinem (bis jetzt!). Ich fühle mich unter anderen Personen unwohl, außer wenn ich sie gut kenne. Mein Selbstbewusst ist sehr niedrig.

Ich bin weder Übergewichtig noch Untergewichtig. Wenn ich andere über mein Aussehen befrage, würde ich wohl von den meisten hören das ich gutaussehend bin. Wegen meiner verklemmten und unsicheren Art finde ich aber dennoch keine Freundin.

In meiner Freizeit sitze ich lange Zeit vorm Computer und surfe im Internet. Ich habe mir im bisherigen Leben nicht die Mühe gemacht, einen großen Freundschaftskreis zu kultivieren. Manchmal unternehme ich jedoch etwas mit Freunden, aber nur selten. Ich bin manchmal auch komischerweise unzufrieden mit meinen Freunden (keine Ahnung warum).

Hobbies oder irgendwelche Fähigkeiten habe ich keine. Ich war zwar in meinem Leben öfters in Vereinen (Tischtennis, Tae-kwon-do, Skispringen) hatte aber nie die Motivation etwas auf längere Zeit zu betreiben.

Wegen meiner Aufmerksamkeitsstörung bin ich dauernd in Tagträume verwickelt. In der Schule bin ich nur circa 20% der Zeit geistig anwesend (keine Übertreibung!). Es geht manchmal sogar so weit das ich währenddessen jemand mit mir redet abschweife. Das Lesen von Büchern fällt mir sehr schwer, da ich oft über ganze Seiten ohne Sinnerfassung drüber lese und diese dann nochmal lesen muss. Teil 2 folgt...

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Antwort
von Ronny06, 37

Hi lokiii Deine Situation tut mir sehr leid .ich bin mutter eines autistisches Kindes und kann irgenwie verstehen warum es in deinem leben soviele UPS und downs sind. Mein sohn ist 6 Jahre alt und leidet an den frühkindlichen autismus er kann weder sprechen noch verstehen .ich sehe seine Zukunft auch nicht sehr toll aber das leben geht weiter. Für dich habe ich folgenden vorschlag. Gehe zu einem Therapie Zentrum und lass dich beraten .du hast viele Anlaufstellen als adhs Patient.meik sohn bekommt auch Therapien und irgendwie hilft es auch wenn es nur kleine Schritte sind. Dein Beitrag hat mich sehr sehr traurig gemacht weil ich meinen sohn darin gefunden habe ( teilweise). Du kannst zumindest ausdrücken wie dein leben läuft .ich weiß nicht mal ob er es können Wird. Such dir Hilfe in Therapie Zentren und du hast doch bestimmt Familie.die könnten dir auch helfen. Viel Glück .und kopf hoch wenn du Schon soviel geschafft hast wirst du auch den Rest schaffen....

Antwort
von Tiegerin, 28

Krass, das hätte genau von mir kommen können..ich hatte/habe lange genau die gleichen Probleme gehabt. Es ist mittlerweile schon viel besser, vor allem seit ich einen Freund habe, der sehr viel Geduld mit mir hat.

Ich versuche dir einfach mal zu sagen, was mir so geholfen hat:

Um mich mehr zu motivieren und besser zu konzentrieren habe ich mir eine starke Routine angeeignet. Ich habe angefangen ein Heft zu gestalten für To-Do Listen, ich nehme mir jeden Tag eine Viertelstunde Abends, um meinen nächsten Tag zu Planen und schreibe das alles auf. Das hilft mir nicht aus den Augen zu verlieren, was ich machen will. Um Spaß daran zu haben gestalte ich das alles schön so mit Farben und Aufklebern.

Ich studiere seit einiger Zeit und das war für mich ein guter Neuanfang, ich habe mir einfach vorgenommen dahinzugehen, um zu lernen und nicht, um mit Leuten rumzuhängen. Das hat mir meine soziale Angst etwas genommen und mir geholfen mir nicht mehr so viele Sorgen zu machen, wie andere mich finden, oder ob ich vielleicht ein Außenseite sein könnte. Ich habe mittlerweile einfach akzeptiert, dass ich eher so der Einzelgänger bin, meine Freizeit verbringe ich gerne alleine und das ist okay so, in der Uni sind trotzdem alle nett zu mir.

Wenn ich meinen A**** mal wieder nicht hochkriege, mache ich einmal alle Fenster auf und trinke ein großes Glas Wasser, um mich geistig "aufzuwecken" und mache dann etwas Haushalt, um meinen Kreislauf in Schwung zu halten, danach fühle ich mich meistens viel besser.

Ich versuche generell immer alles aufzuschreiben, was ich so erreichen will oder was mich stört etc, denn wenn ich es visualisiert habe, werde ich davon nicht so schnell abgelenkt. Manchmal gucke ich auf tumblr nach motivierenden fotos von anderer Leute Schreibtische oder Lernmaterialien, klingt komisch, aber mir hilft das sehr.

Ich hoffe das hat dir zu mindest etwas geholfen (:

Antwort
von Lookiii, 51

Teil 2:

Generell bin ich vom Gemüt her Melancholiker und sehr
sensibel. Bis vor kurzer Zeit war ich unglücklich verliebt, was mich sehr
mitnahm. Gepaart mit dem üblichen Gefühl von Einsamkeit entwickelte ich
Depressionen. In der Schule muss ich manchmal über Stunden meine Tränen
unterdrücken, bis ich alleine sein kann um mich auszuweinen. Manchmal gehe ich
auch während dem Unterricht auf das Klo um zu weinen. Während dieser
Depressiven Zeit (die noch immer andauert) habe ich oft das Gefühl das Leben
mache keinen Sinn, und ich sei nutzlos. Bei Gedanken an meine Zukunft sehe ich
nur schwarz.

Oft denke ich auch mein Leben zieht bei mir vorbei und ich verpasse es. Da
kommt mir oft der Gedanken, das jeder ein erfülltes Leben hat, außer ich. Nachdem
ich mich ausgeweint habe geht es mir aber meist ziemlich gut. Das ist sehr
seltsam, nicht wahr?

Das klingt jetzt wahrscheinlich so als ob mein Leben total
unspannend währe, ist es aber nicht immer. Ich gehe schon manchmal mit Freunden
etwas unternehmen und mache seit letzter Zeit auch wieder Sport (Kraftsport,
Jogging). Unter Freunden und während ich Sport betreibe fühle ich mich sehr
gut.

Schulisch bin ich seit neuerem sehr schlecht unterwegs. Aufs
Lernen kann mich nicht  mehr konzentrieren
und bekomme nichts mehr in meinen Kopf. Das zieht nochmal extra tief nach
unten.

Wichtige Termine(Schulprüfungen, Führerscheinprüfungen)
verschiebe ich dauernd, anstatt sie einfach zu machen. Manchmal bin ich sehr
impulsiv und will alles auf einmal machen. Dann rase  ich zum Beispiel mit dem Auto meiner Mutter.

 Zu anderen Zeiten bin ich aber wieder
sehr unmotiviert und will nichts außer im Bett zu liegen, am Computer zu sein
und zu Fernsehen.

Gibt es hier Anzeichen für andere psychische Krankheiten
außer ADHS, oder bilde ich mir das alles nur ein?

Gibt es Strategien mich dauerhaft fürs Leben zu motivieren?

Kommentar von Lookiii ,

??




Antwort
von meterano7, 1

Hi, mir gehts ähnlich. Klingt dumm aber mir hilft es ab und zu auf Home parties zu gehen, bisschen zu trinken, mit neuen Leuten zu reden etc. Man hat zwar mal den Eindruck, aber die andern Leute sind auch nicht so entspannt wie sie tun. Und es gibt garantiert ne Menge Leute (sicher auch weibliche ;))die dich gern kennenlernen würden, du musst es nur versuchen. Mit deinem Aussehen sollten die Leute dem nicht abgeneigt sein. Ist doch außerdem cool, dass du einiges bereits gemacht hast (ich rede von TT und Taekwondo etc). Du brauchst nicht viele Freunde, nur gute Freunde. Mit der Aufmerksamkeitsstörung kann man nicht viel machen, da hilft nur, es immer weiter zu versuchen.

Antwort
von robertpirat, 29

Ich fühle mich wie du. Ich bin auch sehr introvertiert und habe kaum Kontakte. Das Leben ist schwer zu meistern aber zu sagen das man Störungen hat macht mich echt wütend. man past nicht in die Gesellschaft. Na und.Piiep drauf :D. Außerdem mag ich weder Fußball noch ps4 oder Xbox oder der ganze andere kramm. Ich verstehe einfach nicht wie menschen so naiv sein können und nicht verstehen wie die Zeit an einem vorbei saust. Leute wie du und ich erkennen es aber und versuchen es zu ändern. Ich wollte damit nur sagen das du nicht alleine so denkst. Ich konnte mich gut mit deinem Text Personifizieren und ich freue mich auch zu sehen das es noch andere Leute gibt die genauso denken wie ich.

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