Ich bin Lehrerin. Ich unterrichte derzeit in einer kleinen Stadt, welche 20km von meinem Heimatort enfternt ist....das heißt jeden Tag 40 km fahren....Benzingeld, Parkgebühr, Gefahren im Straßenverkehr. Das ist eine Schwerpunktschule: das heißt ich muss immer viel Extrarbeit machen (wofür ich aber nicht mehr Geld bekomme). Nun könnte ich mich in die Schule in meinem Heimatort versetzen lassen, da jemand mit meinen Fächern in Pension geht. Ich habe schon seit ein paar Jahren eine Wohnung in der Schule in meinem Heimatort...hätte also nur ein paar Schritte in die Arbeit, aber ich treffe dann immer und überall Eltern, Schüler, Kollegen....bin immer unter Beobachtung und auf dem Präsentierteller. Was ist wichtiger oder besser? Wie würdet ihr entscheiden?? Mir fällt die Entscheidung sooooooo schwer....auch mein Bauchgefühl spricht nicht recht zu mir...Plus-Minusliste hilft auch nicht recht.

Ich weiß ja nicht, was du für eine Plus/Minus-Liste hast. Vielleicht solltest du es mal mit folgender versuchen:
1)Vorteile, wenn ich an der jetztigen Schule bleibe
2)Nachteile, wenn ich an der jetztigen Schule bleibe
3)Vorteile, wenn ich den Job an der Schule im Ort annehme
4)Nachteile, wenn ich den Job an der Schule im Ort annehme
Dann alles dazu aufschreiben, was dir so einfällt, für jedes Argument je nach Wertigkeit eine Zahl zwischen 1 und 10 vergeben (1 = nicht so schlimm und 10 = ganz wichtig), Punkte addieren. Dann die Punkte von 1) und 4) und von 2) und 3) jeweils addieren. Bin gespannt, was da raus kommt ;-) . Alles Gute - smile
toller rat! danke dir! kompliment!! :-))
toller rat! danke dir! kompliment!! :-))
smile am 29. April 2009 18:30 @sheila09: Diese Plus/Minus-Liste hilft in sämtlichen Lebenslagen. Kann man eigentlich immer benutzen, wenn man sich zwischen zwei Sachen entscheiden muss. Die Argumente in den einzelnen Gruppen sind zwar ähnlich, aber das ist ja logisch, weil ja für beide Sachen die Vor- und Nachteile aufgeschrieben werden. Am Schluss siehst du, welche der beiden Dinge, zwischen denen du dich entscheiden musst, "gewinnt". Trotzdem solltest du dein "Bauchgefühl" aber auch anhören oder einbeziehen. L. G. smile

Wenn es Dich stört, dass Du immer in Reichweite bist, kannst Du Dir ja an Deinem Heimatort eine andere Wohnung nehmen.

Ich finde es gut, wenn sich ein Lehrer mit der Schule "identifizieren" kann. An der Schule in dem Ort, wo ich früher gewohnt habe, sind jetzt Lehrer eingesetzt, die pendeln, also auch noch in anderen Orten unterrichten. Da ist es eigentlich logisch, dass sich kein Lehrerer mehr irgendwo zuständig fühlt, dass nach Arbeitsschluss einfach die Tür zugemacht wird und Probleme nicht interessieren. Dass du nun ausgerechnet eine Wohnung in der Schule hast, finde ich aber auch etwas ungünstig. Eventuell würde ich da mehr Abstand schaffen und mir im Ort eine andere Wohnung suchen.
Wenn Du eine gute Lehrerin bist, hast Du doch nichts Schlimmes/Schlechtes zu befürchten, und wenn der Kontakt zu den Eltern nett ist, dann wird das auch noch gern gesehen und Dir positiv ausgelegt. Also wenn Du nicht große Selbstzweifel an Deinem Unterrichtsstil hast, dann wüsste ich nicht, was dagegen sprechen soll, denn was Fianzen und Komfort betrifft hat es doch nur Vorteile.

Aber ganz klar! 20 km sind nicht so wahnsinng weit weg für eine Strecke und finanziell machbar, kannst Du ja auch absetzen. Viel wichtiger aber ist, dass Du dort eben nicht auf dem Präsentierteller bist, um eben auch noch ein Privatleben zu haben. Also, das wäre für mich keine Frage, wäre ich in Deiner Situation.

40km ist doch nicht viel.
Wenn eine Plus/Minusliste nichts bringt muss eben das Bauchgefühl entscheiden.
Ich würde an der Schule bleiben, zumal du dann einen entsprechenden Abstand zum Arbeitsplatz hast und eventuellen Problemen mit Schülern/Eltern etc...
du musst an dich und deine abgesicherte Zukunft denken.auserdem ist das ja bei vielen Lehren so,dass diese im heimatort unterrichten.oder auch andere Angestellte.ich arbeite auch in einem Ladengeschäft wo ich auch wohne.solltest halt "schulische" sachen einfach ablocken wenn du jemand triffst.

Ich arbeite auch im Heimatort beim Amt. Der Vorteil, dass Dich jeder kennt, ist auch der Nachteil - das ist klar. D.h., Du wirst auch mal auf der Straße angesprochen. Aber Spaß macht es trotzdem. Man ist ja so auch Teil einer Gemeinschaft und kann die Leute auch mal außerhalb des Unterrichts/der Arbeit ganz anders kennenlernen.

Wenn Dir Privatsphäre wichtig ist, solltest du die Fahrstrecke icn Kauf nehmen. 40 km / Tag sind noch im Rahmen

Wäre für mich keine Frage. Jetzt bist Du doch auch nicht viel weniger auf dem Präsentierteller!
Ich persönlich finde Fahrzeit in jeder Lage raus geworfene Lebenszeit, daher würde ich fast immer den kürzesten Arbeitsweg bevorzugen.
Bei 40km wird Dir auch in Deinem Dorf sicher der eine oder andere Schüler oder Elternteil über den Weg laufen.
Solange Du keine sonderbaren Hobbies und oder Vorlieben hast wie Sado-Maso oder so sehe ich keinen Grund, nicht in die Schule im Heimatdorf zu wechseln. Die meisten Schüler sind ja voll in Ordnung. Zu kämpfen hat man ja meist mehr mit den Eltern, aber wenn die Kollegen hinter einem stehen und du dich dort wohlfühlst, dann wird auch das in Ordnung sein.
Kannst ja einfach mal ein paar Schüler fragen, wie die die Schule im Heimatdorf finden. Kinder sagen ja meist die Wahrheit...