Frage von loveschmoll, 57

Wie soll ich mit dem Tod meines Vaters umgehen?

Mein Vater war damls noch sehr jung, grade mal 30 geworden. Er war Berufssoldat beim Bund. Er hatte dadurch angefangen Alkoholiker zu werden, wahrscheinlich, weil er Meschen im Außendienst hat sterben sehen. Mein Bruder war 7 und ich bin grade 4 Jahre alt geworden. Er hatte es nicht geschafft mit allen umzugehen und konnte auch nicht mehr mit dem Trinken aufhören. Dann war es soweit, dass er sich selbst im Auto vergast hat. Ich kann mich nicht mehr ganz an ihn und alles erinnern, doch das, was ich wirklich behalten habe war seine Beerdigung.Ich war grade 4 und kann mich an alles erinnern. An jedes einzelne Detail seiner Beerdigung, wie ich ihn noch im Glassarg hab liegen sehen und wie Schüsse als Zeichen der Ehre von seinen Mitsoldaten der Bundeswehr abgegeben wurden. Die Details bereiten mir heute noch Alb- und Tagträume. Ich sehe wieder und wieder den genauen Ablauf und andere kleine Erinnerungen von ihm vor mir. Ich bin gerade mal 16 und es ist 12 Jahre her aber es kommt mir manchmal immer noch vor, als wäre es gestern gewesen. Ich komm mit allen noch immer nicht klar und weiß auch nicht, wie ich wirklich damit umgehen soll. Mein Bruder(19) kann es auch noch nicht.Er war zwischenzeitig auch depressiv. Wir sind beide echt traumatisiert... Deshalb möchte ich fragen ob jemand ähnliches durchgestanden hat und wie er damit umgegangen ist. Ich brauch echt Hilfe..Danke..

Antwort
von auchmama, 55

Es gibt inzwischen in jeder Stadt s.g. Trauergruppen u.a. auch für Kinder und Jugendliche. Vielleicht wäre das eine gute Anlaufstelle für Euch. Der Vorteil solcher Gruppen ist, dass die Anwesenden alle einen Verlust sehr naher Angehöriger zu verarbeiten haben und somit keiner viel erklären braucht, was so in ihm vorgeht! Es kann ungemein helfen, wenn man in solch einer Gemeinschaft seine Erfahrungen und Gefühle austauscht!

Erkundige Dich evtl. mal beim Jugendamt oder auch im Bürgerbüro, wo bei Euch solch eine Trauergruppe zusammen findet.

Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Falls man das Erlebte lieber mit nur einer Person aufarbeiten möchte. Allerdings können die Wartezeiten hier oft sehr lang sein.

Alles Gute für Euch

Antwort
von violatedsoul, 57

Sucht euch beide therapeutische Hilfe, wenn ihr es bisher nicht geschafft habt, was anhand deiner Details auch nicht verwunderlich ist.

War eure Mutter mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt oder warum war sie euch keine Hilfe bei der Trauerbewältigung?

Kommentar von auchmama ,

War eure Mutter mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt oder warum war sie euch keine Hilfe bei der Trauerbewältigung?

Manchmal oder auch sehr oft, können grad Angehörige, die ja selbst mit der Verarbeitung zu tun haben, in solchen Fällen keine große Hilfe sein.

Vielleicht haben sich die Jungs der Mutter gegenüber auch nie geöffnet.....

Kommentar von violatedsoul ,

4 und 7jährigen Kindern sollte man ansehen, wenn sie innerlich überlaufen. Dass der eigene Schmerz riesengroß ist, ist klar. Aber die Kinder waren noch klein. Das bedeutet, sie brauchten dringend einen Ansprechpartner. Wenn man selbst nicht klarkommt, muss man sich Hilfe nehmen und nicht den Schmerz verdrängen und sich einreden, der Kinder wegen muss schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen werden.

Es rächt sich immer, wenn Gefühle unterdrückt werden.

Kommentar von loveschmoll ,

wir versuchen uns alle ja gegenseitig zu unterstützen es ist halt trd nicht leicht.. für sie ist es auch nicht ganz leicht das ganze

Antwort
von LonelyBrain, 49

Lass dir professionell von Psychologen helfen.

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