Frage von SHinske, 43

Wie soll ich mich bei der versicherung verhalten?

Ich hab folgendes Problem ,Montag morgen hat jemand neben meinem Auto geparkt während ich am arbeiten war als ich Feierabend gemacht hatte und Zuhause angekommen bin bemerkte ich einen senkrechten Kratzer mit Delle in meiner Tür die nur durch eine aufgeschlagene autotür verursacht werden konnte am gleichen Dienstag morgen fragte ich dann auf der Arbeit nach wem das Auto gehöre was mir aber keiner sagen konnte ,Dienstag abend zu schichtbeginn (ich habe Nachtschicht der andere frühschicht)konnte mir dann ein Kollege sagen wem das Auto gehört Mittwoch morgen sprach ich ihn dann an er sagte ich solle einen Kostenvoranschlag machen lassen und er begleicht den Schaden dann das tat ich dann Mittwoch nachmittag Donnerstag morgen hab ich ihm dann den Kostenvoranschlag gegeben er regte sich dann über die hohe Summe auf und wollte es seiner Versicherung geben heute morgen sagt er mir dann das seine Versicherung gesagt hätte ich müsse ihm das beweisen das er das war und die Versicherung würde keinen Gutachter raus schicken. Wie soll ich mich jetzt verhalten?soll ich jetzt noch zur Polizei gehen oder bleib ich jetzt auf dem Schaden sitzen ?das ist doch wohl n Witz ich hab ja keine videoüberwachung am Auto wie soll ich das jetzt beweisen und das ich jetzt einen Gutachter bezahle kann ja auch nicht sein da kann ich den Schaden ja gleich selber bezahlen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Loroth, 19

Hallo,

zwar ist es richtig, dass man als Geschädigter in der Nachweispflicht eines Schadens ist. Daraus aber abzuleiten, dass man z.B. ohne Videobeweis den Schaden nicht belegen kann, ist bei weitem übertrieben.

Zum einen konnte ja wohl ein Kollege das fragliche Fahrzeug identifizieren. Desweiteren hat der Schädiger ja dem Grunde nach bereits ein Eingeständnis des Schadens signalisiert, indem er nach einem Kostenvoranschlag fragte (Umgekehrt - so lässt sich argumentieren - bittet niemand um einen KV, wenn er grundsätzlich der Meinung ist, den Schaden NICHT verursacht zu haben...)

Es besteht ja sehr wohl die Möglichkeit den Schaden nachzustellen (was in der Realitiät auch des öfteren gemacht wird). Hierzu werden die beiden Fahrzeuge - wie beim Schaden - im Beisein eines Sachverständigen nebeneinander gestellt und anschließend überprüft, ob z.B. Türhöhe und Beschädigung sowie Lackreste und Lackierung übereinstimmen.

Hierzu ist man als Geschädigter auch nicht darauf angewiesen, dass die gegnerische Versicherung gnädigerweise einen Gutachter rausschickt. Vielmerh ist man in der Wahl des Sachverständigen frei. Die Kosten hat - im anzunehmenden Fall eines berechtigten Anspruchs - die gegnerische Versicherung zu tragen.

Ebenso trägt die Versicherung die Kosten des eigenen Rechtsanwalts, den man mit der juristischen Durchsetzung der Schadenersatzanspräche beauftragen kann.

Viele Grüße

Loroth

P.S.: Manchmal (!) wirkt das Aufzeigen des o.g. Szenarios (vor allem das "angedrohte"  Einschalten des RAs) kleine Wunder. Zwar werden dadurch i.a.R. auch keine unberechtigen zu berechtigten Forderungen, aber die "Bockigkeit" mancher Versicherung wird spürbar geringer. Und apropos: Die Aussage "Das soll uns der/die Anspruchstellerin erstmal beweisen" klingt vom Jargon her wenig nach einem professionellen Schadensachbearbeiter, sondern mal wieder eher nach einem übereifrigen Vermittler...

Kommentar von schleudermaxe ,

... selten so gelacht. Ein Anspruchsteller hat seinen Schaden zu beweisen und wie einen "senkrechten Kratzer mit Delle" von einem Fahrzeug angerichtet werden kann, fragen sich auch meine Glaskugeln.

Aber bei so einer Bewertung ist ja wohl alles geklärt bzw. gesagt.

Kommentar von jicepcidar ,

Ich nutze immer diesen http://tinyurl.com/DpqtrPve Kfz-Versicherung vergleich. LG

Antwort
von Alexander Schwarz, 17

Anzeige wegen Fahrerflucht! Zum Rechtsanwalt und die Forderungen da abdrücken lassen. Was andere Sagen sind reine Schutzbehauptungen, um den eigenen Hintern zu retten. Gar nicht drauf einlassen. Er hatte seine Chance gehabt, den Schaden dir zu regulieren.

Antwort
von elgeka, 18

Erst einmal ruhig bleiben. Da dein Kollege sich ja auf die Sache eingelassen hat, indem er dich bat, einen Kostenvoranschlag einzuholen, bist du jetzt auf der sicheren Seite.

Dein Kollege hat Fahrerflucht begangen und das ist ein Straftat. Und das kannst du immer noch anzeigen.

Vielleicht werdet Ihr Euch jetzt einig. Notfalls solltest du dich noch von einem Anwalt beraten lassen.

Antwort
von NochWasFrei, 10

Frag doch einfach mal direkt bei seiner Versicherung an. Vielleicht hat er den Schaden gar nicht gemeldet und zieht sich die Aussage nur aus dem Hintern um dich zu verunsichern. Hast du ein Schreiben von der Versicherung erhalten, mit Schadennummer etc.? Bzw. müssten die dir gegenüber auch den Schaden offiziell ablehnen. Ich habe wirklich das Gefühl, dass der Schaden nicht der Versicherung gemeldet wurde.

Du hast im Bereich der Kfz-Versicherung einen Direktanspruch, d.h. du kannst den Schaden direkt bei der Versicherung geltend machen egal ob der andere das will oder nicht. Wenn du nicht weißt wo er versichert ist kannst du beim Zentralruf anrufen (0800 / 2502600), mit dem Kennzeichen nennen die dir dann die Versicherung.

Prinzipiell ist es natürlich richtig, dass du nachweisen musst, dass dir der Schaden nur so entstanden sein kann. Das kann man aber mit einer Gegenüberstellung machen. Wenn sich der Verursacher weigert dieser zuzustimmen, bleibt eventuell wirklich nur der Weg zum Gericht. Die können so etwas zur Klärung anordnen.

Vielleicht klärt sich das Ganze aber von selbst wenn die Versicherung kein Theater macht. Dort anzurufen sollte der erste Schritt sein.

Wenn die Versicherung den Schaden aber ablehnt würde ich dir empfehlen einen Anwalt einzuschalten. Der  kann dir dann sicher auch was zu Erfolgsaussichten sagen. Wenn du Recht bekommst muss die gegnerische Haftpflicht übrigens auch Anwaltskosten, Gutachterkosten etc. zahlen.

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