Frage von Laraklar, 24

Wie soll ich meiner Familie erklären, dass ich mein Studium schon nach sehr kurzer Zeit abbrechen will?

Ich habe im Oktober mit meinem Architekturstudium angefangen. Von Anfang an gab es viel zu tun. Es gab erste Präsentationen und Abgaben. Freunde habe ich auch schnell gefunden. Ich sitze in den Vorlesungen und eigentlich ist mir alles egal. Das einzige was mich interessiert sind die schönen Häuser am Ende einer Arbeit. Alle sind so begeistert von dem Fach und machen gerne in der Freizet etwas dazu. Ich mache es, um nicht ganz ohne irgendwas dazustehen. Schwer fällt mir es aber nicht. Bei mir zeigen sich aber immer verstärkter Depressionen, weil mich das ganze nicht erfüllt. Und mir kommen Fragen und Ängste auf. Mit meinen Mitbewohnern rede ich kaum. Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück und grüble vor mich hin, weil ich nicht sagen kann, dass mir das Studienfach gefällt. Nach Ausbildungen und möglichen Alternativen bin ich auch schon auf der Suche. Aber was sage ich meiner Familie? Ich wohne in einem Wohnheim, also wohin mit den ganzen Möbeln, wenn ich ausziehen muss? Wo soll ich wohnen? Und wie verhält sich das mit den Kosten, die auf mich zukommen, mit der Wohnung? Bafög habe ich beantragt, aber bisher nicht erhalten, dass kann noch bis zu 2 Monate dauern. Wie lös ich das auf? Das Wochenende verbringe ich zu Hause, da kann ich glücklich sein.

Antwort
von Samika68, 6

Sind rund vier Wochen nicht etwas zu kurz, um jetzt schon das Handtuch zu werfen?

Es ist ja nicht nur das Studium eine neue Situation, auch das Wohnheim, neue Leute im Umfeld etc. - das muss erst einmal alles sortiert werden.

Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück und grüble vor mich hin, weil ich nicht sagen kann, dass mir das Studienfach gefällt.

Kannst Du das nach so kurzer Zeit tatsächlich schon abschließend behaupten?

Vielleicht versuchst Du, dich einer Gruppe anzuschließen, die sich - Deiner Aussage zufolge - begeistert und gerne in ihrer Freizeit mit dem Thema Architektur auseinandersetzt.

Dadurch kommst Du tiefer in die Materie und schließt eventuell sogar neue Freundschaften - und schon erscheint die Situation in einem anderen Licht.

Alles Gute!

 

Antwort
von DODOsBACK, 4

Es ist leicht, das Haar in der Suppe zu finden. Aber sie deswegen gleich wegschütten?

Du nennst nicht EINE echte Alternative!

Wenn die Angst, etwas falsch zu machen, dazu führt, dass man gar nichts mehr macht, ist was schiefgelaufen!

Wenn du meinst, Architektur sei nicht dein Ding, solltest du versuchen herauszufinden, was dir mehr entspricht.

Mach dir Pläne - die Berufsberatung steht auch Studenten offen! Es gibt Tausende Tests für die Berufs- oder Studienwahl.

Du kannst dir einen Nebenjob suchen und in verschiedene Bereiche reinschnuppern. Oder Praktika/ Jobs in den Semesterferien. Du kannst ehrenamtlich oder hobbymäßig Dinge ausprobieren.

Möbel kannst du verkaufen, deinen Bafög-Antrag zurückziehen. Und du wirst früher oder später sowieso lernen müssen, offen mit deinen Eltern zu sprechen. Aber nichts davon nimmt dir die Entscheidung ab, die du anscheinend nicht treffen willst... Womit willst du die nächsten paar Jahre verbringen?

Setz dir ein Limit, bis wann du dich entscheiden willst - und dann arbeite daran. Vielleicht stellst du ja fest, dass dein Studium doch nicht so verkehrt ist, wenn du der Sache noch eine Chance gibst...

Du solltest dir einfach klarmachen, dass einmal wechseln okay ist, zweimal vielleicht in besonderen Fällen, aber mit jedem Mal wird es schwerer, das vor dem neuen Chef, deinen Eltern oder den Ämtern (Bafög, BAB, jobcenter) zu rechtfertigen. Und natürlich auch vor dir selbst...

Antwort
von Tamtamy, 16

Die Entscheidung, ob du das Studium abbrichst, muss ja nicht unter Zeitdruck erfolgen, oder?
Mein Vorschlag ist, dass du dich an die Psychologische Studentenberatung wendest! Dort hättest du eine(n) Gesprächspartner/In, der die studentische Situation gut kennt, und mit dem du zusammen überlegen kannst, wie ein weiteres Vorgehen sinnvollerweise aussehen könnte.
Gute Wünsche für dich!

Antwort
von watchdog, 6

Depressionen sind ernsthafte Gemütserkrankungen. Du solltest dringend den psychologischen Dienst deiner Uni in Anspruch nehmen.

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